Sie sind hier

Selbstständig machen als Mental-Coach

Coaching

Die Belastungen und Ansprüche in der Arbeitswelt steigen, die zeitlichen Ressourcen werden aber nicht größer. Wer beruflich weiterkommen und seine persönlichen Ziele effizient erreichen möchte, stößt nicht selten an seine Grenzen. Und auch Unternehmen haben angesichts von steigenden Burnout Fällen ein Interesse daran, Mitarbeiter in die richtige Richtung zu entwickeln bzw. ihre Stärken gezielt zu fördern. Wer diesen skizzierten Bereich für die Existenzgründung nutzen will, kann sich hier mit einer vielversprechenden Geschäftsidee auseinandersetzen: selbstständig machen als Mental Coach (mit professionellen Coaching Dienstleistungen). Dieser Beitrag analysiert die grundlegenden Rahmenbedingungen für die selbstständige Tätigkeit als Mental Coach. Wie sieht die Nachfrage aus, wie muss das Angebot strategisch ausgerichtet werden? Welchen Themen spielen für die Existenzgründung als Mental Coach eine erfolgskritische Rolle?
 

Wer arbeitet eigentlich mit einem Mental Coach?

Immer mehr Menschen erkennen im Berufs- und Privatleben, dass mentale Stärke ein wichtiger Schlüssel für Erfolg ist. Ein selbstständiger Mental Coach muss diese Nachfrage nutzen und Menschen mit seinem Können gezielt weiterbringen. Mentaltraining muss in der Lage sein, emotionale und auch kognitive Kompetenzen sowie das Selbstbewusstsein zu stärken. Je nach Ausbildung kommen dabei diverse Techniken zum Einsatz. Nach einem Mentaltraining sollte es leichter fallen, Gedanken durch bewusstes Reflektieren zu steuern und so Ziele besser erreichen zu können. Idealerweise wird eine positive und konstruktive Aufbruchstimmung erzeugt. Coaching kann im 1:1 oder auch als Gruppenseminar erfolgen, sodass mit Blick auf die anzuvisierende Zielgruppe ein hohes Maß an Flexibilität gegeben ist. Die klassische Zielgruppe für Coaching sind Führungskräfte und auch Mitarbeiter. In den letzten Jahren ist die Nachfrage aber auch im privaten Bereich deutlich gestiegen. Übrigens nutzen auch viele bekannte Spitzensportler einen Mental Coach, um sich nicht nur körperlich, sondern auch geistig fit für eine anstehende Herausforderung zu machen. Erfolg lässt sich nur mit der richtigen Einstellung erzielen, was freilich nicht nur für den Sport gilt. Insofern zeigt sich, dass die Anwendungsgebiete sehr breit gefächert sind.
 

Existenzgründung als Mental Coach: selbstständig machen mit beratender Lebenserfahrung

  • Ausgangslage: Wie gestaltet sich die Nachfrage für Mental Coaching?

  • Ausbildung zum selbstständigen Mental Coach (Business Coach)

  • Zielgruppe und Leistungsspektrum

  • Marketing & Kundengewinnung als Mental Coach

  • Wie viel verdient man als selbstständiger Mentaltrainer?

  • Voraussetzungen, um sich selbstständig als Mental Coach zu machen
     

Analyse der Ausgangslage

Generell handelt es sich um einen attraktiven und seit Jahren wachsenden Zielmarkt. Aktuelle Zahlen legen nahe, dass Coaching mittlerweile auf eine breite Akzeptanz zurückgreifen kann. Die in diesem Kontext relevante Marburger Coaching-Studie sieht für das Jahr 2016 einen Umsatz von 520 Millionen Euro in diesem Bereich. 2017 soll die Grenze von 550 Millionen Euro überschritten worden sein. Ein Blick auf die Entwicklung der letzten Jahre zeigt, dass dieser Markt jedes Jahr im Schnitt um 10 % gewachsen ist. Keine schlechten Aussichten also, um sich selbstständig als Mental Coach zu machen. Den größten Stellenwert mit Blick auf das gesamte Marktvolumen macht die Führungskräfteentwicklung aus. Insgesamt ist festzustellen, dass der Markt für professionelle Coaching Dienstleistungen in den letzten 10 Jahren rasant gewachsen ist.
 

Der Markt für Coaching Dienstleistungen in Deutschland

Handelte es sich einst noch um ein kritisch beäugtes Nischenprodukt, so hat sich die Einstellung vieler potenzieller Kunden ins Positive gewandelt. Glaubt man aktuellen Umfragen, so geben Unternehmen als sehr zahlungskräftige Zielgruppe mit großer Mehrheit an, eine sehr positive Einstellung zum Coaching zu haben. Damit geht indirekt einher, dass die Bereitschaft für Ausgaben in diesem Bereich in den nächsten Jahren steigen wird. Wer sich selbstständig als Mental Coach machen will, muss sich entsprechend strategisch klug positionieren. Branchenkenner gehen davon aus, dass sich die Zahl selbstständiger Coaches der Grenze von 10.000 nähert. Die große Mehrheit (deutlich über die Hälfte) arbeitet als Einzelkämpfer. Unternehmensgründungen spielen in diesem Bereich noch eine eher untergeordnete Rolle.
 

Mental Coach werden: Grundlagen für die Qualifikation

Eine wichtige Voraussetzung für nachhaltigen Erfolg als selbstständiger Mental Coach wird es sein, Vertrauen zu Kunden aufzubauen und Nutzenaspekte im Marketing klar und selbstbewusst in den Fokus zu stellen. Insgesamt muss das Marketing bzw. der gesamte Marktauftritt als selbstständiger Mental Coach Transparenz ermöglichen. Eine professionelle Arbeitsweise wird in dieser Hinsicht unverzichtbar sein, um Kunden zu überzeugen. Zur Wahrheit gehört auch, dass die Ausbildung zum Mental Coach etwas intransparent ist. Wer sich selbstständig mit Coaching machen will, kann auf eine Vielzahl an Anbietern zurückgreifen. Eine kurze Internetrecherche reicht aus, um sich einen Überblick zu verschaffen. Generell können je nach Ausbildungsinstitut unterschiedliche Kompetenzen erworben werden.
 

Coaching wird immer professioneller…

Wer sich als Mental Coach weiterbilden möchte, sollte idealerweise seine anvisierte Zielgruppe schon kennen, sodass sich ein bestmöglicher Fit ergibt. In den letzten Jahren ist in diesem Bereich insgesamt eine wachsende Professionalisierung festzustellen. Ganz in diesem Sinne bieten immer mehr Hochschulen relevante Abschlüsse in diesem Bereich an. Dies teils auch als Fernstudium, sodass die Geschäftsidee ‚selbstständig machen als Mental Coach‘ ebenfalls neben dem Beruf langfristig geplant und vorangetrieben werden kann. In jedem Falle ist eine fundierte Qualifikation Pflicht, denn Kunden werden diese sehen wollen. Mit einem Studienabschluss haben selbstständige Coaches tendenziell bessere Chancen, an Aufträge zu kommen. Und natürlich kann eine solche begehrte Qualifikation es auch erleichtern, höhere Honorare durchzusetzen. Ein Blick auf die Praxis zeigt übrigens, dass der durchschnittliche Coach etwa 50 Jahre alt ist und einige Jahre an Berufserfahrung vorweisen kann.
 

Zielgruppe? Trends für die strategische Ausrichtung

Wer sich als Mental Coach selbstständig machen will, muss seine Zielgruppe genau kennen. Denn nur wenn das gegeben ist, wird das Leistungsspektrum die Bedürfnisse vollends erfüllen können. Dies ist wiederum die Voraussetzung für zufriedene Kunden, die durch Empfehlungen die Kundengewinnung ‚automatisch‘ ankurbeln werden. Aktuelle Studien zum Coaching Sektor weisen auf folgende drei Trends hin, die bei der strategischen Ausrichtung der selbstständigen Tätigkeit als Coach berücksichtigt werden sollten.
 

Trend 1: Der Mittelstand entdeckt Coaching für sich

Waren es vor wenigen Jahren vor allem große Unternehmen, die in Mental Coaching investierten, so rückt der Mittelstand nach und nach in den Fokus. Immer mehr selbstständige Coaches geben an, Aufträge von kleineren bzw. mittelständischen Unternehmen zu erhalten. Das dürfte gerade Einzelkämpfern strategisch zugutekommen, denn die Ressourcen eines einzelnen Coaches passen ohnehin besser zu einem kleineren Unternehmen. Bei der notwendigen Standortanalyse für den auszuarbeitenden Businessplan ist je nach Zielgruppe darauf zu achten, wie die Unternehmensstruktur und der Wettbewerb aussehen.
 

Trend 2: größere Nachfrage im Dienstleistungsbereich

Insgesamt entwickelt sich unsere Gesellschaft hin zur Dienstleistungsorientierung. Dazu passt, dass die Nachfrage für (Mental) Coaching gerade in diesem Sektor in den letzten Jahren stärker gestiegen ist. Besonders das Gesundheits- und Sozialwesen kann in den strategischen Fokus geraten, da in diesen Bereichen soziale Kompetenzen gefragter denn je sind. Nicht wenig Unternehmen nutzen professionelle Coaching Angebote in Zeiten des Fachkräftemangels, um die eigene Attraktivität als Arbeitgeber zu erhöhen.
 

Trend 3: Mental Coaching spielt im Privatleben eine größere Rolle

Eine weitere gute Nachricht für die Potenziale dieser Geschäftsidee ist, dass sich immer mehr Privatpersonen für einen Mental Coach interessieren. Die Gründe können divers sein: Neben der Erreichung beruflicher Ziele kann ebenfalls die Suche nach Glück im Privatleben ein wichtiges Motiv sein. Insofern können sich selbstständige Coaches durchaus auch auf den privaten Kundenbereich fokussieren oder eine gemischte Strategie fahren, um für eine möglichst gute Auslastung zu sorgen.
 

Vorteile dieser Geschäftsidee?

Wer sich selbstständig als Mental Coach machen will, kann mit der nötigen Qualifikation im Grunde direkt durchstarten. Der anhaltende Wachstumskurs und die Verdienstmöglichkeiten (s.u.) in diesem Bereich sprechen rein wirtschaftlich ohnehin klar für diese Geschäftsidee. Das finanzielle Risiko ist gering, da keine nennenswerten Investitionen anfallen. Die Beratung und die Seminare erfolgen meistens bei den Kunden, sodass repräsentative Geschäftsräume nicht unbedingt erforderlich sind. Ein kleines Büro in einer gut frequentierten Lage kann sich jedoch als Anlaufstelle für die Kundengewinnung erweisen. Höhere Kosten und Risiken entstehen nur, wenn ein Unternehmen gegründet werden soll. In diesem Fall bietet es sich aber an, den Zusammenschluss mit anderen Coaches zu suchen. Auf diesem Weg können Risiken minimiert und aus Kundensicht überzeugende Mehrwerte durch ein breites Leistungsspektrum angeboten werden.
 

Kundengewinnung/Marketing als selbstständiger Mental Coach

Ein starkes Netzwerk ist sehr hilfreich, um die Hauptaufgabe der Kunden- bzw. Auftragsgewinnung in der Frühphase der Existenzgründung zu meistern. Ein Blick auf die Praxis zeigt jedoch, dass die Kundengewinnung in erster Linie über das Internet automatisiert werden kann. Direkt zu Beginn der Existenzgründung als Mental Coach muss eine moderne, suchmaschinenoptimierte Homepage online gehen, die das Können des Coaches in vertrauensförderlicher Weise inszeniert. Im Online Marketing geht es vor allem darum, Leads zu generieren. Wer es schafft, an Kontaktdaten zu kommen, hat einen wichtigen Schritt für die Auftragsakquise getan. Es gilt, Kunden z.B. nach der Registrierung für den Newsletter mit maximal relevanten Informationen zu versorgen. Ganz ‚umsonst‘ geben Kunden ihre Daten nicht her, wenngleich die meisten ja auf der Seite landen werden, da sie sich ohnehin für dieses Thema interessieren. Kleine Geschenke wie ein E-Book mit Tipps zum Download erhöhen nachweislich die Wahrscheinlichkeit, einen Lead generieren zu können. Naturgemäß geben selbstständige Mental Coaches für das Marketing am meisten aus. Aktuellen Zahlen zufolge werden pro Monat mehrere hundert Euro investiert. Da die Homepage ein zentraler Faktor für die Kundengewinnung und die Selbstvermarktung ist, sollte an dieser Stelle ausdrücklich nicht gespart werden. Schließlich muss die Homepage auch ein Ausdruck einer professionellen Einstellung sein.
 

Verdienstmöglichkeiten als selbstständiger Mental Coach

Die Frage ‚Wieviel verdient man als selbstständiger Mental Coach‘ spielt für angehende Existenzgründer eine entscheidende Rolle. Die bereits beschriebene höhere Akzeptanz mit Blick auf Coaching Dienstleistungen spiegelt sich in der Entwicklung der möglichen Honorare wider. Lagen die Stundensätze laut Marburger Coaching Studie 2008 noch bei knapp 140 Euro, so sind aktuell je nach Auftraggeber und Inhalt Honorare von deutlich mehr als 200 Euro pro Stunde möglich. Bedenkt man, dass für die Vorbereitung im Wesentlichen ‚nur‘ Zeit investiert werden muss, so handelt es sich um äußerst attraktive Verdienstmöglichkeiten. Aufgrund der günstigen Kostenstruktur kann der selbstständige Coach den größten Anteil seiner Einnahmen (abzüglich Steuern und Versicherungen) behalten. Wie groß der Verdienst im Einzelnen konkret sein kann, lässt sich anhand von Szenarien berechnen: Wie viele Stunden werden pro Tag zu welchem Stundensatz möglich sein? Hochgerechnet auf den Monat ergibt sich ein realistischer Verdienst als Orientierung.

Grundsätzlich kann zu den Verdienstmöglichkeiten noch Folgendes festgehalten werden: Der Markt bzw. Kunden belohnen langjährige Erfahrungen, einen hohen Professionalisierungsgrad ebenso wie eine spezifische Qualifikation.
 

Selbstständig machen als Mental Coach: Voraussetzungen

Wer sich selbstständig als Mental Coach machen will, sollte frühzeitig die persönlichen Startvoraussetzungen klären. Im Einzelfall ist nämlich zu klären, ob als selbstständiger Mental Coach ein Gewerbe anzumelden ist oder aber ob der Status ‚Freiberufler‘ genutzt werden kann. Letzteres hätte den Vorteil, dass kein Gewerbe anzumelden wäre. Die diesbezügliche Entscheidung hat das zuständige Finanzamt. Grundsätzlich ist eine pauschale Aussage nicht möglich, dass das Leistungsspektrum in diesem Bereich sehr breit gefächert sein kann. Insofern sollte dieses zur Einschätzung immer herangezogen werden.

Fakt ist, dass eine unterrichtende Tätigkeit, um die es sich durchaus handeln kann, der Darstellung eines Freien Berufes im Einkommenssteuergesetz nahekommt. Da mittlerweile die Möglichkeit besteht, einen Studienabschluss in diesem Bereich zu erwerben, kann sich rein formal die Freiberuflichkeit leichter legitimieren lassen. Wer allerdings freiberuflich als Mental Coach arbeiten will, muss alle Leistungen selbst aufgrund einer besonderen Qualifikation mit einer gebotenen Schöpfungshöhe anbieten. Im Falle der Gründung eines Unternehmens wird an der Gewerbeanmeldung kein Weg vorbeiführen.
 

Formale bzw. steuerliche Aspekte

Apropos Finanzamt: Die freiberufliche bzw. gewerbliche Tätigkeit muss steuerlich erfasst werden. Neben der Lohnsteuer, die im Rahmen der Lohnsteuerabrechnung ermittelt wird, wird die Umsatzsteuer als durchlaufender Posten eine Rolle in der Buchhaltung spielen. In einigen Fällen kann es auch vorkommen, dass eine Tätigkeit als Mental Coach freiberufliche und gewerbliche Anteile enthält. In diesem Szenario müssten beide buchhalterisch getrennt erfasst werden. Wer sich selbstständig mit Mental Coaching macht, wird die Beiträge für die gesetzliche oder auch private Krankenversicherung zu 100 % selber aufbringen müssen. Gleiches gilt für die dringend zu empfehlende Altersvorsorge.
 

Kurzzusammenfassung für die Geschäftsidee ‚selbstständig machen als Mental Coach‘

  1. Die Akzeptanz und Nachfrage für Coaching Dienstleistungen sind in den letzten Jahren gestiegen, die gesamte Branche wird immer professioneller. Nach großen Unternehmen rücken jetzt mittelständische Betriebe und auch immer mehr Privatpersonen in den strategischen Fokus

  2. Nur wer seine Zielgruppe kennt, wird das Leistungsspektrum strategisch klug auf die konkreten Bedürfnisse abstimmen können

  3. Mit Effizienz Leads generieren: Das Marketing muss mit einer suchmaschinenoptimierten Homepage versuchen, die Kundengewinnung möglichst ressourcenorientiert zu automatisieren

  4. Die Verdienstmöglichkeiten als selbstständiger Mental Coach sind sehr gut und in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Honorare von über 200 Euro pro Stunde sind keine Seltenheit

  5. Ob es sich um eine gewerbliche oder freiberufliche Tätigkeit als Mental Coach handelt, ist im Einzelfall frühzeitig zu klären.

Was passiert mit meiner Krankenversicherung, wenn ich selbstständig bin?

Als Selbstständiger sind Sie nicht mehr ohne weiteres in Ihrer gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert. Sie müssen sich dort nun auf Antrag befreien lassen. Die künftige Beitragshöhe richtet sich hier nach Ihrem Einkommen. Die Kosten für Selbstständige betragen in 2018 zwischen ... [ weiter... ]

Weitere Artikel zu diesem Thema