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Selbstständig machen als Ernährungsberater

Das sehr zeitgemäße Tätigkeitsfeld Ernährungsberatung erlaubt es, als Angestellter oder auch Selbstständiger beruflich tätig zu werden. Welche Option bevorzugt wird, hängt letztlich vom individuellen Bedürfnis nach Sicherheit, Selbstbestimmtheit, der eigenen Einteilung der Arbeitszeit sowie der grundliegenden persönlichen Mentalität ab. Wer die Option in Erwägung zieht, sich als Ernährungsberater selbstständig zu machen, hat im Gegensatz zu einer Festanstellung den Vorteil, selbst die Arbeitszeiten und etwaige Beratungsschwerpunkte bestimmen und darüber hinaus in Eigenregie Honorare aushandeln zu können. Kontakte zu potenziellen Kunden, Fachkompetenzen und Erfahrungen im Bereich der Ernährungsberatung und kommunikative bzw. organisatorische Fähigkeiten erweisen sich in der Praxis als zentrale Faktoren für den erfolgreichen Start in die Selbstständigkeit als Ernährungsberater. Im Folgenden sollen alle zentralen Aspekte praxisorientiert vorgestellt werden.
 

Existenzgründung: Das Berufsbild und die Ausgangssituation

Nicht nur der steigende Anteil an Bio-Produkten in den letzten Jahren offenbart, dass bewusste bzw. gesunde Ernährung für viele Menschen immer wichtiger wird. Seit langem ist bekannt, dass eine ausgewogene Ernährung für das eigene Wohlbefinden und somit langfristig für die Gesundheit von großer Bedeutung ist. Doch natürlich bedarf es fundierter Fachkenntnisse, um hier angesichts der Flut an Informationen (die durch das Internet überall verfügbar sind) den Überblick zu behalten und sich einen perfekt auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnittenen Ernährungsplan aufzustellen. Hier genau greift ein selbstständiger Ernährungsberater professionell ein, indem er Kunden berät und konkrete Hilfestellungen im Alltag gibt. Da für eine langfristige Ernährungsumstellung ein langer Atem nötig ist, muss ein professioneller Ernährungsberater von der psychologischen Seite her auch motivieren können. Übrigens ist die Berufsbezeichnung ‚Ernährungsberater‘ nicht geschützt, sodass formal keine nennenswerten Zugangsvoraussetzungen bestehen. Allerdings ist eine Weiter- bzw. Fachausbildung unumgänglich, da ein großes Fachwissen von Nöten ist, um Kunden ganzheitlich beraten zu können. So sind zum Beispiel fundierte medizinische Kenntnisse erforderlich, um die Auswirkungen von bestimmten Nahrungsbestandteilen auf den Organismus nachvollziehen zu können. Professionelle Kurse bzw. Fernlehrgänge werden in Deutschland von zahlreichen Anbietern ermöglicht, wobei die Dauer je nach Intensität von wenigen Wochen bzw. zu einem Jahr variiert. Je nach persönlichen Voraussetzungen kann geprüft werden, ob ein Zuschuss von der Arbeitsagentur möglich ist, um eine Arbeitslosigkeit aktiv zu beenden. Wer noch angestellt ist, kann einen Fernlernkurs berufsbegleitend nutzen, um den Weg in die Selbstständigkeit sorgfältig und von langer Hand zu planen.
 

Über den formalen bzw. steuerrechtlichen Status

Gemäß der Einkommenssteuerrichtlinien (Paragraf 15 Einkommenssteuergesetz) handelt es sich bei der selbstständigen Ausübung des Berufsbildes ‚Ernährungsberater‘ um eine gewerbliche Tätigkeit, sodass ein entsprechendes Gewerbe anzumelden ist. Im Zweifelsfall sind die örtliche Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie das zuständige Finanzamt die richtigen Ansprechpartner, um alle formalen Schritte für den Weg in die Selbstständigkeit einzuleiten. Sofern (je nach Einkommenssituation) nicht die Kleinunternehmerregelung in Anspruch genommen wird, kommt zur Buchhaltung auch die Umsatzsteuer hinzu, die in regelmäßigen Intervallen an das zuständige Finanzamt abgeführt werden muss. Im Grunde genommen hält sich der buchhalterische Aufwand aber in Grenzen, wenn in Bezug auf Rechnungen und Zahlungseingänge stets der Überblick behalten wird. Die erforderliche Steuererklärung am Jahresende wird dann schnell zur Routine. Schwieriger wird es nur, wenn Selbstständige in diesem Bereich ein ganzes Unternehmen hochziehen wollen. Dann kommen je nach Rechtsform weitere Pflichten hinzu.
 

Selbstständige in der Gesundheitsbranche können ihren Fokus selbst strategisch ausrichten

Das Tätigkeitsfeld von Ernährungsberatern jedenfalls ist äußerst vielfältig, sodass ein hohes Maß an Abwechslung genossen werden kann, nicht zuletzt dadurch, dass man im Arbeitsalltag auf viele unterschiedliche Charaktere trifft. In der Regel übt der Ernährungsberater seine Tätigkeit bei Kunden zu Hause aus, sie können aber auch Seminare oder Workshops halten. Auch können sie Kunden gezielt beim Einkaufen unterstützen. Darüber hinaus arbeiten professionelle Ernährungsberater in Krankenhäusern, Kureinrichtungen oder Gesundheitszentren. Hier können sie natürlich ebenfalls selbstständig auf Honorarbasis tätig werden. Generell bietet die Selbstständigkeit in diesem Bereich den Vorteil, die eigenen Schwerpunkte selbst festlegen zu können. So kann es nach einer gründlichen Analyse der Ausgangs- bzw. Konkurrenzsituation durchaus Sinn machen, sich auf ein bestimmtes Thema zu spezialisieren (z.B. professionelle Ernährungsberatung für Diabetiker). Wer sich breiter aufstellen möchte, kann ein ganzheitliches Gesundheitsspektrum anbieten, was dementsprechend aber auch fundierte Fachkenntnisse erfordert. Die potenzielle Nachfrage jedenfalls ist sehr groß, denn in den letzten Jahren konnte der Gesundheitsbereich stark zulegen, da immer mehr Menschen bewusst auf ihre Ernährung achten wollen oder dies aus gesundheitlichen Gründen müssen. Dies heißt im Umkehrschluss aber auch, dass der Markt recht stark umkämpft ist. Insofern sollte sich jeder angehende selbstständige Ernährungsberater in einem zum erstellenden Businessplan sehr sorgfältig mit seinen Leistungen, Preisen und der Konkurrenzsituation beschäftigen. Große finanzielle Risiken sind bis auf ungewisse Einnahmen in der Startphase nicht zu befürchten, da im Grunde keine großen Investitionen erforderlich sind.
 

Fachwissen und Anforderungen für den erfolgreichen Weg in die Selbstständigkeit

Das ‚tägliche Brot‘ von Ernährungsberatern ist es, Kunden in Bezug auf eine ausgewogene und gesunde Ernährungsweise zu beraten bzw. dahingehend zu coachen. Das Essverhalten wird analysiert, in Abhängigkeit von individuellen Zielen oder ausgehend von der Gesundheitssituation werden konkrete Ziele vereinbart. Durch eine zunehmende Anzahl an Allergien und Unverträglichkeiten müssen Ernährungsberater auch diesen Aspekt ständig auf dem Schirm haben. Oftmals spielt die Gesundheit eine Schlüsselrolle, daher müssen professionelle Ernährungsberater fundierte medizinische Kenntnisse haben. Ansonsten wäre es z.B. fahrlässig, Kunden mit Diabetes ernährungstechnisch beraten zu wollen. Üblicherweise finden Treffen mit Kunden in regelmäßigen Abständen statt, um Erfolge nachvollziehen und Probleme reflektieren zu können. Neben fundierten medizinischen und ernährungsphysiologischen Kenntnissen ist es im Berufsalltag eine große Herausforderung, sich ständig auf neue Menschen einzulassen. Eine hohes Einfühlvermögen und eine ausgeprägte kommunikative Kompetenz erweisen sich in dieser Hinsicht als erfolgskritische Berufsvoraussetzungen.
 

Fazit: Chancen und Risiken als selbstständiger Ernährungsberater kompakt beleuchtet

Für viele ist das Berufsfeld Ernährungsberater verlockend, da der Arbeitsalltag sehr abwechslungsreich ist, da immer wieder neue Herausforderungen und Charaktere auf einen warten. Durch das zunehmende Gesundheitsbewusstsein in unserer Gesellschaft sind die Chancen in diesem Berufsfeld zukünftig sehr gut, zumal die Basis für beruflichen Erfolg auch breit angelegt werden kann. Neben dem Aufbau eines eigenen Kundenstammes ist es (gerade in der Startphase!) immer eine lohnenswerte Option, auf Honorarbasis in Fachpraxen, Krankenhäusern, Kurkliniken, Verbänden oder ähnlichen Einrichtungen zu arbeiten, auch um sich ein Netzwerk aufzubauen. Das Internet mag durch seine Informationsflut den Ernährungsberatern etwas den Rang ablaufen zu scheinen, aber letztlich nützen Informationen nur etwas, wenn sie auf den Einzelfall bezogen und ihrer gesamten Komplexität verwendet werden. Dies kann nur ein gut ausgebildeter Ernährungsberater leisten, was gleichzeitig bedeutet, dass die Anforderungen nicht unterschätzt werden dürfen. Da Ernährung auch viel mit Lifestyle zu tun hat, können sich Berater hier gezielt positionieren und sich bewusst von der Konkurrenz abheben. Mit einem modernen Internetauftritt kann die Kundenakquise automatisiert werden, ferner kann jeder Ernährungsberater so schon eine überzeugende virtuelle Visitenkarte abgeben. Durch Onlinekurse und Profi-Tipps (etwa zum sich ebenfalls in aller Munde befindenden Thema Kochen) können Kunden einen gezielten Mehrwert wahrnehmen, der weit über die Beratungsgespräche hinausgeht und die langfristige Kundenbindung erleichtert. So vielfältig Ernährung und gesundes Essen ist, so kreativ kann auch das Angebot bzw. Leistungsspektrum von selbstständigen Ernährungsberatern sein, um sich in der Kundenwahrnehmung wirksam zu platzieren.
 

Sind Sie selbst auch gut beraten mit Ihrer Krankenversicherung?

Als Ernährungsberater wissen Sie, wie wichtig Ihre Gesundheit ist. Und wenn Sie dennoch einmal krank werden, sollte eine optimale Versorgung gewährleistet sein. Am besten aufgehoben ist man bekanntlich in der Privaten Krankenversicherung. Als "Privatpatient" genießen Sie nicht nur bei Ihrer ärztlichen und medikamentösen Behandlung einen erstklassigen Versicherungsschutz. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals sogar bedeutend günstiger, als die der gesetzlichen Krankenversicherung. Nutzen Sie unser Angebot eines kostenlosen Vergleiches und erfahren Sie, welcher Anbieter für Sie am günstigsten ist. Tipp: Lassen Sie sich in jedem Fall auch ein Krankentagegeld mitberechnen.
 

Checkliste/Praxistipps zum Thema ‚selbstständig machen als Ernährungsberater‘

  • der Beruf ist nicht gesetzlich geschützt, es gibt zahlreiche flexible Weiterbildungsmöglichkeiten (ggf. auch neben dem Beruf)
  • es handelt sich bei der Berufsausübung um eine gewerbliche Tätigkeit
  • der Gesundheitsbereich hat in den letzten Jahren einen Boom erfahren, die Nachfragesituation ist dementsprechend gut
  • selbstständige Ernährungsberater können ihren Fokus frei bestimmen (strategische Entscheidung: breites Beratungsangebot vs. Spezialisierung)
  • Risiken können gestreut werden, da die Arbeitsbereiche äußerst vielfältig sind: neben einem eigenen Kundenstamm kann auch auf Honorarbasis in Klinken, Kurhäusern, Beratungsstellen etc. gearbeitet werden (Vorsicht vor einer möglichen Scheinselbstständigkeit!)
  • fundierte ernährungsphysiologische und medizinische Kenntnisse sind unabdingbar
  • auch psychologische und kommunikative Fähigkeiten sollten vorhanden sein
  • das Internet sollte als Vermarktungs- und virtuelle Beratungsplattform konsequent mit einbezogen werden

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