Selbstständig als Golflehrer – warum eigentlich nicht?

Golflehrer beim Training mit Schüler

Die Höhle der Löwen macht es vor: Es müssen nicht immer die üblichen Geschäftsmodelle sein, um sich selbstständig zu machen bzw. ein Unternehmen zu gründen. Manchmal darf es auch ruhig eine unkonventionelle Idee sein. Ein gutes Beispiel dafür wäre das Paar, welches mit dem Verkauf von rohem Keksteig den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt hat. Und der Erfolg gibt ihnen Recht. Wir haben uns daher in unbekannte Gefilde aufgemacht und nachgeschaut, welche Berufe sich ebenfalls für einen Neuanfang lohnen würden. Und wir sind fündig geworden: Golflehrer. So manch einer mag diesen Sport als langweilig abtun. Doch er erfreut sich in vielen Gesellschaftsschichten einer großen Beliebtheit. Was müsst ihr also wissen, wenn ihr euch als Golflehrer selbstständig machen wollt?
 

Leidenschaft zum Beruf machen

Wer seine Passion im Sport sieht, muss nicht unbedingt Profi-Spieler werden. Vielleicht seid ihr ja die Trainer, die den nächsten Tiger Woods entdecken. Doch was braucht ihr alles, um euch Golftrainer nennen zu können?

Zunächst einmal ist die Berufsbezeichnung nicht geschützt. Zumindest in der Theorie kann sich jeder Golftrainer nennen. Besser ist es aber, wenn ihr eine entsprechende Ausbildung macht. Diese könnt ihr zum Beispiel beim Deutschen Golf Verband (DGV) oder der PGA of Germany absolvieren. Die Inhalte der dreijährigen „Fully Qualified PGA Goldprofessional“-Ausbildung der PGA of Germany richten sich nach den Vorgaben des Deutschen Olympischen Sportbundes. Wer die Abschlussprüfung erfolgreich ablegt, dem stehen die Türen in der Golfwelt quasi offen.
 

Welche Voraussetzungen müsst ihr erfüllen?

In erster Linie darf euch der Sport nicht fremd sein. Ihr solltet also selbst Gefallen an Golf finden und natürlich regelmäßig auf einem Golfplatz spielen. Langjährige Erfahrung sowie die Mitgliedschaft in einem Verein wird in der Regel vorausgesetzt. Anschließend kommt es ganz darauf an, auf welchen Bereich ihr euch spezialisieren wollt. Bei den Lizenzstufen des DGV benötigt ihr für eine Ausbildung zum Kindertrainer deutlich weniger Vorkenntnisse als wenn ihr später im Schulgolf oder Leistungssport aktiv sein wollt. Dann wird beispielsweise ein Sportstudium vorausgesetzt. Am besten informiert ihr euch im Vorfeld in eurem Verein oder wendet euch direkt an eine der Ausbildungsstätten. Das qualifizierte Fachpersonal wird euch mit Sicherheit eine kompetente Beratung zu den Themen Lizenzen, Kosten und Verdienstmöglichkeiten geben. Wir raten jedenfalls davon ab, vollkommen blauäugig den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Denn dieses Vorgehen kann sprichwörtlich „in die Hose gehen“ und euer Traum ist eventuell schneller zu Ende, als er begonnen hat.
 

Was braucht ihr für eine Selbstständigkeit?

Bevor ihr jetzt direkt mit der Produktion von Werbeartikeln startet, um eure Bekanntheit zu steigern, solltet ihr einen Businessplan erstellen. Dieser ist zwingend notwendig für das weitere Vorgehen. Zum einen hilft er euch, eure Geschäftsidee konkret auf Papier zu bringen. Das zwingt euch dazu, wirklich jeden Punkt genauer zu beleuchten. Zum anderen verlangen potenzielle Geldgeber wie Banken oder Fördermittelstellen einen ausgeklügelten Finanzplan. Schließlich wollen Investoren auf einen Blick erkennen, ob sich die Investition in euch wirklich lohnt. Das mag jetzt hart klingen, aber ihr würdet es wahrscheinlich nicht anders machen, richtig? Im Businessplan müsst ihr auf folgende Punkte detailliert eingehen:

  1. Die Geschäftsidee:

Um Investoren zu überzeugen, müssen diese wissen, wie ihr euch eure Zukunft vorstellt. Geht auch auf eure Person ein. Eine erfolgreich absolvierte Ausbildung zum Golflehrer ist hierbei schon die halbe Miete.

  1. Die Finanzierung:

Macht deutlich, ob ihr bereits über eigene Geldmittel verfügt. Wichtig ist außerdem, dass ihr einen Kostenplan für die nächsten Jahre aufstellt. So wird ersichtlich, wofür ihr das Investment eigentlich benötigt.

  1. Genehmigungen und Anmeldungen:

Manchmal ist es notwendig, dass ihr euch bei einer Kammer anmelden oder auf einem Amt eine Genehmigung einholen müsst. Im Idealfall habt ihr euch darüber bereits informiert und die notwendigen Sachverhalte im Businessplan aufgenommen.

  1. Standort- und Marktanalyse:

Wo wollt ihr euch selbstständig machen und wie groß ist die Konkurrenz? Gibt es beispielsweise in der Nähe einen Golfplatz, bei dem ihr selbstständig arbeitet könntet, wäre dies von Vorteil. Je konkreter eure Pläne sind, umso besser stehen eure Chancen.

  1. Marketing:

Selbstverständlich ist eine Marketing-Strategie ebenfalls von Vorteil. Denn schließlich ist nicht von Anfang an bekannt, dass ihr Golflehrer seid. Ihr müsst euch erst einen Schüler- bzw. Kundenstamm aufbauen. Dies gelingt am besten mit Marketing. Dafür eignen sich neben Flyern und Broschüren vor allem Werbeartikel mit einem thematischen Bezug.
 

Lasst euch beraten!

Um potenziellen Problemen vorzubeugen, solltet ihr euch Rat suchen. Neben einem Golfverein ist die erste Anlaufstelle immer eine Existenzgründer-Beratung. Denn eine Selbstständigkeit ist mehr, als nur ein guter Golflehrer zu sein. Ihr müsst auch wissen, wie ihr Rechnungen schreibt, die Buchhaltung führt, eure finanziellen Mittel richtig einsetzt und worauf ihr im Allgemeinen achten müsst.

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