Selbstständig machen mit einem Fitnessstudio

Stillstand bedeutet Rückschritt: Das gilt für das körperliche Wohlbefinden ebenso wie für den wirtschaftlichen Erfolg bei einer Existenzgründung. Getreu diesem Motto soll hier eine in jeder Hinsicht bewegende Geschäftsidee vorgestellt werden: selbstständig machen mit einem Fitnessstudio. Auf den ersten Blick scheint es sich um ein attraktives, wachstumsstarkes Wettbewerbsumfeld zu handeln. Das Gesundheitsbewusstsein der Menschen nimmt immer mehr zu und die Fitnessbranche boomt in Deutschland seit Jahren. Die Ausgangsanalyse wird in dieser Hinsicht einige zentrale Fakten zusammenfassen, die eine Positionierung in diesem gesundheitsorientierten Wettbewerbsumfeld erlauben. Die folgenden Themen in Bezug auf die Existenzgründung mit einem Fitnessstudio werden im Fokus stehen:

  • Ausgangsanalyse: Lohnt es sich, ein Fitnessstudio zu eröffnen?

  • Businessplan für Fitnessstudio: wichtige Themen/Herausforderungen

  • Zielgruppe/Marketing: Wer geht ins Fitnessstudio?

  • Franchise: Eine Alternative zur Eröffnung eines Fitnessstudios?

  • Verdienst mit eigenem Fitnessstudio: Wie viel Gewinn wirft es ab?


Voraussetzungen, um ein Fitnessstudio eröffnen zu können:

Wer darf ein Fitnessstudio eröffnen? Mit Blick auf die formalen Voraussetzungen wird keine besondere Qualifikation/Berufsausbildung für die Eröffnung eines Fitnessstudios vorausgesetzt. Um langfristigen Erfolg und eine strategisch kluge Positionierung sicherzustellen, erscheinen Branchenerfahrungen und Kenntnisse der Betriebsführung aber als unabdingbare Voraussetzung. Zudem ist diese Geschäftsidee recht kapitalintensiv, sodass ein gewisses Polster an Eigenkapital als formale Voraussetzung anzusehen ist. Um genügend Kapital einsammeln zu können, muss ein überzeugender Businessplan als Visitenkarte ausgearbeitet werden. Angesichts der Konkurrenz wird es wichtig sein, Alleinstellungsmerkmale und Mehrwerte in einem einzigartigen Konzept auszuarbeiten: Warum sollten Kunden gerade in dieses Fitnessstudio gehen? Bevor das Fitnessstudio eröffnen kann, ist ein Gewerbe anzumelden. Das Leistungsspektrum ist auf dem Formular zur Gewerbeanmeldung genau zu schildern. Hieraus können sich Hinweise für zu erbringende Nachweise ergeben. Falls z. B. frische Lebensmittel als Snack verkauft werden, sind Kenntnisse der Hygieneverordnung nachzuweisen. Von den fachlichen Grundvoraussetzungen spricht die Geschäftsidee ‚selbstständig machen mit Fitnessstudio‘ vor allem die folgenden Berufsbilder an:

  • Fitnesstrainer (mit Lizenz)

  • Fitnessökonom

  • Sportlehrer

  • Krankengymnast/Physiotherapeut

  • Fitnessfachwirt

  • Kaufmann mit Erfahrungen in der Fitnessbranche

Aus dieser Qualifikation kann dann ein besonderer Schwerpunkt des Leistungsspektrums abgeleitet werden.


Ausgangslage: Warum selbstständig machen mit Fitnessstudio?

Ein Blick auf relevante Zahlen für den Businessplan zeigt, dass die Fitnessbranche in den letzten Jahren boomt. Nicht von der Hand zu weisen ist, dass die Corona-Krise zu einem Dämpfer geführt hat. Dennoch sind die Zukunftsaussichten für die Eröffnung eines Fitnessstudios weiter sehr gut: Das Idealbild eines schlanken und durchtrainierten Körpers treibt immer mehr Menschen regelmäßig in ein Fitnessstudio. Gut zu wissen für Existenzgründer ist, dass Fitnesstraining in Deutschland die mitgliederstärkste sowie beliebteste Trainingsform darstellt (https://www.sport-fachhandel.com/de,de/fachhandel/szene/studie-fitness-ist-die-nummer-1,article00012050.html). Für eine gewisse Planbarkeit sorgt die Tatsache, dass die Wachstumsraten in den letzten Jahren immer konstant hoch waren.


Wie viele Deutsche gehen ins Fitnessstudio?

Laut Statistiken ist die Anzahl der Mitglieder in Fitnessstudio 2019 in Deutschland auf mehr als 11,6 Millionen gestiegen. Damit wächst die Branche Jahr für Jahr kontinuierlich. Zum Vergleich: 2005 waren erst gut 5 Millionen Deutsche in einem Fitnessstudio angemeldet. Auf der anderen Seite bedeuten diesen Zahlen aber auch, dass die Konkurrenz groß ist und der Markt mittlerweile schon gut gesättigt sein könnte. Dafür spricht die Tatsache, dass die Anzahl der Fitnessstudios in Deutschland in den letzten Jahren ebenfalls deutlich gestiegen ist und zuletzt die Marke von 10.000 anvisiert hat.


Die Qualität des Fitnessangebots ist entscheidend!

Vielen Kunden reicht ein ‚einfaches‘ Fitnessstudio nicht mehr. Sie entscheiden sich bewusst für einen Anbieter, der z. B. Wellnessangebot zugänglich macht (Sauna, Massagen etc.) oder ein breites Kursspektrum im Repertoire hat (Yoga, Pilates, Qigong etc.). Nicht jeder Kunde sucht ein günstiges Fitnessstudio, das für wenige Euro im Monat beliebig oft aufgesucht werden kann. Insgesamt sind den Möglichkeiten in Bezug auf die Vermarktung wenig Grenzen gesetzt. Wichtig ist aus wirtschaftlicher Sicht, dass das Angebot auf ein Interesse und somit Nachfrage stößt.


Standort- und Konkurrenzanalyse: Wohin kann die Reise gehen?

Angesichts der Zahlen ist es notwendig, eine Standort- und Konkurrenzanalyse durchzuführen. Es muss deutlich werden, wie viele Fitnessstudios in der Nähe es gibt und inwiefern sich das eigene Angebot von diesen abheben könnte. Darüber hinaus ist zu prüfen, ob es überhaupt noch genügend Fitnessfans gibt, um für eine hohe Auslastung zu sorgen. Um das Leistungsspektrum optimal auf die Nachfrage/Zielgruppe abzustimmen, sollten die Kundenwünsche vor Ort analysiert werden.


Strategische Grundsatzentscheidung: Wie selbstständig machen mit Fitnessstudio?

Wer ein Fitnessstudio eröffnen möchte, kann dies in Eigenregie tun und ein möglichst individuelles Konzept am Markt platzieren. Alternativ bietet es sich in dieser stark umkämpften Branche an, sich mit einem Franchisepartner selbstständig zu machen. Das Angebot großer Ketten dürfte bekannt sein. Eine Internetrecherche zeigt schnell, zu welchen Konditionen und unter welchen Voraussetzungen ein Franchise-Fitnessstudio eröffnet werden kann.


Vorteile/Nachteile eines Franchise-Systems?

Der Vorteil eines Franchise-Fitnessstudios besteht vor allem in einem starken und bekannten Markennamen, der eine hohe Anziehungskraft ausüben kann. Zudem kann sofort auf ein ausgereiftes Konzept und ein starkes Netzwerk zurückgegriffen werden. Das hat natürlich seinen Preis, und genau hierin sind die Nachteile eines Franchise-Fitnessstudios zu sehen: Die unternehmerische Entscheidungsfreiheit ist deutlich eingeschränkt und durch Lizenzgebühren und Umsatzbeteiligungen sinken auch die Gewinne mit einem eigenen Fitnessstudio. Darüber hinaus müssen sich Gründer ‚bewerben‘ und in aller Regel auch ein hohes, fünfstelliges Startkapital einbringen können. Die Vor- und Nachteile von Franchisesystemen muss jeder angehende Gründer für sich selbst bewerten!


Businessplan für Fitnessstudio: Diese Themen sind wichtig!

Egal, für welche strategische Ausrichtung sich Gründer auch entscheiden: Mit dem Businessplan müssen sich zeigen, dass sie ein attraktives bzw. rentables Geschäftsmodell auf die Beine stellen. Insofern ist dieses Dokument wichtig, um alle betriebswirtschaftlichen Grundpfeiler für ein eigenes Fitnessstudio aufzustellen. Auf der anderen Seite ist dieses Dokument unverzichtbar, um Geldgeber oder auch weitere Geschäftspartner mit ins Boot zu holen.

Im Finanzteil des Businessplans muss deutlich werden, wie die Geschäftsidee finanziert werden soll und mit welchen Umsatzzahlen/Gewinnen in den ersten Jahren zu rechnen ist. Darüber hinaus muss vor allem das Konzept überzeugen: Was zeichnet das neue Fitnessstudio aus? Mit welchem Angebot soll versucht werden, neue Kunden zu gewinnen und sie langfristig vertraglich zu binden? Hierin liegt die Chance für ein kalkulierbare Einnahmebasis auf möglichst hohem Niveau über einen längeren Zeitraum.
 

Wo Fitnessstudio eröffnen?

Abgesehen vom Standort selber spielen natürlich die Räumlichkeiten eine Schlüsselrolle bei der Existenzgründung mit einem Fitnessstudio: Diese müssen mit diversen Verkehrsmitteln oder auch zu Fuß gut erreichbar sein. Parkplätze und Abstellmöglichkeiten für Fahrräder sorgen für einen angenehmen Aufenthalt. Die Räume und insbesondere sanitären Einrichtungen sollten modern sein. Je mehr Fläche vorhanden ist, desto mehr Geräte und somit sportliche Vielfalt steht Kunden zur Verfügung. Abwechslung ist in dieser Hinsicht sicher ein ‚bewegendes‘ Argument, um Kunden über einen langen Zeitraum begeistern zu können. In separaten Kursräumen ließe sich gegen Aufpreis ein sportlich-gesundheitsbewusstes Angebot verwirklichen. Auch Ernährungsberatung kann ein Thema sein, das für eine breite Zielgruppe interessant ist. Suchanfragen wie ‚Fitnessstudio, was machen um abzunehmen?‘ zeigen, dass Bewegung alleine nicht reicht, um der Traumfigur näherzukommen. Ohne eine Umstellung der eingefahrenen Ernährungsgewohnheiten dürfte es für viele Kunden schwer werden, nachhaltig an Körpergewicht zu verlieren.
 

Breites Angebot für alle oder eine Fitnessnische am Markt besetzen?

Zu analysieren ist im Businessplan ggf. auch, ob das Fitnessstudio einen besonderen Schwerpunkt anbieten soll, der es gezielt von der Konkurrenz abhebt? Zu denken ist hier etwa an die aufstrebende Bewegung ‚Fitness for Women‘. Auch hier ließen sich mit Schwangeren und frisch gebackenen Müttern spezielle Angebote machen, die sich gezielt von der breiten Masse der Fitnessstudios abheben. Je nach anvisierter Zielgruppe spielt mitunter auch die persönliche Fachbetreuung durch einen Trainer einer wichtige Rolle. Viele wollen einfach nur an professionellen Geräten trainieren. Andere setzen eine ganzheitliche Beratung und Anleitung voraus. Auch hier sollte der Businessplan eine klare Positionierung vornehmen. Denn je beratungsintensiver ein Fitnessstudio ist, desto mehr Personal müsste eingestellt werden. Das hätte höhere Kosten zur Folge, für die auch die Mitglieder tiefer in die Tasche greifen müssten.
 

Marketing/Kundengewinnung: So läuft das Fitnessstudio an!

Von außen sollte das Fitnessstudio mit seinen bewegenden Möglichkeiten gut zu erkennen sein. Ein zentraler Standort wird mit wirksamer Außenwerbung schon sehr viel dafür tun, dass der Kundenstamm wächst und das Fitnessstudio gut gefüllt ist. Ein suchmaschinenoptimierter und auf die Region abgestimmter Internetauftritt (Stichwort Local SEO) ist ebenfalls sehr wichtig, um für potenzielle Kunden auffindbar zu sein. Durch Social-Media-Aktivitäten kann ein lebendiger Blick in das Fitnessstudio möglich sein. Zufriedene Kunden könnten ihre persönliche Erfolgsstory erzählen, was für neue Kunden ein sehr starker Anreiz sein kann, sofern alles authentisch wirkt. Das sportliche Angebot sowie Zusatzleistungen (z. B. Getränke, Snacks oder der Verkauf von Nahrungsergänzungsmitteln) könnte den Ausschlag für das neue Fitnessstudio geben. Auch die Öffnungszeiten sind entscheidend: Viele Fitnessstudios haben bereits rund um die Uhr geöffnet, um für die unterschiedlichsten Lebensrhythmen ein attraktives Angebot zu unterbreiten.
 

Die vertragliche Details könnten den Unterschied machen

Wie Fitnessstudio kündigen? Solche bei Google häufig gestellten Fragen zeigen, worauf es nicht wenigen (potenziellen) Kunden ankommt. Üblich ist eine Vertragsbindung bei Fitnessstudios, die über ein Jahr läuft. Aus Sicht des Betreibers ist das von Vorteil, da sich über einen langen Zeitraum mit festen Einnahmen kalkulieren lässt. Aus Kundensicht kann diese lange Bindung aber sehr abschreckend sein. Insofern ist im Businessplan zu erörtern, inwiefern mehr vertragliche Flexibilität zu einem Vorteil gegenüber der Konkurrenz werden kann. Probetrainings oder ein Schnupper-Abo können wirksame Mittel sein, um Interessenten in das Fitnessstudio zu locken und sie langfristig zu binden.


Verdienst mit eigenem Fitnessstudio?

Bei einem Franchise-Fitnessstudio werden die Gewinne um Lizenzgebühren und Umsatzbeteiligungen gemindert. Das muss klar sein, wenn mit konkreten Zahlen im Businessplan gerechnet wird. Generell hängt der Verdienst mit einem Fitnessstudio davon ab, wie viele Mitglieder es hat und wie gut es damit ausgelastet ist. Auf der anderen Seite stehen die Kosten für Miete und die Finanzierung. Diese Kosten müssen mit den erzielten Einnahmen mehr als nur gedeckt werden. Ansonsten ist nicht von einem rentablen Geschäftsbetrieb auszugehen. Falls es gelingt, viele Mitglieder für das neue Fitnessstudio zu gewinnen und die Kostenstruktur auf der anderen Seite schlank zu halten, sollte ein ansprechender Gewinn im Monat zu erzielen sein.

Die Frage ist dann nur, wie viel sich Existenzgründer davon auszahlen wollen/können? Für den Kauf neuer Geräte zur Erweiterung des Leistungsspektrums werden immer neue Investitionen notwendig sein. Das Personal ist erfahrungsgemäß der größte Kostenblock: Je personalintensiver das Konzept für ein eigenes Fitnessstudio ist, desto schwieriger wird es aus Sicht der Betriebswirtschaft, Gewinne zu maximieren. Durch den Verkauf von speziellen Kursen, Getränken, Nahrungsergänzungsmitteln oder beispielsweise professionelles Sportzubehör ließe sich die Einnahmebasis weiter ausweiten. Der Betreiber eines Fitnessstudios wäre so nicht nur auf die Monatsbeiträge angewiesen.
 

Ausblick: Wie sieht die Zukunft im Fitnessstudio (nach Corona) aus?

Klar ist, dass das Coronavirus zu einem Einschnitt geführt hat, der auch an Konzepten von Fitnessstudios nicht vorbeigegangen ist. Hygienekonzepte werden in Zukunft sicher eine wichtige Rolle spielen, da Kunden in dieser Hinsicht durch die neue Erfahrung deutlich sensibler geworden sein dürften. Insofern sollten sich Gründer diese Krise zum Anlass nehmen und über neue, zukunftsorientierte und krisenfeste Konzepte nachzudenken. Die Coronavirus-Pandemie hat vor allem gezeigt, dass strategische Flexibilität notwendig ist, um betriebliche Krisen überstehen zu können. Eine wichtige betriebswirtschaftliche Lehre aus dieser Krise dürfte sein, dass ein ausreichende Decke an Eigenkapital und finanziellen Reserven wichtig ist, um unvorhergesehene Krisen überstehen zu können.
 

Zusammenfassung/FAQ für die Geschäftsidee ‚selbstständig machen mit Fitnessstudio ‘

  1. Warum selbstständig machen mit eigenem Fitnessstudio?

Weil mehr als 11 Millionen Deutsche in ein solches Studio gehen und sich der Fitnesstrend samt Gesundheitsbewusstsein in den kommenden Jahren weiter verstärken wird.

  1. Fitnessstudio eröffnen: Welche Alternativen gibt es?

Wer sofort auf einen bekannten Namen und funktionierende Prozesse zurückgreifen möchte, kann sich an einen Franchisegeber wenden. Die Vor- und Nachteile von Franchising muss jeder Selbstständige für sich gewichten.

  1. Wie gelingt die strategische Positionierung für ein neues Fitnessstudio?

Im Businessplan ist ein Konzept zu erarbeiten, das aus Kundensicht für klare Mehrwerte steht und sich somit von der Konkurrenz abhebt. Zu analysieren ist, inwiefern eine bestimmte Nische am Markt zu besetzen ist.

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