Selbstständig machen als Selbstverteidigungstrainer

Frau übt Selbstverteidigung mit Partner

Wer Selbstverteidigungstrainer werden möchte, strebt in der Regel die berufliche Selbstständigkeit an. Insofern kann hier eine Geschäftsidee geprüft werden, die für Spotbegeisterte die Option eröffnet, aus ihrer Leidenschaft einen ‚bewegenden‘ Beruf zu machen: selbstständig machen als Selbstverteidigungstrainer.
 

Perspektiven für die Existenzgründung als Selbstverteidigungstrainer / Kampfsport

Dieser Berufswunsch lässt sich als freier Mitarbeiter in einer Selbstverteidigungsschule realisieren. Natürlich besteht auch die Option, eine eigene Schule für Selbstverteidigung zu gründen und so für eine nachhaltige wirtschaftliche Basis zu sorgen. Die Rahmenbedingungen gestalten sich generell positiv, denn seit der Silvesternacht 2015/16 in Köln ist die Nachfrage für professionelle Selbstverteidigung deutlich angestiegen. Es geht darum, einen effektiven Selbstschutz zu trainieren, um sich in Notsituationen schnell selbst helfen zu können. Auch die Themen Deeskalation und Gewaltprävention können durchaus auf der Agenda eines Selbstverteidigungstrainers stehen. Das Angebot als Selbstverteidigungstrainer muss sich nicht nur auf das Körperliche erstrecken. Mentale Fähigkeiten, die das Selbstbewusstsein stärken, gehören ebenso dazu, sodass ein selbstständiger Selbstverteidigungstrainer durchaus als eine Art Mental Coach auftreten kann. Neben praktischen Handgriffen muss es auch um die Vermittlung von Theorie gehen, schließlich hat auch die Selbstverteidigung ihre rechtlichen Grenzen.
 

Eine Geschäftsidee für Sportbegeisterte

Wer online zum Thema Selbstverteidigung recherchiert, wird zahlreiche Ausbildungsmöglichkeiten finden. Idealerweise verfügen ambitionierte Existenzgründer bereits über praktische und theoretische Erfahrungen in der Selbstverteidigung. In jedem Fall sollte eine fundierte Ausbildung die Grundlage für eine Existenzgründung als Selbstverteidigungstrainer sein. Wer anderen Wissen vermitteln will, muss selbst sicher und versiert sein. Es gilt mit Blick auf das Marketing, sich als erfahrener Profi und somit richtiger Ansprechpartner zu profilieren. Folgende Themen, die für die berufliche Selbstständigkeit in diesem Bereich als erfolgskritisch gelten können, werden in diesem Beitrag lösungsorientiert behandelt:

Existenzgründung als Selbstverteidigungstrainer: selbstständig machen mit Selbstbewusstsein!

  • Analyse der Ausgangslage

  • Businessplan für selbstständige Selbstverteidigungstrainer

  • Marketing und Kunden gewinnen als Schlüsselthemen

  • Selbstständig machen als Selbstverteidigungstrainer: Voraussetzungen

  • Verdienst als Selbstverteidigungstrainer
     

Analyse der Ausgangslage

Selbstverteidigung wird vor allem von immer mehr Frauen erlernt. Entsprechende Techniken helfen dabei, selbstbewusster aufzutreten und sich in Notsituationen effektiv verteidigen zu können. Spätestens seit den angesprochenen Ereignissen in der Silvesternacht in Köln ist die Nachfrage in puncto professionelle Selbstverteidigungskurse sprunghaft angestiegen. In gleichem Maße hat auch die Bewaffnung mit Pfefferspray zugenommen. Insofern lässt sich in der Gesellschaft ganz klar ein Trend hin zur Selbstverteidigung erkennen. Die steigende Nachfrage für Selbstverteidigung lässt sich konkret auch sehr gut an den bekannten Kampfsportarten Judo und Karate ableiten. Während die Mitgliedszahlen bis vor wenigen Jahren noch sanken, erleben die entsprechenden Verbände derzeit wieder einen Boom. Wer Selbstverteidigung trainieren möchte, wird meistens grundlegende Handgriffe eines Kampfsports erlernen, um Angreifer gezielt und sehr schnell außer Gefecht zu setzen. Was die Zielgruppe angeht, so rücken vor allem Frauen und Jugendliche in den Fokus, die keinesfalls in die Opferrolle fallen wollen. Die nachfragebedingten Aspekte sprechen ganz klar für eine Existenzgründung als Selbstverteidigungstrainer. Es versteht sich von selbst, dass die konkreten wirtschaftlichen Voraussetzungen am Standort zu klären sind.
 

Selbstverteidigungstrainer werden: fachliche & persönliche Voraussetzungen

Wer die fachlichen und persönlichen Startvoraussetzungen klären will, muss sich mit den generellen Anforderungen der Selbstverteidigung auseinandersetzen. In diesem Sinne muss ein Selbstverteidigungstrainer Techniken und Maßnahmen vermitteln, die zur Abwehr von Angriffen dienen. Auch wenn Selbstverteidigung oft automatisch mit Kampfsport in Verbindung gebracht wird, so wird diese Zuspitzung der Praxis nicht gerecht. Ein Selbstverteidigungstrainer muss selbst körperlich fit sein und Techniken vermitteln können. Abgesehen davon muss es um die psychische Sichtweise auf Selbstverteidigung gehen, denn mit bestimmten Verhaltensweisen lassen sich viele Angreifer effektiv manipulieren bzw. in die Flucht schlagen. Wer sich angesichts dessen erfolgreich selbstständig als Selbstverteidigungstrainer machen will, muss Theorie und Praxis beherrschen. Die theoretischen Aspekte beziehen sich ferner die Geschäftsplanung bzw. das wirtschaftliche Vorantreiben der Geschäftsidee.
 

Verantwortung übernehmen und lehren

Ein Selbstverteidigungstrainer übernimmt mit seinem Leistungs- bzw. Kursangebot ein hohes Maß an Verantwortung, schließlich bereitet er Schüler auf Notfallsituationen vor. Zur Ganzheitlichkeit der Vorbereitung gehören auch rechtliche Aspekte, denn die Rahmenbedingungen für Notwehr sind klar abgesteckt. Will heißen: Wer die Kunst der Selbstverteidigung beherrscht, muss das Wissen wohl dosiert und überlegt einsetzen. Im Notfall zählt jede Sekunde: Ein professioneller Selbstverteidigungstrainer muss daher anschaulich vermitteln können, wie sich Opfer in welcher Situation zu verhalten haben und mit welchem Handgriff der Angreifer handlungsunfähig gemacht werden kann. Das Abwehrverhalten am Boden sowie Wissen in Bezug auf Nervendruckpunkte spielen in diesem Kontext bereits in der Ausbildung als Selbstverteidigungstrainer eine Rolle.
 

Themen für den Businessplan als Selbstverteidigungstrainer

Im Businessplan muss jeder Existenzgründer die Geschäftsidee erfolgs- und potenzialorientiert auf den Punkt bringen. Welche Berechtigung und Chancen am Markt hat die Tätigkeit als Selbstverteidigungstrainer? Welche Nachfrage bzw. Konkurrenzsituation zeigt sich am anvisierten Standort? Welche Räumlichkeiten können für die Umsetzung der Geschäftsidee genutzt werden? Welchen Umfang soll die Geschäftsidee haben? Welche planerischen bzw. finanziellen Ressourcen müssen angesichts dessen aufgebracht werden?
 

Den Einstieg in die berufliche Selbstständigkeit meistern

Grundsätzlich ist zu überlegen, ob die Selbstständigkeit als freier Mitarbeiter in einer entsprechenden Schule umgesetzt wird oder ob eine eigene Kampfsportschule gegründet werden soll. Für den letzten Fall sind geeignete Räumlichkeiten zu finden. Für die Einrichtung und laufende Kosten ist im Businessplan die Finanzierung sicherzustellen, denn die wenigsten Gründer finanzieren alles über vorhandenes Eigenkapital. Im Businessplan müssen insbesondere auch Zielgruppe und Kursangebot klar umrissen werden. Richtet sich das Angebot an Frauen, Kinder, Jugendliche und/oder Männer? Sind bestimmte Altersstufen bei der Einteilung von Kursen sinnvoll? Soll nur reine Selbstverteidigung trainiert werden oder auch die Chance geboten werden, eine oder mehrere Kampfsportarten zu trainieren? (z.B. Karate, Ju Jutsu, Taekwondo, usw.)
 

Leistung sportlich definiert…

Was das Leistungsspektrum als selbstständiger Selbstverteidigungstrainer angeht, so macht in der Praxis ggf. eine Differenzierung über Kampfstile (Judo und Karate als klassische Beispiele) Sinn. So kann der Einstieg in die Selbstverteidigung rein sportlich definiert werden. Die Ausübung eines solchen Kampfsportes befähigt insofern dazu, ihn auch gezielt zur Selbstverteidigung einzusetzen. Angesichts dessen besteht auch die Möglichkeit, eine Kampfsportschule zu eröffnen und diese mit Blick auf das Thema Selbstverteidigung zu vermarkten. Falls der Sportfaktor strategisch im Mittelpunkt stehen soll, kann auch ein Fitnessstudio mit Selbstverteidigungskursen gegründet werden. Letztlich muss bei der Ausrichtung neben Standortfaktoren vor allem der eigene Erfahrungsschatz eine entscheidende Rolle spielen.

Existenzgründer sollten grundsätzlich Klarheit über den Einstieg in die berufliche Selbstständigkeit erlangen. Was die Tätigkeit als Selbstverteidigungstrainer angeht, so ist ein Einstieg über den Nebenberuf denkbar (Achtung: der Arbeitgeber muss offiziell um Erlaubnis gebeten werden). Auf diese Weise wird der finanzielle Druck erheblich geringer und es besteht die Chance, sich mit der Zeit ein zweites, tragfähiges berufliches Standbein aufzubauen.

Praxistipp: Informationen für die Planung

Wer sich ein genaues Bild über Ausbildungsoptionen und Perspektiven in diesem Bereich verschaffen will, kann dies beim Bundesverband für Selbstverteidigung (https://www.bundesverband-selbstverteidigung.de/ausbildung/) tun.


Marketing: Kunden gewinnen als Selbstverteidigungstrainer

Die Kundengewinnung bzw. Auslastung einer Selbstverteidigungsschule wird über den Erfolg dieser Geschäftsidee entscheiden. Insofern muss das Motto von Beginn an ‚Präsenz zeigen!‘ lauten, und zwar offline wie online. Flyer, Zeitungsannoncen und ein Event zur Eröffnung sind eine reichweitenstarke und kosteneffiziente Möglichkeiten, um das professionelle Angebot zur Selbstverteidigung einer großen Zielgruppe vorzustellen. Im laufenden Geschäftsbetrieb können wiederkehrende Tage der offenen Tür oder Events bzw. Wettkämpfe für mediale Aufmerksamkeit sorgen und neue Kunden anlocken. Persönliche Empfehlungen im Freundes- und Verwandtenkreis werden sicherlich für einen wachsenden Kundenstamm eine wichtige Rolle spielen. Daher ist es wichtig, Schüler mit Professionalität im Unterricht zu begeistern. Nur so wird es möglich sein, als gefragter Selbstverteidigungsexperte sein eigenes Image für die Vermarktung aufzupolieren.
 

Mit Online Marketing ‚automatisch‘ Kunden gewinnen

Was die reichweitenstarke virtuelle Vermarktung angeht, so sollte von Beginn an eine optimierte Homepage für die Kundengewinnung an den Start gehen. Diese sollte konsequent auf funktionale Keywords (z.B. Selbstverteidigung in XX) ausgerichtet sein. Auf der Homepage bietet sich Platz, um die Räumlichkeiten und das gesamte Kursangebot vorzustellen. Beim Thema Selbstverteidigung liegt es nahe, auf bewegte Bilder zu setzen. Videos von Trainingseinheiten bzw. wichtigen Handgriffen können so sehr anschaulich vermitteln, was unter Selbstverteidigung zu verstehen ist. Auf diesen Wegen (soziale Netzwerke) lässt sich vor allem die junge Zielgruppe bewegen. Viele schrecken vielleicht davor zurück, einen Kampfsport zu erlernen. Videos können zeigen, dass sich Selbstverteidigung nicht nur auf diesen körperlichen Aspekt reduzieren lässt. Online Marketing bringt den Vorteil mit sich, dass authentischer, von Usern generierter Content entsteht (beispielsweise in Form von Bewertungen). Fallen diese mehrheitlich positiv aus, so handelt es sich um eine werbewirksame Visitenkarte für neue Kunden. Mittlerweile ist es so, dass sich viele Kunden vorab im Internet ein Bild machen wollen, bevor sie eine Dienstleistung in Anspruch nehmen. Positive Erfahrungsberichte sind somit ein sehr wirksames Mittel, um Berührungsängste abzubauen.
 

Voraussetzungen, um sich selbstständig als Selbstverteidigungstrainer zu machen

Abgesehen von erworbenen Lizenzen und Scheinen, die für Selbstverteidigungstrainer sicher eine große Rolle spielen, kommt es vor allem auf kaufmännisches Knowhow an. Denn nur so wird sich der Betrieb wirtschaftlich bzw. gewinnorientiert führen lassen. Wer mit Selbstverteidigung sein Geld verdienen wird, muss im Falle der Unternehmensgründung ein Gewerbe anmelden. Ob und in welchem Umfang Lizenzen und Kenntnisse nachzuweisen sind, hängt im Einzelfall vom Leistungsspektrum ab. Daher gilt es, die persönlichen Voraussetzungen so früh wie möglich in Erfahrung zu bringen. Trainerlizenzen spielen aber auch für die eigene Profilierung eine Rolle. Insofern ist es kein Zufall, dass entsprechende Zeugnisse/Nachweise für Schüler immer an einer gut sichtbaren Stelle zu finden sind. Schließlich wollen sich Selbstverteidigungsschüler in die Hände eines Profis begeben, sodass eine fundierte Ausbildung als Grundvoraussetzung gelten kann.
 

Formaler Status als Selbstverteidigungstrainer?

Wer als freier Trainer tätig sein will, kann ggf. den Status Freiberufler nutzen. Dieser Status bringt den Vorteil mit sich, dass keine Gewerbeanmeldung nötig ist und die Buchhaltung sich auf ein Minimum reduziert. Grundlegend kann eine freiberufliche Tätigkeit angenommen werden, da es sich um eine unterrichtende Tätigkeit handelt (vergl. Paragraf 18 des Einkommenssteuergesetzes). Je nach Leistungsspektrum muss geprüft werden, ob es im Sinne des Einkommenssteuergesetzes um die Vermittlung von Fertigkeiten in organisierter Form geht. Das zuständige Finanzamt hat letztlich die Entscheidung bezüglich der Freiberuflichkeit zu treffen. In diesem Kontext ist gleichzeitig ist Frage zu erörtern, inwiefern die freiberufliche Tätigkeit von der Umsatzsteuerpflicht betroffen ist.
 

Versicherungen als selbstständiger Selbstverteidigungstrainer?

Wer seine Trainertätigkeit professionell ausfüllen möchte, muss für seine Schüler in jeder Hinsicht Verantwortung übernehmen. Verletzungen lassen sich bei einem Kampfsport nicht ausschließen, dieses Risiko schwebt immer über einer derartigen Geschäftsidee. In Deutschland herrscht aber die Pflicht, dass jeder krankenversichert ist. Insofern wären notwendige Behandlungskosten im Anschluss an eine Versicherung in vielen Fällen gedeckt. Allerdings sollten selbstständige Selbstverteidigungstrainer auch eine leistungsstarke Berufshaftpflichtversicherung abschließen. Da sie nicht Teil eines Vereins sind, können sie auf keinen grundlegenden Schutz zurückgreifen. Eine Haftpflichtversicherung schützt Selbstverteidigungstrainer vor Forderungen, falls Verletzungen nachweislich durch seine Schuld entstanden sind. Im Vorfeld der Existenzgründung/Eröffnung einer Selbstverteidigungsschule sollte unbedingt eine unabhängige Fachberatung erfolgen, um sich vor dem Hintergrund der konkreten Geschäftsidee vor finanziellen Risiken zu schützen.
 

Kurzzusammenfassung für die Geschäftsidee ‚selbstständig machen als Selbstverteidigungstrainer‘

  1. Aus Träumen einen Beruf machen und sich selbst verwirklichen: Es handelt sich um eine attraktive Geschäftsidee für (Kampf)sportbegeisterte

  2. Die nachfrageorientieren Rahmenbedingungen sind sehr gut, da sich immer mehr Menschen (vor allem Frauen) für dieses Thema interessieren

  3. Im Businessplan muss der Existenzgründer zeigen, wie er sich als Selbstverteidigungstrainer auf dem Markt strategisch platzieren will

  4. Das Marketing muss online sowie offline für Reichweite und Präsenz sorgen. Persönliche Empfehlungen werden hilfreich sein, um sich als gefragter Selbstverteidigungsexperte zu profilieren und neue Kunden zu gewinnen

  5. Ob für die Tätigkeit als Selbstverteidigungstrainer ein Gewerbe anzumelden ist oder der Status Freiberufler genutzt werden kann, ist im Einzelfall zu klären

  6. Da sich Verletzungen beim körperlichen Teil der Selbstverteidigung nicht ausschließen lassen, sollte mögliche finanzielle Risiken durch entsprechende Versicherungen konsequent abgedeckt werden.

Was passiert mit meiner Krankenversicherung, wenn ich selbstständig bin?

 

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