Selbstständig machen mit einem Online-Shop

Wer nach einer zeitgemäßen Geschäftsidee mit hoher Zukunftsorientierung sucht, wird am Internet als reichweitenstarken Vertriebsweg nicht mehr vorbeikommen. Mittlerweile nutzt die große Mehrheit aller potenziellen Kunden das Internet bzw. genauer gesagt Suchmaschinen und Marktplätze, um sich vor einem Kauf über Produkte zu informieren. Wird ihnen relevanter und in jeder Hinsicht hochwertiger Content angeboten, so ist der Kauf mit wenigen Klicks erledigt. Warum also noch mit dem Auto in die Innenstadt fahren und mühselig einen womöglich kostenpflichtigen Parkplatz suchen?
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Das Internet ist voller Chancen …
Insofern liegt die Geschäftsidee nahe, sich selbstständig mit einem Online-Shop zu machen. Schließlich sind die Umsätze im Internethandel über Jahre gewachsen, und aus der eigenen Lebenserfahrung wissen wir, dass immer öfter online eingekauft wird. Neben Zeitersparnis und nicht vorhandenen Öffnungszeiten sind es vor allem attraktive Preise, die das Online-Shopping zu einer festen wirtschaftlichen Größe gemacht haben.
Was aber ist zu beachten, um erfolgreich einen Online-Shop zu gründen? Mit welchen Entscheidungen ist es nachhaltig möglich, die Vision ‚Geld verdienen mit einem Online-Shop‘ zur beruflichen Realität werden zu lassen? Diesen Fragen und den zentralen Rahmenbedingungen für die Existenzgründung mit einem Online-Shop soll in diesem kompakten Ratgeber nachgegangen werden.
Existenzgründung mit Online-Shop: die zentralen Themen
- Analyse der Ausgangslage
- Businessplan: strategische Entscheidungen
- Marketing: Kunden gewinnen für einen Online-Shop
- Voraussetzungen und Gewerbeanmeldung
- Rechtliche Pflichten: von den Rechtstexten bis zum Verpackungsregister
- Geld verdienen mit Online-Shop? Rechenbeispiele
Schritt für Schritt zum eigenen Online-Shop
Die folgende Übersicht ist als unverbindliche Orientierung gedacht; die rechtliche Prüfung im Einzelfall ersetzt sie nicht.
- Nische und Zielgruppe festlegen, Wettbewerb und Preisniveau prüfen.
- Bezugsquellen klären: Eigenfertigung, Großhandel, Import oder Dropshipping.
- Deckungsbeitrag pro Bestellung durchrechnen, inklusive Versand und Retouren.
- Entscheiden, ob eigener Shop, Marktplatz oder beides.
- Gewerbe beim Gewerbeamt anmelden, auch im Nebenerwerb.
- Bei erlaubnispflichtigen Waren die nötigen Nachweise vorab einholen.
- Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausfüllen und Steuernummer beantragen.
- Über die Kleinunternehmerregelung entscheiden, Vorsteuerabzug mitbedenken.
- Bei EU-Versand die Lieferschwelle und das One-Stop-Shop-Verfahren prüfen.
- Impressum, Datenschutzerklärung, AGB und Widerrufsbelehrung erstellen lassen.
- Im Verpackungsregister LUCID registrieren und bei einem dualen System beteiligen.
- Produktsicherheitsangaben nach der EU-Produktsicherheitsverordnung hinterlegen.
- Preisangaben, Grundpreise und Lieferzeiten korrekt auszeichnen.
- Consent-Banner für Tracking und Double-Opt-in für den Newsletter einrichten.
- Shopsystem auswählen und Zahlungsarten einrichten.
- Versanddienstleister vergleichen, Verpackungsmaterial kalkulieren.
- Retourenprozess definieren, bevor die erste Retoure eintrifft.
- Warenwirtschaft und Buchhaltung von Beginn an sauber aufsetzen.
- Produktbeschreibungen selbst schreiben statt Herstellertexte übernehmen.
- Sichtbarkeit aufbauen: Suchmaschine, Marktplatz, Social Media, Newsletter.
- Erste Bewertungen einsammeln und Vertrauenssignale sichtbar platzieren.
- Testbestellung durch Dritte durchführen lassen, Schwachstellen beheben.
- Konversionsrate, Retourenquote und Deckungsbeitrag monatlich auswerten.
- Umsatzgrenzen im Blick behalten, um Steuerpflichten nicht zu verpassen.
- Steuerrücklagen von jedem Zahlungseingang zurücklegen.
- Sortiment nachschärfen: Ladenhüter aussortieren, Renner ausbauen.
Analyse der Ausgangslage
Der Online-Handel hat in Deutschland über die letzten anderthalb Jahrzehnte einen gewaltigen Boom erlebt. Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (bevh) beziffert den Warenumsatz im Onlinehandel mit Endkunden zuletzt auf 83,1 Milliarden Euro (Erhebung 2025), gegenüber 80,6 Milliarden Euro im Jahr davor – ein Plus von 3,2 %. Zum Vergleich: Zu Beginn der 2010er-Jahre lagen die Umsätze im Internethandel ‚erst‘ bei gut 20 Milliarden Euro. Rechnet man digitale Dienstleistungen hinzu, liegt der Gesamtumsatz bei rund 98,6 Milliarden Euro.
Wichtiger als die Gesamtzahl ist für Gründer allerdings eine andere Entwicklung: Der Markt wächst inzwischen nur noch moderat, und der Anteil der Marktplätze ist auf rund 56 % des Warenumsatzes gestiegen. Wer sich mit einem Online-Shop selbstständig machen will, konkurriert also nicht mehr mit einem wachsenden Kuchen, sondern um Anteile in einem weitgehend verteilten Markt – und ein großer Teil dieses Marktes läuft über Plattformen, deren Regeln man nicht selbst schreibt. Das ist keine Absage an die Geschäftsidee, aber es verändert die Anforderungen an die Nische erheblich gegenüber den Boomjahren.
Chancen erkennen und gezielt ergreifen
Wer seine eigene Geschäftsidee auf wirtschaftliche Nachhaltigkeit hin überprüfen möchte, sollte einen genaueren Blick auf das Wachstum von bestimmten Produktgruppen werfen. Diese Zahlen zeigen, ob es sich um einen profitablen Markt handelt, wobei natürlich im Zuge der Ausgangsanalyse auch die Konkurrenzsituation zu würdigen ist – die Konkurrenzanalyse gehört deshalb an den Anfang, nicht ans Ende der Planung. Zur Orientierung für die Ausrichtung der eigenen Geschäftsidee im Bereich des Internethandels sei darauf verwiesen, dass es sich bei den folgenden Produktgruppen um die umsatzstärksten handelt:
- Bekleidung
- Elektroartikel
- Spiele, Computer und Software
- Haushaltswaren
- Möbel, Deko und Inneneinrichtung
- Schuhe
- Bücher
- Produkte für Hobby und Freizeit
- Bild- und Tonträger
- Blumen
Mit Blick auf das mögliche Absatzpotenzial liegt es nahe, sich auf einen dieser Bereiche fokussieren zu wollen, sofern natürlich das notwendige Fachwissen vorhanden ist. Da die Konkurrenz in diesen Bereichen gerade aber durch Generalisten wie Amazon sehr groß ist, kann die Besetzung einer Nische mit hohen Gewinnmargen für einen kleinen Online-Shop der bessere Weg sein. Durch einzigartige Produkte mit hohem Mehrwert besteht die Chance, sich aus Kundensicht gezielt von der Konkurrenz abzuheben.
Zwei Entwicklungen verdienen dabei besondere Aufmerksamkeit. Zum einen wächst der Handel mit Gebrauchtwaren (Re-Commerce) überdurchschnittlich stark – ein Feld, das sich auch mit kleinem Kapitaleinsatz erschließen lässt und in dem ein Second-Hand-Konzept online oft besser funktioniert als stationär. Zum anderen haben asiatische Plattformen mit sehr niedrigen Preispunkten deutlich zugelegt. Für einen kleinen Shop heißt das schlicht: Der Preiskampf im Standardsortiment ist nicht zu gewinnen. Wer dort antritt, verliert gegen Anbieter mit anderer Kostenbasis.
Selbstständig machen mit Online-Shop: Vorteile und Optionen
Heute gibt es sehr viele Lösungen für einen professionellen Online-Shop, sodass auch ohne fundierte Programmierkenntnisse zeitnah mit dem Verkauf begonnen werden kann. Zudem besteht die Chance, sich externe Hilfe mit ins Boot zu holen, um von Beginn an für einen perfekten ersten Eindruck zu sorgen. Die Auswahl eines geeigneten Shopsystems muss daher an den Anfang gestellt werden. Zu denken ist dabei an eine sehr gute Usability und eine maximal werbewirksame Vermarktung der eigenen Produkte. Worauf es beim Aufbau der eigenen Website mit Shop ankommt, ist dabei ebenso eine Frage der Technik wie des Vertrauens.
Online-Shop vs. stationärer Handel?
Im Vergleich zum stationären Handel muss kein Ladenlokal gemietet werden. Durch deutschland- und ggf. weltweite Lieferungen entfällt eine Standortanalyse, da Kunden praktisch überall flexibel beliefert werden können. Auch halten sich die Fixkosten in Grenzen, da abgesehen von den Kosten für das Shopsystem und Lagerräume nicht mit hohen monatlichen Summen zu rechnen ist. In der Startphase können je nach Produktart und Anzahl der Bestellungen kleinere Räume (man denke an die berühmte Garage) ausreichen. Mit dem Wachstum und höheren Einnahmen lässt sich dann aus dem Online-Shop heraus in größere Räumlichkeiten investieren. Daher kann die Geschäftsidee ‚selbstständig machen mit Online-Shop‘ ohne nennenswerte Kosten und Risiken getestet werden. Natürlich sollten die Lagerbestände überschaubar bleiben, um nicht auf zu hohen Stückzahlen sitzen zu bleiben und um die in der Startphase eher schlechte Liquidität nicht noch weiter zu drücken.
Ein Punkt, der die schlanke Kostenstruktur relativiert: Der rechtliche Aufwand ist bei einem Online-Shop deutlich höher als beim Ladengeschäft. Rechtstexte, Produktsicherheitsangaben, Verpackungsregister und Widerrufsabwicklung fallen unabhängig von der Größe an – auch beim Nebenerwerb mit fünf Bestellungen im Monat. Wer diese Posten in der Startkalkulation vergisst, unterschätzt die Gründung systematisch.
Zunächst im Nebenerwerb starten?
Wer die Verkaufschancen möglichst ohne großes Risiko und finanziellen Druck testen möchte, kann einen Online-Shop im Nebenerwerb gründen. Für diese Option ist der Arbeitgeber zu informieren; eine nebenberufliche Selbstständigkeit neben der Anstellung ist in aller Regel zulässig, solange sie den Arbeitgeber nicht konkurrenziert und die Arbeitsleistung nicht beeinträchtigt. Perspektivisch ergibt sich bei guten Einnahmen die Option, bald den kompletten Lebensunterhalt mit einem Online-Shop zu bestreiten. Wichtig ist die Klarstellung: Auch der Nebenerwerbsshop ist ein Gewerbe und unterliegt sämtlichen Händlerpflichten – ein „privater Verkauf" ist er nur so lange, wie tatsächlich gelegentlich Eigenes veräußert wird.
Eigener Shop oder Marktplatz?
Angesichts der Tatsache, dass mittlerweile deutlich über die Hälfte der Umsätze über Marktplätze im Internet generiert wird, muss diese strategische Option geprüft werden. Dieser Vertriebsweg kann genutzt werden, wobei die Gewinnmargen in diesem Fall natürlich durch Provisionen geringer sein werden (Details sind in jedem Fall genau durchzukalkulieren). Mit einem eigenen Shop ergibt sich in puncto Marketing aber die Chance, eine eigene Identität aufzubauen und irgendwann über ein starkes Image im Sinne des Branding zu einer angesagten Größe für ein bestimmtes Produkt zu werden. Der Abverkauf auf Marktplätzen mag zu Beginn einfacher sein, ein eigenes Geschäftsprofil lässt sich so mit Blick auf eine nachhaltige Etablierung am Markt nicht aufbauen. Wer seinen eigenen Online-Shop gründet, kann alles frei bestimmen. Wer hingegen auf großen Marktplätzen verkauft, ist in Sachen Regeln und Preisgestaltung deutlich gebundener. Wie das in der Praxis aussieht, zeigt der Blick auf den Handel über eBay-Auktionen.
| Eigener Shop | Marktplatz | |
|---|---|---|
| Reichweite zu Beginn | muss komplett selbst aufgebaut werden | sofort vorhanden |
| Marge | voll, abzüglich eigener Marketingkosten | gemindert um Provision und Gebühren |
| Kundendaten | gehören dem Shop | bleiben weitgehend beim Marktplatz |
| Preishoheit | frei | eingeschränkt durch Plattformregeln |
| Markenaufbau | möglich und dauerhaft | kaum, das Produkt steht im Vordergrund |
| Abhängigkeit | von der eigenen Sichtbarkeit | von den Regeln und Sperrmöglichkeiten der Plattform |
In der Praxis fahren viele Gründer zweigleisig: Marktplatz für den schnellen Abverkauf und die ersten Erfahrungswerte, eigener Shop für den Aufbau der Marke. Wer nur auf einer Plattform verkauft, hängt allerdings mit dem gesamten Geschäftsmodell an einem Konto, das gesperrt werden kann – dieses Risiko gehört ehrlich in den Businessplan. Eine verwandte Variante ohne eigenes Lager ist das Dropshipping, das den Kapitalbedarf senkt, dafür aber Marge und Kontrolle über die Lieferqualität abgibt.
Businessplan: Womit im Internet Geld verdienen?
Die Analyse der Ausgangslage mag es so erscheinen lassen, als könnten Existenzgründer im Internet beliebig viel Geld verdienen. Das ist natürlich nicht so, denn viele Bereiche sind schon gesättigt oder verfügen über derart geringe Gewinnmargen, dass kleine Shops nicht mit großen konkurrieren können. Im Businessplan muss daher die Basis für erfolgreiche Geschäfte gelegt werden: Womit und zu welchen Konditionen soll im Internet Geld verdient werden? Welche Produkte sind bei welcher Zielgruppe beliebt? Unter Umständen handelt es sich auch um handwerklich gefertigte Unikate – wie beim Verkauf von selbst hergestellten Produkten –, sodass das verkaufsfördernde Attribut ‚einzigartig‘ in den Mittelpunkt gestellt werden kann. Es gilt zu Beginn, eine eigene profitable Nische zu finden und klug zu besetzen. Im Grundsatz gilt: Über das Internet lässt sich alles verkaufen, es muss nur eine passende und möglichst zahlungsfähige Zielgruppe geben!
Die entscheidende Rechnung im Finanzteil ist dabei nicht der Umsatz, sondern der Deckungsbeitrag pro Bestellung: Verkaufspreis minus Einkaufspreis, Versand, Verpackung, Zahlungsgebühr, Marktplatzprovision und anteilige Retourenkosten. Was danach übrig bleibt, muss die Fixkosten und das eigene Einkommen tragen. Aus dieser Zahl ergibt sich rückwärts, wie viele Bestellungen der Shop pro Monat braucht.
Zielumsatz-Rechner: nötiger Umsatz für Ihr Wunscheinkommen
Wer für Warenlager, Shopsystem oder Lagertechnik Fremdkapital braucht, sollte die Rate vor der ersten Bestellung kennen. Gerade Warenbestand bindet Liquidität, die im Zweifel monatelang im Regal steht.
Kreditrechner: Rate und Zinsen für Warenlager und Ausstattung
Auch bei einer Gründung mit geringem Kapitalbedarf lohnt der Blick auf Zuschüsse – für Digitalisierung, Beratung und Gründung aus der Arbeitslosigkeit gibt es je nach Bundesland unterschiedliche Programme.
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Marketing: So nimmt der Verkauf Fahrt auf
Es liegt in der Natur dieser Geschäftsidee, dass das Online-Marketing eine erfolgskritische Rolle für die Höhe der Umsätze spielt. Grundsätzlich gilt: Nur wer Präsenz zeigt und beim Ranking für relevante Suchbegriffe weit oben erscheint, kann von potenziellen Kunden überhaupt gefunden werden. Wer irgendwo im Mittelfeld herumdümpelt, wird von potenziellen Kunden erst gar nicht gefunden. Daher muss ein Online-Shop von Beginn an anhand der Google-Richtlinien optimiert werden. Bei der notwendigen Suchmaschinenoptimierung spielen Einzigartigkeit und Relevanz eine Schlüsselrolle, um für ein gutes Ranking zu sorgen. Gerade bei der Einzigartigkeit sollte nicht die Gefahr riskiert werden, es sich vermeintlich einfach zu machen und Produktbeschreibungen zu kopieren. Sind diese auf anderen Shops in gleicher Form vorhanden, ist mit deutlich schlechteren Ranking-Chancen zu rechnen – der Shop bietet dann schlicht nichts, was es nicht schon gibt.
Die Produktsuche beginnt heute allerdings längst nicht mehr nur bei Google: Ein erheblicher Teil der Kaufinteressenten startet direkt auf Amazon, und hinzu kommen Preisvergleiche, soziale Netzwerke und zunehmend KI-gestützte Antwortsysteme. An einer strategisch ausgerichteten Sichtbarkeit führt also kein Weg vorbei – wobei die Frage inzwischen lautet, auf welchen Kanälen die eigene Zielgruppe tatsächlich sucht. Was potenzialreiche Marketingkanäle angeht, so erweist sich die E-Mail nach wie vor als eines der effektivsten Mittel, weil sie die einzige Reichweite ist, die dem Shop selbst gehört. In Analogie zur Kundenbindung im stationären Handel muss es das Ziel sein, die Datenbank für den Newsletter immer weiter anwachsen zu lassen. Beim Verkaufsprozess ist sicherzustellen, dass die mögliche Anmeldung zum Newsletter in einer transparenten Form integriert wird – rechtlich sauber ist das nur mit dokumentiertem Double-Opt-in.
Schlüssel zum Verkaufserfolg: Traffic und Conversion
Um möglichst hohe Umsätze zu erzielen, muss ein Online-Shop von möglichst vielen Kunden am Tag besucht werden. Eine gute Übersichtlichkeit und relevante Inhalte sind äußerst wichtig für Conversions. Eine hohe Konversionsrate muss das Ziel sein. Sie besagt, wie viele Besucher eines Online-Shops letztlich wirklich etwas kaufen oder in einer anderen Weise interagieren.
Trends zum Verhalten von potenziellen Käufern im Shop
Wer einen Internethandel eröffnen möchte, sollte das Kaufverhalten genau beobachten. Nur eine Minderheit der Besucher kauft beim ersten Besuch; die meisten vergleichen zunächst bei der Konkurrenz, und nur ein Teil davon kehrt zurück. Diese Beobachtung belegt, wie hart das Geschäft ist und wie wichtig ein professioneller Auftritt mit einem attraktiven Angebot ist. Zur Ehrlichkeit bei der Analyse der Ausgangslage gehört, dass die Optimierung eines Online-Shops ein langwieriger Prozess ist. Sowohl bei Suchmaschinen als auch bei Kunden muss sich eine Seite erst ein gewisses Vertrauen erarbeiten. Daher sollten im Marketingmix weitere Werbemaßnahmen geprüft werden, um den Traffic zeitnah deutlich zu erhöhen. Durch Trackingtools lässt sich übrigens sehr genau nachvollziehen, wie sich Besucher im Onlineshop verhalten. Schwachstellen können so gezielt ausgemerzt werden – wobei Tracking nur mit vorheriger Einwilligung zulässig ist, was in der Praxis über ein Consent-Banner gelöst wird.
Überblick: 5 Möglichkeiten, um mehr Besucher zu gewinnen
- Werbeanzeigen mit Google Ads erlauben es, bei voller Kostenkontrolle und hoher Effizienz Kunden zu gewinnen
- Bannerwerbung in Netzwerken kann gezielt Traffic auf die eigene Seite leiten
- Ein thematisch relevanter Blog kann Kunden auf den Online-Shop lenken und darüber hinaus viele informative Mehrwerte bieten
- Werbung in fremden, aber fachlich nahestehenden Newslettern kann zu einer kurzzeitigen Erhöhung des Traffics führen
- Wohldosierte Linkstrategie (Backlinks aufbauen): Auf diese Weise lässt sich das Ranking langfristig positiv beeinflussen
Konkrete Ansatzpunkte für die ersten Bestellungen bündeln die Hinweise zum Kunden gewinnen für den Onlineshop.
Praxistipp für die Optimierung eines Online-Shops
Um Traffic zu erhöhen und die Zielgruppe noch besser ansteuern zu können, kann mit der Buyer Persona ein Prototyp vom Käufer des Shops erstellt werden. Im Gegensatz zur Zielgruppe ist das Konzept der Buyer Persona differenzierter, es gibt dem typischen Käufer ein konkretes Gesicht: Seine Wünsche und Ansprüche sind konkreter fassbar. Im Zuge der Planung sollte das Konzept der Buyer Persona als überlegene Variante zur Zielgruppe geprüft werden.
Voraussetzungen, um sich mit einem Online-Shop selbstständig zu machen
Egal, ob neben- oder hauptberuflich: Wer sich selbstständig mit einem Online-Shop machen möchte, muss vor der Aufnahme der Verkaufstätigkeiten ein Gewerbe anmelden. Handel ist gewerblich – eine Freiberuflichkeit nach § 18 EStG kommt beim Warenverkauf nicht in Betracht, auch dann nicht, wenn die Produkte selbst gestaltet sind. In der Regel ist nicht mit besonderen Hürden bei der Gewerbeanmeldung zu rechnen. Diese könnten sich allenfalls aus dem Geschäftsmodell bzw. Besonderheiten der Produkte ergeben. Wer z. B. mit frischen Lebensmitteln handeln will, wird entsprechende Kenntnisse der Hygienevorschriften nachweisen müssen. Wer mit Waffen oder Zubehör handeln will, muss eine Erlaubnis erwirken und Sachkenntnisse nachweisen. Da über das Internet fast alles verkauft werden kann, lassen sich die möglichen Nachweispflichten bei der Gewerbeanmeldung nicht pauschalisieren. Jeder Existenzgründer sollte sie frühestmöglich in Erfahrung bringen.
Mit der Gewerbeanmeldung wird auch die Rechtsformfrage aktuell. Beim Warenhandel ist das Haftungsrisiko höher als bei einer Dienstleistung – Produkthaftung, Gewährleistung und Warenbestand kommen zusammen –, sodass sich der Blick auf haftungsbeschränkte Formen früher lohnt als bei anderen Gründungen.
Rechtsform-Finder: passende Rechtsform in wenigen Fragen
Für die Umsatzsteuer gilt seit der Neuregelung: Wer im Vorjahr nicht mehr als 25.000 Euro netto umgesetzt hat und im laufenden Jahr unter 100.000 Euro bleibt, kann die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG nutzen. Wird die 100.000-Euro-Grenze unterjährig überschritten, endet die Kleinunternehmereigenschaft ab diesem Umsatz – bei einem wachsenden Shop ist das ein Punkt, den man aktiv überwachen muss und nicht erst beim Jahresabschluss bemerkt. Hinzu kommt: Wer Ware einkauft, verzichtet als Kleinunternehmer auf den Vorsteuerabzug, was gerade beim Warenhandel ins Gewicht fällt. Grundlagen dazu bündelt die Kleinunternehmerregelung.
Kleinunternehmer-Rechner: Umsatzgrenzen und Wechsel prüfen
Wer grenzüberschreitend an Privatkunden in der EU verkauft, stößt zudem auf die Lieferschwelle von 10.000 Euro: Oberhalb dieses Werts ist die Umsatzsteuer im Bestimmungsland abzuführen, was sich über das One-Stop-Shop-Verfahren beim Bundeszentralamt für Steuern bündeln lässt. Für einen Shop, der von Beginn an nach Österreich oder in die Niederlande liefert, ist das kein Randthema.
Logistik hinter dem Online-Shop
Abgesehen von Lagerbeständen, die mit modernen Softwarelösungen jederzeit aktuell gehalten werden können, spielt die Logistik hinter dem Bestellprozess eine wichtige Rolle. Kunden wollen ihre Produkte so schnell wie möglich erhalten, sodass der Versandprozess optimal gestaltet werden muss. Alle Ressourcen und Abläufe sollten genau geplant und nach einem Testlauf ggf. optimiert werden. Zu bedenken ist dabei die Retourenquote: In manchen Sortimenten, allen voran Bekleidung und Schuhe, geht ein erheblicher Teil der Ware zurück. Jede Retoure kostet Versand, Prüfung, Wiedereinlagerung und im Zweifel Wertverlust – wer sie nicht in die Marge einrechnet, kalkuliert an der Realität vorbei.
Onlinehandel = Vertrauenssache! Zahloptionen und Rechnungswesen
Viele Kunden sind skeptischer geworden, da sich im Internet viele Betrüger tummeln. Der neue Online-Shop darf daher keine Zweifel aufkommen lassen und muss sofort einen seriösen Eindruck hinterlassen. Neben den notwendigen Rechtstexten (s. u.) als ‚Sicherheitsmerkmal‘ ist zu prüfen, welche anerkannten Gütesiegel angestrebt werden sollen. Die Zahlungsoptionen sollten Kunden viel Flexibilität eröffnen, auf der geschäftlichen Gegenseite aber auch ein hohes Maß an Sicherheit für die Liquidität ermöglichen. Der Kauf auf Rechnung mag für Kunden schön sein, er kann aber beim Online-Shop zu Zahlungsausfällen führen – hier lohnt der Blick auf Zahlungsdienstleister, die das Ausfallrisiko übernehmen. Insofern sind alle Zahloptionen mit Blick auf eine größtmögliche Sicherheit auszuwählen. Das dahinterstehende Rechnungswesen wird zu einer täglichen Pflichtaufgabe gehören, die von Beginn an nicht vernachlässigt werden darf. Neben leistungsstarken Softwarelösungen in diesem Bereich ist zu prüfen, inwieweit er ausgelagert werden kann oder soll.
Ob dabei eine einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung genügt oder eine Bilanz nötig wird, hängt von Rechtsform, Umsatz und Gewinn ab – bei wachsenden Handelsbetrieben ist die Schwelle schneller erreicht als gedacht.
Buchführungspflicht-Check: EÜR oder Bilanz für Ihren Shop
Und weil im Handel die Steuerlast der Zahlungseingänge zeitversetzt fällig wird, gehört von jeder Gutschrift ein fester Anteil beiseite.
Steuerrücklagen-Rechner: wie viel Sie monatlich zurücklegen sollten
Rechtliche Aspekte: Rechtstexte, Produktsicherheit und Verpackung
Wer einen Online-Shop gründet, muss auch die rechtlichen Rahmenbedingungen im Blick haben. Viele Softwarelösungen in diesem Bereich weisen auf notwendige Angaben im Impressum sowie die Regelungen zum Widerrufsrecht hin. Verbraucher, die etwas bestellen, können ein 14-tägiges Widerrufsrecht nutzen, auf das sie ordnungsgemäß hinzuweisen sind; eine fehlende oder fehlerhafte Widerrufsbelehrung verlängert die Frist erheblich. Zu überlegen ist, wie mit Retouren und den anfallenden Versandkosten umzugehen ist und welchen Service Kunden geboten bekommen. Gerade in diesem Bereich gilt es, sich von der Konkurrenz abzuheben und das Image durch viele positive Bewertungen zu verbessern. All das kann zu deutlich mehr Vertrauen beim Bestellprozess beitragen.
Zwei Pflichten sind hinzugekommen, die viele Gründer nicht auf dem Schirm haben und die unabhängig von der Shopgröße gelten:
EU-Produktsicherheitsverordnung (GPSR): Seit dem 13. Dezember 2024 müssen Online-Angebote bei jedem Produkt gut sichtbar Angaben zum Hersteller enthalten – Name beziehungsweise eingetragene Handelsmarke, Postanschrift und elektronische Kontaktadresse – sowie Warn- und Sicherheitshinweise. Wer Ware aus Drittstaaten importiert, gilt selbst als Hersteller oder Einführer und trägt die entsprechenden Pflichten.
Verpackungsgesetz: Wer Ware verpackt und versendet, ist Erstinverkehrbringer der Versandverpackung. Erforderlich sind die Registrierung im Verpackungsregister LUCID, die Beteiligung an einem dualen System und die regelmäßige Datenmeldung. Eine Bagatellgrenze für Kleinstmengen gibt es nicht – die Pflicht greift ab der ersten versendeten Verpackung. Ohne Registrierung besteht ein Vertriebsverbot, und Marktplätze prüfen die Registrierungsnummer inzwischen aktiv.
Hinzu kommen die Preisangabenverordnung (Grundpreise, Gesamtpreise), die Informationspflichten zu Lieferzeiten sowie die Datenschutzvorgaben der DSGVO. Die Rechtstexte sollten von einem spezialisierten Anbieter oder einem Anwalt stammen und gepflegt werden – kopierte AGB aus einem fremden Shop sind nicht nur urheberrechtlich heikel, sondern passen fast nie zum eigenen Geschäftsmodell. Welche Policen darüber hinaus sinnvoll sind, zeigt die Übersicht zu den Versicherungen für Onlineshop-Betreiber.
Tücken und häufige Fehler beim Online-Shop
- Rechtstexte als Formsache behandelt. Abmahnungen wegen fehlerhafter Widerrufsbelehrung, fehlender Grundpreise oder fehlender GPSR-Angaben sind der häufigste Frühschaden im E-Commerce.
- Retouren nicht einkalkuliert. Eine Marge, die die Retourenquote nicht abdeckt, ist keine Marge.
- Zu viel Ware zu früh eingekauft. Der Rabatt für die große Abnahmemenge nützt nichts, wenn das Kapital ein Jahr im Regal liegt.
- Produktbeschreibungen vom Hersteller übernommen. Der Shop ist dann für Suchmaschinen austauschbar – und austauschbar heißt unsichtbar.
- Alles auf einen Marktplatz gesetzt. Eine Kontosperrung legt in diesem Fall den kompletten Betrieb still.
- Umsatzgrenzen übersehen. Wer die 100.000-Euro-Grenze unterjährig reißt, wird ab diesem Umsatz umsatzsteuerpflichtig – rückwirkende Korrekturen an bereits versandten Rechnungen sind unangenehm.
Was verdient man mit einem Online-Shop?
Nur wer das Vertrauen von Kunden gewinnt und Seriosität ausstrahlt, wird mit einem Online-Shop hohe Gewinne einfahren können. Der Verdienst mit einem Online-Shop hängt in erster Linie von den Gewinnmargen pro verkauftem Produkt ab, wobei die Konditionen beim Einkauf von Waren bereits eine wichtige Rolle spielen. Als Gradmesser für Verdienstmöglichkeiten mit einem Online-Shop rücken die Variablen Traffic und Conversion in den Fokus.
Wie viel Gewinn wirft ein Online-Shop ab?
Ein Rechenbeispiel macht die Größenordnung deutlich: Bei 1.000 Besuchern pro Tag und einer Konversionsrate von 0,5 % ist mit fünf Bestellungen am Tag zu rechnen. An dieser Zahl wird mehr als deutlich, warum beim Onlinehandel sowohl die Gewinnmargen als auch die Konversionsrate so hoch wie möglich sein müssen. Natürlich kann auch ein verkauftes Produkt am Tag mit deutlich geringerem Traffic ausreichen, wenn es sich um einen hochpreisigen Artikel mit satter Gewinnmarge handelt. Retouren und Stornos sind so gering wie möglich zu halten, um die Umsätze im Nachhinein nicht wieder schrumpfen zu lassen. Daher wird die Qualität der Produkte eine entscheidende Rolle für die Verdienstmöglichkeiten mit einem Online-Shop spielen. Billige und fehleranfällige Produkte sind kein Weg für eine nachhaltig gewinnorientierte Entwicklung.
Was am Ende als Gewinn übrig bleibt, unterliegt der Einkommensteuer, und beim gewerblichen Handel kommt oberhalb des Freibetrags von 24.500 Euro die Gewerbesteuer hinzu.
Einkommensteuerrechner: Steuerlast auf den Gewinn berechnen
Wächst der Shop und kommt die erste Aushilfe für Kommissionierung und Versand dazu, sollte klar sein, was diese Stelle tatsächlich kostet.
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Zusammenfassung für die Geschäftsidee ‚selbstständig machen mit Online-Shop‘
- Der Internethandel ist über Jahre stark gewachsen, wächst mittlerweile aber nur noch moderat – und über die Hälfte des Umsatzes läuft über Marktplätze. Die Nische ist damit wichtiger als früher.
- Zu prüfen ist, welche Produkte sich noch gut und vor allem mit hohen Gewinnmargen verkaufen lassen. Im Standardsortiment ist der Preiskampf für kleine Shops nicht zu gewinnen.
- Um beim Marketing eine hohe Reichweite zu erzielen, muss der Online-Shop von Beginn an ganzheitlich optimiert werden. Vor allem kopierte Produktbeschreibungen sind eine konkrete Gefahr für ein gutes Ranking.
- Ohne gute Sichtbarkeit werden sich kaum Verkaufserfolge erzielen lassen – und Sichtbarkeit entsteht heute auf mehreren Kanälen, nicht nur in einer Suchmaschine.
- Viel Traffic und eine hohe Konversionsrate sind die Grundlagen für einen attraktiven Verdienst; entscheidend ist aber der Deckungsbeitrag pro Bestellung nach Versand und Retouren.
- Vor dem Verkauf muss ein Gewerbe angemeldet werden, auch beim Nebenerwerb. Hinzu kommen Rechtstexte, Produktsicherheitsangaben nach der GPSR und die Registrierung im Verpackungsregister LUCID.
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Als Selbstständige/r oder Freiberufler/in sind Sie nicht mehr automatisch in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) pflichtversichert. Sie müssen sich nun aktiv für eine Form der Krankenversicherung entscheiden. Die Beitragshöhe in der GKV orientiert sich am Einkommen. Die Kosten für Selbstständige betragen in diesem Jahr zwischen ...








