Selbstständig machen mit einem Online-Magazin

Frau mit Laptop Vogelperspektive

Wer gerne schreibt und sich mit einem gefragten (!) Thema bestens auskennt, kann aufgrund dieser Voraussetzungen folgender Geschäftsidee nachgehen: selbstständig machen mit einem Online-Magazin. Im Gegensatz zu einer Printvariante lässt sich diese Geschäftsidee recht zeitnah umsetzen, da eine optimierte Homepage für einen professionellen Webauftritt als Basis ausreicht. Die Inhalte sollten eine möglichst große Zielgruppe ansprechen, sodass das Online-Magazin nach einiger Zeit eine gewisse Reichweite bzw. Bekanntheit für sich nutzen kann. Das kann aber nur gelingen, wenn die Geschäftsidee bzw. Themen und deren Umsetzung wirklich einzigartig sind und aus der Masse hervorstechen. Eines steht fest: Wer mit einem Online-Magazin Geld verdienen möchte, braucht exzellente Inhalte für möglichst hohe Nutzerzahlen. Insofern sollte die Ausarbeitung dieser Geschäftsidee sich konsequent an diesen Kriterien orientieren. Dieser Beitrag zeigt in praxisorientierter Form, worauf bei der Gründung eines Online-Magazins vor allem zu achten ist.
 

Gefragt ist Realitätssinn von Beginn an

Auch wenn die Digitalisierung rasend schnelle Wachstumsmöglichkeiten eröffnet, so werden Existenzgründer mit einem Online-Magazin sicher eine gewisse Zeit brauchen, bis die Anzahl der Leser oder Abonnenten ein wirtschaftlich zufriedenstellendes Niveau erreicht. Es können durchaus mehrere Monate vergehen, bis sich erste, nennenswerte Gewinne einstellen. Um die eigene Reichweite und Bekanntheit von Beginn an zu forcieren, ist ständige Aktivität erforderlich. Durch ein Netzwerk und thematisch relevante Verlinkungen kann gezielt für Traffic gesorgt werden. Von enormer Wichtigkeit für Erfolg mit einem Online-Magazin sind Qualität und Verlässlichkeit. Leser werden nur treu bleiben oder überhaupt gewonnen werden können, wenn sie die Inhalte fesseln.
 

Existenzgründung mit einem Online-Magazin: selbstständig machen mit digitalen Printmedien

  • Analyse der Ausgangslage

  • Ein starkes Markenzeichen sorgt für Unverwechselbarkeit

  • Marketing: Leser gewinnen für ein Online-Magazin

  • Voraussetzungen, um sich mit Online-Magazin selbstständig zu machen

  • Verdienstmöglichkeiten mit Online-Magazin?

Analyse der Ausgangslage

Zu Beginn bietet es sich an, eine begriffliche Abgrenzung zum Blog vorzunehmen. Denn grundsätzlich sind sich diese beiden digitalen Formen sehr ähnlich. Die Grenzen sind als fließend anzusehen, sodass es keine strikte Unterscheidung gibt. Prinzipiell ist ein Blog aber etwas, das häufig als Hobby in der Freizeit betrieben wird. Zwar lässt sich mit einem Blog auch gutes Geld verdienen. Ein Online-Magazin ist je nach Größe und Mitarbeiterzahl aber oftmals ein kleines Unternehmen, das auf einer viel breiteren Basis steht. In der Regel ist es aufgrund größerer Ressourcen auch so, dass ein Online-Magazin ein breiteres Themenspektrum in professioneller Qualität bedienen kann. Hier klingt schon an, dass eine journalistische oder sprachwissenschaftliche Ausbildung samt Redaktionserfahrungen sicher sehr hilfreich für eine Existenzgründung mit einem Online-Magazin sind.
 

Eine Blick auf den Zielmarkt

Um die wirtschaftliche Basis zu beleuchten, sollte ein Blick auf die Lesegewohnheiten der Deutschen geworfen werden. Und hier zeigt sich, dass trotz Dominanz von Printausgaben die digitale Nutzung deutlich steigt. Das sind also positive Nachrichten für die Gründung eines Online-Magazins. Deutschland gilt als Zeitungsland, denn Tageszeitungen erreichen immer noch mehr als 50 % der Bevölkerung, und das jeden Tag. Das digitale Angebot nutzen 13 Millionen Deutsche täglich. In diesen wirtschaftlichen Kontext wäre auch das zu gründende Online-Magazin einzuordnen. Durch die rasante Verbreitung mobiler Endgeräte und die zunehmende mobile Nutzung des Internets nimmt die digitale Nutzung von Magazinen in den letzten Jahren zu. Ein Blick auf demografische Marktdaten zeigt, dass ein Online-Magazin vor allem jüngere Nutzer erreichen kann. Leser über 49 Jahre setzen mit über 70 % noch auf Printausgaben, wobei hier auch aufgrund der vorhandenen Internetaffinität dieser Generation mit einer steigenden Digitalisierung in den nächsten Jahren zu rechnen ist.
 

Anfängliche Standortbestimmung vornehmen

Um ein eigenes, marktfähiges Konzept für ein Online-Magazin auszuarbeiten, muss die Ausgangslage ganzheitlich analysiert werden. Dazu gehört insbesondere die Frage, ob das Thema schon in irgendeiner Weise vorhanden ist und somit die Nachfrage bedient wird. Optimalerweise ist ein Thema mit einem hohem Spezialisierungsgrad zu besetzen, sodass die Geschäftsidee auf einem zugkräftigen Alleinstellungsmerkmal aufbauen kann. Zu überlegen ist, welche Trendthemen viele Menschen bewegen. Der Gründer selbst und das etwaige Team des Online-Magazins sollten selber Experten in diesem Bereich sein. Ansonsten wird es auf lange Sicht gesehen schwierig, Leser mit hoher Qualität und vor allem Authentizität bei Laune zu halten. Zu prüfen ist bei der Analyse der Ausgangslage in rechtlicher Hinsicht, ob Namen geschützt sind. Das gilt insbesondere für den Namen, den das neue Online-Magazin tragen soll. Er sollte kurz und prägnant sein, Neugierde wecken und idealerweise direkt auf das Thema hinweisen. In strategischer Hinsicht ist in diesem Kontext zu bedenken, dass der Name als URL auch wichtig für die vorzunehmende Suchmaschinenoptimierung ist.
 

Markenzeichen: einzigartige, lesbare Mehrwerte!

Mit dem Businessplan werden die Weichen in allen Geschäftsbereichen auf Erfolg gestellt. Im Businessplan für ein Online-Magazin muss vor allem das Konzept samt Inhalten überzeugen. Wichtig sind Inhalte, die eine breite Leserschaft ansprechen. Durch regelmäßige News muss sichergestellt werden, dass Leser bei Laune gehalten oder sogar neue gewonnen werden können. Je nach Umfang wird es also nötig sein, dass der Existenzgründer Büroräume anmietet und ein kleines Redaktionsteam zusammenstellt. Wer einen hohen Qualitätsanspruch hat, wird wohl kaum alles in Eigenregie recherchieren, schreiben und einpflegen können.

Steht das Konzept, muss der finanzielle Bedarf klar umrissen werden. Um die inhaltliche Ausrichtung so fundiert wie möglich zu gestalten, ist Marktforschung für relevante Themen hinzuzuziehen: Welche Themen bewegen Menschen? Welche Inhalte sollte das neue Online-Magazin vor diesem Hintergrund aufweisen? Um potenzielle Investoren gewinnen zu können, muss vor allem das Alleinstellungsmerkmal überzeugen. In diesem innovativen und digitalen Start-up-Bereich sollten Existenzgründer auch neue Wege der Unternehmensfinanzierung prüfen. Viele Startups nutzen heute schon die Möglichkeiten, die sich durch Crowdfunding ergeben. Auf diese Weise kann die Bekanntheit des Projekts als Nebeneffekt bereits erhöht werden und erste Leser sind dem neuen Online-Magazin bereits sicher.
 

Marketing: Leser gewinnen für Online-Magazin

Dieser Aspekt ist erfolgskritisch. Je mehr Leser und Reichweite ein Online-Magazin aufweist, desto tragfähiger wird die Basis sein. Denn ein reichweitenstarkes Online-Magazin lässt sich als Werbeplattform nutzen. Um für Kunden bzw. Leser unverkennbar zu sein, braucht es ein attraktives Webdesign bzw. eine wirkungsvolle Corporate Identity. Insofern sollte für die Entwicklung dieser zentralen Vermarktungsmerkmale genügend investiert werden. Letztlich ist die anvisierte Zielgruppe bei allen Marketingüberlegungen einzubeziehen: Was wollen Leser des Magazins vermutlich in welcher Form sehen? Was spricht sie an? Wer erfahrene Profis in seinem Redaktionsteam hat, kann die notwendigen konzeptionellen Arbeiten auch selber vornehmen.

Wenn eine Webseite als Basis für das Online-Magazin live geschaltet wird, sollte sie bereits optimiert sein, und zwar in Bezug auf thematische relevante Keywords. Um für Reichweite zu sorgen und Traffic zu ziehen, ist eine Verlinkungsstrategie mit wohlbedachter Dosierung zu erarbeiten. Wichtig ist, dass Links thematisch relevant sind. Es nützt weder etwas für das Ranking noch in Bezug auf mögliche Neukunden, wenn ‚Fachfremde‘ zum Magazin verlinkt werden.
 

Social Media im Marketing Mix einbinden

Viel Potenzial, um die Reichweite des Online Magazins zu erhöhen, bieten Social Media. Hier können die Inhalte sehr kosteneffizient vermarktet und so neue Leser gewonnen werden. Zudem bietet sich mit Blick auf die Kundenbindung die Chance der Interaktion: Es gilt, durch Feedback von seinen Lesern zu lernen und Themenwünsche herauszuarbeiten. Wer eng mit seiner Leserschaft zusammenarbeitet (auch über die Kommentarfunktion unter Artikeln), wird aus erster Hand viel über Bedürfnisse und vielversprechende Themen lernen. Bezahlte Werbeanzeigen mit Google Ads erlauben es selbst mit einem recht geringen Budget, in der Startphase für Traffic zu sorgen.
 

Voraussetzungen, um sich mit Online Magazin selbstständig zu machen

Um für ein hohes Maß an journalistischer Qualität zu sorgen, sollte der Gründer und ggf. sein Redaktionsteam über eine entsprechende Ausbildung und berufliche Erfahrungswerte verfügen. Hier zeigt sich nochmals der deutliche Unterschied zu einem Blog, der auch nebenbei betrieben werden kann. Wer ein Online-Magazin mit hochwertigen Inhalten ins Leben rufen möchte, wird dies nur mit dem entsprechendem Fachwissen erreichen können. Redaktionelle Erfahrungen sind sicher sehr wertvoll, um das Online-Magazin mit den richtigen Maßnahmen auf Erfolgskurs zu bringen.

Wer ein Unternehmen gründet, wird ein Gewerbe anmelden müssen. Wer nur ein ‚kleines‘ Online-Magazin betreibt und alle Inhalte selber gestaltet/schreibt, kann mit einer journalistischen Ausbildung den Statuts des Freiberuflers geltend machen. Es kommt also im Einzelfall auf den Ausbildungshintergrund und den Umfang der Existenzgründung an. Ansonsten gibt es keine spezifischen Voraussetzungen bzw. formalen Hürden, um sich mit einem Online-Magazin selbstständig machen zu können. Die Tätigkeit muss steuerlich erfasst werden. Sofern Mitarbeiter beschäftigt werden, müssen diese angemeldet und Sozialversicherungsbeiträge rechtzeitig abgeführt werden. Wer ein eigene Online-Redaktion gründet, sollte über eine funktionale Rechtsform als Rahmen für die Existenzgründung nachdenken.
 

Besonderheit der Impressumspflicht bedenken!

Wer ein Online-Magazin gründen möchte und insofern eine Webseite betreibt, sollte an die Impressumspflicht denken. Darin ist anzugeben, wer für die Inhalte verantwortlich ist. Bevor das Online-Magazin live geschaltet wird, sollten alle rechtlich notwendigen Inhalte eingepflegt werden. Wer aus der Branche kommt, wird wissen, was zu tun ist. Ansonsten ist es sehr empfehlenswert, sich von einem versierten Experten in diesem Bereich beraten zu lassen. Fehler können in Form von Abmahnungen sehr teuer werden. Wer eine Homepage als Basis für das Online-Magazin von Profis erstellen lässt, sollte ohnehin alle rechtlich relevanten Inhalte geliefert bekommen. Durch den strengen Datenschutz sollten sich auch entsprechende Hinweise auf der Seite befinden. Dies gilt vor allem für den Fall, dass sensible Kundendaten bei der Newsletteranmeldung erhoben werden.
 

Verdienst mit einem Online-Magazin?

Bis ein Online-Magazin nennenswerte Gewinne abwirft, kann –wie einleitend erwähnt– einige Zeit vergehen. Daher gehört es zu einer der wichtigsten Aufgaben, von Beginn an die Reichweite mit geeigneten Maßnahmen zu erhöhen. Wie viel sich mit einem Online-Magazin verdienen lässt, ist nicht wirklich aussagekräftig zu pauschalisieren. Der Verdienst mit einem Online-Magazin hängt maßgeblich von der Kostenstruktur (Räumlichkeiten, Mitarbeiter etc.) und der Einnahmesituation ab. Zu überlegen ist, ob (alle) Inhalte kostenlos sind oder bestimmte Bereiche einen kostenpflichtigen Zugang erfordern.
 

Gebührenpflichtige Inhalte zur Erhöhung der Einnahmebasis

Mittlerweile sind alle großen Zeitungen in Deutschland bei ihrem digitalen Angebot dazu übergegangen, bestimmte Bereiche kostenpflichtig zu gestalten. Exklusive Inhalte können nur gelesen werden, wenn Leser ein Abo abschließen. In diesem Bereich besteht viel flexibler Handlungsspielraum. Wer einzigartige und hochwertige Inhalte anbietet, wird dafür sicher auch Geld verlangen können. Zu prüfen ist dann in der Realität, welche Preise bzw. Abo-Modelle von Lesern akzeptiert werden.

Ansonsten lässt sich mit einer gut frequentierten Webseite natürlich auch mit Werbeeinnahmen Geld verdienen. Wichtig aber ist, dass die Werbung dezent platziert und nicht störend ist. Ideal wäre es, wenn die beworbenen Produkte eine thematische Relevanz zum Online-Magazin aufweisen. So könnte sich für beide Seiten im Bestfall eine Win-Win-Situation ergeben. Das Konzept wird maßgeblich darüber entscheiden, wie viel Gewinn ein Online-Magazin abwerfen kann. Ohne eine ausreichend große Leserschaft bzw. mehrere tausend Besucher am Tag dürfte es sehr schwierig werden, von einem Online-Magazin leben zu können (vor allem mit Blick auf die anfallenden Kosten für etwaiges Personal). Um die Einnahmebasis zu erhöhen, kann natürlich auch ein Webshop integriert werden, indem etwa (eigene) Bücher oder E-Books zu relevanten Themen angeboten werde.
 

Zusammenfassung für die Geschäftsidee ‚selbstständig machen mit Online-Magazin‘

  1. Im Vergleich zu einem Blog zeichnet sich ein Online-Magazin durch einen professionellen, journalistischen Anspruch aus: Das sollte jedenfalls als qualitätsorientiertes Ziel im Businessplan deutlich werden

  2. Deutschland gilt als Zeitungsland. Zwar machen Printmedien immer noch den größten Anteil aus, aber die digitale Nutzung steigt stark, vor allem bei der jungen Zielgruppe unter 49 Jahren. Insofern werden digitale Medien in naher Zukunft durch die mobile Internetnutzung deutlich an Bedeutung zulegen, was für die Existenzgründung mit einem Online-Magazin spricht

  3. Wer sich erfolgreich selbstständig mit einem Online-Magazin machen möchte, braucht hochwertige Inhalte/Themen und lesbare Einzigartigkeit. Ohne eine fundierte Ausbildung und redaktionelle Erfahrungen dürfte es schwer werden, mit hoher Qualität ein kritisches sowie anspruchsvolles Publikum zu überzeugen

  4. Um Leser zu gewinnen, muss von ersten Tag an auf digitale Reichweite gesetzt werden. Social Media bieten hierzu ein kosteneffizientes Vermarktungsspektrum

  5. Die Verdienstmöglichkeiten mit einem Online-Magazin hängen in erster Linie von den Nutzerzahlen und der Kosten- sowie Einnahmestruktur ab. Kostenpflichtige Inhalte sind im Bereich digitaler Printmedien in den letzten Jahren immer häufiger anzutreffen und daher ein zu prüfende Option.

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