Leadership - Eigenschaften eines guten Mentors

Leadership Figur

Berufseinsteiger und aufstrebende Mitarbeiter bzw. Führungskräfte müssen ihr Potenzial auch tatsächlich abrufen können. Nur dann profitiert ein Unternehmen langfristig von der Zusammenarbeit. Realisiert wird dies durch explizite Mentoring-Beziehungen. Das hat im Rahmen der griechischen Mythologie schon Odysseus erkannt. Er ließ seinen Sohn während seiner eigenen Abwesenheit von einem Freund gezielt unterrichten. Der Freund hieß Mentor. Dieser Name steht heute als Ideal und Synonym für einen erfahrenen und weisen Berater im Beruf und bei der Ausbildung.


Neue Fähigkeiten und Kompetenzen gezielt erlangen

Mentoring und Coaching kommen in deutschen Unternehmen immer häufiger zum Einsatz. Der Grund für diese Beliebtheit liegt auf der Hand. Wer beruflich und im Hinblick auf die eigene Karriere Fortschritte erzielen möchte, muss neue Kompetenzen und Fähigkeiten erwerben. Die Entwicklung rund um die Digitalisierung und den technologischen Fortschritt erfordert von Führungskräften und auch von Arbeitnehmern in entsprechend verantwortungsvollen Positionen stetig neues - also quasi aktualisiertes - Wissen. Zudem helfen Mentoren und Coaches gerade den Führungskräften dabei, die eigenen Soft Skills sowie die persönliche Verhaltens- und Vorgehensweise beispielsweise beim Umgang mit den Mitarbeitern oder generell mit Konfliktsituationen zu verbessern.


Qualifikationen und Soft Skills müssen eine symbiotische Einheit bilden

Mentoring ist dabei aber nicht gleich Mentoring. Die Erfahrung zeigt, dass es hier mitunter erhebliche Qualitätsunterschiede gibt. Was aber zeichnet letztendlich ein gutes und tatsächlich hilfreiches Mentoring aus? Es kommt dabei nicht alleine auf die Qualifikation eines Mentors an. Vielmehr geht es auch immer um die so bezeichneten weichen Faktoren. Verfügt ein Mentor zum Beispiel nicht um das nötige Einfühlungsvermögen, wird er nur schwerlich ein gutes Vertrauensverhältnis zum Mentee aufbauen können. Außerdem muss ein hilfreiches Mentoring immer auch an die momentane berufliche Situation und Entwicklungsphase respektive an das jeweilige Beschäftigungsverhältnis und das Einkommen angelehnt sein.
 

Dies sind die wichtigsten Skills für ein gutes Mentoring:

  • Ein Mentor sollte immer die Bereitschaft ausstrahlen, sein eigenes Wissen, seine Fähigkeiten und seinen Sachverstand mit dem jeweiligen Mentee zu teilen .

  • Er agiert als positives Vorbild und demonstriert eine optimistische Einstellung.

  • Zudem sollte ein guter Mentor immer eine spür- und sichtbare Begeisterung für das Mentoring sowie für das jeweilige Arbeitsfeld aufweisen.

  • Wichtig ist auch ein persönliches Interesse an der aktuellen Mentoring-Beziehung .

  • Ein guter Mentor leitet seinen Mentee auch durch ein konstruktives Feedback.

  • Das Interesse an einem fortwährenden Lehren und auch Lernen muss vorhanden sein.

  • Wer sich als Mentor engagiert, sollte auf allen Ebenen der Organisation von den Mitarbeitern und Führungskräften anerkannt und respektiert sein.

  • Ein Mentor sollte immer mit gutem Beispiel vorangehen und die eigenen sowohl rein beruflichen als auch persönliche respektive zwischenmenschliche Ziele laufend erfüllen.

 

Vertrauensverhältnis als Basis für eine positive Entwicklung

Das Grundprinzip des Mentoring ist eigentlich ganz simpel: Eine noch unerfahrene und entwicklungsfähige Führungs- oder Fachkraft wird - teilweise schon direkt beim Berufseinstieg - von einem kompetenten und erfahrenen Kollegen unterstützt. Eine solche Mentor-Beziehung basiert immer auf einem persönlichen und engen Kontakt zwischen Mentee und Mentor. Dabei gibt ein Mentor seinem Schützling im Rahmen regelmäßiger Gespräche Fachwissen, Erfahrungen und Tipps weiter. Um die Effektivität solcher Maßnahmen zu gewährleisten, muss stets eine vertrauliche Atmosphäre und Ebene geschaffen werden. Das ermöglicht eine offene Kommunikation mit einem individuellen Feedback.

 

Studienergebnisse identifizieren drei wesentliche Voraussetzungen für ein gutes Mentoring

Wie das Mentoring letztendlich gestaltet wird, hängt immer stark vom Input des Mentors ab. Nele Graf und Frank Edelkraut haben in ihrer Studie "Der Mentor - Rolle, Erwartungen, Realität" drei wesentliche Basisvoraussetzungen für das Funktionieren einer Mentoren-Tätigkeit identifiziert:
 

1. Bewusste Entscheidung des Mentors, eine Nachwuchskraft gezielt zu fördern

Das Verhältnis zwischen einem Mentor und seinem Mentee sollte bestenfalls auf Sympathie beruhen. Erkennt sich ein Mentor im Jüngeren wieder, fördert er ihn alleine schon aus persönlichen Beweggründen. Dabei hilft er ihm aber nicht nur bei der Lösung fachlicher Aufgaben, sondern versorgt ihn gleichzeitig auch mit nützlichen Informationen und eigenen Erfahrungswerten im Hinblick auf den Umgang mit bestimmten Situationen und anderen Persönlichkeiten.


2. Der Mentor muss bereit sein, sich selbst weiterzuentwickeln

Wie erfolgreich das Mentoring letztendlich realisiert wird, hängt in einem hohen Maße auch von der Lernfähigkeit der Mentoren selbst ab. So muss ein Mentor lernen, Einfühlungsvermögen, Verständnis und Mitgefühl für seinen Mentee in die Beziehung einzubringen. Vielen fällt dies zu Beginn des Mentoring nicht immer leicht. Denn dafür muss man sich auch ein Stück weit öffnen. Zudem muss er abschätzen können, wann der richtige Zeitpunkt für ermunternde bzw. ermutigende Worte oder aber für ein Intervenieren gekommen ist.

Muss er das Selbstvertrauen seines Schützlings stärken oder gilt es, ihm eher Bodenständigkeit beizubringen? Neben Fragestellungen dieser Art, muss sich ein Mentor gezielt auf den Charakter, die Bedürfnisse sowie die Wünsche seines Schützlings einstellen. Nur wenn der Mentor hier selbst Lernbereitschaft zeigt, kann sich eine dynamische Mentoring-Beziehung entwickeln.


3. Mentoring als positiven Beitrag zum Unternehmenserfolg verstehen

Durch einen intensiven Austausch wird auch aktives Wissensmanagement betrieben. Dadurch wird relevantes und wertvolles Wissen im Unternehmen erhalten. Zudem wird auf diese Art und Weise das unternehmensinterne Netzwerk gestärkt und gefestigt. Zusätzlich erhalten die Mentees einen besseren Überblick über die Historie, die organisatorischen Zusammenhänge, die Ziele sowie die Philosophie ihres Arbeitgebers. Davon profitiert - gerade im Hinblick auf Loyalität und Engagement - auch immer das Unternehmen.

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