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Firmenwagen für Selbstständige: Wann lohnt sich die Anschaffung?

Firmenwagen

Ein Firmenwagen ist für viele Selbstständige unverzichtbar, aber es gibt viel zu beachten. Sie brauchen ihn, um Kunden zu besuchen, zur Messe zu fahren, Geschäftspartner zu treffen oder Akquise zu betreiben. Ob die Anschaffung eines Pkws auf Firmenkosten wirklich sinnvoll ist, hängt von der Intensität der Nutzung ab. Inwieweit sich die Kosten für einen Firmenwagen steuerlich geltend machen lassen, hängt davon ab, wie groß der Anteil der privaten und der betrieblichen Nutzung ist.
 

Mehr als 50 % betriebliche Nutzung

Nutzen Selbstständige einen Firmenwagen mehr als 50 % betrieblich, dann lässt sich dieser dem Betriebsvermögen zuordnen. In diesen Fällen werden sämtliche Kosten für den Firmenwagen betrieblich als Ausgaben eingebucht. Sie mindern damit den Gewinn und im Endeffekt die Steuerlast des Betriebs. Für die private Nutzung des überwiegend betrieblich eingesetzten PKWs müssen Selbstständige Steuern bezahlen. Dafür stehen Ihnen wiederum zwei Wege offen.

Weg 1: Firmenwagen versteuern über die 1%-Regelung

Bei der 1%-Regelung wird der Bruttolistenpreis des Fahrzeugs angesetzt und von ihm 1% pro Monat auf den Bruttolohn aufgeschlagen. Zudem kommt ein Anteil von 0,03 % des Listenpreises dazu, der für die Nutzung des Fahrzeugs für die Wege zwischen Wohnung und Arbeit zu Buche schlägt.
 

Weg 2: Fahrtenbuch führen und tatsächliche Kosten ansetzen

Als Alternative zur pauschalen Besteuerung mittels der 1%-Regelung können Betroffene ein Fahrtenbuch führen und das tatsächliche Verhältnis zwischen privater und betrieblicher Nutzung zu Grunde legen. Dann werden die Kosten entsprechend dieses Verhältnisses geltend gemacht.
 

Weniger als 50 % betriebliche Nutzung

Falls ein Firmenwagen nur gelegentlich genutzt wird und der privat genutzte Anteil überwiegt, dann müssen Selbstständige ein lückenloses Fahrtenbuch führen (siehe auch Weg 2). Auf Basis der erfassten Daten werden die Kosten anteilig für den Betrieb ausgerechnet und gewinnmindernd geltend gemacht.
 

Jedes Jahr darf der Selbständige die Methode wählen

Welche Methode der Selbstständige nutzt, legt er mit Einreichung seiner Steuererklärung fest. Dabei ist es möglich, jedes Jahr zwischen den Besteuerungsarten zu wechseln. Wer keinen Überblick hat, der beißt in den sauren Apfel und führt das Fahrtenbuch. Das ist aufwendig und erfordert akribisches Nachhalten der gefahrenen Kilometer. Aber das ist der einzige Weg, um am Ende des Jahres eine zuverlässige Grundlage für die Entscheidung zu schaffen, welche Besteuerungsmethode die vorteilhaftere ist. Inzwischen gibt es elektronische Fahrtenbücher und Apps, die über das Smartphone laufen. Doch Vorsicht: Längst nicht jedes angebotene Programm wird von den Finanzämtern akzeptiert. Betroffene sollten sich unbedingt darüber informieren und sich im Zweifel vom Softwareanbieter das Zertifikat zeigen lassen.
 

Wann ist die Fahrtenbuchmethode die günstigere?

Aufgrund der geschilderten Situation ist nicht pauschal zu beantworten, wann die Fahrtenbuchmethode günstiger ist, als die 1%-Regelung. Es ist und bleibt eine Einzelfallprüfung. Hierzu gibt es allerdings hilfreiche Online Rechner, die genau feststellen, wann welcher Ansatz der günstigere ist. Die Wahrscheinlichkeit, wann es sich lohnt, ein Fahrtenbuch zu führen, ist hoch, wenn einer oder mehrere der genannten Aspekte zutreffen:

  • Der PKW wird nur minimal privat genutzt.
  • Der Bruttolistenpreis des Fahrzeugs ist sehr hoch.
  • Das Fahrzeug ist älteren Baujahrs, die Zeit der Abschreibung ist vorüber.
  • Der PKW war bei Anschaffung bereits ein Gebrauchtwagen.
  • Die Gesamtfahrleistung pro Jahr ist gering, entsprechend sind die laufenden Kosten pro Jahr niedrig.

Die Aufzählung ist nicht abschließend, sondern sie stellt nur einen Ausschnitt dar. Es ist grundsätzlich ratsam, sich mit einem Steuerberater zusammenzusetzen. Dieser kann mit seiner Erfahrung und vor dem Hintergrund der laufenden betriebswirtschaftlichen Auswertungen des Unternehmens unter Beachtung steuerlich relevanter Aspekte einen umfassenden Rat erteilen, der auf die individuelle Situation passt.

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