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Gewerbe abmelden – so gehen Sie vor

Mann drückt auf Schriftzug Abmeldung

Die Ausübung eines Gewerbes ist mit bestimmten Pflichten verbunden, die in der Gewerbeordnung geregelt sind. In § 14 GewO (Gewerbeordnung) steht, dass jegliche Änderungen das Gewerbe betreffend der zuständigen Behörde anzuzeigen sind. Das betrifft einerseits Änderungen des Tätigkeitsbereiches oder der Adresse, die mit einer Gewerbeummeldung anzuzeigen sind. Andererseits betrifft es auch den Fall, dass der Gewerbetreibende das Gewerbe nicht mehr ausübt. Die Gründe dafür spielen keine Rolle. Auch wer sein Gewerbe in den Zuständigkeitsbereich einer anderen Gemeinde- oder Stadtverwaltung verlegt, muss sein Gewerbe zunächst abmelden, um es dann am neuen Wirkungsort wieder anzumelden. Dabei ist zu beachten, dass die Abmeldung unverzüglich erfolgen muss. Das heißt, sobald der Gewerbetreibende das Gewerbe nicht mehr ausübt oder den Betrieb verlegt, ist er verpflichtet dies der zuständigen Behörde sofort anzuzeigen.
 

Gewerbeabmeldung formlos möglich

Die Gewerbeabmeldung geht ganz einfach vonstatten. Dazu liegen bei den Gewerbeämtern entsprechende Formulare aus oder lassen sich einfach von der Internetseite der Verwaltung herunterladen. So kann der Gewerbetreibende das Formular ganz in Ruhe zu Hause ausfüllen und bereits unterschrieben zur Behörde mitnehmen. Das spart meist Zeit vor Ort. In der Regel verlangen die Behörden für eine Abmeldung keine Gebühren. Die Meldung an andere zuständige Stellen, wie das Finanzamt, Handelskammer oder Berufsgenossenschaft, übernimmt die Behörde automatisch. Hier muss der Gewerbetreibende keine weiteren Schritte unternehmen. Allerdings löscht die Gewerbeabmeldung nicht automatisch die Eintragung ins Handels-, Genossenschafts- oder Vereinsregister. Wer sein Unternehmen in einem dieser Register eingetragen hat, muss zur Löschung einen Notar beauftragen, der die notwendigen Schritte einleitet.
 

Diese Unterlagen sind erforderlich

Viele Gewerbeämter bieten im Fall der Gewerbeabmeldung eine formlose Möglichkeit an, dies anzuzeigen. Wichtig ist, dass der Gewerbetreibende folgende Unterlagen zur Abmeldung seines Gewerbes mitbringt:

  • Gewerbeschein
  • aktuelle Meldebestätigung
  • Personalausweis oder Reisepass
  • evtl. Kopie eines Auszug aus Handels-, Genossenschafts- oder Vereinsregister

Je nach Art des Gewerbes verlangen die Behörden noch weitere Unterlagen. Welche das genau sind, ist auf den Internetseiten der einzelnen Behörden nachzulesen.
 

Vollmacht erteilen

Wer nicht persönlich erscheinen kann, hat die Möglichkeit, eine Vollmacht zu erteilen. So kann eine dritte Person die Gewerbeabmeldung vornehmen. Mit der Vollmacht ist die darin genannte Person dazu befugt, eine bestimmte Handlung für Sie vorzunehmen, wie beispielsweise die Gewerbeabmeldung. Grundsätzlich gibt es keine Formvorschrift für eine Vollmacht. Für einen Gang zum Amt ist jedoch die Schriftform vorzuziehen, da viele Stellen die mündliche Form nicht anerkennen. Ein einfacher Wortlaut, aus dem hervorgeht, wer der Vollmachtgeber ist und wem er die Vollmacht erteilt, ist ausreichend. Wichtig ist, dass explizit in der Vollmacht erwähnt ist, wozu die Vollmacht dienen soll, also beispielsweise das Gewerbe abzumelden. Die bevollmächtigte Person muss alle für die Abmeldung notwendigen Unterlagen mitbringen und darüber hinaus einen gültigen Personalausweis oder Reisepass vorlegen.
 

"Ruhendmeldung" als Alternative

Bevor Sie Ihr Gewerbe abmelden, sollten Sie sich genau überlegen, ob Sie das Gewerbe wirklich unwiderruflich und gänzlich abmelden möchten. Möglicherweise möchten Sie irgendwann das Gewerbe wieder aufleben lassen. In diesem speziellen Fall gibt es die Möglichkeit, eine sogenannte Ruhendmeldung zu machen. Damit ruht das Gewerbe für eine unbestimmte Zeit. Für die Ruhendmeldung ist jedoch nicht das Gewerbeamt der richtige Ansprechpartner, sondern das Finanzamt.

Die Abmeldung des Gewerbes bedeutet gleichzeitig, dass alle damit verbundenen Konzessionen ebenfalls erlöschen. Ruht das Gewerbe nur, ist dies nicht der Fall. Wenn Sie nach einiger Zeit das Gewerbe wieder aufnehmen, müssen Sie bei der Ruhendmeldung nicht alle Konzessionen neu beantragen. Das ist in vielen Fällen mit einem erheblichen Aufwand verbunden.

Solange die Ruhendmeldung aktiv ist, ist der Gewerbetreibende von allen Pflichten, die das Gewerbe normalerweise mit sich bringt, entbunden. Es besteht jedoch die Möglichkeit, ohne große Umstände das Gewerbe jederzeit wieder aufzunehmen.
 

Fazit

Die Betriebsaufgabe ist mit vielen Schritten verbunden, wobei die Gewerbeabmeldung in diesem Prozess den letzten Schritt darstellt. Vieles, was Sie im Verlauf einer Betriebsabmeldung erledigen müssen, ist an bestimmte Fristen gebunden. Daher ist es wichtig, dass Sie sich schon frühzeitig mit dem Thema befassen, um Probleme im Verlauf einer Betriebsaufgabe zu vermeiden. Während des Prozesses sind beispielsweise langfristige Verträge zu kündigen:

  • Verträge mit Telefon- und Internetanbietern
  • Versicherungsverträge
  • Rahmenverträge mit Kunden oder Lieferanten
  • Mietverträge und die damit verbundenen Energielieferverträge
  • Werbeverträge
  • Bankkonten
  • Vollmachten

Außerdem sind mit der Abmeldung auch einige Pflichten verbunden. Der Gewerbetreibende muss den Aufgabegewinn oder -verlust ermitteln und diesen an das Finanzamt melden. Hier kann ein Steuerberater eine große Hilfe sein.

Auch die Mitarbeiter sind zu kündigen. Hierbei sind Fristen unbedingt einzuhalten, um weitere Probleme zu vermeiden. In einigen Fällen kann ein Aufhebungsvertrag eine gute Alternative zu einer Kündigung sein.

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