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Gewerbe ummelden – diese 3 Schritte sind zu veranlassen

Mann füllt Formular am Schreibtisch aus

Ein Gewerbe zu führen ist mit bestimmten Pflichten verbunden, beispielsweise der Meldepflicht. Das ist in den jeweiligen Gewerbeordnungen der Länder genau geregelt. Jedes Gewerbe ist bei der zuständigen Behörde anzumelden. Diese Behörde ist normalerweise das Gewerbeamt, in kleineren Gemeinden übernimmt die Stadt- oder Gemeindeverwaltung diese Aufgabe. Die Einträge bei den verschiedenen Behörden sind fest mit Ihrem Namen verbunden und mit Ihrer Adresse oder der Adresse des Unternehmens. Ändert sich im Lauf der Tätigkeit etwas, sind diese Änderungen der zuständigen Behörde ebenfalls mit einer Gewerbeummeldung anzuzeigen.
 

Vorschriften für die Gewerbeummeldung

Während der üblichen Öffnungszeiten lassen sich die Änderungen an der Gewerbeanmeldung vornehmen. Es gelten die gleichen Vorschriften wie für die Gewerbeanmeldung auch. Die Änderungen, die der Gewerbetreibende dabei angibt, bearbeitet die Behörde sofort. Jetzt ist nur noch die Gebühr zu bezahlen.
 

Wer muss die Gewerbeummeldung vornehmen?

Wer ein Einzelgewerbe betreibt muss als Gewerbetreibender selbst die Gewerbeummeldung vornehmen oder eine entsprechende Vollmacht erteilen. Bei Personengesellschaften, wie der OHG, KG oder GbR müssen alle zur Geschäftsführung berechtigten Gesellschafter die Gewerbeummeldung unterzeichnen. Kapitalgesellschaften wie die GmbH oder die AG muss der gesetzliche Vertreter ummelden.

Tipp: Bei einigen Gemeinden oder Stadtverwaltungen können Sie die Gewerbeummeldung mittlerweile online vornehmen.
 

Wann eine Gewerbeummeldung notwendig ist

Eine Gewerbeummeldung ist immer dann erforderlich, wenn

  • ein bestehendes Gewerbe den Inhaber wechselt
  • das Unternehmen innerhalb einer Gemeinde oder Stadt umzieht. Das gilt auch, wenn sich der Standort einer unselbstständigen Niederlassung ändert.
  • sich der Gegenstand des Gewerbes ändert.
  • sich der Gegenstand des Gewerbes ausdehnt und beispielsweise zusätzliche Dienstleistungen hinzukommen, die für den bestehenden Betrieb nicht üblich sind.
  • ein Reisegewerbetreibender den Gegenstand seiner Geschäftstätigkeit ändert.

Tipp: Wenn Sie mit Ihrem Gewerbe in den Wirkbereich einer anderen Behörde umziehen, ist eine Gewerbeabmeldung bei der vorherigen Behörde erforderlich. Bei der neuen Behörde erfolgt eine regelrechte Gewerbeanmeldung.
 

Der Ablauf des Ummeldeverfahrens

Das Gewerbe muss der Gewerbetreibende entweder schriftlich oder elektronisch ummelden. Das Formular dazu liegt bei der zuständigen Behörde aus oder steht – je nach Angebot der Behörde – auf der Internetseite zum Download bereit. Das Formular ist handschriftlich zu unterzeichnen.

Bei der Online-Gewerbeummeldung können verschiedene Verfahren zur Identifikation zum Einsatz kommen:

  • elektronischer Personalausweis
  • elektronischer Aufenthaltstitel
  • PIN/TAN-Verfahren
  • Angabe der De-Mail nach § 5 De-Mailgesetz
  • Übermittlung einer Kopie von Personalausweis oder Reisepass
     

1. Schritt

Der erste Schritt für die Gewerbeummeldung ist der Gang zum Gewerbeamt. Dort ist das Formular zur Gewerbeummeldung vollständig auszufüllen und zu unterschreiben. Der Beamte prüft und erfasst diese Daten. Nach der Registrierung gehen die Daten automatisch an weitere Behörden, wie das Finanzamt, die Industrie- und Handelskammer, die Handwerkskammer oder das Registergericht, die ebenfalls diese Daten benötigen.
 

2. Schritt

Für die Gewerbeummeldung sind natürlich entsprechende Unterlagen erforderlich. Dabei kommt es darauf an, welche Art von Gewerbe umzumelden ist, dann können diese Unterlagen variieren. Folgende Unterlagen brauchen Sie:

  • Personalausweis
  • Gewerbeschein
  • Gewerbeerlaubnis – falls für die Ausübung des Gewerbes erforderlich. Liegt die erforderliche Gewerbeerlaubnis nicht vor, kann die Behörde die Ausübung des Gewerbes untersagen.

Diese Unterlagen sind zusammen mit dem vollständig ausgefüllten Antrag vorzulegen.
 

3. Schritt

Der Beamte bearbeitet in der Regel die Gewerbeummeldung sofort. Damit die Änderungen wirksam werden können, muss der Gewerbetreibende noch die entsprechende Gebühr entrichten. Die Bezahlung erfolgt direkt bei der Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Nach Vorlage des Zahlungnachweises kann der Beamte die Gewerbeummeldung abschließend bearbeiten, der Gewerbetreibende erhält eine schriftliche Bestätigung seiner Änderungen.
 

Das Online-Verfahren

Bei einigen Verwaltungen ist für die Gewerbeummeldung ein Onlineverfahren vorgesehen. Dabei ist den Anweisungen im Internet genau Folge zu leisten. Die Bezahlung erfolgt entweder mit verschiedenen Online-verfahren, wie Paypal, Onlineüberweisung oder Kreditkarte. Sieht die Verwaltung hier kein entsprechendes Online-Bezahlverfahren vor, sendet sie eine Rechnung zu. Sobald diese Rechnung beglichen ist und keine weiteren Fragen der Verwaltung offen sind, bearbeitet die Behörde den Antrag und die Gewerbeummeldung tritt in Kraft. Darüber gibt es je nach Vorgehensweise der Behörde eine entsprechende E-Mail zur Information oder Sie erhalten ein Bestätigungsschreiben per Post.
 

Fazit

Eine Gewerbeummeldung ist – genauso wie die Gewerbeanmeldung – mit Formalitäten verbunden, die jedoch überschaubar sind. Mit ein wenig Vorbereitung, wie dem vorherigen Zusammenstellen der notwendigen Unterlagen, geht die Gewerbeummeldung schnell und problemlos vonstatten. Auf der Internetseite der zuständigen Behörde finden Sie alle notwendigen Informationen. Gut informiert geht die Gewerbeummeldung noch schneller vonstatten und der unternehmerischen Entfaltung steht nichts mehr im Weg.

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