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Wieviel verdient man eigentlich als Selbstständiger?

Chef mit Zigarre und Geldscheinen

Gegenfrage: Wie viel verdient ein Angestellter? Eines eint die beiden Fragen, denn eine allgemeingültige Antwort kann es mit Blick auf den Status der Berufstätigkeit niemals geben. Entscheidend ist eher die Branche, in der Sie tätig sind. Selbstständig zu sein, kann bedeuten ein Eigenheim zu besitzen, einen noblen Wagen zu fahren und viermal jährlich Urlaub zu machen. Steuerberater, Vermögensberater oder Wirtschaftsprüfer landen mit diesem Lebensstil auch auf den vorderen Plätzen im Gehaltsranking. Selbstständig zu sein, kann aber auch bedeuten, morgens um 5.30 Uhr aufzustehen und abends nie vor Mitternacht ins Bett zu kommen. Kioskbesitzer, Taxifahrer oder Tankwarte leben beispielsweise dieses Leben. So viele Gesichter hat die Selbstständigkeit.
 

Ein Selbstständiger verdient das, was er verlangt

Die Vorstellung ist schön, aber gespickt von Utopie. Wer glaubt, dass ein Selbstständiger einen Betrag X in den Ring wirft – bzw. in das Angebot an einen Kunden schreibt – und diesen dann diskussionslos bekommt, der irrt sich. Richtig ist, dass es mehrere Parameter gibt, die den Lohn eines Selbstständigen beeinflussen. Das sind

  1. Festlegungen und Empfehlungen tariflicher Art,
  2. wirtschaftliche Kalkulationen, die alle Ausgaben eines Selbstständigen beinhalten
  3. und letztlich auch das Verhandlungsgeschick des Selbstständigen.
     

Recherchieren in validen Quellen ist das A und O

Um sich innerhalb dieser Rahmenbedingungen auf dem Weg zur eigenen Verdienstgestaltung zu bewegen, ist es wichtig, zu recherchieren (1). Was sind marktübliche Preise? Welche Festlegungen tariflicher Art gibt es? All diese Informationen sind interessant und nötig, um den eigenen Preis festlegen zu können. Aber Achtung: Wer im Internet recherchiert, findet auch viele Finde-deinen-Preis-Hinweise von Selbstständigen, die schlichtweg falsch rechnen. Berufsverbände sind die bessere Recherchequelle, wenn es um Marktpreise geht.
 

Richtig kalkulieren heißt: die Einnahmen müssen die Ausgaben übersteigen

Anschließend begeben Sie sich auf die Kalkulationsebene (2). Bedenken Sie, dass Sie Versicherungen wie Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung aus eigener Tasche bezahlen müssen. Auch die Absicherung bei Krankheit und die Vorsorge fürs Alter kommen hinzu. Weitere berufsspezifische Absicherungsmodelle sind ebenfalls nötig – wie beispielsweise eine Berufshaftpflichtversicherung. Daneben sind Steuern (u.a. Einkommenssteuer, Kirchensteuer) zu begleichen. Auch Betriebskosten fallen an – für Büro, Geschäftsauto, Fahrtkosten, Software, Hardware, etc. Wer seine Ausgaben genau kennt, kann berechnen, wie viel Einnahmen zu erwirtschaften sind. Bei der Berechnung des eigenen Bedarfs bzw. der Umlage der Einnahmen auf Arbeitstage und Arbeitszeiten, dürfen Sie keinesfalls mit 365 Arbeitstagen und 24 Stunden-Schichten rechnen. Wochenenden, Urlaube, Krankheitstage sind ebenso von der Summe der Arbeitstage abzuziehen wie Zeit für Schlafen, Essen und Privatleben den 24-Stunden-Arbeitstag schmälern.
 

Wer selbstbewusst verhandelt, bekommt das gewünschte Honorar

Ein entscheidender Faktor für den Lohn des Selbstständigen sind (3) das Verhandlungsgeschick und das Selbstbewusstsein, seinen eigenen Wert zu kennen und zu vertreten. Wer ausgestattet mit gut recherchierten Marktpreisen und einer soliden Einnahmen-Ausgaben-Kalkulation ein Angebot abgibt, der sollte sich weitestgehend daran halten. Direkt bei der Angebotsabgabe einen kleinen finanziellen Puffer zu kalkulieren, um dem Kunden die Möglichkeit zu geben, zu verhandeln, ist in der Dienstleistungsbranche durchaus üblich. Im reinen Produktvertrieb ist das ebenfalls nicht unüblich. Das „Runterhandeln“ muss sich in einem vertretbaren Rahmen bewegen, der in Abhängigkeit vom Gesamtpreis gesteckt wird. Das eigene Limit muss bekannt sein und eingehalten werden. Schließlich haben Sie den Preis auch festgesetzt, weil Sie wissen, dass Ihre Leistung es wert ist.

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