Was kostet die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) für Selbstständige?

Wer sich selbstständig machen möchte, sollte neben aller betriebswirtschaftlichen bzw. strategisch notwendigen Planung auch an die Krankenversicherung(spflicht) denken, schließlich ist die Gesundheit die Basis für die eigene Ertragsfähigkeit. Existenzgründer, die aus einer Anstellung oder Arbeitslosigkeit heraus agieren, können in der Regel die gewählte Versicherungsform beibehalten. Was die Kosten für die gesetzliche Krankenversicherung allerdings angeht, so sind diese für Selbstständige höher als in einem Angestelltenverhältnis, da sie alleine ohne Arbeitgeberbeitrag zu stemmen sind. Der hier nutzbare Krankenkassenrechner vermittelt diesbezüglich einen aussagekräftigen Eindruck.
 

Die Gruppe der freiwillig Versicherten in der Krankenversicherung

Generell gehören hauptberuflich Selbstständige und Freiberufler zur Gruppe der freiwillig Versicherten in der gesetzlichen Krankenversicherung (ebenso wie Beamte und Studenten). Der Begriff "freiwillig" versichert bedeutet, dass durch das geltende Recht keine Pflicht besteht, sich gesetzlich krankenversichern zu müssen. Insofern genießen Selbstständige (im Gegensatz zu Angestellten unabhängig von der Höhe des Einkommens) die Wahlfreiheit, sich ebenfalls privat krankenversichern zu lassen. Der online nutzbare Krankenkassenrechner zeigt, mit welchen Kosten für die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung unter Berücksichtigung individueller Faktoren zu rechnen ist. Dieser Wert kann im Vergleich zu einem Angebot einer privaten Krankenversicherung zeigen, welche Versicherungsform in der konkreten Lebens- bzw. Einkommenssituation besser ist.
 

GKV vs. PKV: Welche systemischen Unterschiede es zu bedenken gilt

Wie es der Krankenversicherungsrechner in Bezug auf die Beiträge in der GKV schnell offenbart, hängen diese von der Höhe des jeweiligen Einkommens ab. Je höher die Gewinne, desto höher fallen auch die Beiträge für Selbstständige aus, bis die Beitragsbemessungsgrenze für den Höchstsatz erreicht ist. Unter Berücksichtigung des Beitrages zur Pflegeversicherung und etwaiger Zusatzbeiträge entsteht so ein Monatsbeitrag von teils über 800 Euro pro Monat in der GKV (Stand: 2019). Die Beiträge in der PKV hingegen steigen nicht mit dem Einkommen. Sie bemessen sich an individuellen Versicherungsfaktoren, die im Zuge einer Gesundheitsprüfung zu Beginn ermittelt werden. In erster Linie sind der Gesundheitszustand des Versicherten bei Eintritt sowie das Alter entscheidend. Da das Versicherungsspektrum aus einer großen Vielfalt an Tarifen frei zusammengestellt werden kann, lassen sich die Monatsbeiträge aktiv gestalten bzw. gezielt anpassen.
 

Wegfall der Versicherungspflicht als Selbstständiger: Was bedeutet dies für mich?

In Deutschland herrscht die Versicherungspflicht, die ab einem monatlichen Einkommen über ca. 400 Euro greift. Übersteigt das Einkommen die aktuelle Jahresarbeitsentgeltgrenze (2019 sind es monatlich 5062,50 Euro), so sind Angestellte von der so genannten Versicherungspflicht befreit. Sie können sich dann privat krankenversichern lassen. Aufgrund ihres besonderen Status sind Selbstständige und Freiberufler quasi immer von der Versicherungspflicht befreit, sodass sie jederzeit in die private Krankenversicherung wechseln können. Zu bedenken ist, dass ein solcher Wechsel eine nachhaltige Natur aufweist und ein Rückwechsel nur unter bestimmten Umständen wieder möglich ist. Daher sollten die Vor- und Nachteile, die hier auch skizziert werden, mit Blick auf die persönlichen Lebensumstände gewürdigt werden.
 

Was kostet die GKV für Selbstständige? Die Verwendung des Versicherungsrechners gibt Antworten

Selbstständige, die zwecks Planung im Vorhinein ihre voraussichtlichen Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung in Erfahrung bringen möchten, können hier schnell und kostenlos den praktischen Rechner (s. unten) nutzen. Wenige Daten reichen aus, um aussagefähige Daten zu erhalten. Einzugeben ist das beitragspflichtige Einkommen, das die Grundlage für den monatlichen Beitragssatz bildet. Zudem ist anzugeben, ob Kinder vorhanden sind und ob Krankengeld gezahlt wird, das im Krankheitsfalle wegbrechende Einnahmen zum Teil kompensieren kann. Sodann muss angegeben werden, ob ein Gründungszuschuss von der Bundesagentur für Arbeit in Anspruch genommen wird. Schließlich kann noch angegeben werden, in welcher Höhe die anvisierte oder vorhandene Krankenversicherung einen Zusatzbeitrag verlangt. Auf diese Weise ermittelt der Rechner individuelle Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung. Im Ergebnis wird der monatliche Gesamtbeitrag gezeigt, der sich in Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie Zusatzbeiträgen gliedert.

Wer zusätzliche Informationen wünscht bzw. sich bei den einzelnen Feldern nicht ganz sicher ist, findet relevantes Fachwissen, sobald er mit der Maus über den ?-Button fährt. Durch die Berücksichtigung mehrerer Versicherungstatbestände, eines individuellen Zusatzbeitrages und der Beitragsbemessungsgrenze ermöglicht es der Rechner, aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten. 2019 wird der durchschnittliche Zusatzbeitrag bei rund 0,9 % liegen, die Beitragsbemessungsgrenze liegt bei monatlich 4.537,50 Euro. Auch wenn die Beiträge in der GKV im Vergleich zur PKV einheitlich sind, so ergeben sich durch die Höhe des Einkommens, durch Zusatzbeiträge und das Vorhandensein von Kindern zum Teil erhebliche Spannbreiten. Der online nutzbare Krankenkassenrechner kann diese zahlenmäßig ausdrücken.
 

Der Vergleich lohnt sich: Zentrale Vorteile der PKV gegenüber der GKV für Selbstständige/Freiberufler

  • individuell gestaltbarer Versicherungsumfang bzw. Monatsbeitrag
  • der Monatsbeitrag hängt nicht vom Einkommen ab
  • die PKV steht grundsätzlich auch Selbstständigen mit geringerem Einkommen offen (der Basistarif ist die private Entsprechung zur gesetzlichen Krankenversicherung)
  • keine Nachzahlungen je nach Einkommensentwicklung nötig (in der GKV ist dies je nach Beitrag sehr wohl möglich)
  • durch Rückstellungen für das Alter und entsprechende Entlastungstarife bleiben die Beiträge auch im Alter bezahlbar
  • bessere Gesundheitsleistungen (Ärzte können höherwertige Behandlungen abrechnen) und schnellere Termine bei Fachärzten
  • Sonderleistungen (z.B. Einzelzimmer, Chefarztbehandlung, homöopathische Leistungen etc.) können auf Wunsch individuell versichert und/oder später angepasst werden (in der GKV müssen sich alle Versicherten mit dem Standard zufrieden geben, etwaige IGEL-Angebote sind immer aus eigener Tasche zu bezahlen)
  • Rückerstattungen statt Nachzahlungen: je nach gewähltem Tarif kommt es zu Beitragserstattungen, wenn über einen bestimmten Zeitraum keine vertraglich vereinbarten Gesundheitsleistungen in Anspruch genommen wurden


Das kostet die gesetzliche Krankenversicherung

 


2. Schritt: Privatpatient und weniger bezahlen?

In vielen Fällen ist die Private Krankenversicherung die günstigere Wahl. Dies liegt unter anderem daran, dass die Beiträge nicht von Ihrem Einkommen erhoben werden. Desweiteren ist der Versicherungsschutz flexibel an die eigenen Bedürfnisse anpassbar (z.B. Wahltarife, Krankentagegeld, Selbstbeteiligung etc.) Zudem gewähren viele Anbieter eine Beitragsrückerstattung. Nutzen Sie unseren kostenlosen Anbietervergleich und erfahren Sie, welcher Anbieter den günstigsten Tarif anbietet.

 

 

Was tun nach der Nutzung des Krankenkassenrechners? Praxiswissen und Tipps

Alle Daten sind eingegeben, der voraussichtliche Monatsbeitrag in der GKV erscheint auf dem Bildschirm und erlaubt jetzt eine realistische Planung der Einkommensverhältnisse. Wer sich gesetzlich krankenversichern lassen möchte, muss die Krankenkasse der Wahl informieren und einen entsprechenden Antrag stellen. Wichtig ist, dass für die Einstufung des Beitrages eine Gewinnprognose abzugeben ist. Wer diese zu gering abgibt, muss mit Nachzahlungen rechnen, denn gesetzliche Krankenkassen sind gesetzlich dazu verpflichtet, ein Mal im Jahr die Einkommensverhältnisse anhand des aktuellen Steuerbescheides des Finanzamtes zu prüfen. In der Startphase ist es möglich, im Falle einer geringen Einnahmesituation einen Antrag auf einen ermäßigten Beitragssatz zu stellen. Unabhängig davon sollten Interessenten immer parallel ein Angebot zur Privaten Krankenversicherung einholen, um hier einen genauen Vergleich zu haben. Die Leistungen in der PKV sind zudem wesentlich umfangreicher, als dies im gesetzlichen System der Fall ist. Im Gegensatz zum Krankenkassenrechner für die GKV Beiträge ist in der PKV kein Einkommen relevant. Entscheidend sind hier das Alter, der Gesundheitszustand und der individuell gewählte Versicherungsumfang. Je nach Höhe des gewünschten Krankengeldes und des jährlichen Selbstbehaltes können die Beiträge aktiv gestaltet werden.
 

Vorteile des Krankenkassenrechners: Warum (angehende) Selbstständige Beiträge berechnen und vergleichen sollten

  • Was kostet die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung für Selbstständige? Der Krankenkassenrechner zeigt es mit wenigen Klicks
  • Die Beiträge zur freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung sind gestaffelt je nach Einkommen zwar einheitlich, aufgrund individueller Faktoren jedoch nicht identisch: der hier nutzbare Rechner berücksichtigt individuelle Faktoren
  • Das Ergebnis des Krankenkassenrechners erlaubt es, die Kosten für die private und gesetzliche Krankenversicherung aussagekräftig zu vergleichen
  • Selbstständige haben die Wahlfreiheit und sollten hiervon auch Gebrauch machen. Sehr oft sind die Beiträge in der PKV günstiger, da diese unabhängig vom Einkommen erhoben werden.
  • Etwaige Mehrkosten in der PKV lassen sich mit einer deutlich besseren Gesundheitsversorgung rechtfertigen, wobei durch die Wahl individueller Versicherungsleistungen die Beiträge aktiv beeinflusst werden können (in der GKV herrscht dagegen ein nicht individuell anpassbarer Standard, Zusatzleistungen sind oft kostenpflichtig oder nur durch eine private Zusatzversicherung zu decken)

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