Selbstständig machen mit Magnetfischen

Sicherlich eine der kurioseren Geschäftsideen, aber nicht weniger praktisch. Im Grunde handelt es sich um eine archäologische Tätigkeit, die in öffentlichem Raum – im Normalfall Gewässer – durchgeführt wird. Mit Fischen im engeren Sinn hat es also recht wenig zu tun – man zieht mit Hilfe starker Magneten Gegenstände aller Art aus Fließ- oder stehenden Gewässern, sofern diese magnetisch sind.

Die Magneten dafür müssen nur stark genug sein (üblicherweise werden natürliche Neodym-Magnete dafür verwendet) und sich irgendwie an einem Seil, einer Kette oder einer Teleskopstange befestigen lassen. Den Magnet in der richtigen Form kann man beispielsweise bei spezialisierten Magnetshops bestellen. Der gängige Fachbegriff ist „Berge-Magnet“.

Dann kann man eigentlich schon fast sofort loslegen – die richtige Örtlichkeit vorausgesetzt. Zu Beginn, als Hobby, genügt ein einziger Magnet an einem Seil, den man vom Ufer aus einziehen kann. Wer Magnetfischen mit mehr Zeit- und Materialaufwand betreiben möchte hat durchaus Chancen, einen Profit daraus zu schlagen.
 

Geld verdienen mit Magnetfischen

Wer auf der Suche nach einer selbstständigen Nebenerwerbstätigkeit ist, kann eventuell mit dem Magnetfischen eine sehr interessante und spannende Alternative zu traditionelleren Tätigkeiten finden. Der Materialaufwand ist zwar vorhanden, hält sich aber einigermaßen in Grenzen – so ist es relativ schnell möglich, sich etwas Geld dazu zu verdienen.

Die Grundlage dafür ist die Tatsache, dass sich in unseren Gewässern alle möglichen Gegenstände finden lassen, die von historischem Interesse oder als Wertstoff verwendbar sind. Der richtige Fund kann auf einem Flohmarkt oder direkt bei Sammlern etwas zusätzliches Taschengeld einbringen. Natürlich stockt auch hin und wieder ein Bargeldfund die Angelkasse auf.

Lukrative Möglichkeiten wie industriell gefertigte Artefakte, Militaria aus dem letzten Jahrhundert oder alte Münzen aus antiken Zeiten sind vor allem in Fließgewässern auffindbar. Man muss dabei erwähnen, dass unbrauchbare Gegenstände wie Nägel und Angelhaken mit großem Abstand den Löwenanteil der geborgenen Metalle ausmachen.

Es ist also keine Tätigkeit mit konstanter Erfolgsgarantie – dafür ist sie sehr abwechslungsreich und spannend. Wer also geschichtliches Interesse und etwas Durchhaltevermögen mitbringt, kann also ein perfektes Hobby mit einer Verdienstquelle kombinieren.
 

Rechtliche und sonstige Vorsichtsmaßnahmen

Wer schon einmal mit der Bürokratie hier in Berührung gekommen ist wird sicherlich schon ahnen, dass es nicht völlig unproblematisch ist, draußen an Gewässern beliebige Metallgegenstände zu bergen. Es gibt einige gesetzliche Aspekte zu beachten, aber man sollte auch die richtigen Sicherheitsmaßnahmen nicht vernachlässigen.

Bezüglich der rechtlichen Situation ist natürlich zuerst einmal zu klären, wo mit Magneten geangelt werden darf. Zwar gibt es kein explizites Verbot in Deutschland, aber je nach Land kann die Gesetzeslage bezüglich Denkmal- und Naturschutz die Tätigkeit untersagen.

Es ist also dringend empfehlenswert, sich örtlich bei der Polizei oder einer Behörde zu informieren, ob nicht (auch an bestimmten Orten, die als Bodendenkmäler geschützt sind) gegen ein Gesetz verstoßen wird. Auch zu bestimmten Jahreszeiten können zum Beispiel zur Brutzeit von Vögeln oder Fischen ganze Uferregionen unzulässig sein.

Grundsätzlich ist es wichtig, dass das Gewässer richtig ausgesucht wird – es darf kein Privatbesitz sein und nicht in das Gebiet von Fischereigewässern fallen. Dort ist die Nutzung nur mit einer expliziten Erlaubnis möglich – gleiches gilt auf Privatgelände.

Ist man sich dann sicher, dass der geplante Ort zum Magnetfischen in Ordnung ist, kann man die ersten Metallgegenstände aus dem Wasser bergen. Dabei muss man dringend beachten, alle Gegenstände, die geborgen werden, auch mitzunehmen – sie einfach liegen zu lassen ist ein absolutes No-Go.

Möglicherweise findet man Gegenstände, die entweder potentiell gefährlich, oder klar als Diebesgut zu interpretieren sind. Dann steht man als Magnetfischer in der Pflicht, dies sofort beim Ordnungsamt oder bei der Polizei zu melden, so dass mit dem Gegenstand ordnungsgemäß umgegangen werden kann.
 

Folgende Gesetze sollten vor dem Magnetfischen genauestens beachtet werden:

  • Gesetze zu Funden, wie etwa § 965 bis § 984 BGB und das jeweilige Schatzregal (gefundene Schätze gehen mit dem Moment des Fundes automatisch in Staatsbesitz über). Bayern verfügt über kein Schatzregal.

  • Denkmalschutzgesetz des Bundeslandes (zum Beispiel in Bayern: BayDSchG).

  • Das Landesnaturschutzgesetz (siehe Artikel 72 Grundgesetz).

  • Wer in anderen Ländern Magnetfischen möchte, muss natürlich die jeweiligen örtlichen Bestimmungen in Erfahrung bringen.

 

Und zu guter Letzt – wer mehr Zeit investiert und sich dann durch den Verkauf von Funden etwas Geld dazu verdient, muss dies steuerlich einwandfrei klären, da es als selbständige nebenberufliche Tätigkeit gilt. Auch geringfügige Nebeneinkünfte müssen beim Finanzamt angegeben werden. Ebenso gehört es zum guten Ton, den Arbeitgeber zu informieren, dass eine Nebentätigkeit besteht, auch wenn es grundsätzlich jedem erlaubt ist, dieser nachzugehen.


Perspektiven

Eine Sache ist sicher – zum erfolgreichen Magnetfischen gehört mehr als nur ein starker Berge-Magnet und etwas Freizeit. Wer entsprechend geschichtliches Hintergrundwissen (oder Wille zur Recherche) mitbringt, kann seine Chancen auf einen guten Fund erhöhen. Vor einer Ausfahrt lohnt es sich auf jeden Fall, den Zielort genau auszuwählen und beispielsweise mit historischen Nutzungen der Gegend oder der Gewässer abzugleichen.

Wer sich etwas intensiver mit dem Magnetfischen beschäftigt, wird schnell mehr und mehr Ausrüstung zulegen müssen. Typische Hilfsmittel sind etwa wasserdichte Arbeitshandschuhe, Watthosen, verschiedene Magnete (mit unterschiedlichen Bergungsmethoden) und vielleicht sogar ein kleines Boot.

Wer dann über all dies verfügt, kann seine Erwerbstätigkeit eventuell als Dienstleistung bewerben und etwa anbieten, verlorene Gegenstände wie Münzgeld oder Schlüssel zu bergen. Alternativ kann man gegen eine Bezahlung private Gewässer von Metallteilen reinigen und so zum Beispiel als Schwimmteich begehbar machen.

Was passiert mit meiner Krankenversicherung, wenn ich selbstständig bin?

 

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