Statussymbole im Wandel: Damit machen Sie im Business heute Eindruck

Statussymbole sind schon immer der äußere Ausdruck eines inneren Strebens nach Ansehen und Respekt. Sie stehen symbolisch für den Wert eines Menschen und nehmen deshalb vor allem im Berufsleben, in dem das äußere Auftreten soziale Interaktionen maßgeblich beeinflussen kann, einen hohen Stellenwert ein. Doch welche Statussymbole sind in unserer Zeit noch wichtig und womit lässt sich echtes Ansehen generieren?
 

Statussymbole sind vielschichtiger geworden

Was als Statussymbol anerkannt wird, hängt vom sozialen Kontext der Gruppe ab, in der sich Menschen bewegen. Im Laufe der Jahrzehnte ist mit dem Wandel der Gesellschaft auch eine Neubewertung von Status und Statussymbolen einhergegangen. Die klassischen Statussymbole aus der Wirtschaftswunderzeit, die vor allem von materiellem Besitz und wirtschaftlicher Stärke geprägt waren, haben an Bedeutung verloren. Im Zeitalter der Nachhaltigkeit, der Selbstfindung und der neuen Werte haben andere Dinge ihren Platz eingenommen.

Statussymbole sind nicht verschwunden, sie sind subtiler geworden und zugleich komplexer. Das neue Selbstverständnis unserer Gesellschaft hat zu einem Umdenken geführt, das neuen Dingen einen hohen Stellenwert beimisst. Das Zukunftsinstitut hat sich eingehender mit dem Statussymbol als Werteskala beschäftigt:

„Der Wille zur Distinktion bleibt bestehen. Sich von den anderen abzuheben und Zugehörigkeit zu bestimmten Gruppen zu demonstrieren, scheint ein menschliches Urbedürfnis zu sein, ein tief verwurzelter Treiber zwischenmenschlichen Tuns: Durch Abgrenzung und Zugehörigkeit entsteht Identität. Deshalb gibt es nach wie vor Normen, Kategorien und Schubladen, die unser Bild von anderen und uns selbst bestimmen. Dieses Ordnungssystem ist lediglich komplexer geworden, die soziale Ordnung flexibel.

Denn Menschen bewegen sich immer ungebundener in Sozialgefügen. Ein Mensch kann gleichzeitig erfolgreicher Investmentbanker, fürsorglicher Superdaddy und skateboardfahrender Downager sein. In einer Gesellschaft, deren Struktur multidimensional geworden ist, entwickeln sich sozialer Status und die entsprechenden Statussymbole von einer absoluten zu einer relativen Größe.“

(Quelle: www.zukunftsinstitut.de)


Vor diesem Hintergrund lohnt sich ein Blick auf die alten und neuen Statussymbole unserer Gesellschaft und auf den Stellenwert, den sie vor allem im Geschäftsleben einnehmen.
 

Von blinkendem Luxus zu Wertarbeit

Schmuckstücke gehörten schon früh zu den beliebtesten Statussymbolen. Je größer und blinkender ein Schmuckstück war, desto mehr sagte es aus. Der Grundsatz „Haste was, biste was“, der die Wirtschaftswunderzeit prägte, hat heute an Bedeutung verloren. Die Definition von Luxusgütern hat sich verändert und ist nicht mehr allein mit finanzieller Kaufkraft gleichzusetzen.

Ein Aspekt, der allerdings im Zuge der Nachhaltigkeit an Status gewonnen hat, ist echte Wertarbeit. Das gilt auch für Luxusgüter wie Schmuckstücke. Hochwertige und langlebige Produkte dürfen auch heute noch gerne etwas kosten, weil sie als sinnvolle und nachhaltige Investition gelten. So wird funkelnder Modeschmuck heute in den meisten Kreisen eher als protzig und vulgär betrachtet, während beispielsweise die hochwertige Armbanduhr im Stile einer Omega Seamaster als echte Wertarbeit für eine bewusste Entscheidung mit Nachhaltigkeitscharakter gilt.
 

Vom Luxusauto zum Dienstfahrrad

Kaum ein Statussymbol hat sich so stark verändert, wie der Dienstwagen. Er galt lange Zeit als Statussymbol Nummer eins. Wer mit einem möglichst großen und luxuriösen Auto bei der Arbeit vorfuhr, idealerweise mit Chauffeur, machte Eindruck. Tatsächlich war der Dienstwagen lange Zeit nur der Führungsebene vorbehalten.

Mit der Zeit entwickelte sich der Dienstwagen zu einem Zeichen der Wertschätzung für Mitarbeiter und wurde auch jenseits der oberen Führungsebene zu einem Bonus mit hohem Statuswert.

Das Ansehen des klassischen Luxusautos hat allerdings nachgelassen. Themen wie Umweltschutz, Klimawandel und Nachhaltigkeit haben den Blickwinkel verändert. Luxusfahrzeuge mit hohem Verbrauch sind sparsamen Modellen wie E-Autos und Hybridantrieben gewichen. Auch Carsharing hat vor diesem Hintergrund einen neuen Stellenwert eingenommen. Mit dem gewachsenen Ansehen der Familie als Lebenskonzept hat auch das Familienauto den sportlichen Zweisitzer im Hinblick auf Ansehen und Status längst abgehängt.

Auch Unternehmen haben erkannt, dass sie mit ihrem Konzept des Dienstwagens einen Beitrag leisten können, der nicht nur das Klima schont, sondern auch das eigene Image stärken kann. Vielfach geht der Trend sogar zum Dienstfahrrad, mit dem Unternehmen ein Zeichen für ihren Beitrag zum Umweltschutz und einer gesünderen Gesellschaft setzen möchten. Das Fahrrad nimmt als Statussymbol nicht selten den Platz des Autos ein. Markenmodelle mit hochwertiger Zusatzausstattung werden gehegt und gepflegt und sind so etwas wie der Rolls Royce unserer Zeit geworden.
 

Lebenserfahrung statt Karriere und Titel

Bildung ist in Deutschland immer noch ein hohes Gut und die persönliche Entwicklung eines Menschen wirkt sich stark auf das Ansehen aus, das ihm entgegengebracht wird. Die Richtlinien, nach denen der Bildungsgrad eines Menschen bewertet wird, haben sich allerdings verändert.

Ein hoher akademischer Abschluss und die Mitgliedschaft in gesellschaftlich angesehen Institutionen sind nicht mehr allein für das Ansehen zuständig. Neue Werte sind hinzugekommen, die vor allem an die persönliche Weiterentwicklung und die Lebenserfahrung eines Menschen geknüpft sind. Neben einer erfolgreichen Karriere tragen auch Erfahrungen zum Ansehen bei, die außerhalb der Berufswelt gesammelt werden. Ehrenamtliches Engagement fällt hier ebenso ins Gewicht wie sportliche Errungenschaften oder eine rege Reisetätigkeit.

Wer in seiner Freizeit vielfältige Dinge erlebt, interessante Orte bereist und neue Erfahrungen sammelt, kann davon erzählen und Eindruck machen. Dies zeigt sich auch in der zunehmenden Bedeutung der sozialen Medien. Sie dienen als Plattform, auf der das eigene Leben öffentlichkeitswirksam im besten Licht präsentiert werden kann. Das „Höher, Schneller, Weiter“ früherer Generationen gibt es immer noch, es wird nur auf anderen Ebenen ausgetragen.
 

Vaterschaft als Statussymbol

Moderne Väter definieren ihre Rolle in der Familie völlig neu. Sie möchten ein Teil des Familienalltags sein und verstehen sich nicht mehr ausschließlich als Versorger, der wenig Zeit mit seinen Lieben verbringt.

Wo klassische Rollenmodelle sich aufzulösen beginnen, verändert sich auch der repräsentative Charakter, der den jeweiligen Rollen beigemessen wird. Aktiv gelebte Vaterschaft ist zu einem echten Statussymbol geworden. Unzählige Überstunden für ein üppiges Einkommen sind weniger angesehen als eine ausgiebige Auszeit vom Beruf, um sich der Familie zu widmen.

Arbeitszeitenmodelle, berufliche Entwicklungsmöglichkeiten und die Gestaltung einzelner Jobprofile haben diesen Wandel noch nicht in ausreichendem Maße mitvollzogen. Die Vaterschaft als Statussymbol wird aber zu einem immer wichtigeren Aspekt unserer Gesellschaft. x
 

Luxus neu definiert

Die Sinnhaftigkeit des eigenen Daseins, die Wertschöpfung durch persönliche Erfüllung und der repräsentative Charakter einer selbst definierten Lebensgestaltung bringen Anerkennung. Der Grund dafür ist eine Neudefinition von Luxus. Als wertvolles Gut zählen heute weniger materielle Dinge als vielmehr Freizeit, innere Zufriedenheit, persönliches Wachstum und Selbstfindung. Wer herausgefunden hat, was ihm wichtig ist und sich die Zeit nimmt, danach zu leben, generiert damit hohes Ansehen.

In diesem Zusammenhang erhalten auch Themen wie Upcycling, Do-it-yourself und ein nachhaltiger Lebensstil einen höheren Stellenwert als materieller Besitz. In einer Gesellschaft, in der Themen wie Work-Live-Balance und mentale Gesundheit an Bedeutung gewonnen haben, hat das persönliche Sein das Haben als Statussymbol weitgehend ersetzt.

Autor: 
Mark Leissen

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