Selbstständig machen mit einem Getränkemarkt

Wer auf der Suche nach einer guten Geschäftsidee ist, sollte in erster Linie nachfrageorientiert denken. Das unterscheidet unternehmerisches Denken von unkonkreten Plänen. Am besten ist es, an einem menschlichen Grundbedürfnis anzusetzen, da ein solches immer eine gewisse Nachfrage in Aussicht stellt. Die konkreten Erfolgschancen lassen sich immer erst am Standort einschätzen. Insofern erscheint es perspektivenreich, sich mit der Geschäftsidee ‚selbstständig machen mit einem Getränkemarkt‘ näher zu befassen. Genau dies soll im folgenden Beitrag mit einem hohen Maß an Praxisorientierung geschehen. Neben Gefahren und Chancen sollen ebenfalls zentrale formale Rahmenbedingungen beleuchtet werden.
Existenzgründung mit Getränkemarkt: selbstständig machen mit der richtigen Einnahmequelle
- Analyse der Ausgangslage: Chancenbewertung
- Persönliche Anforderungen an Existenzgründer
- Franchise-Lösungen als prüfenswerte Alternative
- Getränkemarkt eröffnen: Planung der Finanzen
- Was macht einen guten Standort aus?
- Angebot und weitere Serviceleistungen
- Das Problem saisonaler Einnahmeschwankungen
- Voraussetzungen, um sich selbstständig mit einem Getränkemarkt zu machen
Ausgangsanalyse für die Selbstständigkeit mit einem Getränkemarkt
Der Getränkefachhandel ist ein etablierter, aber umkämpfter Wirtschaftszweig. Laut Handelsdaten gibt es in Deutschland rund 9.000 Getränkemärkte, die zusammen einen Umsatz in der Größenordnung von etwa 5,7 Mrd. Euro erwirtschaften (handelsdaten.de). Zu den Konsumgütern in diesem Bereich zählen diverse alkoholische Getränke sowie Mineralwasser und sonstige Erfrischungsgetränke bzw. Säfte. Zu beachten ist, dass nicht jede Getränkesorte einen Wachstumskurs in Aussicht stellt. So sind insbesondere die Bierabsätze in den letzten Jahren rückläufig, während alkoholfreie und regionale Spezialitäten zulegen. Insofern ist bei der Zusammenstellung des Produktsortiments auf eine gesunde Mischung zu achten, die Risiken streut und der Nachfrage vor Ort bestmöglich entspricht. Wer sich selbstständig mit einem Getränkemarkt machen will, sollte ohnehin die aktuellen Trends und Entwicklungen kennen. Nur so wird es möglich sein, die Strategie des Geschäftes mit der notwendigen Nachhaltigkeit auszurichten.
Aktuelle Situation freier Getränkemärkte in Deutschland
Zu bedenken ist ferner, dass es hierzulande immer weniger freie Getränkemärkte gibt – die Zahl der Betriebe ist über die Jahre spürbar zurückgegangen. Diese Geschäftsform wäre ja mit einer Existenzgründung in diesem Bereich verbunden. Große Handelsketten und das attraktive Angebot von Supermärkten und Discountern setzen kleinen Getränkemärkten immer mehr zu. Insofern muss der Standort mit Bedacht gewählt werden. Auch die erfolgskritischen Lieferantenbeziehungen und -konditionen müssen den Schritt in die Selbstständigkeit mit einem Getränkemarkt grundsätzlich als profitabel erscheinen lassen. In diesem Kontext gilt schon bei der Planung: durchrechnen mit konkreten Zahlen & Szenarien ist besser als ein kostenintensives Scheitern nach wenigen Monaten. Insofern sollte direkt zu Beginn auch die strategische Option von Franchiselösungen ernsthaft in Erwägung gezogen werden. Eine alternative Geschäftsidee kann darin bestehen, sich mit einem Kiosk selbstständig zu machen. Auf diesem Weg wäre das Produktspektrum zu großen Teilen, aber eben nicht nur auf Getränke auszurichten.
Bevor eine Standort- oder Franchiseentscheidung fällt, sollte klar sein, welchen Umsatz der Markt erwirtschaften muss, damit er sich nach Einkauf, Miete und laufenden Kosten trägt. Diese Kalkulationsbasis ist der ehrlichste Realitätscheck der ganzen Idee:
Franchisenehmer werden für einen Getränkemarkt
Wer sich für diese Option entscheidet, kann sofort auf ein funktionierendes System zurückgreifen. Besonders wertvoll dabei ist aus betriebswirtschaftlicher Sicht, dass das Produktspektrum samt Lieferkooperationen sofort an einem funktionalen Standort genutzt werden kann. Es besteht nicht der Druck, als kleiner Getränkemarkt preislich mit der unmittelbaren Konkurrenz mithalten zu müssen. Aber natürlich hat die Selbstständigkeit mit einem Getränkemarkt in einem Franchisesystem ihren Preis. Gefordert wird oft eine große Summe an Eigenkapital, und die Umsatzbeteiligungen können die eigenen Gewinne deutlich mindern. Hinzu kommt, dass Existenzgründer ihre Entscheidungsfreiheit zu großen Stücken abgeben müssen, da sie ja quasi nur per Vertrag und klar definierter Rahmenbedingungen auf ein funktionierendes System zurückgreifen können. Allerdings erscheint diese Lösung im Bereich des Getränkehandels als sehr prüfenswert, um die Crux der Lieferantenbeziehungen zu umgehen. Es kann auf jeden Fall nicht schaden, sich online einen Überblick verschiedener Anbieter zu verschaffen und die Konditionen im Detail zu vergleichen. Auch hier gilt: Entscheidungen sollten immer zahlenbasiert und nicht aus dem Bauch heraus getroffen werden.
Persönliche Anforderungen an Existenzgründer
Wer nicht auf Franchise setzen möchte, sollte sich darüber im Klaren sein, dass fundierte betriebswirtschaftliche bzw. buchhalterische Kenntnisse unabdingbar sind, um einen Geschäftsbetrieb mit größtmöglichen Gewinnmargen profitabel führen zu können. Hinzu kommt, dass es sich gerade im Falle eines kleinen Getränkemarktes um eine körperliche Belastung handelt, wenn der Chef selbst mit anpacken muss. Im Falle eines größeren Betriebes rückt der Bereich der Personalführung mit all seinen administrativen Erfordernissen auf den Plan. Ein Staplerschein sollte unbedingt vorhanden sein, um das Verladen so effizient wie nur möglich zu gestalten.
Wer über den ersten Mitarbeiter nachdenkt, sollte die tatsächlichen Personalkosten kennen – Arbeitgeberbrutto und Lohnnebenkosten liegen deutlich über dem Nettolohn.
Mitarbeiterkosten realistisch berechnen
Getränkemarkt eröffnen: Standort und Produktpalette
Die Gedanken zur Ausgangslage haben offenbart, dass eine ganzheitliche Analyse zu Beginn der Planung erforderlich ist, um mit einem Getränkemarkt erfolgreich in die Selbstständigkeit zu starten. Der Businessplan ist der richtige Rahmen, um alle erfolgskritischen Geschäftsbereiche zu planen und aufeinander abzustimmen. Die wichtigsten Aufgaben in diesem Bereich werden im Folgenden vorgestellt. In jedem Fall wird der Businessplan sehr überzeugend sein müssen, wenn damit externe Geldgeber bzw. Banken überzeugt werden sollen. Die Erfahrungen zeigen, dass sich die Arbeit für einen professionellen Businessplan in jeder Hinsicht auszahlen wird.
Wer sich mit einem freien Getränkemarkt selbstständig machen möchte, braucht zunächst einen guten Standort und geeignete Räumlichkeiten. Neben der Lage und einer guten Verkehrsanbindung muss natürlich die unmittelbare Konkurrenzsituation analysiert werden. Nur so kann eingeschätzt werden, wie groß die Nachfrage am Standort sein wird. Was die Räumlichkeiten angeht, so müssen diese groß genug sein, um das Produktspektrum angemessen zu präsentieren. Insofern können höhere Kosten durchaus gerechtfertigt sein, wenn der Standort samt Räumlichkeiten eine nachhaltig gute Geschäftsbasis in Aussicht stellt. Von immenser Bedeutung sind ausreichende Parkmöglichkeiten mit möglichst kurzen Wegen, denn schwere Getränkekisten werden in aller Regel mit dem Auto eingekauft. Auch das Thema Pfandrückgabe muss für Kunden so angenehm wie möglich gelöst werden, denn vor dem Einkauf werden Kisten und Einwegflaschen für gewöhnlich wieder abgegeben. Dieser Prozess muss sich zügig und problemlos erledigen lassen, um für ein angenehmes Einkaufserlebnis zu sorgen, das zum Wiederkommen einlädt. Insofern muss im Businessplan jedes Detail stimmen, um alle Verkaufsprozesse aus Kundensicht optimal zu gestalten.
Bevor der erste Auftrag an einen Lieferanten geht, hilft eine nüchterne Orientierung entlang der wichtigsten Gründungsschritte. Die folgende Liste ist als unverbindliche Orientierungshilfe gedacht, nicht als rechtssicherer Leitfaden.
- Zielgruppe, Sortimentsschwerpunkt und regionalen Wettbewerb analysieren.
- Entscheiden: freier Markt oder Franchise?
- Standort-Kandidaten mit Blick auf Parkplätze, Anlieferung und Frequenz bewerten.
- Businessplan erstellen und benötigten Zielumsatz kalkulieren.
- Kapitalbedarf für Umbau, Kühlung, Kassensystem und Warenlager ermitteln.
- Finanzierung und mögliche Fördermittel klären.
- Konditionen mit Groß- und Regionalhändlern verhandeln, Abhängigkeiten vermeiden.
- Sortiment nachfrageorientiert zusammenstellen, Nischen- und Aktionsware planen.
- Lagerbestände und Verfallsdaten im Blick behalten.
- Gewerbe anmelden und Rechtsform festlegen.
- Jugendschutz für Alkohol/Tabak sicherstellen, Nutzungsänderung und Brandschutz klären.
- Kassenführung (TSE), Preisauszeichnung und Öffnungszeiten des Bundeslandes beachten.
- Pfandrücknahme und Kundenwege reibungslos einrichten.
- Serviceleistungen (Lieferung, Einladehilfe) und Eröffnungsmarketing planen.
- Saison- und Zusatzsortiment für umsatzschwache Monate vorbereiten.
Wesentlicher Erfolgsfaktor: Bezugsquellen für den Einkauf
Franchiselösungen kommen nicht in Betracht, ein Standort samt Räumlichkeiten ist gefunden. Bevor es losgeht, muss unbedingt Klarheit über den erfolgskritischen Faktor Bezugsquellen herrschen. Gemeint sind Kooperationen mit Lieferanten und deren Vertragskonditionen. Und in diesem Bereich haben es kleine, freie Getränkemärkte sehr schwer, weshalb sich Franchiselösungen in diesem Sektor einer großen Beliebtheit erfreuen. Es gilt, Verträge mit möglichst guten Konditionen auszuhandeln, sodass Gewinnmargen erzielt werden können. Zu hohe Einkaufspreise entziehen einem Getränkemarkt angesichts der erdrückenden Konkurrenz sehr schnell die wirtschaftliche Grundlage. Insofern empfiehlt es sich, Kooperationen mit regionalen Anbietern anzustreben, die tendenziell eher mit sich handeln lassen und Rabatte gewähren. Und viele Kunden kaufen zudem ganz bewusst regionale Erzeugnisse. Je größer die Abnahmemenge, desto niedriger wird der Einkaufspreis sein. Doch Vorsicht: Zu hohe Lagerbestände, auf denen der Geschäftsführer womöglich lange sitzen bleibt, können die Liquidität sehr schnell gefährden. Und auch Getränke haben ein Verfallsdatum.
Zwischenfazit: Ohne Kontakte geht es nicht …
Wer sich selbstständig mit einem Getränkemarkt machen möchte, braucht in jedem Falle schon vor der Eröffnung ein gutes Netzwerk bzw. Kontakte in der Branche. Ansonsten kann es schwierig werden, (Groß-)Händler für sich zu gewinnen. In der Branche gilt folgende Faustregel: Je näher Getränkemärkte am Produzenten sind, desto günstiger respektive wirtschaftlicher sind die Einkaufspreise. Gewinnmargen werden sich nicht durch überteuerte Preise erreichen lassen, schließlich ist die Auswahl für Kunden fast unendlich.
Produktpalette und Serviceangebot
Im Businessplan sollte deutlich werden, welche Getränke in welchem Maße und zu welchen Margen verkauft werden sollen. Willkürlich sollte der Fokus auf bestimmte Getränke oder auch Biersorten nie erscheinen, sondern sich möglichst nachfrageorientiert am Standort belegen lassen. Zudem kann es durchaus sein, dass eine Angebotslücke für bestimmte Getränke vorhanden ist. Um das Sortiment bewusst von der Konkurrenz abzuheben, können besondere Produkte verkauft werden. Zu denken ist etwa an erlesene Weine aus aller Welt oder internationale Biersorten. Sinnvoll ist es ebenso, Kunden mit Aktionen immer wieder bei Laune zu halten und zum Kauf zu animieren (z. B. Bier oder Wein des Monats). Natürlich kann es auch sinnvoll sein, auf höherpreisige Nischenprodukte wie Bio-Erzeugnisse zu setzen. Neben der eigentlichen Produktpalette an Getränken spielt für Kunden zudem das direkt erlebbare Serviceniveau eine entscheidende Rolle. Gerade in diesem Bereich haben kleine Getränkemärkte die große Chance, sich von der Konkurrenz abzuheben.
Was ist für Kunden ein Mehrwert?
Denkbar wäre etwa eine persönliche Hilfe beim Einladen ins Auto oder bei der Pfandrückgabe. Ein kostenloser Lieferservice ab einem bestimmten Betrag in einem definierten Umkreis kann den Kundenkreis deutlich erhöhen, ebenso die Bekanntheit. Im Markt können Verkostungsaktionen einen sinnvollen Beitrag dazu leisten, Kunden an neue Produkte heranzuführen oder diese zu testen, bevor sie in das Programm aufgenommen werden. Handlungsspielräume bestehen auch im kundenorientierten Umgang mit Reklamationen. Viele Getränkemärkte nehmen volle Kisten zurück, wenn für eine Feier zu viel eingekauft wurde. Apropos: In diesem Bereich könnte eine zusätzliche Einnahmequelle erschlossen werden, indem Caterer beliefert werden oder auf Veranstaltungen in der Nähe ein eigener Stand betrieben wird.
Getränkemarkt: Tücken und häufige Fehler
Viele Existenzgründungen scheitern nicht an der Idee, sondern an handwerklichen Fehlern in der Umsetzung. Die typischen Fallstricke im Getränkehandel:
- Schwache Einkaufskonditionen: Wer als kleiner Markt zu teuer einkauft, hat gegen Discounter kaum eine Chance. Ohne Menge oder regionale Partner bleibt die Marge zu dünn.
- Standort unterschätzt: Fehlende Parkplätze oder eine schlechte Anlieferung sind bei schweren Kisten ein K.-o.-Kriterium.
- Liquidität durch Überbestände: Zu große Lager binden Kapital, und auch Getränke haben ein Verfallsdatum.
- Saison ignoriert: Wer die Umsatzdelle im Winter nicht einplant, gerät in Zahlungsnot.
- Jugendschutz vernachlässigt: Verstöße beim Verkauf von Alkohol und Tabak können empfindliche Bußgelder und Ärger mit der Behörde nach sich ziehen.
Die Finanzen müssen stimmen
Die Mehrzahl an Existenzgründern scheitert an den Finanzen. Daher sollten diese im Businessplan sorgfältig und vor allem realistisch geplant werden. Für Umbau und Einrichtung können schnell hohe Kosten entstehen (man denke etwa nur an ein Kassensystem und ggf. Automaten für die Rückgabe von Pfand). Das unternehmerische Risiko für die Selbstständigkeit mit einem Getränkemarkt ist nicht zu leugnen, weshalb es schon durch die Wahl der Rechtsform in die richtigen Bahnen gelenkt werden sollte (Stichwort Haftung). Die Qualität eines Businessplans ist entscheidend für die Verhandlungsposition, die Existenzgründer in Gesprächen mit Banken einnehmen können.
Umbau, Kühltechnik und Warenlager verschlingen zu Beginn viel Kapital. Wer eine Investitionsfinanzierung plant, sollte Raten und Zinsen vorab durchrechnen.
Finanzierung mit dem Kreditrechner planen
Bevor der Bankkredit ins Spiel kommt, lohnt der Blick auf mögliche Zuschüsse und geförderte Darlehen – gerade in der Gründungsphase.
Kostenlosen Fördermittelcheck starten
Ob GbR, Einzelunternehmen oder haftungsbeschränkte Form: Die Rechtsform entscheidet über Haftung, Kapital und Aufwand. Ein kurzer Check grenzt die Optionen ein.
Saisonale Schwankungen bedenken bzw. ausgleichen
Es sollte Klarheit darüber herrschen, dass saisonale Schwankungen in der Natur dieser Geschäftsidee liegen. Im Sommer werden mehr Getränke konsumiert als im Winter, dementsprechend werden die Umsätze nicht gleichmäßig verteilt sein. Daher überrascht es nicht, dass in vielen Getränkemärkten nicht nur Getränke verkauft werden. Zum (saisonalen) Produktangebot können auch Knabbereien, Haushaltsartikel oder funktionale Alltagshelfer gehören. Hier sind der geschäftlichen Kreativität keine Grenzen gesetzt, um neue Einnahmequellen jenseits des Verkaufes von Getränken zu generieren.
Großereignisse sind eine Chance für das Geschäft
Auch sportliche Großereignisse wie eine Fußballweltmeisterschaft können die Nachfrage kurzfristig in die Höhe schnellen lassen. Es gilt, sich langfristig auf solche Chancen vorzubereiten. Zudem können Werbeaktionen gerade zu solchen Anlässen als reichweitenstarke Marketingwaffe genutzt werden. Es gibt nichts Ärgerlicheres als kaufwillige Kunden, die im Getränkemarkt vor leeren Paletten enttäuscht stehen und dem Laden im schlimmsten Falle für immer den Rücken zukehren.
Getränkemarkt eröffnen: zu beachtende Formalitäten
Wer einen Getränkemarkt eröffnen will, muss vorher unbedingt ein Gewerbe anmelden. Das Gewerberecht sieht hierfür keine spezifischen Qualifikationen vor, sodass mit recht geringen formalen Einstiegshürden zu rechnen ist. Welche Nachweise erbracht werden müssen und ob eine Erlaubnispflicht zu beachten ist, hängt immer vom konkreten Angebotsspektrum des Getränkemarktes ab. Dieses muss ohnehin auf dem Formular zur Gewerbeanmeldung umfassend geschildert werden.
Wichtig zur Klarstellung: Der reine Verkauf alkoholischer Getränke über die Ladentheke (ohne Ausschank zum Verzehr an Ort und Stelle) ist keine erlaubnispflichtige Gaststättentätigkeit – eine Gaststättenerlaubnis brauchen Sie dafür nicht. Zwingend einzuhalten sind aber die Vorgaben des Jugendschutzgesetzes (§ 9 JuSchG): Abgabeverbote an Jugendliche beachten und den einschlägigen Aushang gut sichtbar anbringen. Wer zusätzlich Tabakwaren führt, muss ebenfalls die Jugendschutz- und Kennzeichnungsvorgaben erfüllen.
Was die Pfandabwicklung angeht, so sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu beachten: Welche Art von Pfand muss mit Blick auf das eigene Produktspektrum zurückgenommen werden? Was die Räumlichkeiten angeht, so ist eine Nutzungsänderung ggf. ebenso zu beantragen wie eine Genehmigung für Umbauarbeiten. Damit die Geschäftsräume von der Gewerbeaufsicht abgenommen werden können, müssen sie den Anforderungen des Brandschutzes entsprechen. Ausreichende Parkmöglichkeiten und sanitäre Anlagen sind je nach Größe des Ladenlokals zur Verfügung zu stellen. Für den laufenden Geschäftsbetrieb sind die gesetzlichen Öffnungszeiten im Bundesland ebenso wie die Preisauszeichnungspflichten zu beachten.
Sobald das Angebotsspektrum feststeht, führt der erste offizielle Schritt zum Gewerbeamt. Ein persönlicher Fahrplan bündelt die wichtigsten Formalitäten:
Gewerbe anmelden: persönlicher Plan
Trends im Getränkehandel
- Regionalität und Craft: Regionale Brauereien, Craft-Bier und lokale Erzeugnisse heben kleine Märkte vom Discounter-Sortiment ab.
- Alkoholfrei im Aufwind: Alkoholfreie Biere, Schorlen und funktionale Getränke gewinnen kontinuierlich an Bedeutung.
- Lieferservice: Der Getränke-Bringdienst erschließt bequeme Zusatzumsätze und erschließt Kunden, die keine schweren Kisten schleppen wollen.
- Nachhaltigkeit: Mehrweg, kurze Transportwege und regionale Lieferketten sprechen umweltbewusste Kunden an.
Kurzzusammenfassung für die Geschäftsidee ‚selbstständig machen mit Getränkemarkt‘
- Die Darstellungen zu dieser Geschäftsidee lassen folgende Faktoren für Erfolg mit einem Getränkemarkt deutlich werden: solide Finanzen, guter Standort sowie belastbare Lieferantenkooperationen und vorteilhafte Einkaufskonditionen.
- Da es kleine, freie Getränkemärkte angesichts der enormen Konkurrenz zusehends schwerer haben, kann Franchise durchaus eine Option für die Existenzgründung in diesem Bereich sein.
- Der Erfolg steht und fällt mit guten Einkaufskonditionen, die entscheidend für ausreichende Gewinnmargen sind. Da kleine Getränkehändler eine schwächere Verhandlungsposition haben, sollten sie eher regional denken und handeln.
- Wer sich von der Konkurrenz abheben möchte, kann dies gezielt mit Produkten und einem hohen Serviceniveau tun. Hierin liegt auch ein großes Marketingpotenzial verborgen.
- Vor der Eröffnung eines Getränkemarktes muss ein Gewerbe angemeldet werden. Vor allem der gesetzliche Jugendschutz muss beachtet werden, wenn alkoholische Getränke und/oder Tabakwaren verkauft werden.
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