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Selbstständig machen als Software-Entwickler

Existenzgründung: Softwareentwickler stehen einer rosigen beruflichen Zukunft gegenüber, wobei aktuell vor allem die innovativen Bereiche Mobile und Cloud für eine gute Auftragslage sorgen. Wie wichtig IT-Lösungen im Wirtschaftsleben mittlerweile sind, zeigt die Tatsache, dass etwa 75 % aller Unternehmen mit offenen Stellen Softwarespezialisten suchen. Mit dem entsprechenden Knowhow und einem guten Netzwerk profitieren gerade selbstständige Softwareentwickler von den Chancen des flexiblen Arbeitsmarktes, denn viele Unternehmen arbeiten mittlerweile sehr gerne mit externen Freelancern zusammen, um Lücken zu schließen bzw. Engpässe flexibel zu überbrücken. Hierin liegen die Chancen für selbstständige Softwareentwickler. Allerdings steigen gleichzeitig auch die Ansprüche der Unternehmen mit Blick auf den erstrebenswerten Wissenstransfer: Es gilt aus Unternehmenssicht, möglichst langfristig vom externen Fachwissen zu profitieren. Die Ansprüche in puncto Qualität und Geschwindigkeit steigen, daher wird sich jeder Softwareentwickler mit einem serviceorientierten Leistungsspektrum strategisch so aufstellen müssen, dass das eigene Fachwissen als unverzichtbar wahrgenommen wird. Es geht also um mehr als nur den eigentlichen Prozess der Entwicklung von Software: Gefragt ist auch eine vorherige Bedarfsanalyse sowie eine anschließende Qualitätskontrolle, um den betriebswirtschaftlichen Mehrwert eines Projektes konkret fassen bzw. beziffern zu können.
 

Angestellt oder selbstbestimmt: Der Arbeitsmarkt eröffnet für Softwareentwickler viele Karrierechancen

Wer sich als Experte geheimnisvoll gibt und sich gegenüber Kunden abschottet, dürfte es langfristig schwer haben. Aus Unternehmenssicht muss das externe Fachwissen kurz- und langfristig nutzbar sein. Insgesamt sehen die Berufsperspektiven in diesem Bereich sehr gut aus, dies betrifft auch eine Festanstellung. Wer allerdings sein eigener Chef ist, agiert selbstbestimmter und erzielt in aller Regel auch ein höheres Einkommen. In diesem Beitrag sollen wesentliche Aspekte und (formale) Rahmenbedingungen zur Selbstständigkeit als Softwareentwickler skizziert werden.
 

Selbstständig machen als Softwareentwickler: Was Interessenten in diesem Beitrag nachlesen können

  • Analyse der Rahmenbedingungen zur strategischen Platzierung des eigenen Leistungsspektrums
  • formale Voraussetzungen für die Selbstständigkeit
  • Softwareentwickler: freiberuflich oder gewerblich?
  • Wissenswertes zur notwendigen Qualifikation
  • Netzwerke(n) als Grundvoraussetzung für Erfolg
  • Homepage und Referenzen: das eigene Expertenwissen wirksam anpreisen
     

Formale Aspekte zur Existenzgründung als Softwareentwickler

Eine eindeutige Zuordnung des Softwareentwicklers in die gewerbliche oder freiberufliche Ecke ist nicht ohne weiteres möglich. In der Praxis verhält es sich so, dass die meisten Softwareentwickler freiberuflich agieren und somit weder ein Gewerbe anmelden müssen noch auf eine erweiterte Buchführung angewiesen sind. Auch wenn EDV-Berufe sich nicht in den relevanten Katalogberufen für die Freiberuflichkeit wiederfinden, so lässt sich daraus nicht unbedingt eine Gewerbepflicht ableiten. Eine freiberufliche Tätigkeit ist immer dann anzunehmen, wenn die Tätigkeit auf einer besonderen Qualifikation basiert, die durch ein Studium beispielsweise formal legimitiert wird. Soweit sich ein Softwareentwickler mit Systemtechnik bzw. Systemsoftware befasst, ist in der Regel eine freiberufliche Tätigkeit anzunehmen, die Anmeldung beim Gewerbeamt entfiele dann. Wer nur Anwendungssoftware programmiert (man denke hier auch an die aufstrebenden mobile Apps), kann mit einem Blick auf die aktuelle Rechtsprechung auch in die Gewerbepflicht kommen. Der Bundesfinanzhof hat in diesem Kontext einen recht klaren Rahmen abgesteckt: So kann auch bei der Softwareentwicklung von komplexeren Lösungen eine freiberufliche Tätigkeit vorliegen, wenn das theoretische Wissen für die Arbeit mit einem Diplom-Ingenieur oder aber einem Diplom-Informatiker vergleichbar ist und der Softwareentwickler wie ein Ingenieur agiert, also entwickelnd, planend und überwachend.

Gewerblich tätig ist, wer nur Trivialsoftware entwickelt. 2002 sprach das Finanzgericht Rheinland-Pfalz diesbezüglich von einem Verkaufspreis, der nicht oberhalb von 800 DM liegt. Die eigenen Startvoraussetzungen sollten also geprüft werden, wozu das eigene Leistungsspektrum näher gefasst werden sollte: Welche Leistungen können durch das eigene Fachwissen angeboten werden? Welches Wissen wird aktuell sehr gefragt? Idealerweise können selbstständige Softwareentwickler ein Alleinstellungsmerkmal aufweisen, wenn sie sich etwa mit einer neuen Technologie nachweislich gut auskennen (= Mehrwert aus Kundensicht).
 

Die Zugangsvoraussetzungen sind nicht wirklich klar definiert

Klassischerweise haben freiberufliche Softwareentwickler ein Hochschulstudium absolviert, das dann als formale Grundlage für ihren Status herangezogen werden kann. Autodidakten haben aber auch gute Berufschancen, wenn sie nachweislich gute Arbeit leisten und sich immer wieder fortbilden. Dies scheint ohnehin eine Grundvoraussetzung für nachhaltigen Erfolg zu sein, denn gerade im Bereich der Programmierung sind Standards schnell veraltet. Eine Qualifikation kann eine Hilfe sein, um Kunden zu gewinnen und zu überzeugen. Letztlich kann ein Softwareentwickler seine Referenzen aber auch immer am Bildschirm vorzeigen. Der Bundesfinanzhof jedenfalls hat auch Autodidakten zugesprochen, den Status des Freiberuflers erlangen zu können, wenn die notwendigen Fertigkeiten in der gesamten Tiefe und Bandbreite nachgewiesen werden können. Ein klassisches bzw. starres Ausbildungsprofil gibt es in diesem Bereich nicht.
 

Ein fundiertes Expertenwissen ist die Grundvoraussetzung für nachhaltigen Erfolg

Softwareentwickler gelten oft als introvertiert und eigenbrötlerisch: Dies sind natürlich keine guten Voraussetzungen, um sich ein erforderliches Netzwerk aufzubauen und im Team zu kooperieren. Insofern sollte jeder angehende Selbstständige in diesem Bereich seine eigenen Fähigkeiten ehrlich hinterfragen: Neben der Programmiersprache kommt es insbesondere auch auf die Kommunikation mit Kunden an: Flexibilität, Reaktionsschnelligkeit und ein hohes Maß an Lösungsorientierung sollten die Maxime des angebotenen Leistungsspektrums sein. Was die Programmiersprachen bzw. das nötige Fachwissen angeht, so sollte es am besten so breit wie möglich gefächert sein, um aus Kundensicht so kompetent wie nur möglich zu erscheinen. Daher sollten mehrere Programmiersprachen beherrscht werden.
 

Softwareentwickler sollten sich immer am technologischen Puls der Zeit orientieren

Durch Fortbildungen kann sichergestellt werden, dass Kunden stets die aktuell beste technische Lösung erhalten. Fundierte Fachkenntnisse können durch Arbeitsreferenzen nachgewiesen werden, um Kunden (im Zweifelsfall) zu überzeugen. Auch wenn der Anfang schwer sein mag, so wird mit zunehmenden Referenzen auch die Anzahl der Kunden steigen. Wer sich in speziellen Netzwerken bzw. auf bestimmten Plattformen als professioneller Freelancer präsentiert, kann die Auftragsakquise auf diesem virtuellen Wege automatisieren bzw. in der Startphase zumindest wirksam ankurbeln.
 

Wer sein Handwerk versteht, sollte es auch sichtbar zeigen

Eigentlich bedarf es keiner Erwähnung, aber ein professioneller Softwareentwickler sollte sein Können, Wissen und Leistungsspektrum mit einer eigenen Homepage überzeugend nach außen tragen. Auf dieser virtuellen Visitenkarte können Arbeitsproben, bisherige Projekte und insbesondere Erfolge vermarktet werden. Und natürlich kann eine solche suchmaschinenoptimierte Homepage auch der erste Anlaufpunkt für potenzielle Neukunden sein. Netzwerke sind für Softwareentwickler in jeder beruflichen Hinsicht entscheidend: Insofern sollten auch Plattformen wie Xing genutzt werden, um sich und sein Können zu präsentieren und den eigenen oder anderen Auftrag zu gewinnen.
 

Ein Fazit zu den Chancen als selbstständiger Softwareentwickler (Freelancer)

Geschäftsprozesse und Kundenlösungen werden in Zukunft immer weiter softwarebasiert sein, sodass sich für Softwareentwickler zahlreiche Handlungsfelder ergeben werden, vor allem auch in Bezug auf den jetzt schon feststellbaren Fachkräftemangel. Letzterer ist es, der vor allem Freiberufler in eine komfortable Ausgangsposition bringt. Diese wird dadurch verstärkt, dass auch Unternehmen ein großes Interesse an flexiblen Lösungen haben, bei denen sich externes Expertenwissen bedarfsgerecht einbinden lässt. Wer das nötige Knowhow und eine serviceorientierte und kommunikationsstarke Einstellung gegenüber Kunden mitbringt, dürfte sich erfolgreich eine berufliche Selbstständigkeit aufbauen, zumal ja eigentlich kaum Investitionskosten entstehen. Etwaige berufliche Risiken durch Fehler beim Entwickeln und Programmieren können wirksam mit einer Berufshaftpflichtversicherung eingegrenzt werden.
 

Fazit mit den wichtigsten Aspekten: erfolgreich selbstständig machen als Softwareentwickler (Freelancer)

  • der Arbeitsmarkt für Softwareentwickler ist jetzt und in Zukunft attraktiv, sodass die Selbstständigkeit eine interessante Alternative zu einem Beschäftigungsverhältnis ist
  • in den meisten Fällen lässt sich aufgrund der Qualifikation eine freiberufliche Tätigkeit legitimieren. Im Zweifelsfall wird das zuständige Finanzamt entscheiden
  • es gibt kein klassisches Ausbildungsprofil: Neben einem IT-Studium haben auch Autodidakten in diesem Bereich gute Chancen als professionelle Freelancer
  • ein breit gefächertes und sehr aktuelles Fachwissen ist Pflicht: Je mehr Programmieroptionen ein Entwickler beherrscht, desto mehr und optimalere Lösungen kann er anbieten
  • Netzwerke(n) als Grundvoraussetzung: durch die Präsenz auf spezialisierten Plattformen können Geschäftskontakte ohne großen Zeitaufwand forciert werden
  • eine professionelle Homepage ist mehr als nur eine virtuelle Visitenkarte: sie visualisiert das eigene Leistungsangebot und aus Kundensicht sehr interessante Referenzen
  • eine Berufshaftpflichtversicherung schützt vor finanziellen Risiken bei ‚Arbeitsfehlern‘

Was passiert mit meiner Krankenversicherung, wenn ich selbstständig bin?

Als Selbstständiger sind Sie nicht mehr ohne weiteres in Ihrer gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert. Sie müssen sich dort nun auf Antrag befreien lassen. Die künftige Beitragshöhe richtet sich hier nach Ihrem Einkommen. Die Kosten für Selbstständige betragen in 2018 zwischen ... [ weiter... ]

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