Firmenwagen: das müssen Sie beim Verkauf beachten

Kaufvertrag Firmenwagen

Viele Unternehmer nutzen einen Firmenwagen. Mit Ablauf der Abschreibungsfrist von 6 Jahren veräußern sie diesen und schaffen einen neuen an. Beim Verkauf des Altfahrzeugs können allerdings Fehler passieren, die steuerliche oder rechtliche Konsequenzen haben. Worauf Unternehmer achten sollten, um unvorhergesehene Zusatzkosten und Ärger zu vermeiden, ist jetzt Thema.
 

Verkauf des Firmenwagens mit Gewinn ist steuerpflichtig

Unternehmer nutzen in der Regel den Erlös des alten Firmenwagens dazu, um den neuen Wagen anzuzahlen. Gelingt es, einen guten Preis zu erzielen, freut es sie umso mehr. Doch der Fiskus möchte seinen Anteil am Verkaufsgewinn kassieren. Der Gewinn, der das Finanzamt interessiert, ergibt sich aus dem Buchwert und dem Verkaufspreis. Gelingt es Ihnen also, ihr Firmenfahrzeug zu einem höheren Preis zu verkaufen, als er in den Büchern steht, wird dieser Gewinn dem Gesamtgewinn zugeschlagen und ist damit voll steuerpflichtig.

Beim Verkauf des Firmenwagens spielt es eine Rolle, ob der PKW zum Privatvermögen oder zum Betriebsvermögen gehört. Denn: Nutzen Sie Ihren Firmenwagen weniger als 10%, gehört er in Ihr Privatvermögen und der Gewinn aus dem Verkauf ist nicht steuerpflichtig. Ausführliche Informationen zur Einordnung des Fahrzeugs in Privat- oder Betriebsvermögen liefert der Beitrag „Firmenwagen für Selbstständige“.

Im Zweifel sollten Sie sich mit Ihrem Steuerberater zusammensetzten und klären, was bei der steuerlichen Gesamtbetrachtung für Sie am besten passt.
 

Steuerbelastung berücksichtigen

Es ist ratsam, die steuerliche Belastung beim Verkauf im Hinterkopf zu behalten. Im Folgenden ein Beispiel aus einer GmbH, bei der 30 % Körperschaftsteuer auf den Gewinn zu Buche schlagen:

Angenommen, der Restbuchwert des Autos liegt bei 5.000 €. Beim Verkauf erzielt der Unternehmer 11.000 €. Damit steht ein Gewinn von 6.000 € in den Büchern. Die Körperschaftsteuer frisst davon 30 %, also insgesamt 1.800 €. Dem Unternehmer bleiben noch 4.200 € übrig.

Die Abgaben sind recht happig und können bei unvorbereiteten Unternehmern zu einem bösen Erwachen führen.
 

Betrieblich genutzten PKW als Privatentnahme aus dem Betriebsvermögen holen

Wer darüber nachdenkt, einen betrieblich genutzten PKW trotzdem steuerfrei zu verkaufen, müsste das Auto aus der Firma entnehmen. Steuerlich nennt man diesen Ausweg „Entnahme-Verkaufs-Modell“. Kurz gesagt entnehmen Sie den Wagen aus dem Betriebsvermögen und überführen ihn in Ihren privaten Sitz. Allerdings sollten Sie ein solches Vorhaben unbedingt mit Ihrem Steuerberater abstimmen, denn auch hier lauern Fallstricke. So muss die Entnahme zum Beispiel in der Buchhaltung dokumentiert sein. Passieren Fehler, drohen unter Umständen umsatzsteuerliche Probleme.
 

Gewährleistungspflicht: Verkauf an Privatpersonen mit Auflagen

Das Gesetz zur Sachmangelhaftung wurde im Jahr 2002 überarbeitet. Verkaufen Sie Ihren Firmenwagen an eine Privatperson, müssen sie 2 Jahre lang für sämtliche Mängel geradestehen, die über den typischen Verschleiß hinausreichen. Voraussetzung dafür ist, dass der Mangel bereits bei der Übergabe vorlag. Vertraglich lässt sich die Sachmängelhaftung beim Verkauf an Privatpersonen nicht ausschließen. Wer einen solche Klausel in den Vertrag einbaut, handelt unzulässig. Die Klausel ist nicht wirksam. Verkaufen Sie das Auto aber an einen Gebrauchtwagenhändler oder an ein anderes Unternehmen, können Sie den Gewährleistungsausschluss vereinbaren.
 

Lässt sich die Gewährleistungspflicht bei Privatpersonen umgehen?

Ob sich die Sachmängelhaftung beim Verkauf an Privatpersonen umgehen lässt, ist eine Frage, mit der sich schon viele Unternehmer beschäftigt haben. Da dieser Sachverhalt immer wieder nachgefragt wird, folgen einige Hinweise zum Umgang mit der Gewährleistungspflicht beim Verkauf an Privatpersonen, die andere Gewerbetreibende bereits getestet haben. Über deren Anwendung aber sollten Sie gründlich nachdenken.
 

Nicht rechtens: Firmenwagen privat veräußern

Gewerbetreibende neigen dazu, einen Firmenwagen unter dem Label „privat“ zu verkaufen. Der Umweg läuft zum Beispiel über den Unternehmer selbst (Entnahme-Verkaufs-Modell) oder über eine andere Privatperson.

  • Zunächst verkauft die GmbH das Auto an den Unternehmer oder an eine nahestehende Privatperson.
  • Diese verkauft das Fahrzeug dann an eine andere Privatperson und wähnt sich damit aus der Haftung.

An dieser Stelle sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass dieser Umweg riskant ist. Es gibt inzwischen Gerichtsurteile, die bestätigen, dass dieser Umweg über Privatpersonen, die dem Gewerbebetrieb nahestehen, nicht zulässig ist. Man sagt zwar, wo kein Kläger da kein Richter, aber falls der private Käufer des ehemaligen Firmenwagens doch klagt und vor Gericht zieht, haben Sie schlechte Karten. Es bleibt wie es ist: der Ausschluss der Sachmangelhaftung ist nicht wirksam. Die Konsequenz können Nachbesserung, Kaufpreisminderung oder Schadenersatz sein.
 

Kritisch: Bastlerfahrzeug veräußern

In Anbetracht der Unmöglichkeit, einen Firmenwagen ohne Gewährleistungspflicht von privat an privat zu veräußern, kommen Selbstständige schon mal auf die Idee, das Auto als Bastlerfahrzeug zu bezeichnen. „Firmenwagen - gekauft wie gesehen“ oder „Firmenwagen als Bastlerfahrzeug abzugeben“ lauten Anzeigen, die bereits auf vorhandene Mängel hinweisen. Allerdings ändert das nichts an den Fakten. Gesetzliche Sachmangelhaftung lässt sich auch über diesen Weg nicht ausschließen. Wenn es hart auf hart kommt, haben Sie das Nachsehen.
 

Fazit: Gewährleistungspflicht bleibt beim Verkauf an privat bestehen

Unterm Strich können Sie ein Firmenfahrzeug ohne Gewährleistungspflicht nur an einen anderen Gewerbetreibenden veräußern, wenn dieser per Unterschrift den wirksamen Ausschluss der gesetzlichen Sachmängelhaftung bestätigt. Der Verkauf an privat aber unterfällt der gesetzlichen Regelung und Sie bleiben 2 Jahre lang für Sachmängel haftbar.

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