Einkauf und Verkauf von Brautmode – worauf kommt es an?

Brautkleider Auswahl

Im Brautmoden-Business geht es schnelllebig zu. Trends kommen und gehen und Bräute möchten häufig aktuelle Schnitte, Formen und Farben tragen. Umso wichtiger ist es für Brautmodengeschäfte, mit der Zeit zu gehen und ihre Kollektionen stets „up to date“ zu halten. Deshalb ist eine der wichtigsten Fragen in dieser Branche die nach dem Ein- und Verkauf der Kleider. Wie sind die Margen und mit welchen Lieferanten lohnt sich die Zusammenarbeit?
 

Gute Kontakte zahlen sich aus

Natürlich spielen auch in der Branche der Brautausstattung Angebot und Nachfrage eine Rolle. Brautmodengeschäfte stehen häufig in direkter Konkurrenz zueinander. Dies führt dazu, dass sich einzelne Händler mit den jeweiligen Preisen geradezu unterbieten. Nicht zuletzt deshalb fordern immer mehr Unternehmen brancheninterne Preis-Untergrenzen. Namhafte Hersteller von Brautkleidern achten allerdings schon heute darauf, ausschließlich mit professionellen Geschäften zusammenzuarbeiten, die ihre Arbeit zu schätzen wissen. Wer sich mit einem Brautmodengeschäft selbstständig macht, muss also Kontakt zu den einzelnen Herstellern aufnehmen. Dies geht zum Beispiel auf B2B-Messen, also Veranstaltungen, zu denen nur Unternehmen Zutritt haben. Hierfür ist es unerlässlich, dass Sie bereits ein Gewerbe angemeldet haben. Dann können Sie auf den entsprechenden Fachmessen Kontakte zu Herstellern und Großhändlern knüpfen und die perfekten Geschäftspartner für Ihr Unternehmen finden.
 

Den richtigen Großhändler finden

Bei der Wahl des Großhändlers für Ihr Unternehmen kommt es vor allem darauf an, welche Brautmoden Sie verkaufen möchten. Es gibt unterschiedliche Hersteller mit völlig verschiedenen Stilen. Wählen Sie hier aus, was zu Ihrem Geschäft passt. Auch ist es sinnvoll, Preise zu vergleichen. Die meisten Großhändler haben mehrere Hersteller im Programm und können Ihnen, je nach Abnahmemenge, günstige Einkaufs-Preise anbieten. Nicht wenige Brautmodengeschäfte kooperieren allerdings auch direkt mit den Herstellern und beziehen von dort ihre Kleider – oder designen und nähen diese sogar selbst.
 

Die richtige Preiskalkulation ist das A und O

Auch als Brautmodengeschäft müssen einige Fixkosten gedeckt sein. Dazu zählt beispielsweise die Miete für das Ladenlokal. Zudem sind Löhne für Mitarbeiter und Kosten für Werbung und Marketing zu bedenken. Deshalb führt kein Weg an einer umfangreichen Preiskalkulation vorbei. Die Einkaufspreise für Brautkleider variieren je nach Hersteller. Nicht zuletzt deshalb sollten Sie gerade in der Gründungsphase auf wenige ausgesuchte Hersteller setzen und ihre Produktpalette später erweitern.

Kleider, die im Einkauf bereits relativ teuer sind und mehrere Hundert Euro kosten, werden später auch wesentlich teurer weiterverkauft. Bruttopreise von 4.000 bis 5.000 Euro sind dann keine Seltenheit. Im Gegenzug dazu gibt es natürlich auch Kleider, die im Einkauf unter 100 Euro kosten und entsprechend günstig zu verkaufen sind. In jedem Fall müssen beim Verkauf alle laufenden Kosten gedeckt sein.

Achtung: Nicht jede Braut, die in ein Brautmodengeschäft kommt, kauft auch etwas! Viele Bräute besuchen heutzutage fünf oder mehr Geschäfte, bevor es zu einem Abschluss kommt. Auch dies ist bei der Preiskalkulation zu beachten. Die Leitfrage ist hier: Wie viele Kleider sind zu verkaufen, damit alle Kosten gedeckt sind und das Unternehmen Gewinn macht?

 

Soft Skills nicht vernachlässigen

Bräute, die nach einem Kleid für ihren großen Tag suchen, wünschen sich den perfekten Service. Sie kommen oft in Begleitung von Familie und Freundinnen in ein Brautmodengeschäft und möchten wie eine Prinzessin behandelt werden. Für einen Abschluss sind daher die sogenannten Soft Skills entscheidend. Die Braut soll ein gutes Gefühl bekommen, dann möchte sie in vielen Fällen auch kaufen. Zu den wichtigen Eckpunkten beim Verkauf gehören also:

  1. Guter Service. Fragen Sie die Braut nach ihrem Verlobten, ihrer Planung und ihren Vorlieben. So finden Sie das passende Kleid.

  2. Sekt, Kaffee, Wasser und kleine Petit fours halten die Begleitungen bei Laune und lassen Sie in guter Erinnerung bleiben.

  3. Fragen Sie nach dem vorhandenen Budget und bieten Sie dann ausschließlich Kleider an, die sich im preislichen Rahmen bewegen. So beugen Sie Enttäuschungen vor.

Wichtig ist hier, dass das Kleid zwar noch so schön sein kann: Wenn das Einkaufserlebnis nicht stimmt, wird die Braut es nicht kaufen.

 

Zusätzlich: Auf Kommission kaufen

Manche Hersteller ermöglichen einen Kauf auf Kommission. Dies hat für Gründer einige entscheidende Vorteile:

  • Das finanzielle Risiko bleibt sehr gering. Kleider, die nicht verkauft wurden, können ganz einfach beim Hersteller zurückgegeben werden. Bezahlt wird hier in der Regel nur, was auch verkauft wurde.

  • Das Unternehmen spart Kosten für ein Lager, da die Brautkleider direkt über den Händler bezogen werden und dort vorrätig sind.

  • Es ist nicht nötig, Geld für den Einkauf der nächsten Saison bereitzuhalten. Die aktuelle Mode liegt bereits beim Händler vor und Sie können jederzeit auf die gesamte Produktpalette zugreifen.

Allerdings bieten nicht alle Großhändler diese Variante an. In den meisten Fällen müssen Brautmodengeschäfte die gewünschten Kleider tatsächlich vorab erstehen, um sie im Geschäft anbieten zu können.

 

Weitere Informationen zum Thema finden Sie online unter www.sposafacts.eu und www.existenzgruender.de.

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