Selbstständig machen als Digitalberater

In den letzten Monaten und insbesondere durch die Erfahrungen der Corona-Pandemie ist die Notwendigkeit der digitalen Transformation in den Fokus gerückt. Insofern erscheint die hier vorgestellte Geschäftsideeselbstständig machen als Digitalberater‘ gefragter und zukunftsorientierter denn je. Viele Unternehmen stehen vor enormen Herausforderungen bei der notwendigen digitalen Transformation, wenn sie wettbewerbsfähig bleiben wollen.
 

Corona-Krise als Startpunkt für diese Geschäftsidee!

Die Coronakrise hat schonungslos offenbart, dass in Deutschland in puncto Digitalisierung noch viel zu tun ist. Daher können angehende selbstständige Digitalberater auf ein vielversprechendes Handlungsfeld hoffen, in dem sie sich allerdings strategisch klug sowie vor allem fokussiert platzieren sollten. Selbstständig machen als Digitalberater kann eine Geschäftsidee mit viel Potenzial sein, Fachwissen und Erfahrungen für die Existenzgründung vorausgesetzt. Dieser Beitrag wird die wichtigsten Faktoren kompakt beleuchten.
 

Was macht ein Digitalberater?

Ein Digitalisierungsberater ist für Unternehmen, Institutionen und auch andere Selbstständige der richtige Ansprechpartner, um den digitalen Wandel zu gestalten. Nach einer Ausgangsanalyse und Zielbestimmung wird er Prozesse digitalisieren, um neue Potenziale zu erschließen und Ressourcen effizienter einzusetzen. Je nach Fachwissen und Schwerpunkten kann die Digitalberatung sich auf die Erhöhung der digitalen Reichweite, der Verbesserung des Kundenservices (etwa mit Chatbots) oder die Implementierung von digitalen Kommunikationsmöglichkeiten. Er benennt und implementiert Tools (Software, Apps etc.), die unternehmensintern und mit Blick auf die Kundenzufriedenheit messbare Verbesserungen ermöglichen. Letztlich ist es seine Mission, den digitalen Wandel einzuleiten und zu begleiten.
 

Das Wichtigste in aller Kürze zur Existenzgründung als Digitalberater

  • Es handelt sich um ein neues und nicht einheitliches geregeltes Berufsbild. Die Einstiegshürden für eine Existenzgründung sind als gering anzusehen.

  • Wer sich als Digitalisierungsberater (Digital Consultant) selbstständig machen möchte, sollte fundiertes Fachwissen und relevante Berufs- und auch Projekterfahrungen mitbringen.

  • Auch wenn die Corona-Pandemie in Deutschland teils zu einer digitalen Beschleunigung geführt hat, ist die Bundesrepublik international gesehen allenfalls Mittelmaß.

  • In vielen deutschen Unternehmen hat die digitale Transformation noch nicht stattgefunden, sodass Digitalberater mit einer hohen Nachfrage rechnen können.


Voraussetzungen, um sich als Digitalberater selbstständig zu machen

Wie wird man Digitalberater? Beispiele von erfolgreich tätigen Digitalisierungsexperten zeigen, dass sie meistens aus der Berufserfahrung heraus den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt haben. Es handelt sich nicht um einen einheitlich geregelten Ausbildungsberuf. Mittlerweile gibt es aber Fortbildungsmöglichkeiten, um sich als Digitalberater oder Digital Consultant spezialisieren zu können.
 

Formale und persönliche Gründungsvoraussetzungen als Digitalberater

Die meisten Gründer bringen ein Studium aus dem IT-Bereich mit, was sie technisch für viele digitale Herausforderungen qualifiziert. Idealerweise kommt betriebswirtschaftliches Wissen hinzu, um die technischen Möglichkeiten der Digitalisierung mit der betriebswirtschaftlichen Sichtweise zu verbinden. Wer sich als Digitalisierungsberater selbstständig machen möchte, muss vor Aufnahme der Tätigkeit im Regelfall ein Gewerbe anmelden. Die persönlichen Gründungsvoraussetzungen sollten rechtzeitig bei einem Gespräch im zuständigen Gewerbeamt ergründet werden. Mit dem Schritt in die berufliche Selbstständigkeit müssen Gründer den Willen mitbringen, ein gewisses finanzielles Risiko auf sich zu nehmen und die wichtige Auftragsakquise als ständige Herausforderung zu meistern. Auf der persönlichen Ebene muss die Bereitschaft vorhanden sein, sich immer wieder auf neue Kunden und Zusammenhänge einzulassen.
 

Ausgangsanalyse: Warum selbstständig machen als Digitalberater?

Wenn nicht aus der eigenen Berufserfahrung heraus, so kann die Corona-Krise ein Startschuss für die Selbstständigkeit als Digitalberater sein. Denn während Lockdowns und Kontaktbeschränkungen funktionierten viele Prozesse in Unternehmen und Schulen digital weiter, wobei allerdings gerade in den ersten Wochen viel improvisiert wurde. Allerdings ist in vielen Unternehmen immer noch keine digitale Basis geschweigen denn Strategie erkennbar, die die Wettbewerbsfähigkeit stärkt und Krisen trotzen kann. Die Chance des Digitalberaters ist darin zu sehen, aus der digitalen Improvisation nachhaltige Strukturen und somit Chancen zu machen.
 

Nachgehakt: Woran erkannt man eine gute Geschäftsidee?

Diese Frage sollten sich alle Gründer möglichst früh stellen, um die Potenziale einer Geschäftsidee klar erkennen zu können. Bis dato dürfte deutlich geworden sein, dass der Markt für die Chancen der Selbstständigkeit als Digitalberater (Digital Consultant) spricht. Generell ist eine Geschäftsidee als vielversprechend zu bezeichnen, wenn sie ein Problem löst und nachhaltigen Nutzen stiftet, sie zur Persönlichkeit und Qualifikation des Gründers passt und auf einen Markt mit ausreichender Nachfrage trifft. Bringen Gründer Fachwissen, Erfahrungen und Lösungsorientierung mit, spricht viel für die Potenziale der hier vorgestellten Geschäftsidee.

In vielen Unternehmen fehlt es an Ressourcen und Fachwissen, um den digitalen Wandel nachhaltig und potenzialorientiert zu gestalten. Und hierin ist die Chance für selbstständige Digitalberater als externe Experten zu sehen: Unternehmen können flexibel auf strategisch sehr relevantes Fachwissen zurückgreifen, ohne eigene interne Ressourcen dauerhaft aufbauen zu müssen. Durch den objektiven Input von außen entgehen sie zudem der Betriebsblindheit. Ein externer Berater kann ohne Interessenskonflikte für neue Impulse sorgen.
 

Der Kundenkontakt der Zukunft ist digitaler denn je …

Stark beschleunigt durch die Coronakrise wird der Kundenkontakt in naher Zukunft immer digitaler. Brancheninsider gehen davon aus, dass Kundenberatungen in 10 Jahren in mehr als jedem dritten Fall digital durchgeführt werden. Darin sind für Unternehmen und Kunden enorme Vorteile zu sehen: Termine sind wesentlich flexibler und kurzfristiger zu gestalten, lange Anfahrtswege und somit auch Kosten entfallen. Durch digitale Unterschriften können Verträge in Zukunft auch online rechtssicher abgeschlossen werden. Zu denken ist auch an das breite und für Unternehmen sehr wichtige Feld des Kundenservices: Hier kann die Digitalisierung in Form von Chatbots und künstlicher Intelligenz zu technologischen Mehrwerten führen, die Kunden positiv überraschen können.
 

Wo steht Deutschland bei der Digitalisierung?

Die folgende Darstellung gemäß EU-Kommission zeigt, dass Deutschland in der EU nur Mittelfeld ist und digitale Technologien noch hinter ihren Möglichkeiten sind. Beschreibend dafür dürften Faxgeräte sein, die auch 2021 in vielen deutschen Gesundheitsämtern immer noch zur Datenübertragung benutzt worden sind. Auch im öffentlichen Bereich bzw. in der Verwaltung ist die digitale Transformation noch nicht weit vorangeschritten. Das sind gute Nachrichten für den Plan, sich mit Digitalberatung selbstständig machen zu wollen.
 

Es gibt viel zu tun: Digitalberater können es anpacken!

In vielen weiteren Untersuchungen schneidet Deutschland bei der Digitalisierung allenfalls mittelmäßig ab, so etwa beim Digital Transformation Index von Dell. Im Digital Riser Report wird die digitale Wettbewerbsfähig von insgesamt 140 Ländern untersucht. Hier schneidet Deutschland noch schlechter ab. Digitalberater können bei der Auftragsakquise darauf bauen, dass es in vielen Unternehmen oder auch Institutionen dringenden Handlungsbedarf bei der digitalen Transformation gibt. Schnelles Internet bzw. flächendeckendes Breitband ist vielerorts immer noch nicht verfügbar. Gibt es hier in den kommenden Jahren Fortschritte, können selbstständige Digitalberater mit einer hohen Nachfrage rechnen, schließlich wollen die neuen Geschwindigkeiten bei der Datenübertragung genutzt werden.
 

Die Corona-Krise hat digital beschleunigt, aber …

…Experten weisen darauf hin, dass viele Maßnahmen nur kurzfristiger Natur waren und nicht wirklich zu einer tiefgreifenden digitalen Transformation geführt haben. Insofern bleibt abzuwarten, welche Änderungen wirklich angestoßen wurden. Auch im Bildungssektor bestand schon vor Corona dringender Handlungsbedarf, der durch die Krise wie unter einem Brennglas deutlicher denn je geworden ist.
 

Businessplan: Wie selbstständig machen als Digitalberater?

Mit der Ausarbeitung des Businessplans legen selbstständige Digitalisierungsberater fest, welche Dienstleistungen sie für welche Zielgruppe anbieten wollen. Angesichts der Konkurrenz, der eigenen Qualifikation und der konkreten Nachfrage kann es Sinn machen, als Digitalberater eine bestimmte Nische zu besetzen bzw. mit einer gefragten Schlüsselqualifikation zu punkten. Denkbar wäre etwa der Fokus auf die Digitalisierung im Kundenservice mittels Chatbots oder innovativen Apps. Ein anderes Feld zeigt sich in der Digitalisierung der Unternehmenskommunikation: Mit welchen Programmen lassen sich Meetings in Zukunft ortsunabhängig durchführen? Wie kann die gesamte Kommunikation im Unternehmen effizienter werden? Wie lassen sich Daten besser nutzen?
 

Umfang und Ressourcen der Selbstständigkeit als Digitalberater

Dieses Handlungsfeld ist ideal, um als Freelancer in Projektarbeit immer wieder mit neuen Unternehmen zusammenzuarbeiten. Durch die technische Weiterentwicklung wird stetiger Beratungsbedarf vorhanden sein, was die Kundenbindung erleichtert. Alternativ zu dieser sehr flexiblen Form der Selbstständigkeit als Digitalberater besteht auch die prüfenswerte Alternative, eine Agentur oder ein Unternehmen für Digitalberatung zu gründen. Dieses hätte den Vorteil, dass ein Team aus mehreren Gründen ein breites Spektrum an gefragten Kompetenzen bündeln könnte. Kann der Gründer auf ein Netzwerk zugreifen, kann er mit Blick auf diesen Plan alle Kontakte prüfen und ggf. aktivieren.
 

Komplexe digitale Herausforderungen verlangen Ganzheitlichkeit

Abgesehen vom IT-Fachwissen und der beruflichen Erfahrung sollten gute Digitalberater auch Coaches sein: Trotz aller wegweisenden Technik wird der Faktor Mensch entscheidend bleiben! In Unternehmen bedeutet Digitalberatung zwangsläufig, dass es zu Veränderungen kommen wird. Dort, wo es zu Veränderungen kommt, sind Widerstände vorprogrammiert. Im Sinne des Change Managements sollten Digitalberater methodisch fit sein und alle Beteiligten in das Projekt einbinden. Es gilt, einen funktionalen Rahmen zu schaffen, damit die technischen Möglichkeiten von allen genutzt und akzeptiert werden. Was nützt die modernste Technologie, wenn Mitarbeiter sie nicht anwenden? Coaching und die Begleitung der Implementierung können im Leistungsspektrum entscheidende Mehrwerte für Kunden sein. Das Leistungsspektrum der Digitalberatung sollte erkennbar ganzheitlich auf alle Herausforderungen eine Antwort geben können, die im Zusammenhang mit der digitalen Transformation zu sehen sind.
 

Marketing: Wie Kunden gewinnen als Digitalberater?

Im Idealfall wird das Leistungsspektrum der Digitalberatung exakt auf Kundenbedürfnisse zugeschnitten. Bietet es serviceorientierte Lösungen für drängende Probleme bei der Digitalisierung, ist bereits viel für die Kundengewinnung erreicht. Im Laufe der Zeit wird sich der Digitalberater durch nachweisbare Erfolge einen guten Ruf aufbauen können, der zu neuen Kunden verhelfen wird.
 

Erstgespräch oder Analyse als Köder für Aufträge

In der Startphase kann ein kostenloses Erstgespräch bzw. eine Ausgangsanalyse ein sehr gutes Mittel für die Kundengewinnung sein. Je konkreter die Maßnahmen und Vorteile beschrieben werden, desto wahrscheinlicher sind Investitionen des Kunden in Digitalisierung. Um alle Maßnahmen so zielfokussiert wie möglich gestalten zu können, muss Klarheit über die Zielgruppe und deren Bedürfnisse herrschen: Von kleinen und mittleren Unternehmen, Selbstständigen bis hin zu Institutionen ist alles denkbar. Durch modernste Kommunikationsmöglichkeiten sind Digitalberater nicht nur an ihren unmittelbaren Standort gebunden, ohne eine hohe Reisefreudigkeit mitbringen zu müssen.
 

Diesen Digitalisierungsexperten haben Kunden gesucht!

Beim Marketing als Digitalberater (Digital Consultant) muss es vor allem um die Profilierung als gefragter (!) Experte gehen. Der positive Nebeneffekt eines Blogs oder Accounts in Social-Media ist, dass die Reichweite und somit Bekanntheit am Markt nachhaltig erhöht wird. Um sich als Experte zu profilieren, sollte auf der Webseite oder einem Blog regelmäßig Fachwissen gepostet werden, das für potenzielle Kunden einen echten Mehrwert darstellt. Dieser kann als Köder genutzt werden und zu einer Kontaktaufnahme führen, die idealerweise in einen Auftrag mündet. Das Fachwissen sollte also mit Blick auf den Expertenstatus und die Auftragsakquise sehr geschickt eingesetzt werden.
 

Was macht die Konkurrenz?

Ein Blick auf die Konkurrenz bei der Suche nach diesem Keyword kann als Inspiration zeigen, in welche Richtung es gehen könnte. Die eigene Handschrift sollte immer unverkennbar sein, denn Kopien kommen auch bei Google mit Blick auf Platzierungen und Rankings überhaupt nicht gut an!
 

Wie viel verdient ein selbstständiger Digitalberater?

Als Referenz aus dem Angestelltenbereich sei ein durchschnittlicher Monatsverdienst von 3.800 Euro genannt. Selbstständige Digitalberater haben im Falle einer hohen Auslastung und eines hohen Marktpreises die Chance, deutlich über diesen Rahmen hinaus verdienen zu können. Viele Digitalisierungsexperten werden einen Studienabschluss im Bereich der Informationswissenschaft mitbringen.
 

Orientierung am Verdienst von IT-Freelancern ist sinnvoll

IT-Freelancer erzielen im Durchschnitt einen Stundenlohn von knapp unter 100 Euro. Nimmt man diesen Wert als Grundlage, lässt sich bei einer angenommenen Stundenauslastung ein Monatsverdienst prognostizieren (vom dem Selbstständige freilich noch Steuern, Kosten für die Krankenversicherung und die Altersversorge zu tragen haben). Angesichts der Wichtigkeit der digitalen Transformation für Unternehmen sind Berater in einer guten Ausgangsposition, die bei einem passenden Angebot auch hohe Preise/Stundenhonorare durchsetzbar erscheinen lässt.
 

Zusammenfassung für die Geschäftsidee ‚selbstständig machen als Digitalberater‘:

  1. Warum selbstständig machen als Digitalberater?

Weil es sich angesichts der digitalen Transformation um einen Zukunftsberuf handelt und aktuellen Zahlen zufolge in Deutschland noch erheblicher Nachholbedarf besteht. Insofern können selbstständige Digitalisierungsberater auf eine hohe Nachfrage hoffen, wenn sie sich als Experte mit gefragten Schlüsselqualifikationen strategisch klug platzieren.

  1. Wer kann sich als Digitalberater selbstständig machen?

Rein formal ist diese Berufsbezeichnung nicht geschützt, sodass es keine nennenswerten Hürden für die Existenzgründung gibt. Angesichts der komplexen technologischen Herausforderungen erscheint ein IT-Abschluss aber als wichtige Voraussetzung, um Kunden zukunftsorientierte Lösungen bieten zu können. Letztlich ist ein Studienabschluss aber kein Muss, denn jahrelange Berufserfahrungen in diesem Bereich und Fortbildungen können ebenfalls eine ideale Basis sein.

  1. Wie viel verdient ein selbstständiger Digitalberater?

Pauschale Angaben sind mit Vorsicht zu genießen und im Einzelfall je nach Auslastung wenig aussagekräftig. Wer sich berechtigterweise an den Verdienstmöglichkeiten von IT-Freelancern orientiert, wird mit Stundensätzen von knapp unter 100 Euro kalkulieren können. Natürlich sind auch Werkverträge mit einer festen Pauschale als Vergütungsmodell denkbar.

 

Quellenangabe: 

 

Was ändert sich bei meiner Krankenversicherung, wenn ich selbstständig bin?