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Mikrofinanzierung: So unterstützt der Staat Selbstständige

Geldscheine gerollt

Mikrokredite sind kleine Kredite für Existenzgründer, die nur einen geringen Kapitalbedarf haben. Gemäß EU-Definition handelt es sich um gewerbliche Finanzierungen oder Kredite mit einem Volumen von maximal 25.000 Euro. Diesen Mikrokreditfonds hat die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) im Jahr 2006 ins Leben gerufen. Gemeinsam mit der GLS Bank vergibt dieser Fonds über Mikrofinanzinstitute Kredite an Gründer. Auch einige Förderbanken bieten Mikrokredite für Existenzgründer und Selbstständige an.
 

Was ist eine Mikrofinanzierung?

Wenn eine klassische Bankfinanzierung für einen Existenzgründer nicht infrage kommen, kann eine Mikrofinanzierung eine Möglichkeit sein, die unternehmerischen Aktivitäten zu finanzieren. Die Kredite mit kleinem bis sehr kleinem Volumen können bei erfolgreicher Rückzahlung auf bis zu 20.000 Euro erhöht werden. Den Antrag müssen Unternehmer bei einem akkreditierten Mikrofinanzinstitut stellen. Diese Finanzinstitute betreuen und beraten die Kunden persönlich und sprechen gegenüber der GLS Bank eine Empfehlung für die Kreditvergabe aus. Gegenüber der GLS Bank sind die Kredite über einen speziellen Mikrokreditfonds abgesichert, den der Bund extra dafür eingerichtet hat. Der effektive Zinssatz ist bundesweit einheitlich und die Konditionen sind fix. Welche Sicherheiten die Mikrofinanzierer von ihren Kunden verlangen, bleibt ihnen überlassen. Fällt der Kredit aus, bekommen die Mikrofinanzinstitute vom Mikrokreditfonds ihr Geld zurück. In der Anfangszeit zwischen 2005 und 2009 wurde ein Kreditvolumen von über drei Millionen Euro an circa 500 Kreditnehmer ausgezahlt. Das macht im Durchschnitt eine Kreditsumme von 6.000 Euro. Die Ausfallquote lag lediglich bei drei Prozent. Aufgrund dieses Erfolges bekam das Projekt richtig Schwung.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie Ende 2009 den Mikrokreditfonds Deutschland als Garantiefonds geschaffen. Das Volumen belief sich auch 100 Millionen Euro, die zu 60 Prozent vom Europäischen Sozialfonds herstammten. Der Europäische Sozialfonds ist ebenfalls sehr stark in diesem Bereich engagiert. Der Mikrokreditfonds soll bundesweit ein flächendeckendes Angebot an Mikrokrediten schaffen.
 

Die Vorteile eines Mikrokredits

Mikrokredite sind schnell, zielorientiert und flexibel einsetzbar. Das alternative Finanzinstrument ergänzt die vorhandene Kreditlandschaft. Einen Mikrokredit können Gründer auch parallel zu einem bestehenden Bankkredit beantragen, um beispielsweise eine bestehende Finanzierungslücke zu schließen.

  • Sie stellen einen alternativen Zugang zu Kapital dar.
  • Sie sind ein individuelles Finanzierungsinstrument für Existenzgründungen und bereits bestehende Unternehmen.
  • Der Mensch steht im Mittelpunkt der Finanzierung. Die Entscheidung für die Kreditvergabe orientiert sich nicht nur an bisherigen Unternehmenszahlen, dem Eigenkapital oder der Schufa-Auskunft.
  • Mikrofinanzierungen können Gründer auch für Gründungen im Nebenerwerb beantragen.
  • Keine Branche ist ausgeschlossen.
  • Die Bearbeitung ist schnell, kostenfrei und unbürokratisch.
  • Die Auszahlung der Kreditsumme geht sehr schnell.
  • Die Kooperationspartner, die die Mikrokredite deutschlandweit vergeben, stehen den Unternehmern auch begleitend als Betreuer und Berater zur Seite.
  • Eine Ko-Finanzierung mit Banken ist möglich.
  • Mikrofinanzinstitute geben Hilfestellung, wenn es zu Schwierigkeiten während der Kreditlaufzeit kommt.
  • Kostenfreie Sondertilgungen oder Kapitalablösung sind jederzeit möglich.
  • Bei erfolgreicher Abwicklung und Rückzahlung können Unternehmer diesen Kredit regelmäßig in Anspruch nehmen.
     

Nachteile der Mikrofinanzierungen

Die Rahmenbedingungen können bei manchen Unternehmen Schwierigkeiten hervorrufen. Die Kreditlaufzeit ist auf drei Jahre begrenzt. Die Kreditsumme beträgt maximal 20.000 Euro. Das ergibt eine monatliche Rate von etwa 630 Euro, die für manche Unternehmen einfach zu hoch ist.

  • Die ständige Rückkopplung an den Mikrofinanzierer verursacht dem Kreditnehmer Mehraufwand.
  • Unseriöse Anbieter versuchen noch andere Produkte zu verkaufen, wie beispielsweise Versicherungen.
     

Fazit

Mikrofinanzierungen stellen für viele kleine Existenzgründer oft die einzige Chance dar, in die Selbstständigkeit zu starten. Dadurch dass der Staat das Ausfallrisiko übernimmt, besteht für die Kreditinstitute keinerlei Risiko. Wenn Sie mit einer Existenzgründung den Weg aus der Arbeitslosigkeit suchen, kann die Mikrofinanzierung eine echte Chance sein. Auch wer sich während der Elternzeit in Teilzeit selbstständig machen möchte, kann von diesem Angebot profitieren.

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