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Selbstständig machen als Bohrtechniker

Erdbohrung

Wer eine Berufsausbildung im technischen Bereich absolviert hat und sich selbstständig machen möchte, kann hier eine facettenreiche Geschäftsidee prüfen: selbstständig machen als Bohrtechniker. Beim staatlich geprüften Bohrtechniker handelt es sich in aller Regel um eine berufliche Weiterbildung (Spezialisierung), die im jeweiligen Landesrecht geregelt wird. Eine fundierte technische Ausbildung muss die Grundlage für eine selbstständige Tätigkeit als Bohrtechniker sein, da die Anforderungen je nach Leistungsprofil sehr komplex sind (dazu später mehr).
 

Worum geht es bei diesem Berufsbild?

Generell planen, überwachen und leiten Bohrtechniker so genannte bohrtechnische Leistungen aller Art. Sie führen Bohrungen selber durch oder überwachen und koordinieren vor Ort alle notwendigen Arbeiten. Bohrungen können dabei in verschiedensten Tiefen und Materialien erfolgen: Je nach Ziel und Einsatzbereich ist die passende Technik auszuwählen. Zu denken ist etwa an Bohrungen, um den Grund zu analysieren oder an Bohrungen, um Wasser oder Erdöl an die Oberfläche zu befördern. Und auch im Tief- sowie Innenausbau spielen Bohrungen für das Voranschreiten von Projekten eine zentrale Rolle. In der Baubranche spielen vor allem Betonbohrungen eine wichtige Rolle, um Leitungen fachgerecht verlegen zu können. Das Leistungsspektrum könnte also von recht einfachen Beton- bis hin zu sehr anspruchsvollen Spezialbohrungen reichen.
 

Antworten mit Praxisorientierung für die angestrebte Existenzgründung

Wer sich selbstständig machen möchte, muss nach dem Auffinden einer lukrativen Geschäftsidee die Rahmenbedingungen klären, um das eigene Unternehmen möglichst klug und somit nachhaltig auf dem Markt platzieren zu können. Welche Aspekte sind in dieser Hinsicht für die Planung der Selbstständigkeit als Bohrtechniker entscheidend? Welche strategische Ausrichtung ist vielversprechend und wie ist diese vorzunehmen? Auf diese Fragen und folgende Themen gibt der folgende Ratgeber für die Geschäftsidee ‚selbstständig machen als Bohrtechniker‘ Antworten.
 

Existenzgründung als Bohrtechniker: selbstständig machen mit serviceorientierter Technik

  • Bewertung der Ausgangslage

  • Gedanken zur strategischen Ausrichtung

  • Wo muss im Businessplan ‚nachgebohrt‘ werden?

  • Über das Problem der Scheinselbstständigkeit

  • Voraussetzungen, um sich selbstständig als Bohrtechniker zu machen
     

Ausgangslage und strategische Ausrichtung

Wo liegen die Chancen dieser Geschäftsidee? Um diese für die Existenzgründung erfolgskritische Frage zu beantworten, sollten zunächst in Frage kommende Branchen (Zielmärkte) analysiert werden. Bohrtechniker arbeiten vor allem in Ingenieurbüros, Unternehmen für die Rohstoffgewinnung sowie in Spezialfirmen, die im Zuge der Vorbereitung von Baustellen Bohrungen durchführen. Auch in den Bereich Bergbau, Tunnel- und Brunnenbau sowie in der Steine- und Erdindustrie können Bohrtechniker ein Betätigungsfeld finden. Bei den genannten Bereichen handelt es sich um potenzielle Arbeitgeber: Wer sich selbstständig als Bohrtechniker machen möchte, wird seine Geschäftsidee in einem dieser Bereiche platzieren müssen. In strategischer Hinsicht kann ein hoher Spezialisierungsgrad von Vorteil sein, um sich von der Konkurrenz gezielt abzuheben. In all diesen Branchen ist die potenzielle Auftragslage jedenfalls gut. Bohrtechnik ist in allen Bereichen ein essentieller Schlüsselaspekt, um im wahrsten Wortsinne voranzukommen. Gerade die Baubranche bietet seit Jahren sehr gute Rahmenbedingungen für einen anzustrebenden Wachstumskurs. Wer in dieser Hinsicht Kooperationen mit Ingenieurbüros eingeht, darf auf eine anhaltend gute Auftragslage hoffen.
 

Standort und Qualifikationshintergrund

Die strategische Ausrichtung der Existenzgründung im Bereich Bohrtechnik sollte in erster Linie nachfrageorientiert erfolgen. Welche Industrie- oder Bauunternehmen befinden sich in einem definierten Aktionsradius? Welche Leistungen im Bereich der Bohrtechnik müssen diese in Auftrag geben? Dementsprechend ist ein Leistungsspektrum anzuvisieren, das angesichts der notwendigen Analyse der Konkurrenzsituation eine nachhaltige Basis für Wachstum in Aussicht stellt. Natürlich aber muss der eigene Qualifikationshintergrund des Gründers zur strategischen Ausrichtung passen. Bewegen sich Gründer in einem Umfeld, das sie fachlich nur schwer einschätzen können, so steigt die Gefahr für Fehleinschätzungen. Die Alternative bei einer ‚fachfremden‘ Existenzgründung wäre, entsprechende Fachleute einzustellen. Damit aber geben Existenzgründer das Ruder und erfolgskritisches Knowhow ein wenig selber aus der Hand. Gerade das wollen die meisten Existenzgründer explizit nicht. Vielmehr muss es darum gehen, mit der eigenen Fachqualifikation und relevanten Erfahrungen im Rahmen der beruflichen Selbstständigkeit durchzustarten, zumal sich so in psychologischer Hinsicht auch Motivation gewinnen lässt.

Kostenorientierte Flexibilität beim Standort

Zum Standort ist generell zu sagen, dass dieser im Falle der Gründung eines Unternehmens für Bohrtechnik nicht allzu starr definiert werden muss. Gerade bei hochspezialisierten Unternehmen ist es nicht unüblich, dass Aufträge im ganzen Bundesland oder sogar in ganz Deutschland realisiert werden. Die Kosten sind dann allerdings sorgfältig zu kalkulieren bzw. es ist nachzubohren, inwiefern diese an Kunden weitergegeben werden können.


Unternehmen für Bohrtechnik gründen & Profil schärfen

Angesichts der skizzierten Aufgabenbereiche dürfte deutlich werden, dass ein Ein-Mann-Unternehmen kaum zu realisieren ist. Es bedarf je nach Leistungsspektrum auch mitunter hoher Investitionen für notwendige Bohrtechnik, die nur im Rahmen einer Unternehmensgründung zu bewältigen sind. Wer sich selbstständig als Bohrtechniker machen möchte, muss daher den Umfang der Unternehmensgründung im angestrebten Fachbereich im Businessplan überzeugend auf den Punkt bringen. Es gilt, alle unternehmerischen Ressourcen von Beginn an mit Blick auf Wirtschaftlichkeit und Leistungsstärke gezielt zu planen. Nur so lässt sich eine nachhaltige Basis für ein profitables Geschäftsmodell schaffen.
 

‚Bohrende‘ Fragen rund um den Businessplan

Mit dem Businessplan hat ein Bohrtechniker die Chance, sein eigenes Können als Gründer und die Profitabilität des gesamten Geschäftsmodells überzeugend zu präsentieren. Nur wenn das gelingt, lassen sich externe Investoren gewinnen. In der großen Mehrheit der Existenzgründungen ist es so, dass die Eigenkapitaldecke keineswegs ausreicht, um Liquidität zu sichern und notwendige Investitionen zu realisieren. Die Arbeit am Businessplan lohnt sich vor allem aber auch dahingehend, dass alle Geschäftsbereiche ganzheitlich und erfolgsorientiert geplant werden. Mit Blick auf die Existenzgründung als Bohrtechniker muss vor allem auf folgende Aspekte eingegangen werden:
 

Leistungsspektrum und dessen Relevanz am Markt

Das Leistungsspektrum macht die strategische Ausrichtung quasi lesbar. Im Businessplan muss klar werden, für welche Zielgruppe welche Leistungen angedacht sind und wie diese mit zugkräftigen Mehrwerten vermarktet werden sollen. Beantwortet werden muss die drängende Frage, warum Kunden gerade auf die Leistung dieses Unternehmens zurückgreifen sollten? Die Attraktivität des relevanten Umfeldes muss möglichst zahlenbasiert geschildert werden (z.B. Boom in der Baubranche oder Notwendigkeit für Bohrungen in der Region generell). Zahlen im Businessplan müssen immer die Realität widerspiegeln, und nicht das Wunschdenken von ambitionierten Gründern!
 

Apropos Zahlen: Planung von Finanzen/Liquidität

Zahlen und Berechnungen spielen seit jeher eine Schlüsselrolle im Businessplan. Je realistischer und stimmiger sie sind, desto größer sind die Chancen für tatsächlichen Erfolg und dafür, benötigte Investoren zu gewinnen. Von daher gilt es, den Finanzbedarf und die Einnahmen für die ersten Jahre exakt zu planen, sodass die überlebenswichtige Liquidität des Unternehmens zu jeder Zeit gewahrt werden kann. Wer unerfahren in der Planungsmaterie ist, sollte sich mit Blick auf diesen erfolgskritischen Faktor extern möglichst objektiv beraten lassen. Ohnehin ist objektiver Input bei der Planung der Existenzgründung Gold wert. Menschen neigen zu Betriebsblindheit und dazu, ihre eigenen Pläne und Fähigkeiten überzubewerten. Insofern ist es nicht als Schwäche, sondern als zielfokussierte Stärke anzusehen, wenn Beratungsangebote rund um die Existenzgründung genutzt werden.
 

Rechtsform: Der ordnende Rahmen

Wer ein Unternehmen gründet, muss mit der Rechtsform einen verbindlichen Rahmen definieren. In erster Linie spielt die Rechtsform für Haftungsverhältnisse und die Möglichkeit der Finanzierung eine entscheidende Rolle. Unternehmen, die eine hohe Eigenkapitalquote aufweisen, sind grundsätzlich kreditwürdiger. In dieser Hinsicht und um Risiken zu streuen, sollte und kann der Zusammenschluss mit anderen Bohrtechnikern geprüft werden. Ausgearbeitet werden sollte dann ein tragfähiger Gesellschaftsvertrag, in dem alle Rechte und Pflichten transparent nachvollzogen werden können.
 

Investitionen für Technik: wirtschaftliche Optionen prüfen

Der Businessplan wird schnell zeigen, dass für benötigte Bohrtechnik hohe Summen erforderlich sind. Gerade in der Startphase muss es aber das Bestreben sein, die Kosten so gering wie möglich zu halten. Mit diesem Bestreben ist zu prüfen, inwiefern erforderliche Bohrtechnik gebraucht gekauft oder auch geleast werden kann. Als Branchenexperten sollten sich Bohrtechniker mit Unternehmen für Spezialtechnik in diesem Bereich frühestmöglich auseinandersetzen und so möglichst budgetschonende Lösungen herbeiführen. Im Sinne der anzustrebenden Leistungsorientierung versteht es sich von selbst, dass mögliche Alternative nicht zu Lasten der Qualität bzw. der generellen Leistungsressourcen gehen sollten.
 

Kein Erfolg ohne gutes Fachpersonal

Als Unternehmensgründer wird sich Erfolg in aller Regel nur einstellen, wenn um einen herum ein starkes Team steht. Wer Kunden eine überzeugende und vor allem serviceorientierte Leistungsstärke anbieten will, wird entsprechend qualifiziertes Personal einstellen müssen. Und dieser Schlüsselaspekt ist zeitlich sowie insgesamt im Zuge der Planung der beruflichen Selbstständigkeit nicht zu unterschätzen. Durch den evidenten Fachkräftemangel kann es schwierig werden, geeignetes Personal zu finden. Kleine Unternehmen haben zudem den strategischen Nachteil, dass sie mit den Löhnen größerer Unternehmen häufig nicht mithalten können. Insofern wird es darauf ankommen, potenziellen Mitarbeitern attraktive langfristige Perspektiven zu eröffnen. In wirtschaftlicher Hinsicht ist das Personal einer der größten Kostenfaktoren. In Analogie zu notwendigen Investitionen ist also zu prüfen, welche flexiblen Beschäftigungsmodelle zu Beginn vorzuziehen sind. Das heißt natürlich nicht, dass Festanstellungen keine Option sind. Im Gegenteil: Auf diesem Weg ließe sich dringend benötigtes Fachpersonal stärker an das eigenes Unternehmen binden.

Selbstständig oder "scheinselbstständig" als Bohrtechniker?

Dieses Thema hängt unmittelbar mit der Frage zusammen, woher die Aufträge als selbstständiger Bohrtechniker kommen sollen. Wer z.B. Kooperationen mit Bauunternehmen oder Ingenieurbüros eingeht, sollte sicherstellen, weiterhin auf eigenen Namen und auf eigene Rechnung zu arbeiten. Wer sich dauerhaft nur von einem Auftraggeber abhängig macht und womöglich sogar in dessen unternehmerische Prozesse fest eingebunden ist, riskiert die Gefahr der Scheinselbstständigkeit. Von zentraler Bedeutung ist in der geschilderten Hinsicht also das Kriterium der Weisungsgebundenheit.


Selbstständig machen als Bohrtechniker: Voraussetzungen

Da es sich beim Bohrtechniker um eine Zusatzqualifikation für Techniker handelt, kann der handwerkliche Ausbildungshintergrund unterschiedlicher Natur sein. Insofern kann nicht pauschal gesagt werden, ob für die selbstständige Tätigkeit als Bohrtechniker ein Meistertitel vorzuweisen ist. In der dafür relevanten Anlage A der Handwerksordnung ist vom Bohrtechniker jedenfalls nicht explizit die Rede.
 

Wie lässt sich feststellen, ob eine Meisterpflicht vorliegt?

In erster Linie ist der eigene erlernte Handwerksberuf zu prüfen: Wird dieser in Anlage A der Handwerksordnung genannt und besteht eine handwerkliche Nähe zur Tätigkeit als Bohrtechniker? Zudem muss das Leistungsspektrum bei der vorzunehmenden Gewerbeanmeldung geschildert werden. Hieraus können sich im Einzelfall Tatbestände ergeben, die das Gewerbe erlaubnispflichtig werden lassen. Dies ist immer dann der Fall, wenn auszuführende handwerkliche Arbeiten sicherheitsrelevanter Natur sind. Hiervon ist bei diversen Bohrungen durchaus auszugehen. Eine konkrete ‚Ausnahme‘ in diesem gewerblichen Bereich ist laut Anlage B das Berufsbild ‚Betonbohrer und -schneider‘. Hierbei handelt es sich explizit im ein handwerksähnliches Gewerbe, das für die selbstständige Berufsausübung keinen Meistertitel voraussetzt. Im handwerklichen Bereich hat der Meistertitel mit Blick auf den angesprochenen Fachkräftemangel eine wichtige Funktion: Nur Meisterbetriebe können eigenen Nachwuchs ausbilden und so die benötigten Ressourcen für den angestrebten Wachstumskurs selber heranführen.
 

Kurzzusammenfassung für die Geschäftsidee ‚selbstständig machen als Bohrtechniker‘

  1. Mit der Zusatzqualifikation Bohrtechnik ergeben sich im technischen Bereich wie oben dargelegt zahlreiche strategische Ausrichtungsmöglichkeiten für eine Existenzgründung. In Anbetracht der finanziellen und leistungsorientierten Ressourcen wird ein schlagkräftiges Unternehmen zu gründen sein

  2. Mit einer technischen Spezialisierung (Nischenstrategie) steigen die Chancen, sich gezielt von der Konkurrenz abzuheben und Kunden Mehrwerte zu bieten

  3. Nachgebohrt‘ im Businessplan: In diesem zentralen Dokument für den Gründungsprozess muss die strategische Ausrichtung ganzheitlich geplant werden. Vor allem den Finanzen kommt dabei eine Schlüsselrolle zu, denn sie entscheiden über Liquidität und nutzbare Handlungsspielräume

  4. Im Falle von Kooperationen besteht die Gefahr der Scheinselbstständigkeit immer dann, wenn eine Weisungsgebundenheit vorliegt

  5. Vor Aufnahme des offiziellen Geschäftsbetriebes ist zwingend ein Gewerbe anzumelden. Ob eine Meisterpflicht besteht, lässt sich nur im konkreten Fall anhand des handwerklichen Hintergrundes und des angebotenen Leistungsspektrums beurteilen.

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