Selbstständig machen mit dem Verkauf von Fertighäusern

Verkäuferin hat Modellhaus in der Hand

Der Traum vom Eigenheim ist für viele Deutsche immer noch ein zentrales Ziel im Leben, das verwirklicht werden soll. Ein regelrechter Bauboom und staatliche Anreize wie das Baukindergeld tun ihr Übriges. Doch aktuelle Untersuchungen zeigen, die sich die Deutschen für diesen Traum immer höher verschulden müssen. Da kommen potenziell preiswertere Alternativen wie ein Fertighaus wie gerufen: Je mehr Bauherren bei dieser Option selber anpacken, desto günstiger fallen die Gesamtkosten aus (Stichworte Bausatzhaus/Ausbaustufen). Warum also nicht aus dieser ‚erbaulichen‘ Ausgangslage eine zeitgemäße Geschäftsidee ableiten: selbstständig machen mit Vermittlung/Verkauf von Fertighäusern. Worauf es bei einer Existenzgründung in diesem Bereich ankommt und wie Interessenten am besten vorgehen, lässt sich in diesem Beitrag in praxisorientierter Kompaktheit nachvollziehen.
 

Was spricht dafür, sich als Fertighausverkäufer selbstständig zu machen?

Da es sich um einen boomenden Markt handelt, sollten sich in den nächsten Jahren gute wirtschaftliche Bedingungen als selbstständiger Fertighausverkäufer nutzen lassen. Hinzu kommt, dass es in Deutschland zahlreiche Hersteller für Fertighäuser gibt. Insofern besteht eine gewisse Auswahlmöglichkeit, um sich selbstständig mit dem Verkauf von Fertighäusern zu machen. Natürlich wird ein gewisses Verkaufstalent für diese Tätigkeit notwendig sein. Aber generell eignet sich die Geschäftsidee ‚selbstständig machen mit Vermittlung/Verkauf von Fertighäusern‘ für Quereinsteiger, die sich beruflich neu orientieren bzw. in einem attraktiven Markt selbst verwirklichen wollen.

Bei Fertighäusern handelt es sich zweifelsohne um ein attraktives Produkt, für das seit Jahren eine steigende Nachfrage zu beobachten ist. Ein solcher Wachstumsmarkt eröffnet attraktive Chancen für eine Existenzgründung. Da in diesem Bereich die freie Zusammenarbeit mit Fertighausanbietern die Regel sein wird, lässt sich auf einen starken Markennamen und ein funktionierendes Netzwerk zurückgreifen. Im Gegensatz zu vielen anderen Geschäftsideen müssen Gründer also nicht bei null anfangen, sondern sie können ohne nennenswerte Investitionen direkt geschäftlich durchstarten.
 

Existenzgründung als Vermittler/Verkäufer für Fertighäuser: selbstständig machen in einem Wachstumsmarkt

  • Analyse der Ausgangslage

  • Wie diese Geschäftsidee in der Praxis umsetzen?

  • Kundengewinnung als Schlüsselaufgabe

  • Voraussetzungen & Rahmenbedingungen für die Vermittlung von Fertighäusern

  • Verdienst als Fertighausverkäufer?


Analyse der Ausgangslage

In den letzten Wochen ist immer wieder in den Medien die Rede davon gewesen, dass in vielen großen Städten Wohnungsmangel herrscht. Angesichts mangelnder Alternativen und recht günstiger Bedingungen auf dem Zinsmarkt können sich immer mehr Deutsche vorstellen, ein Fertighaus anstatt eines Massivhauses zu bauen. In den letzten Jahren hat sich das Image von Fertighäusern in Deutschland stark verbessert, ehemalige Vorbehalte in puncto Stabilität sind kaum mehr zu vernehmen. Diese sind auch nicht wirklich angebracht, wie Qualitätstests und entsprechende Siegel beweisen. Mittlerweile wird schon etwa jedes fünfte Haus in Deutschland in Fertigbauweise hochgezogen. Als Hauptzielgruppe gelten junge Familien um die 30, die sich ihren Traum vom Eigenheim flexibel verwirklichen wollen.
 

Aktuelle Entwicklungen im Zielmarkt

Während die Zahl der Baugenehmigungen für Massivhäuser zuletzt leicht rückläufig war, stieg sie für Fertighäuser mit gut 5 % deutlich. In Deutschland gibt es fast 50 Anbieter für Fertighäuser, sodass von einem großen Markt auszugehen ist. Die Umsätze lagen zuletzt deutlich über 3 Milliarden Euro, Tendenz stark wachsend. Konkurrenz belebt das Geschäft und Kunden profitieren von günstigen Preisen. Das wiederum sind gute Voraussetzungen, um sich mit Verkauf/Vermittlung von Fertighäusern selbstständig zu machen.

Zudem überzeugen viele potenzielle Bauherren die Vorteile von Fertighäusern. Sie lassen sich in diversen Formen in wenigen Wochen schlüsselfertig bauen, eine nennenswerte Planungsphase gibt es nicht. Auch witterungsabhängige Verzögerungen durch Trocknungszeiten wie bei der Massivbauweise sind nicht zu befürchten. Durch kompakte Grundrisse lassen sich in der Regel leicht Grundstücke finden, auch Baulücken mit attraktiven Konditionen kommen in Betracht. Und einige Anbieter verkaufen mit dem Fertighaus auch ein passendes Grundstück, sodass Bauherren eine Komplettlösung aus einer Hand erhalten. Als selbstständiger Fertighausverkäufer gibt es also viele überzeugende Argumente, die potenziellen Kunden genannt werden können. Und durch das Baukindergeld gibt es einen nicht unerheblichen finanziellen Zuschuss, der das Budget entlasten kann.
 

Wie die Selbstständigkeit als Fertighausverkäufer angehen?

Es dürfte angesichts der enormen Konkurrenz keine wirkliche Option sein, selbst hergestellte Fertighäuser zu verkaufen. Ein hierzu zu gründendes Unternehmen samt Produktionsstätte müsste sich gegen die Marktführer behaupten, was sehr schwierig werden dürfte. Erfolgversprechend für diese Umsetzung der Geschäftsidee wäre eher eine Nischenstrategie: Ein kleines Unternehmen müsste sich auf sehr exklusive Fertighäuser fokussieren und eine einkommensstarke Zielgruppe anvisieren. Durch bereits vorhandene Luxusausführungen und zahlreiche Individualisierungsoptionen wird es aber auch in diesem Segment schwierig, mit einem neuen Unternehmen für den Fertighausbau Fuß zu fassen. Insofern dürfte es die naheliegendere Option sein, Fertighäuser im Auftrag von Anbietern im Rahmen einer selbstständigen Tätigkeit zu verkaufen. Genau dieser Fokus soll in diesem Beitrag verfolgt werden.

Um sich einen Überblick zu verschaffen, sollte das Angebot von Fertighausanbietern geprüft werden. Im Bereich Karriere ist nachzulesen, welche Art der Zusammenarbeit die Unternehmen bieten. Um die für sich beste Option zu finden, ist also ein wenig Recherchearbeit notwendig. Danach müssen sich Existenzgründer bewerben, um eine Kooperation mit Fertighausanbietern starten zu können. Hier zeigt sich schon, dass es sich um eine etwas andere Art der Selbstständigkeit handelt, die sich nicht völlig frei umsetzen lässt. Durch das starke Netzwerk besteht auf der Gegenseite aber die Chance, sofort erfolgreich zu vermitteln bzw. Fertighäuser zu verkaufen.
 

Exemplarisch: Womit werben Fertighausanbieter für selbstständige Verkäufer?

Gefordert wird in entsprechenden Beschreibungen, dass neue Kundenpotenziale aktiv erschlossen werden sollen. Die Hauptaufgabe wird darin bestehen, Kundenanfragen vom Beginn bis idealerweise zum Kaufabschluss zu begleiten. Natürlich wird den meisten Fertighausanbietern daran gelegen sein, dass Verkäufer eine relevante Ausbildung mitbringen und entsprechende Berufserfahrungen sammeln konnten. Da Einarbeitungen und spezielle Verkaufsschulungen als Vorbereitung auf die Tätigkeit die Regel sind, gibt es aber keine unbedingten Zugangsvoraussetzungen. Kalkulatorische Fähigkeiten dürften als notwendig angesehen werden.

Fertighausbauer werben damit, selbstständigen Vermittlern ein sehr wettbewerbsfähiges Produkt in einem regionalen Markt mit hoher Kaufkraft zu bieten. Durch gezielte Unterstützung in Marketing und Vertrieb können selbstständige Fertighausverkäufer auf attraktive Rahmenbedingungen setzen, um das in Aussicht gestellte überdurchschnittliche Einkommen zu erzielen. Betont wird zudem bei zahlreichen Fertighausunternehmen, dass ein hohes Maß an Gestaltungsspielraum und Eigenständigkeit gewahrt bleiben. Im Einzelfall ist diesbezüglich nachzuvollziehen, was darunter zu verstehen ist bzw. inwiefern es sich tatsächlich um eine selbstständige Tätigkeit handelt. Die Möglichkeiten der unternehmerischen Selbstverwirklichung innerhalb der Kooperation werden für nicht wenige Existenzgründer wohl eine entscheidende Rolle spielen. Daher macht es Sinn, sich mehrere Angebote einzuholen und die Möglichkeiten gezielt zu erörtern.
 

Welche Gründer sollten auf diese Geschäftsidee ‚bauen‘?

Insgesamt eignet sich diese Geschäftsidee für Gründer, die Risiken minimieren wollen. Denn durch den Rückgriff auf ein praxiserprobtes Produkt sind die Risiken, damit am Markt zu scheitern, sehr gering. Vorausgesetzt natürlich, der Gründer erweist sich tatsächlich als Verkaufstalent. Denn damit wird die Höhe des Verdiensts als selbstständiger Fertighausverkäufer stehen oder fallen. Durch den Rückgriff auf ein bewährtes Beratungskonzept können selbstständige Fertighausvermittler auf zahlreiche Instrumente zurückgreifen, um bauwillige Interessenten letztlich schnell von der Investition in ein Fertighaus zu überzeugen. Da es sich um einen attraktiven Zielmarkt handelt, wird die Bewerbung als selbstständiger Fertighausvermittler mit Sicherheit kein Selbstläufer. Es gilt, absolut überzeugend und professionell aufzutreten. Genau so, wie später potenzielle Kunden im Gespräch überzeugt werden können.
 

Kundengewinnung für die selbstständige Fertighausvermittlung

Die oben genannten Vorteile dieses Haustyps sollten beim Marketing in den Fokus gerückt werden, um die Überzeugungskraft insgesamt nachhaltig zu erhöhen. In der Praxis wird es so sein, dass für die selbstständige Vermittlung von Fertighäusern bestimmte regionale Gebiete zugeordnet werden. Interessieren sich dort Kunden für den Fertighausbau, werden Anfragen in der Regel direkt an den Verkäufer vor Ort weitergeleitet. Durch den reichweitenstarken Internetauftritt des Fertighausanbieters ist also sichergestellt, dass der Verkäufer an Anfragen kommen wird. Diese muss er ‚nur‘ noch zu einem Verkaufserfolg machen.

Auf der anderen Seite gilt es aber auch, vor Ort als persönliche Alternative für den Hausbau Präsenz zu zeigen. Dies kann mit einer suchmaschinenoptimierten Homepage virtuell ebenso gelingen wie real mit einem kleinen Büro, in dem Kunden beraten werden. Nicht zu vergessen ist, dass das Fertighaus in irgendeiner Form visualisiert und somit erlebbar gemacht werden sollte. Ein Bildschirm für Kunden sollte also Standard sein, um mit allen Sinnen überzeugen zu können. Bei vielen Fertighausanbietern besteht der Vorteil, dass Musterhäuser zur Verfügung stehen. Wer einen Standort mit dieser Option als Verkäufer nutzt, kann bei einer Führung durch das Musterhaus den Traum vom Eigenheim mit Verweis auf diverse Bau- und Individualisierungsoptionen zum Greifen nah erscheinen lassen.

Erfolgreich umgesetzte Bauprojekte und zufriedene Kunden werden sich in Form von Weiterempfehlungen auszahlen. Denn gerade bei einem so wichtigen Thema wie dem Hausbau werden Freunde/Bekannte sehr auf die Erfahrungen schauen, die andere gemacht haben. Eine sehr seriöse, transparente und professionelle Arbeitsweise bei Verkauf/Vermittlung von Fertighäusern wird die Grundlage für Folgeaufträge sein.
 

Voraussetzungen, um Fertighäuser verkaufen/vermitteln zu können

Wie oben angesprochen, sollte es sich tatsächlich und eine selbstständige Tätigkeit handeln. Durch die Abhängigkeit von nur einem Unternehmen und mögliche Weisungsgebundenheit besteht die Gefahr einer Scheinselbstständigkeit. Daher ist genau darauf zu achten, wie der Kooperationspartner im Fertighausbereich die freie Zusammenarbeit vertraglich regeln will.

In aller Regel wird es keinen Lohn, sondern Provisionen für erfolgreiche Vermittlungen geben. Das ist in formaler Hinsicht ein erster Hinweis auf eine selbstständige Tätigkeit. Abgesehen davon wird es sich formal um einen Handelsvertreter handeln, der ein eigenes Gewerbe betreibt. Vor der offiziellen Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit als Fertighausverkäufer sollte also ein Gewerbe angemeldet werden.

Formal geht es darum, im Auftrag des Fertighausanbieters zu agieren und dessen Produkte im vorgesehenen Vertragsrahmen zu verkaufen. Im Vertrieb sind Handelsvertreter eine übliche Form der Kooperation, um Produkte kosteneffizient zu verkaufen. Kosteneffizient ist diese Form der Zusammenarbeit, da Geld nur für tatsächliche Kaufabschlüsse gezahlt wird. Insofern trägt jeder Existenzgründer wie bei jeder anderen Geschäftsidee ein sehr reales finanzielles Risiko: Wer nichts verkauft, wird nichts verdienen können! Unter Umständen ist auch ein Reisegewerbe zu prüfen, wenn der selbstständige Handelsvertreter für Fertighäuser an unterschiedlichen Standorten tätig sein wird.

Was die rechtlichen Rahmenbedingungen angeht, so geht aus Paragraf 84 des Handelsgesetzbuches hervor, dass Handelsvertreter keiner besonderen Erlaubnis bedürfen. Eine etwaige Erlaubnispflicht wäre zu prüfen, wenn neben dem Verkauf des Fertighauses auch Versicherungen vermittelt werden. Für diese Fälle in ein Blick in Paragraf 34 der Gewerbeordnung empfehlenswert. Da Rechte und Pflichte von selbstständigen Vermittlern/Verkäufern für Fertighäuser klar vertraglich umrissen sein sollten, dürfte es bei der persönlichen Statusbestimmung keine Probleme geben. Auch bei der Klärung wichtiger Formalien und rechtlicher Rahmenbedingungen wären selbstständige Fertighausbauer nicht auf sich allein gestellt, was bei vielen anderen Geschäftsideen jedoch der Fall ist.
 

Verdienst als Fertighausvermittler/-verkäufer

Für Hausverkäufer wird ein durchschnittliches Jahresgehalt von etwa 50.000 Euro angegeben. Da für Fertighausverkäufer keine eigenen Daten auffindbar sind, kann dieses Durchschnittsgehalt als Orientierung gelten. Letztlich wird der Verdienst als Fertighausverkäufer vor allem von zwei Aspekten beeinflusst:

  1. Anzahl der Verkaufsabschlüsse pro Monat

  2. Höhe der Provisionen

Gerade in Bezug auf letztgenannten Aspekt können Gründer ihr Verhandlungsgeschick einbringen, um möglichst vorteilhafte Konditionen für sich zu erwirken. Auch der Vergleich mehrerer Anbieter für Fertighäuser wird schnell zeigen, wo theoretisch das meiste Geld verdient werden kann. Übliche Provisionen werden in einem Bereich zwischen 3 und 6 % liegen, wobei es durchaus auch erfolgsabhängige Steigerungen geben kann.
 

Beispiel zu den Verdienstmöglichkeiten

In Bezug auf einen Verkaufspreis von exemplarisch 150.000 Euro würde eine Provision in Höhe von 5 % bereits 7.500 Euro Umsatz entsprechen. Das wäre pro Monat bereits ein Bruttolohn, der klar über den eingangs genannten Durchschnitt liegt. Sofern es sich um hochpreisige Fertighäuser handelt, können bereits wenige Abschlüsse pro Jahr zu einem attraktiven Einkommen als Vermittler/Verkäufer für Fertighäuser beitragen. Und darin kann ein weiterer Vorteil in Bezug auf die Lebensqualität dieser Geschäftsidee liegen. Bei freier Zeiteinteilung lässt sich eine sehr individuelle Work-Life-Balance verwirklichen. Auch das sollte ideell zum Verdienst als selbstständiger Fertighausverkäufer gerechnet werden.
 

Zusammenfassung

  1. Fertighäuser erleben in den letzten Jahren einen regelrechten Boom: Schon jetzt wird etwa jedes 5. Haus in dieser Bauweise errichtet

  2. Es handelt sich somit um einen sehr umsatz- und wachstumsstarken Zielmarkt mit hervorragenden Perspektiven für die nächsten Jahre

  3. Wer selbstständiger Fertighausverkäufer werden möchte, sollte die Optionen verschiedener Anbieter/Unternehmen prüfen und für sich die beste Option wählen

  4. Wer auf selbstständiger Basis Fertighäuser vermitteln/verkaufen will, wird dies rein rechtlich als Handelsvertreter tun

  5. Somit ist eine Gewerbeanmeldung vor Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit zwingend vorzunehmen (auch im Falle des Nebenerwerbs)

  6. Wer sich selbstständig mit der Vermittlung/dem Verkauf von Fertighäusern machen will, sollte großen Wert auf die vertraglichen Rahmenbedingungen legen und jeden Zweifel in Bezug auf eine mögliche Scheinselbstständigkeit ausräumen

  7. In Abhängigkeit von der Anzahl an Verkaufsabschlüssen und der Höhe der Provision lässt sich als selbstständiger Fertighausverkäufer ein überdurchschnittliches Einkommen erzielen.

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