Selbstständig machen als Personal Shopper

Was der Personal Trainer für die eigene Fitness ist, das ist ein Personal Shopper für den heimischen Kleiderschrank! In den letzten Jahren hat sich der Personal Shopper zu einem angesagten Trendberuf entwickelt. Bekannte Fernsehformate wie ‚Shopping Queen‘ sind zu einer Steilvorlage für die hier vorgestellte Geschäftsidee geworden.

Grund genug, hier der Option nachzugehen, sich als Personal Shopper selbstständig zu machen. Diese Geschäftsidee ist ideal für alle, die Mode sowie Styling lieben und aus dieser Leidenschaft einen Beruf machen möchten. Ohnehin spielt das Internet auch mit Blick auf Mode eine zunehmend wichtigere Rolle im Lebensalltag: Immer mehr Kunden kaufen Mode online, wobei Blogs und eine individuelle Stilberatung für eine professionelle Orientierung sorgen. Kleider machen Leute! Das könnte das selbstbewusste Motto sein, um sich selbstständig als Personal Shopper zu machen. Auf welche Voraussetzungen und Rahmenbedingungen es für eine Existenzgründung im Modebereich ankommt, soll in diesem Beitrag praxisorientiert skizziert werden.
 

Was macht ein Personal Shopper?

Was ziehe ich heute an? Was ist in Mode? Welche Farben passen zusammen? Was trägt man dieses Jahr? Ein Personal Shopper sollte alle Antworten stilfokussiert parat haben. Diese typischen Fragen zeigen, dass der Personal Shopper für viele Menschen eine Existenzberechtigung hat! Er übernimmt die Typberatung und wählt gezielt vorteilhafte Kleidungsstücke, die modern sind und in denen der Kunde sich wohlfühlt. Er bzw. sie kann begleitete Einkaufstouren anbieten oder auch online nach einer Stilberatung ein sehr individuelles Outfit zusammenstellen. Nicht selten beginnt ein Personal Shopper seine beratende Arbeit zu Hause bei Kunden im Kleiderschrank: Er schaut, welche Mode(sünden) sich offenbaren und was dem Kleiderschrank für einen neuen modischen Chick gut täte. Styling Tipps können das Beratungsspektrum abrunden, wobei es im Einzelfall auf den persönlichen Qualifikationshintergrund ankommt. Was ein Personal Shopper genau macht, hängt von der Art der Tätigkeit ab. Vom Verkauf eigens designter Mode bis hin zu Kooperationen mit großen Online-Shops ist alles möglich. Hier wird die Wichtigkeit deutlich, sich spätestens bei der Ausarbeitung des Businessplans Klarheit über alle Optionen zu verschaffen.
 

Das Wichtigste in Kürze für die berufliche Selbstständigkeit als Personal Shopper:

  • Die individuelle Zusammenstellung von Outfits mit persönlicher Beratung ist das wichtigste Leistungs- und Qualitätsmerkmals eines Personal Shoppers.

  • Als Experte für Modefragen müssen Personal Shopper ein hohes Gespür für Trends, individuelle Bedürfnisse und Kombinationsmöglichkeiten mitbringen.

  • Die Geschäftsidee ‚selbstständig machen als Personal Shopper‘ richtet sich an alle modeaffinen Menschen, die ggf. auch selbst Mode designen bzw. dies perspektivisch wollen. Auch für Influencer im Modebereich kann es sich um eine interessante Geschäftsidee handeln.

  • Im Falle der beruflichen Selbstständigkeit spielt die Selbstvermarktung eine schlüsselkritische Rolle. Es muss mit hoher Reichweite versucht werden, immer wieder neue Kunden zu gewinnen oder als Trendsetter die eine oder andere modische Richtung vorzugeben.

 

Voraussetzungen, um sich selbstständig als Personal Shopper zu machen?

Wie wird man Personal Shopper? Da sich um einen relativ neuen Trendberuf handelt, gibt es weder eine einheitliche Ausbildung/Qualifikation noch einen Schutz für diese Geschäftsidee. Als wichtige Voraussetzungen sind Modeaffinität und ein Gespür für Trends sowie Kundenbedürfnisse zu nennen. Ideal sind Berufserfahrungen im Modehandel bzw. dort im Verkauf. Auch Modedesigner oder solche, die ein eigenes Laben aufbauen wollen, können sich als Personal Shopper selbstständig machen. Kontakte in der Modewelt sind ein klarer Vorteil, um sich eine gewisse Bekanntheit zu arbeiten und mit Referenzen punkten zu können. Berufserfahrungen oder ein Praktikum bei bekannten Modeunternehmen oder Designern sind ebenfalls sehr hilfreich, um sich als Personal Shopper selbstständig zu machen. Ein Studium im Bereich Modedesign ist definitiv keine Voraussetzung, um sich erfolgreich als Personal Shopper selbstständig machen zu können.

Was die persönlichen Voraussetzungen für eine Existenzgründung als Personal Shopper angeht, so sind ein ausgeprägtes Kommunikationstalent und Einfühlungsvermögen als zentrale soft skills anzusehen. Bei einer Typberatung müssen die Wünsche und körperlichen Voraussetzungen bestmöglich in ein modisches Outfit umgesetzt werden. Es muss die Bereitschaft vorhanden sein, sich jeden Tag immer wieder auf neue Kunden und somit Charaktere einlassen zu wollen.
 

Formale Voraussetzungen für die Selbstständigkeit als Personal Shopper?

Vor der Aufnahme der Tätigkeit als Personal Shopper ist die Notwendigkeit der Gewerbeanmeldung zu prüfen. Ob als Personal Shopper ein Gewerbe anzumelden ist, lässt sich nur mit Blick auf die konkreten persönlichen Voraussetzungen aussagekräftig sagen. Wer ein Modestudium oder eine künstlerische Begabung mit einer gewissen Schöpfungshöhe vorweisen kann, dürfte vielleicht eine Anerkennung als Freiberufler erwirken können. Wer aber in erster Linie nur verkaufsorientiert unterwegs ist und sogar eigene Kreationen an den Kunden bringen wird, muss mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Gewerbe als Personal Shopper anmelden. Generell ist die formale Einordnung dieses Trendberufs schwierig, da auch Quereinsteiger vertreten sind.
 

Ausgangslage: Warum selbstständig machen als Personal Shopper?

In der Werbung ist der hier angesprochene Modetrend schon recht präsent. Allerdings beziehen sich die Angebote persönlicher Outfits meistens auf die Online-Bestellung: Kunden können sich anhand von Fragen und einer Stilberatung ein komplettes Outfit nach Hause schicken lassen. Personal Shopper können in der realen Welt aktiv werden, indem sie Kunden bei Shoppingtouren begleiten und beraten. Es handelt sich dann um einen persönlichen Beratungsservice, der die Suche nach Fachpersonal im Modehandel beendet. Hier wird deutlich, dass Exklusivität ein zentraler Mehrwert für Kunden dieser Dienstleistung sein kann: Nur sie stehen mit ihren modischen Wünschen die ganze Zeit im Fokus. Wer nicht nur Otto-Normal-Kunden, sondern auch Prominente bedient, wird sich einen besonderen Ruf erarbeiten können. Wer schöpferisch-kreativ im Modebereich unterwegs ist, kann die hier vorgestellte Geschäftsidee auch als Ergänzung zur Selbstständigkeit mit einem Modegeschäft (https://www.selbststaendig.de/geschaeftsideen/modegeschaeft) prüfen. Natürlich ist es geboten, im Zuge der Standortanalyse einen genauen Blick auf Trends und das Konsumverhalten im Modesektor zu werfen. Erst dann wird klar, wie potenzialreich es sein kann, sich als Personal Shopper selbstständig zu machen. Die folgenden beiden Fragen sind in dieser Hinsicht sehr aufschlussreich.
 

Wie viel Geld geben die Deutschen für Mode aus?

Oder anders gefragt: Wie groß und umsatzstark ist der Markt für Personal Shopper? 2019 stiegen die Umsätze für Mode und Bekleidung auf mehr als 64 Milliarden Euro. Damit handelt es sich in Deutschland um den umsatzstärksten Markt im Non-Food-Bereich. Durch die Corona-Pandemie sind die Umsätze wie in vielen anderen Branchen eingebrochen. Das ändert aber nichts an der langfristigen Profitabilität dieser Geschäftsidee, die zudem mit dem Megatrend der Individualisierung korreliert. Wer will schon tragen, was alle tragen?

Was die Ausgaben für Mode in Deutschland angeht, so sollten Gründer mit Blick auf das Geschlecht differenzieren. Männer geben im Schnitt knapp 340 Euro im Jahr für Kleidung aus, also weniger als 30 Euro im Monat. Bei alleinstehenden Frauen sind es mit knapp 600 Euro deutlich mehr, weshalb die Zielgruppe von Personal Shoppern eher weiblich sein dürfte. Wohl gemerkt: Es handelt sich dabei um Durchschnittswerte. Typische Kunden von Personal Shoppern werden als modebewusste Menschen deutlich mehr ausgeben wollen. Insofern sollten sich angehende selbstständige Personal Shopper keinesfalls von Durchschnittswerten entmutigen lassen. Wichtig ist in betriebswirtschaftlicher Hinsicht, dass das Angebot zur anvisierten Zielgruppe passt. Es sollte idealerweise ‚maßgeschneidert‘ sein.
 

Wo kaufen die Deutschen Mode?

Hier zeigen aktuelle Erhebungen, dass mit knapp Zweidritteln die Mehrheit Mode immer noch stationär im Handel kauft. Mittlerweile bestellt jeder Dritte Mode sehr regelmäßig im Internet. In den kommenden fünf Jahren dürfte der Anteil der Internetkäufe laut Experten auf 50 % steigen. Interessanterweise zeigen die Daten, dass auch die Generation der Digital Natives nicht öfter im Internet kauft. Im Gegenteil: Viele jüngere Kunden legen Wert auf das Erlebnis Shopping. Die Tatsache, Kleidung sehen und direkt anprobieren und erleben zu können, ist ein großer Vorteil für Personal Shopper beim analogen Verkauf im Geschäft. Es macht angesichts aktueller Zahlen durchaus Sinn, gezielt die jüngere Zielgruppe anzuvisieren. Das Internet wird zwar für weitere Verschiebungen sorgen. Generell kaufen jüngere Kunden Mode immer noch gerne im stationären Modehandel sein. Es besteht angesichts dieser Ausgangslage definitiv kein Grund, dass sich Personal Shopper nur auf das Internet als Vertriebskanal fokussieren.
 

Businessplan: Wie selbstständig machen als Personal Shopper?

Die Thematik ‚online vs. offline‘ ist gerade eröffnet worden. Wenn es um das WIE der Selbstständigkeit als Personal Shopper angeht, muss eine klare Entscheidung getroffen werden: Soll es sich um einen persönlichen Beratungsservice als Shoppingbegleitung handeln oder aber soll es sich um eine virtuelle Dienstleistung mit Versand mit Mode handeln? Dann wäre aber zu fragen, welche Mode zu welchen Konditionen verkauft wird. Wer ‚nur‘ als Einkaufsbegleitung fungiert, muss sich über die Mode an sich wenig Gedanken machen. Die Vergütung erfolgt für die professionelle (!) Beratungsdienstleistung. Wer selber Mode designt, kann diese ggf. auf Kundenwunsch anfertigen. Bei Beratungsterminen in einem Atelier könnte Mode verkauft werden.
 

Mit dem Leistungsspektrum Alleinstellungsmerkmale definieren

Denkbar wäre es für das Leistungsspektrum als Personal Shopper ebenfalls, dass Kunden ihre Wünsche äußern. Der Personal Shopper begibt sich dann mit einem Budget auf Einkaufstour. Anprobe und Beratung können beim Kunden direkt zu Hause geschehen, inklusive finaler Abrechnung. Die Tätigkeit als Personal Shopper kann viele serviceorientierte Formen und Vertriebskanäle abdecken. Insofern wird es wichtig sein, mit dem Businessplan eine klare strategische Positionierung zu formulieren, die sich für Kunden mit überzeugenden Mehrwerten präsentiert. Nach dem Motto: Warum soll ich selber lange suchen, wenn ein Profi mich schnell und vor allem persönlich unterstützen kann? Handelt es sich dann um einen gefragten Personal Shopper, ist die Hemmschwelle für eine Beauftragung wohl eher gering.
 

Online-Marketing: Wie Kunden gewinnen als Personal Shopper?

Aller Anfang bzw. die Kundenakquise ist als die größte Herausforderung bei jeder Existenzgründung zu sehen. Um Kunden als Personal Shopper zu gewinnen, wird eine große Reichweite im Internet sowie in den sozialen Netzwerken erforderlich sein. Es gilt, sich strategisch klug in Bezug auf relevante Keywords aufzustellen, die auch mit Blick auf relevante Wettbewerbe zu identifizieren sind. In jedem Fall wird es notwendig sein, mit Stories und interessanten Inhalten immer wieder auf sich aufmerksam zu machen oder modische Diskussionen anzustoßen. Sind die ersten Kunden gewonnen, werden aus persönlichen Empfehlungen neue Kunden. Die eigene Bekanntheit steigt, sodass die anfängliche Kundengewinnung irgendwann idealerweise zu einem Dauerläufer wird. Ist die Bekanntheit als Personal Shopper irgendwann groß genug, wird sich als Influencer eine weitere Einnahmequelle ergeben können. Bezahlte Werbung, Stories oder das gezielte Lancieren von Modetrends können in naher Zukunft weitere Geschäftsperspektiven eröffnen.
 

Wie viel verdient ein Personal Shopper?

Da es sich um einen relativ neuen Beruf handelt, ist die verfügbare Datenlage relativ dünn. Bei Recherche im Internet zu den Verdienstmöglichkeiten als selbstständiger Personal Shopping ergibt sich ein durchschnittlicher Rahmen pro Stunde zwischen 40 und 80 Euro. Je exklusiver das Publikum bzw. die Mode ist und je bekannter sowie gefragter der Personal Shopper ist, desto höher wird der Marktwert sein. Kann ein Personal Shopper auch dank selbstbewusstem Marketing viele modische Erfolge unter Beweis stellen, wird er einen höheren Stundensatz durchsetzen können. Schließlich transportiert der Preis indirekt auch die Botschaft, dass der Personal Shopper sein modisches Handwerk versteht und überaus gefragt ist.
 

Beim Modeversand können Retouren zum wirtschaftlichen Problem werden

Falls Personal Shopper Outfits überwiegend über das Internet verkaufen und somit den Fokus nicht auf die Shoppingbegleitung legen, sind Retouren als verdienstminderndes Problem zu sehen. Werden mehr Waren zurückgeschickt als verkauft, wird der Verdienst nicht die im Businessplan anvisierten Höhen erreichen können. Je professioneller die Beratungsqualität und je maßgeschneiderter die Outfits für Kunden sind, desto weniger wahrscheinlich sind Retouren in hoher Stückzahl. Angesichts dessen müssen Personal Shopper mit ihrer Beratungsqualität die Basis für ihren Verdienst legen. Je genauer die Typberatung und Figuranalyse erfolgt, desto wahrscheinlicher werden die Kleidungsstücke zusagen.
 

Zusammenfassung für die Geschäftsidee ‚selbstständig machen als Personal Shopper‘:

  1. Warum selbstständig machen als Personal Shopper?

Weil immer mehr mode- und styleaffine Kunden sich online und offline eine professionelle Fachberatung wünschen, die das Beste für die persönlichen Voraussetzungen herausholt. Personal Shopper können sich online und offline präsentieren und somit strategisch flexibel auf künftige Änderungen im Konsumverhalten reagieren.

  1. Wer kann sich als Personal Shopper selbstständig machen?

Im Grunde jeder, der Mode liebt bzw. lebt und über relevante Berufserfahrungen in Beratung sowie Verkauf verfügt. Auch aufstrebende Modedesigner können sich mit dieser Tätigkeit langfristig eine angesagte Marke aufbauen. Wichtig ist die Bereitschaft, sich immer wieder modisch wie persönlich auf neue Charaktere einzulassen.

  1. Wie viel verdient ein Personal Shopper?

Für die eine professionelle Shoppingbegleitung liegen die Stundensätze zwischen 40 und 80 Euro. Mit einer angenommenen Stundenauslastung pro Monat lässt sich leicht eine Verdienstprognose erstellen. Beim Verkauf von eigener oder fremder Ware kommt es in erster Linie auf die Gewinnmargen an.

Quellenangabe: 
  • Wie Personal Shopper werden?, siehe https://www.personal-shopping-vergleich.de/personal-shopper-werden/ [zuletzt verwendet am 22.6.2021].
  • Über das Berufsbild Personal Shopper, siehe https://www.einstieg.com/studium/news/beruf-personal-shopper.html [zuletzt verwendet am 22.6.2021].
  • Wie viel geben die Deutschen für Kleidung aus?, siehe https://gentleman-blog.de/kleidung-ausgaben/ [zuletzt verwendet am 22.6.2021].
  • Wo kaufen die Deutschen Mode ein?, vergleiche https://www.handelsjournal.de/handel/branchen/wo-deutsche-mode-kaufen.html [zuletzt verwendet am 22.6.2021].

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