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Zuschuss-Check: Wo gibt es eigentlich Fördermittel

Würfel auf Geld mit Aufschrift Fördermittel

Zuschüsse sind nur ein kleiner Teil der verfügbaren Fördermittel in Deutschland. Es gibt nämlich neben den heißbegehrten Zuschüssen Förderdarlehen, Bürgschaften, Beteiligungen oder Garantien, die ebenfalls unter dem großen Begriff Fördermittel subsumiert werden. Zuschüsse von der öffentlichen Hand werden grundsätzlich von denselben Förderstellen ausgereicht, wie andere Fördermittel.
 

EU-Fördermittel in Landestöpfen: Geld aus dem großen Topf wird in kleinere Töpfchen umverteilt

Die Überschrift EU Fördermittel klingt nach milliardenschweren Geldtöpfen – und das sind sie im Grunde auch. Allerdings werden EU-Fördermittel in kleinere Töpfchen umverteilt. Jeder Mitgliedstaat erhält seinen Teil der EU-Gelder. Im nächsten Schritt bearbeitet Deutschland den zugeteilten Topf nach eigenen, bundesdeutschen Richtlinien. Diese deutschen Richtlinien orientieren sich selbstverständlich an den EU-weit geltenden Richtlinien, sind aber auf die deutsche Instituts- und Förderlandschaft ausgerichtet. So kommt es, dass viele EU-Fördermittel in den Landesförderinstituten zu beantragen sind. Förderstellen auf Landesebene sind Bürgschaftsbanken, Länder-Finanzministerien, Staatsbanken und Beteiligungsgesellschaften.
 

Hier ein Beispiel zum besseren Verständnis:

Eine produzierende Firma siedelt sich in Mecklenburg-Vorpommern im Landkreis Rostock an und schafft Arbeitsplätze. Sie beantragt einen Zuschuss aus dem Förderprogramm „Gemeinschaftsaufgabe – Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ beim Förderinstitut in Schwerin. Dieses Programm bezuschusst mit EU-Geldern die Schaffung von Arbeitsplätzen in strukturschwachen Regionen, wozu im internationalen Vergleich auch Mecklenburg-Vorpommern und im nationalen Vergleich auch der Landkreis Rostock gehört. Die deutsche Richtlinie, die den vorgegebenen Rahmenbedingungen des EU-Förderprogramms folgt, hat für das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern spezifische Einzelheiten ausgearbeitet, die hier zur Anwendung kommen


Würde sich dieselbe Firma nicht in Mecklenburg-Vorpommern, sondern beispielsweise in Nordrhein-Westfahlen im Rhein-Erft-Kreis ansiedeln, würde sie für dieselben Investitionen keinen Zuschuss erhalten. Der Grund liegt in dem Umstand, dass dieser spezielle Kreis als Nicht-Fördergebiet eingestuft wurde. Wer wissen will, welche Regionen aus dem erwähnten Förderprogramm Chancen auf Zuschüsse für die Schaffung von Arbeitsplätze haben, prüft die aktuelle Fördergebietskarte.
 

Zuschüsse auf Bundesebene

Zuschüsse, die für alle Antragsteller unabhängig vom Wohn- oder Betriebssitz verfügbar sind, werden über einen Umweg in die Städte und Gemeinden hineingetragen. Erste Anlaufstelle für Informationen zu Bundesprogrammen sind die zuständigen Bundesministerien. Wollen Sie zum Beispiel erfahren, wie die Zuschüsse für Familienleistungen für Ihre Mitarbeiter sind, können Sie zunächst Infos beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend einholen. Für die Beantragung und Durchführung des Programms hat die Bundesregierung in die Städte und Gemeinden delegiert, dort, wo die Familien leben. Sie müssen einen Antrag an der zuständigen Elterngeldstelle beantragen. Wo diese sitzt, erfahren Sie bei Ihrer Stadtverwaltung oder direkt in der Infobroschüre Elterngeld der Bundesregierung, die einen Adresswegweiser inkludiert.
 

Zuschüsse auf Kreis- und Lokalebene

Manche Kreise haben besondere Förderprogramme für Bewohner in ihrer Region. Dabei handelt es sich häufig um Projektförderungen zu speziellen Themen. Typisch für Förderprogramme auf Kreisebene sind Zuschüsse Integrationsprojekte, für bauwillige Familien mit Kindern, für kreative Ansätze zur Innenstadtbelebung oder für andere Vorhaben, deren Auswirkungen regional einzustufen sind. Sie sollten also die Internetseiten des für Sie zuständigen Kreise bzw. der zuständigen Stadt oder Gemeinde checken, um herauszufinden, ob es besondere Förderprogramme auf regionaler Ebene gibt.
 

Projektförderung zu speziellen Themen

Wenn es um die Förderung innovativer Technologien und Forschungsvorhaben geht, können die üblichen Förderstellen die Programme nicht adäquat betreuen. Zu hoch ist das Fachwissen, das die Mitarbeiter benötigen, um zum Beispiel den Innovationsgrad eines Vorhabens zu beurteilen. Für viele technische und wissenschaftliche Zuschussprogramme werden deshalb spezielle Stellen eingebunden. Eines ist zum Beispiel das Forschungszentrum Jülich, das eine Projektträgergesellschaft gegründet hat. Diese Gesellschaft arbeitet offiziell im Namen der Bundesministerien für

  • Bildung und Forschung
  • Wirtschaft und Energie
  • Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
  • Verkehr und digitale Infrastruktur

Falls Sie sich für Zuschüsse aus den Bereichen interessieren, die potenziell ihren Ursprung bei den genannten Ministerien haben, dann werden Sie sehr wahrscheinlich beim Projektträger Jülich fündig.
 

Eine Datenbank für (fast) alle Förderprogramme

Ein wenig anspruchsvoll ist es schon, sich im Fördermitteldschungel zurecht zu finden. Allerdings spielt es für Sie unterm Strich keine Rolle, woher das Geld kommt. Wichtig ist, dass Sie überhaupt herausfinden, ob es Zuschüsse gibt und wenn ja, wo diese zu bekommen sind. Eine kostenfreie Datenbank, die tausende Förderprogramme in Deutschland beinhaltet, wird vom Bundeministerium für Wirtschaft und Energie bereitgestellt. Dort finden Sie eine seriöse Recherchequelle, die Ihnen umfassende Informationen liefert. Die Benutzung ist aufgrund der vielen Einstellmöglichkeiten nicht unbedingt selbsterklärend für diejenigen, die keine Erfahrung mit Fördermitteln haben. Nehmen Sie sich Zeit, denn die werden Sie brauchen. Denn nicht nur die Bedienung erfordert Geduld und Muße, sondern auch die Auswertung der Ergebnisse. Lesen, lesen, lesen – Sie müssen sich über die Einzelheiten der Programme informieren, um einschätzen zu können, ob diese für Ihr Vorhaben geeignet sind.
 

Preise für Wettbewerbssieger

Nicht in der oben genannten Datenbank enthalten sind Preise im Rahmen von Wettbewerben. Dabei sind diese gerade für Startups und Existenzgründer spannend. Der Grund, weshalb es keine zentrale Datenbank für Wettbewerbe gibt, ist, dass es sich nicht um öffentliche Fördermittel handelt. Viele Wettbewerbe mit Preisgeld werden von Firmen oder privaten Stiftungen ausgeschrieben. Insofern handelt es sich nicht um Wettbewerbe der öffentlichen Hand. Bundeswettbewerbe hingegen sind in der Bundesdatenbank gelistet.

Gewerbliche Wettbewerbe und Wettbewerbe von Stiftungen zu finden gleicht der Suche nach einer Stecknadel im Heuhaufen. Google dürfte dazu eine gute Hilfe sein. Stichwörter wie zum Beispiel „Wettbewerb Existenzgründer“ oder „Wettbewerb Geschäftsidee“ liefert eine lange Ergebnisliste. Hier kommt es auf das Geschick jedes einzelnen an, einen passenden prämierten Wettbewerb zu finden.

Tipp: Bei vielen Wettbewerben ist das Preisgeld nicht der wichtigste Gewinn. Sie profitieren vor allem auch durch ein neues Netzwerk und von dem speziellen Know-how neuer Geschäftskontakte oder von der medialen Aufmerksamkeit, die Sie aus der Masse der Mitbewerber heraushebt. Für Selbstständige ist eine Wettbewerbsteilnahme im Grunde immer ein Gewinn, der sich lange für Marketingmaßnahmen verwenden lässt. Nehmen Sie beispielsweise erfolgreich an einem Wettbewerb teil, beispielsweise bei „Deutschlands Beste Arbeitgeber“, dann dokumentieren Sie durch die Auszeichnung nach außen Professionalität und ein besonderes Engagement. Die Außenwirkung eines solchen Titels ist enorm und mit (Preis-) Geld nicht zu bezahlen.


Geld gibt es in Ihrer Stadt, in Ihrem Bundesland und von ganz oben

Auf die Frage „Wo gibt es eigentlich Fördermittel“ kann die Antwort nur lauten: in Städten und Gemeinden, bei Landes- und bei Bundesbehörden. Der erste Schritt auf dem Weg zum passenden Fördertopf führt zunächst zur Förderdatenbank des Bundes. Haben Sie dort ein geeignetes Zuschussprogramm entdeckt, können Sie über die darin angegebenen Kontaktadressen beginnen, sämtliche Informationen zu sammeln, um alles Nötige für die Antragstellung zusammen zu stellen.
 

Weiterführende Informationen zu den angesprochenen Themen im Beitrag finden Sie hier:

Förderdatenbank: www.foerderdatenbank.de

Infos Elterngeld: https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/familie/familienleistungen/elterngeld/elterngeld-und-elterngeldplus/73752

Wettbewerb „Bester Arbeitgeber“: https://www.greatplacetowork.de/

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