Sie sind hier

Firmenwagen: Was Selbstständige beachten sollten

Firmenwagen im Autohaus

Es ist der Traum eines jeden Selbstständigen: Zu guten Konditionen einen repräsentativen Firmenwagen fahren, der weniger kostet, als es sein edles Äußeres vermuten lassen könnte. Doch wie genau das mit dem Firmenwagen funktioniert, wie er zu versteuern ist und was die günstigsten Optionen für seine Anschaffungen sind, wissen jenseits der Fantastereien über blitzende Karossen aber nur die wenigsten Menschen. Wie diese Fahrzeuge beispielsweise steuerlich zu behandeln sind, darüber wissen die wenigsten Bescheid. Aus diesem Grund hat sich dieser Artikel die Aufgabe gestellt, etwas Licht ins Dunkel zu bringen und über den Themenkomplex Firmenwagen aufzuklären.
 

Was ist überhaupt ein Firmenwagen?

Zunächst einmal gibt es keine gesetzliche Definition des Begriffes Firmenwagen. Obwohl häufig die Rede davon ist, kennt das Gesetz die Begrifflichkeit einfach nicht. Zunächst gibt es an sich auch für Selbstständige keinerlei Anspruch auf einen Firmenwagen. Der Begriff ist vor allem steuerlich relevant, da die Zuordnung als Firmen- oder Privatwagen die wesentliche Frage ist. Für diese Einordnung gibt es einige Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen, auf die im Folgenden einzugehen sein wird.
 

Firmenwagen finanzieren

Grundsätzlich ist es vorteilhaft, wenn man den Firmenwagen vollständig aus eigener Kasse bezahlen kann. Denn für Banken ist man als Selbstständiger ein wesentlich unattraktiverer Kunde wie als Angestellter. Bei Angestellten fällt es wesentlich leichter, deren Kreditwürdigkeit und regelmäßiges Einkommen zu ermitteln. Der Aufwand, den Banken für diese Feststellungen bei Selbstständigen in Kauf nehmen müssen, ist wesentlich größer. Das heißt allerdings nicht, dass es für Selbstständige völlig unmöglich ist, einen Kredit für einen Firmenwagen aufzunehmen, die Bedingungen sind lediglich schwieriger zu erfüllen. Schwierig wird es, einen Wagen als Firmenwagen zu finanzieren, denn die meisten Finanzinstitute fordern stattdessen eine reine Privatnutzung. Daher sollte man sich lieber an spezialisierte Autokreditgeber oder die eigene Hausbank wenden, sollte man einen Firmenwagen erstreben.

Bei Autobanken haben Selbstständige gegenüber Angestellten glücklicherweise grundsätzlich keinen Nachteil. Allerdings sollten sie definitiv im Stande sein, größere Anzahlungen zu leisten. Größer heißt in diesem Falle, dass inklusive Mehrwertsteuer, die beim Finanzamt reklamierbar ist, die Anzahlung durchaus fast vierzig Prozent des Fahrzeugpreises verschlingt. Da es sich hierbei aber um eine der wenigen Möglichkeiten für Selbstständige handelt, einen Wagen als Firmenwagen zu finanzieren, sollte man die Möglichkeiten zumindest erwägen.
 

Voraussetzungen für die Einordnung als Firmenwagen

Selbstverständlich gibt es auch für die steuerliche Einordnung als Firmenwagen Bedingungen. Denn nicht in jedem Fall kann es dem Betriebsvermögen zugerechnet werden, was aber eine Voraussetzung für die Klassifizierung als Firmenwagen ist. Um diese Zurechnung zu gewährleisten, muss man den Wagen zu mindestens 10 % betrieblich nutzen. Was aber heißt betriebliche Nutzung? Betriebsvermögen besteht unter anderem aus sogenanntem notwendigen Betriebsvermögen. Dies sind Wirtschaftsgüter, die allein und ausschließlich den betrieblichen Zwecken zugedacht sind. Güter, die zu mehr als 50 Prozent für den Betrieb genutzt werden, müssen sogar dem Betriebsvermögen zugerechnet werden.

Wer sich nun wundert, warum zehn Prozent bereits reichen, um einen Wagen steuerlich als Firmenwagen veranschlagen zu können: Güter, die lediglich in einem objektiv beweisbaren Zusammenhang zum Betrieb stehen, nicht aber wie das notwendige Betriebsvermögen ausschließlich dem betrieblichen Verwendungszweck dienen, sind als gewillkürtes Betriebsvermögen zu veranschlagen. Auch wenn der Begriff etwas verwirrend klingt, kann man als Interessant an einem Firmenwagen natürlich dennoch etwas damit anfangen: Hier kommen die zehn Prozent ins Spiel: Wenn das Fahrzeug zwischen 10 und 50 Prozent betrieblich genutzt wird, kann es als Firmenwagen veranschlagt werden. Dabei ist das Kraftfahrzeug auch dann als Firmenwagen zu veranschlagen, wenn es den Gang des Betriebs fördert. Fraglich ist nun aber, wie genau zwischen betrieblicher und privater Nutzung unterschieden wird. Es ist dabei zu beachten, dass die Fahrten zwischen der eigenen Wohnung und dem Betrieb dabei zu den betrieblichen Zwecken zählt, während Einkaufsfahrten für den eigenen Verzehr selbstverständlich nicht dazu zählen.
 

Nachweise über die Nutzung als Firmenwagen



Natürlich ist man verpflichtet, die Nutzung des Wagens auch entsprechend nachweisen zu können. Dafür gibt es steuerlich zwei klassische Verfahrensweisen, das Fahrtenbuch und die sogenannte Ein-Prozent-Regel.

Kommen wir zuerst zur pauschalen Ein-Prozent-Regel, über die die private Nutzung eines Firmenwagens versteuert werden kann. Um diese Regelung geltend zu machen, muss das Fahrzeug allerdings zu mehr als 50 Prozent betrieblich genutzt werden. Dabei wird nach Einkommenssteuergesetz die private Nutzung des gekauften Wagens mit einem Prozent des inländischen Listenpreises angesetzt. Dabei ist der Listenpreis zum Zeitpunkt der Erstzulassung für die Prozentberechnung erheblich. Allerdings gibt es auch Posten, die die Käufer irrtümlich dem Listenpreis zurechnen, so etwa die Kosten für die Überführung und Zulassung und ähnliche Zusatzkosten. Diese Regel gilt übrigens sowohl für gekaufte, als auch für gemietete und geleaste Fahrzeuge.

Der Vorteil dieser Regelung ist natürlich, dass keine Detailarbeit anfällt, sondern über diese Pauschale die Anrechnung bereits abgegolten ist.

Anders liegt der Fall beim Fahrtenbuch. Hier muss der Unternehmer detailliert und vollständig in der Lage sein, über seine Fahrten Auskunft zu geben. Denn am Ende geht es um das Verhältnis der privat gefahrenen Kilometer zu der insgesamt zurückgelegten Strecke. Dabei muss der Gesamtkilometerstand im Fahrtenbuch vollständig wieder zu finden sein. In Fahrtenbücher müssen sich auf jeden Fall Angaben wie zum Beispiel

  • Reiseziele in genauer Beschreibung
  • Reisezweck
  • Eventuelle Umwege
  • Kilometerstand (zu Beginn und Ende)

Hierbei ist also große Präzision gefragt, vergessliche und nachlässige Zeitgenossen sollten also womöglich eher zur Ein-Prozent-Regel greifen, damit bei der Überprüfung keine Lücken auftauchen können.

Was passiert mit meiner Krankenversicherung, wenn ich selbstständig bin?

Als Selbstständiger sind Sie nicht mehr ohne weiteres in Ihrer gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert. Sie müssen sich dort nun auf Antrag befreien lassen. Die künftige Beitragshöhe richtet sich hier nach Ihrem Einkommen. Die Kosten für Selbstständige betragen in 2017 zwischen ... [ weiter... ]

Das könnte Sie auch interessieren

Kaufvertrag Firmenwagen
Firmenwagen: das müssen Sie beim Verkauf beachten

Viele Unternehmer nutzen einen Firmenwagen. Mit Ablauf der Abschreibungsfrist von 6 Jahren veräußern sie diesen und schaffen einen neuen an....

Firmenwagen, Leasing und Fuhrparkmanagement – Was es alles zu beachten gibt

Für die meisten Mitarbeiter ist ein Dienstwagen nicht nur ein besonderes Privileg, sondern oft auch eine Motivation durch das Gefühl der Wertschätzung. Geschäftsleiter hingegen betrachten die Fahrzeuge meist überdies als notwendiges Statussymbol für den eigenen Erfolg und den des Unternehmens. ...

Gewerbeformular mit Geld, Kugelschreiber und Taschenrechner
Gewerbeschein beantragen: Das sollten Sie beachten

Wollen Sie ein Gewerbe anmelden? Das ist eigentlich eine unkomplizierte Angelegenheit. Dennoch werden sich Ihnen einige Fragen stellen. Wo meldet man ein Gewerbe an?...

Gewerbeanmeldung Formular mit Geldmünzen
Kleingewerbe anmelden: 5 Schritte, die Sie beachten sollten

Ein Kleingewerbe bezeichnet nicht etwa ein kleines Geschäftsmodell, impliziert aber völlig zu Recht, dass die Anmeldung vergleichsweise einfach ist....

Registered Trademark Symbole
Firmenlogo schützen lassen: Das sollten Sie beachten

Ein Firmenlogo ist im günstigsten Fall Marke, Motto und Wiederkennungsformel in einem....