Selbstständig machen mit E-Sport

Wie wäre es, jeden Tag stundenlang beliebte Videospiele zu daddeln und auf einem professionellen (!) Niveau damit gutes Geld zu verdienen? Was sich für viele wie ein Traum anhört, kann im aufstrebenden E-Sport-Bereich Wirklichkeit werden. In Asien ist eSport übrigens längst ein beliebter ‚Volkssport‘, mit dem sich sehr gutes Geld verdienen lässt.

Spätestens durch die Corona-Krise sind Computerspiele auch hierzulande in der Mitte der Gesellschaft angekommen, eSport hat einen kräftigen Wachstums- und Popularitätsschub erfahren. Grund genug, sich hier mit den Optionen zu befassen, sich selbstständig mit E-Sport zu machen. Es handelt sich in Deutschland um einen wachstumsstarken Zukunftsmarkt. Mit diesem Beitrag lassen sich zwei Optionen prüfen, um auf dem virtuellen Spielfeld Geld zu verdienen. Das kann als E-Sportler oder als E-Sport-Manager möglich sein.
 

Was ist E-Sport?

E-Sport (oder auch eSport) steht für elektronischer Sport. Hierunter fallen alle Arten von wettbewerbsorientierten Spielen, die sowohl dem Individualsport als auch dem Mannschaftsport zugeordnet sein können. Dabei muss es sich keineswegs nur um tatsächliche Sportspiele wie Fußball handeln: Auch Ego-Shooter und Echtzeit-Strategiespiele fallen in den Bereich E-Sport. Während eSport in vielen Ländern offiziell gefördert wird, gibt es in Deutschland noch erheblichen Nachholbedarf. Noch lehnt der Olympische Sportbund die Einstufung als Sportart ab. Das könnte sich aber in Zukunft ändern, wodurch sich noch bessere Perspektiven für die Selbstständigkeit mit E-Sport ergeben würden.


Das Wichtigste in Kürze: Geld verdienen im E-Sport

  • Es handelt sich um einen wachstumsstarken Markt, zumal sich Computerspiele einer großen Beliebtheit erfreuen.

  • Geld verdienen mit eSport ist sowohl als aktiver Spieler als auch als E-Sport-Manager möglich. Mit dem Businessplan sollte der eigene Schwerpunkt gelegt werden.

  • Durch die Corona-Pandemie hat eSport in Deutschland deutlich an Bedeutung gewonnen. Branchenkenner gehen davon aus, dass diese Entwicklung nachhaltig ist.

  • E-Sport ist auch in Deutschland kein Nischenphänomen mehr, auch wenn die offizielle Anerkennung und Förderung noch ausbaufähig ist. Mittlerweile gibt es sogar Studiengänge im Bereich eSport-Management.


Voraussetzungen, um sich mit E-Sport selbstständig zu machen?

Auch wenn diese Art von Sport virtuell erscheint, müssen Spieler fit sein und Top-Resultate erzielen. Wer sich als e-Sportler selbstständig machen will, muss hart trainieren und mit erstklassigen Leistungen auf sich aufmerksam machen. Ein paar Glückstreffer werden nicht reichen: Um Geld mit E-Sport verdienen zu können, ist eine konstant hohe Leistung erforderlich, die ggf. auch auf internationalem Niveau Bestand hat. Um sich als E-Sport-Manager selbstständig zu machen, ist eine entsprechende Ausbildung samt Branchenerfahrung erforderlich. Nur mit der notwendigen Marktkenntnis lassen sich Aufträge und Kooperationspartner gewinnen. Langfristig muss es darum gehen, sich einen Namen als gefragter E-Sport-Manager zu machen. So wird es möglich sein, selbst größere Events (ggf. mit internationaler Ausrichtung) zu managen.
 

Gewerbe anmelden, um mit E-Sport Geld verdienen zu können

Welche Art von selbstständiger Tätigkeit im Bereich E-Sport auch immer aufgenommen wird: Bevor das geschieht, ist ein Gewerbe anzumelden. Das gilt auch für den Fall, dass es sich zunächst nur um eine nebenberufliche Selbstständigkeit handelt. Sobald E-Sport kein Hobby bzw. kein reiner spaßbasierter Freizeitvertreib mehr ist, sondern durch Regelmäßigkeit von einer klaren Gewinnerzielungsabsicht auszugehen ist, handelt es sich um eine gewerbliche Tätigkeit. Diese ist gemäß § 14 Gewerbeordnung anzeigepflichtig. Sämtliche Einnahmen, die z. B. durch Preisgelder verdient werden, sind steuerpflichtig und bei der Einkommenssteuererklärung zu berücksichtigen.
 

Ausgangslage: Warum selbstständig machen mit E-Sport?

Der Markt für eSport boomt in Deutschland, wobei das Corona-Krisenjahr 2020 für einen nachhaltigen Schub gesorgt hat. E-Sport ist einer der wenigen Bereiche, der durch die weltweite Krise gewachsen ist und deutlich an Beliebtheit zulegen konnte. Das liegt auch daran, dass viele Menschen schlichtweg mehr Zeit hatten, um vor dem Bildschirm zuzuschauen oder selbst als E-Sportler aktiv zu werden.

Die Gamingbranche wächst seit Jahren, wobei gerade mit Blick auf E-Sports eine zunehmende Professionalisierung zu erkennen ist. Diese ist die Grundlage dafür, dass gute E-Sportler Geld verdienen können. Auf der anderen Seite macht es diese Professionalisierung erforderlich, dass Events professionell gemanagt werden. Hier kommen die Verdienstmöglichkeiten als E-Sport-Manager ins Spiel. Prinzipiell erlaubt es diese Geschäftsidee, auf mehreren Seiten des virtuellen Spielfelds Geld zu verdienen. Je nach Lebenssituation und Kenntnissen haben Gründer die Chance, sich selbst zu verwirklichen und aus einem leidenschaftlichen Hobby eine Berufung zu machen.
 

Zahlen zur Entwicklung des E-Sport in Deutschland

Im Jahr 2020 sind coronabedingt Großevents wie die Olympischen Sommerspiele und auch die Fußball Europameisterschaft ausgefallen. Das hat dazu geführt, dass sich der Sport immer weiter in den virtuellen Bereich verschoben hat: E-Sport ist zu einer echten, krisenunabhängigen Alternative geworden. In einer Befragung hat der Glücksspielanbieter Betway gezeigt, dass bereits 2018 gut 45 % der Deutschen das Konzept E-Sport kannten. Schon zum damaligen Zeitpunkt haben etwa 20 % bereits ein solches Event verfolgt. Das zeigt das enorme Wachstumspotenzial von E-Sport, zumal in diesen Zahlen die Auswirkungen der Pandemie noch gar nicht enthalten sind. Die große Mehrheit (mehr als 60 %) der Zuschauer ist zwischen 16 und 34 Jahren alt.
 

Ist eSport in Deutschland anerkannt?

Auch wenn sich eine große Fangemeinde gebildet hat und es immer mehr Profis gibt, genießt E-Sport im Vergleich zu anderen Ländern noch keinen offiziellen Rang. Während die USA und zahlreiche asiatische Ländern E-Sport offiziell anerkennen, weigert sich der zuständige Olympische Sportbund noch. Es ist nicht absehbar, wann bzw. ob sich das zeitnah ändern könnte. Daher sollten angehende Gründer sich zu Beginn bereits überlegen, welche Möglichkeiten sich durch einen solchen Statuswechsel ergeben könnten, in strategischer und finanzieller Hinsicht. Es gilt, sich neu bietende Chancen mit aller Konsequenz zu ergreifen.

Nichtdestotrotz nimmt E-Sport in Deutschland ein zunehmende gesellschaftliche Relevanz an. Die aufstrebende wirtschaftliche Bedeutung wird alleine daran deutlich, dass es mittlerweile Studiengänge im Bereich eSport Management gibt. Auch die Forschungstätigkeit zu diesem Bereich ist seit 2020 sprunghaft angestiegen. All das zeigt, dass es sich nicht nur um einen kurzlebigen Trend, sondern um einen nachhaltigen Markt handelt. E-Sport ist die digitale Transformation des Vereinssports, da auch auf virtuellen Wege bei vielen Spielen diverse persönliche Austauschmöglichkeiten bestehen.
 

Kulturelle Unterschiede für die strategische Ausrichtung beachten

Ja, es stimmt: In Deutschland gelten selbst erfolgreiche E-Sportler teilweise noch als Nerds. Das zeigt, dass in Deutschland imagemäßig noch Luft nach oben ist. Mit der steigenden Bekannt- und Beliebtheit dürfte aber auch das gesellschaftliche Image noch besser werden. Asien zeigt, was auch hierzulande in einigen Jahren Wirklichkeit werden kann: Dort ist E-Sport bereits ein Teil der Asienspiele 2022. Die gesellschaftliche Selbstverständlichkeit ist eine andere, hier werden erfolgreiche E-Sportler beinahe wie Pop-Stars gefeiert. Insgesamt kann diese Ausgangslage dafür sprechen, als E-Sportler oder auch E-Sport-Manager eine internationale Strategie zu fahren. Es besteht jedenfalls kein Grund, sich nur auf den deutschen Markt beschränken zu müssen.
 

Businessplan: Wie selbstständig machen mit E-Sport?

Wie bereits angedeutet, bietet der E-Sport zwei Optionen, um Geld verdienen zu können. Mit dem Businessplan sollte grundsätzlich Klarheit über den finanziellen und zeitlichen Umfang der potenziellen Selbstständigkeit hergestellt werden. Die eigenen finanziellen Ziele sollten benannt werden.
 

Option 1: selbstständig machen als E-Sport-Manager

Wer sich mit einem Studium oder einer berufsbegleitenden Weiterbildung für diesen Bereich fit macht, wird Events managen können. Dazu wird auch eine funktionale IT-Infrastruktur gehören, was eine Zusammenarbeit mit Profis aus diesem Bereich erforderlich machen wird. Der betriebswirtschaftliche bzw. monetarisierende Aspekt wird bei dieser Aufgabe im Mittelpunkt stehen: Auch wenn Wettbewerb und Spaß für das Publikum im Vordergrund stehen, wollen E-Sportler und Betreiber gutes Geld verdienen. Mit seinem Fachwissen wird der E-Sport-Manager an allen erforderlichen Stellschrauben ganzheitlich justieren können. Mit Blick auf den breit gefächerten und auch internationalen Markt kann es strategisch sinnvoll sein, sich auf einen Bereich zu spezialisieren. Das kann z. B. eine bestimmte Art von Spielen sein, die sich einer hohen Beliebtheit erfreuen. Auch der Fokus auf Neuheiten ist sehr sinnvoll, um sich immer wieder neue geschäftliche Chancen zu erarbeiten. Durch stetige Entwicklungsarbeit werden immer wieder neue Spiele und auch Wettkampfformen auf dem Bildschirm landen.
 

Option 2: selbstständig machen als E-Sportler

Hier wird nicht von außen gemanagt, sondern direkt aus dem Zentrum heraus als Spieler agiert. Um aber überhaupt erst in diese Position zu kommen, müssen E-Sportler hart trainieren und sich mit exzellenten Ergebnissen und Siegen einen Namen erarbeiten. Ganz so einfach, wie es sich anhört, wird es nicht, als E-Sportler Geld zu verdienen. Es ist definitiv kein Selbstläufer, sondern bedarf nicht selten vieler Stunden Training am Tag. Um sich insgesamt verdienstmäßig breiter aufzustellen, werden erfolgreiche E-Sportler sicher nicht nur ein Spiel gut beherrschen. Daher ist es alleine aus strategischer Sicht sinnvoll, sich auf mehrere Spiele perfekt einzustellen. Ein erfolgreicher Allrounder kann bessere Verdienst- bzw. Verhandlungsargumente in die Waageschale werfen. Die regelmäßige Teilnahme an Events und ein hohes Maß an Professionalisierung werden die Basis sein, um als E-Sportler Geld zu verdienen. Und auch der virtuelle Blick über den Teich kann sich auszahlen. Gegen eine internationale Karriere als E-Sportler aus dem Team Deutschland spricht nichts.
 

Marketing im E-Sport: Bekanntheit & Erfolg sind alles!

Für welche Option sich Gründer auch entscheiden: Nachweisbare Erfolge werden als Referenz das A&O sein, um für Events gebucht oder sogar in Teams unter Vertrag genommen zu werden. Auch das ist für E-Sportler möglich. Im Einzelnen wäre dann aber vertraglich genau zu prüfen, inwiefern es sich tatsächlich um eine selbstständige Tätigkeit handelt. Ist der E-Sportler als einer von mehreren Spielern in einem Team engagiert, ist von einer gewissen Weisungsgebundenheit auszugehen. Auch wenn die vertragliche Fundierung eine wichtige Rolle für Planungssicherheit spielt, ist sie mit Blick auf den Status ‚selbstständig‘ kritisch zu sehen. Beim E-Sport-Manager sieht das anders aus: Wer wird für gewöhnlich nur für bestimmte Events gebucht und das Vertragliche bezieht sich dann auf die planungssichere Abwicklung.
 

Wer Erfolg will, muss sein Können reichweitenstark vermarkten

Um den eigenen Profistatus unter Beweis zu stellen, ist eine suchmaschinenoptimierte Homepage mit Sicherheit hilfreich. Auch ein Blog kann Einblicke in das Können als E-Sportler oder E-Sport-Manager verleihen. Kostproben von Spielsituationen oder dem Management eines Events können zugkräftige Argumente darstellen, um sich in eine hervorragende Ausgangsposition zu bringen.
 

Wie viel verdient man mit E-Sport?

Oder anders gefragt: Kann man mit E-Sport Geld verdienen? Ja, mit E-Sport kann man sowohl als Sportler als auch als Manager sehr gutes Geld verdienen, was grundsätzlich Leistung und Professionalität voraussetzt. Sehr erfolgreiche E-Sportler oder auch Manager können durchaus ein mittleres bis hohes vierstelliges Gehalt im Monat erzielen, was allerdings ein gewisses Standing in der Szene voraussetzt. In den USA sind Turniere mit einem Preisgeld von mehr als 100.000 Dollar keine Seltenheit. Eine kurze Recherche reicht aus, um sich einen Überblick über mögliche Preisgelder zu verschaffen.
 

Kann man von eSport leben?

Sowohl Spieler als Teilnehmer als auch Manager als Organisatoren werden im Falle der Professionalisierung sehr gut vom E-Sport leben können. Wie bei jedem Einstieg in die Selbstständigkeit ist aller Anfang schwer und finanziell mau: In den ersten Monaten werden die Verdienstchancen nicht so rosig aussehen. Mit nachweisbaren Erfolgen und einer steigenden Bekanntheit kann sich das perspektivisch aber schnell ändern. Wie im realen Leben müssen E-Sportler und E-Sport-Manager erst ihren eigenen Marktwert in die Höhe treiben, um bessere Verdienstmöglichkeiten aushandeln zu können.
 

Zusammenfassung für die Geschäftsidee ‚selbstständig machen mit E-Sport‘:

  1. Warum selbstständig machen mit eSport?

Weil es sich um einen wachstumsstarken Zukunftsmarkt handelt, dessen Potenziale in Deutschland noch gar nicht vollständig ausgenutzt werden. Das kann sich in naher Zukunft ändern, zumal auch eine finanzielle Förderung seitens der Politik denkbar ist.
 

  1. Wie kann man mit eSport Geld verdienen?

Geld verdienen kann man in diesem Bereich entweder als E-Sportler oder im Managementbereich (E-Sport-Manager). Die eigenen Vorkenntnisse und Präferenzen lassen sich bei dieser Geschäftsidee explizit berücksichtigen.
 

  1. Wie viel verdient man mit E-Sport?

Das lässt sich pauschal schwer beantworten. Beispiele aus den USA und Asien zeigen, dass sich im Bereich E-Sport ein überdurchschnittliches Gehalt erzielen lässt. Letztlich haben es E-Sportler und Manager selbst in der Hand, ihren Marktwert und damit auch den eigenen Verdienst mit professionellem Können zu erhöhen.

 

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