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Selbstständig machen mit der Sanierung von Wasserschäden

Handwerker bei der Behandlung von Schimmel an Wand

Was ist die perfekte Geschäftsidee, um sich selbstständig zu machen? Eine gute Geschäftsidee zeichnet sich dadurch aus, dass sie krisensicher ist und eine konstant hohe Nachfrage aufweist. Wer von dieser logischen Seite her den Weg in die Selbstständigkeit plant, wird eventuell auf den lukrativen Bereich der Wasserschadensanierung stoßen. Gebrochene oder undichte Rohre sind keine Seltenheit, die daraus entstehenden Schäden können für die Bausubstanz verheerende Folge haben. Insofern wird jeder Immobilienbesitzer einen solchen Wasserschaden beheben lassen müssen und wollen, um den Wert zu erhalten.

Aufträge für Wasserschadensanierung entstehen von selbst…

Von der Auftragslage her, die in diesem Beitrag unter strategischen Gesichtspunkten noch näher analysiert wird, ist die Geschäftsidee ‚selbstständig machen mit Wasserschadensanierung‘ äußerst lukrativ. Aber natürlich müssen es Existenzgründer angesichts der Konkurrenz auch schaffen, sich die Aufträge zu angeln. Ein Selbstläufer ist diese Geschäftsidee also bei weitem nicht. Was ist angesichts dessen bei der Planung der Existenzgründung zu beachten? Welche Themen gehören in den auszuarbeitenden Businessplan? Der folgende Beitrag möchte kompakte und vor allem handlungsorientierte Hilfestellungen für diesen Geschäftsbereich vorstellen.
 

Existenzgründung mit Wasserschadensanierung: selbstständig machen auf trockenen Beinen

  • zahlenbasierte Analyse der Ausgangslage

  • Firma für Wasserschadensanierung gründen: Umfang/Leistungsspektrum

  • Über den Preis der Selbstständigkeit

  • Marketing und Kundengewinnung als Existenzgründer

  • Voraussetzungen, um sich mit Wasserschadensanierung selbstständig zu machen
     

Ausgangslage für die Geschäftsidee ‚selbstständig machen mit Wasserschadensanierung‘

Ein interessanter und vielversprechender Fakt gleich zu Beginn: Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zufolge gibt es jedes Jahr rund 1 Million Schäden an Wasserleitungen. Wenn man diese Menge zeitlich ausdrücken will, dann platzt alle 30 Sekunden irgendwo in Deutschland ein Rohr! Die potenzielle Auftragslage könnte also kaum besser sein. Doch es gilt, einen genaueren Blick auf aussagekräftige Erhebungen von Versicherungen zu werfen. Aktuelle Daten zeigen ganz klar, dass im Westen Deutschlands deutlich mehr Rohre platzen als im Osten. Dies hängt strukturell vor allem damit zusammen, dass im Zuge der Wiedervereinigung im Osten die Infrastruktur vielerorts erneuert wurde.
 

Index für Wasserleitungsschäden für die Standortwahl nutzen

In Köln, der viertgrößten Stadt Deutschlands mit mittlerweile mehr als 1 Million Einwohner, platzen die Rohre übrigens am häufigsten. Der so genannte Index für Wasserleitungsschäden, den sich Existenzgründer bei der Planung des Standortes ganz genau anschauen sollte, ist in Köln etwa doppelt so hoch wie der Bundesdurchschnitt. Tendenziell ist die potenzielle Auftragslage für die Geschäftsidee ‚selbstständig machen mit Wasserschadensanierung‘ im Westen also deutlich besser. Um die wirtschaftlichen Chancen aber möglichst konkret einschätzen zu können, muss die Konkurrenzsituation ebenfalls aussagekräftig analysiert werden. So dürfte es nicht überraschen, dass in Köln eine große Anzahl an professionellen Dienstleistern in diesem Bereich anzutreffen ist. Generell ist die Konkurrenzanalyse etwas schwierig, da sich nicht alle Anbieter als Unternehmen für Wasserschadensanierung vermarkten. Ebenso ist es denkbar, dass es sich bei um eine Dienstleistung von vielen im angebotenen Leistungsspektrum handelt.

Um die möglichen Umsatzdimensionen für eine Existenzgründung im Bereich der Wasserschadensanierung zu skizzieren, sei darauf hingewiesen, dass Gebäudeversicherer beispielsweise im Jahr 2015 mehr als 2,3 Milliarden Euro alleine für die Instandsetzung von Wasserschäden aufbringen mussten. Angesichts dessen muss das gegründete Unternehmen für die Wasserschadensanierung so geschickt auf dem Markt platziert werden, um sich einen kleinen Teil dieses wirklich großen Kuchens zu sichern. Lukrativ ist die Geschäftsidee ‚selbstständig machen mit Wasserschadensanierung‘ insbesondere auch deshalb, weil die Möglichkeit der Kooperation mit Versicherungen besteht. Insofern fiele die Sorge weg, dass Auftraggeber nicht zahlen.
 

Ganzheitliches Leistungsspektrum rund um die Wasserschadensanierung

Wasserschäden sind wahrlich nicht nur ein optisches Ärgernis. Unbehandelt sorgen sie dafür, dass Schimmel entstehen kann und die gesamte Bausubstanz in Mitleidenschaft gezogen wird. Dadurch kann eine Immobilie einen erheblichen Wertverlust erleiden. Es gibt also keine Alternative dazu, einen Wasserschaden professionell sanieren zu lassen. Und wenn die Gebäudeversicherung dafür aufkommt, dann hält sich der Schaden für Besitzer meistens in Grenzen. Um die Bausubstanz zu schützen, muss es schnell gehen. Daher ist es erforderlich, dass verschiedene Gewerke zusammenarbeiten, je nachdem, wie weit fortgeschritten der Wasserschaden ist. Und ist ein solcher nicht sofort sichtbar, so muss zu Beginn der Arbeiten die Leckageortung stehen, um den Schaden überhaupt erst finden zu können.
 

Wasserschadensanierung ist ein komplexes Handwerk

Insofern werden in vielen Fällen Kunden nur gewonnen werden können, wenn ein Unternehmen ein ganzheitliches Leistungsspektrum mit modernster Technik anbietet. Dazu gehören insbesondere Diagnoseverfahren wie Infrarot-Thermografie, Endoskopie, Druckprüfung oder elektroakustische Ortung. Alleine diese Fachbegriffe zeigen, dass die Existenzgründung im Bereich Wasserschadensanierung nur mit handwerklichem und technischen Knowhow funktionieren wird. In den meisten Fällen werden Existenzgründer einen Handwerksberuf (ggf. mit Meisterpflicht) erlernt haben und sich dann auf diesen lukrativen Bereich spezialisieren. Für Quereinsteiger ohne fundiertes Fachwissen wird es kaum möglich sein, die erforderliche Technik zielorientiert anzuwenden und die Sanierung ganzheitlich vorzunehmen.

Nur wenn die Quelle gefunden, repariert und alles mit entsprechender Trocknungstechnik behandelt worden ist, kann die eigentliche Wasserschadensanierung beginnen. Werden vor der Sanierung handwerkliche Fehler gemacht, so ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich Feuchtigkeit und womöglich auch Schimmel wieder ausbreiten. Wer auf handwerkliche Qualität setzen und diese auch entsprechend vermarkten will, wird sich solche Fehler nicht erlauben können. Vor allem auch deshalb, weil persönliche Empfehlungen gerade in der Startphase der Existenzgründung überaus wichtig sind. Je nach Umfang der Wasserschadensanierung kommen weitere Serviceleistungen für Kunden in Betracht. So kann es sein, dass Möbel für den Zeitraum der Instandsetzung eingelagert werden müssen.
 

Nur eine strategische Ausrichtung ist erfolgversprechend…

Letztlich kann das Leistungsspektrum nur strategisch sinnvoll konkretisiert werden, wenn Klarheit über die Zielgruppe herrscht. Wer sich nicht auf Privat- und/oder Gewerbekunden, sondern auf Kooperationen mit Versicherungen fokussieren will, wird ein ganzheitliches Leistungsspektrum im Bereich der Wasserschadensanierung brauchen, um sich möglichst viele Aufträge sichern zu können. Was konkret in Bezug auf die Wasserschadensanierung angeboten wird, hängt nicht zuletzt auch vom eigenen handwerklichen Hintergrund ab. Klassischerweise sind folgende Arbeiten im Bereich der Wasserschadensanierung zu finden:

  • Maurerarbeiten (Estrich etc.)

  • Fliesenverlegung

  • Malerleistungen

  • Verlegung von Bodenbelägen

  • Professionelle Reinigungsdienstleistungen (inklusive Schimmelbeseitigung)
     

Strategische Entscheidung: Umfang und Art der Unternehmensgründung

In Anbetracht der gerade geschilderten Leistungen wird es schwer sein, einen Ein-Mann-Betrieb im Bereich der Wasserschadensanierung zu gründen. Nicht nur, dass im Falle großer Räumlichkeiten schlichtweg die Manpower fehlt, um zügig zu Ergebnissen zu kommen. Auch müsste der Gründer selbst dann in allen Bereichen über fundiertes Fachwissen verfügen. Deshalb wird es in der Praxis besser sein, entsprechendes Fachpersonal für alle Bereiche einzustellen bzw. in der Anfangsphase der Existenzgründung auf flexible Kooperationen zurückzugreifen, um Kosten zu sparen. Denkbar ist es als strategische Alternative auch, sich mit mehreren Gesellschaftern unter dem Dach einer funktionalen Rechtsform zusammenzuschließen, wobei jeder idealerweise eine zentrale Kernkompetenz in diesem Bereich mitbringt.

Der Faktor Personal ist in zweierlei Hinsicht nicht zu unterschätzen: Erstens handelt es sich dabei sehr oft um den größten Kostenblock, weshalb zunächst flexible Beschäftigungsformen zu bevorzugen sind. Und zweitens ist es gerade für kleinere Betriebe nicht immer einfach, an qualifiziertes Fachpersonal zu gelangen. Hintergrund ist dabei vor allem, dass kleine Handwerksbetriebe in der Regel nicht so hohe Löhne zahlen können wie die Konkurrenz.
 

Businessplan: Kosten und strategische Ausrichtung

Der Businessplan hat die Aufgabe, alle Geschäftsfelder ganzheitlich auszuarbeiten. Es muss eine gut lesbare Visitenkarte entstehen, die potenzielle Geldgeber/Investoren von der Geschäftsidee überzeugt. Vor allem die Angaben aus dem Bereich Finanzen (Finanzierungsbedarf und Kalkulationen zu Umsätzen in den ersten Jahren) sollten stimmig sein und Potenziale erkennen lassen. Da die Kostensituation zu Beginn der Existenzgründung häufig angespannt ist, sollten entsprechend alle Optionen mit Blick auf notwendige Trocknungstechnik auf dem Tisch liegen. Geräte und Ausrüstung müssen nicht komplett neu, sondern ggf. gebraucht gekauft werden. Um die Kosten in Grenzen zu halten, kann auch Leasing eine Option sein, die zweifelsohne mehr Flexibilität eröffnet.

Was den Standort angeht, so sollten in Anbetracht der eingangs genannten regionalen Unterschiede möglichst überzeugende Zahlen für die potenzielle Auftragslage gewählt werden. Zudem muss klar werden, inwiefern der Service und das Leistungsspektrum der Konkurrenz überlegen sind bzw. warum sich Kunden gerade für diesen Anbieter für Wasserschadensanierung entscheiden sollten. Von großer Bedeutung für die Wirtschaftlichkeit bzw. Profitabilität des Unternehmens werden die kalkulierten Preise bzw. Gewinnmargen sein. Der Faktor Zeit wird in dieser Hinsicht neben den Kosten für die Bereitstellung von Trocknungstechnik entscheidend sein.
 

24 Stunden Notdienst oder: Der Preis der Selbstständigkeit

Wer sich selbstständig mit Wasserschadensanierung macht und das Ziel verfolgt, sehr flexible Arbeitszeiten zu nutzen, wird dies nicht wirklich erreichen können. Gerade mit Blick auf die Wasserschadensanierung kommt es oft auf Stunden an, sodass ein Notfalldienst rund um die Uhr mittlerweile zum Standard gehört. Insofern muss diese Erreichbarkeit immer gewährleistet sein. In der Startphase wird dies oft bedeuten, selber zu dringenden Einsätzen eilen zu müssen. Daher sollte das Marketing diesen und weitere Servicegedanken selbstbewusst kommunizieren, damit Kunden auf einen Blick Mehrwerte erkennen. Um Kunden bzw. Aufträge zu gewinnen, spielt auch für kleinere Betriebe das Internet mittlerweile eine Schlüsselrolle. Insofern sollte eine suchmaschinenoptimierte Homepage mit dem Unternehmen an den Start gehen. Eine solche Homepage hat den Vorteil, dass sich Kunden über das Leistungsspektrum informieren und individuelle Angebote anfordern können. Annoncen in regionalen Zeitungen können ebenso wie Radiowerbung oder Flyer einen kosteneffektiven und vor allem messbaren Beitrag dazu leisten, das Geschäft anzukurbeln sowie die Bekanntheit insgesamt zu erhöhen.
 

Voraussetzungen, um sich mit Wasserschadensanierung selbstständig zu machen

In jedem Falle handelt es sich bei der Wasserschadensanierung um eine handwerkliche Tätigkeit. Daher kann nur ein Blick in die Anlagen A und B der Handwerksordnung zeigen, ob für eine Existenzgründung bzw. die selbstständige Berufsausübung ein Meistertitel erforderlich ist. In Anlage B ist unter Ziffer 2 das Bautentrocknungsgewerbe zu finden. Es handelt sich demnach um ein handwerksähnliches Gewerbe, für das kein Meistertitel vorgesehen ist. Letztlich kommt es aber immer auf das konkrete Leistungsspektrum an. Dieses muss im Formular zur Gewerbeanmeldung ohnehin geschildert werden.

Vor Aufnahme der Geschäftstätigkeit ist es erforderlich, einen Gewerbeschein zu erwirken. Da das Leistungsspektrum im Bereich Wasserschadensanierung auch andere Gewerke betreffen kann, lässt sich eine Meisterpflicht nicht völlig ausschließen. Eine solche liegt meistens vor, wenn die Arbeiten sicherheitsrelevant sind. Ein Blick in Anlage A der Handwerksordnung zeigt, welche handwerklichen Tätigkeiten davon betroffen wären. Aber selbst eine etwaige Meisterpflicht muss kein Bremsklotz auf dem Weg in die Selbstständig mit einem Betrieb für Wasserschadensanierung sein. Es besteht immer die alternative Option, einen Meister in leitender Position einzustellen.
 

Wirksamer Schutz vor finanziellen Forderungen

Was die formalen Erfordernisse angeht, so ist der Abschluss einer leistungsstarken Betriebshaftpflichtversicherung dringend zu empfehlen. Sollten Arbeiten –aus welchen Gründen auch immer– nicht korrekt ausgeführt werden und dadurch hohe Folgeschäden entstehen, so bietet eine Betriebshaftpflichtversicherung einen wirksamen Schutz. In diesem Zusammenhang sollte auf keinen Fall am falschen Ende gespart werden, denn hohe Forderungen können schnell die Liquidität und somit Existenz eines ganzen Betriebes bedrohen.
 

Kurzzusammenfassung für die Geschäftsidee ‚selbstständig machen mit Wasserschadensanierung‘

  1. Die Auftragslage ist sehr gut, denn rein statistisch gesehen bricht alle 30 Sekunden in Deutschland ein Rohr.

  2. Dem Standort kommt mit Blick auf Aufträge und die Konkurrenzsituation eine große Bedeutung zu: In Westdeutschland (vor allem in Köln) ist das Netz an Wasserleitungen weitaus maroder als im Osten der Republik

  3. Wer ein Unternehmen für Wasserschadensanierung gründet, kann auch die Zusammenarbeit mit Versicherungen anstreben

  4. Das angebotene Leistungsspektrum entscheidet über den Umfang und die erforderlichen Ressourcen des Unternehmens. Diese und vor allem alle Kostenaspekte sind überzeugend im Businessplan auszuarbeiten

  5. Das Bautentrockungsgewerbe ist laut Anlage B der Handwerksordnung handwerksähnlich, ein Meistertitel ist hierfür nicht nötig. Da die Wasserschadensanierung aber auch andere Gewerke abdecken kann, kommt mit Blick auf ein konkretes Leistungsspektrum die Meisterpflicht ggf. doch ins Spiel. Um Klarheit zu schaffen, sollten die individuellen Voraussetzungen so früh wie möglich geklärt werden.

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