Tipps zur Privaten Krankenversicherung

Mit der privaten Krankenversicherung genießen Existenzgründer die Möglichkeit, sich durch einen privaten Anbieter für den Krankheits- oder auch Pflegefall absichern zu lassen. Generell besteht die Möglichkeit, zwischen beiden Formen zu wählen, wobei insgesamt eine Pflicht zur Krankenversicherung in Deutschland gilt. Wer sich nicht versichert, riskiert immens hohe Kosten und im Ernstfall Probleme mit einer zeitnahen und fachgerechten Gesundheitsversorgung. Insofern sollte mit Blick auf die eigene Gesundheit als Basis der Ertragskraft (!) nicht am falschen Ende gespart werden. Möglich ist auch eine Mischform, indem zu einer gesetzlichen Krankenversicherung private Zusatzleistungen gewählt werden (z.B. für Zahnersatz oder eine Chefarztbehandlung im Krankenhaus). Das muss aus Kostensicht jedoch nicht unbedingt die günstigere Alternative sein. Aktuell sind etwas über 10 % der Bevölkerung privat krankenversichert.
 

Zulassungsvoraussetzungen:

Private Krankenversicherung für jeden?

Die zu überschreitende Einkommensgrenze pro Jahr von derzeit 60.750 Euro (Stand 2019) ist nur für Angestellte relevant. Wer selbständig ist oder werden möchte, kann grundsätzlich in die private Krankenversicherung wechseln, und dies unabhängig von der Einnahmesituation. Anders als bei den von der Lohnhöhe abhängigen Kosten für die gesetzliche Versicherung richten sich die Beiträge für die private Variante nach dem Alter und etwaigen Vorerkrankungen sowie dem gewählten Leistungsumfang: Wer einen Basistarif wählt, muss unter Umständen mehr Eigenanteile tragen, Details hierzu sind in jedem Vertrag einzusehen. Ein wesentlicher Unterschied ist, dass die gesetzliche Krankenkasse durch ein Umlageverfahren finanziert wird (Einkommen als Bemessungsgrundlage), die private dagegen durch Kapitaldeckung (Prinzip der 'Kopfpauschale'). Ärzte rechnen mit Privatpatienten direkt ab, auch die Kosten müssen in der Regel zunächst vorgestreckt werden. Dies hat den Vorteil, dass alles transparent auf der Hand liegt. Allerdings sollten Existenzgründer die Wahl der Krankenkasse wohl durchdenken, denn ein späterer Wechsel von der privaten in die gesetzliche ist oftmals nicht möglich. Die zu treffende Entscheidung hat somit einen gewissen 'Nachhaltigkeitsfaktor'.
 

Die Vorteile der privaten Krankenversicherung kompakt zusammengefasst

Hier ist ganz klar in erster Linie die bessere medizinische Versorgung anzuführen, die für viele Existenzgründer auch den entscheidenden Ausschlag gibt: Die Versorgung bei gesetzlichen Kassen ist ausreichend, zweckmäßig und an straffer Wirtschaftlichkeit orientiert (man denke alleine an das günstigste Medikament in der Apotheke), wohingegen im privaten Behandlungsbereich eine freiere Entscheidung des Arztes mit Blick auf neueste medizinische Ansätze möglich ist. Ein ganz alltagsnaher und in vielen Studien erwiesener Vorteil der privaten Krankenversicherung ist die schnellere Terminvergabe insbesondere bei Fachärzten. Auch ist das genießbare Behandlungsspektrum durch eine moderne Praxisausstattung in der Regel wesentlich größer. Zudem bieten private Anbieter die Möglichkeit, sich einen individuellen Tarif auszuwählen, je nach Gesundheitszustand. So können Kosten gespart bzw. individuell wichtige Gesundheitsleistungen vereinbart werden, während in der gesetzlichen Variante eher ein undurchsichtiger Einheitsbrei herrscht. Wunschleistungen wie ein Einzelzimmer oder eine Chefarztbehandlung inkl. freier Klinikwahl mögen zwar nicht für alle, aber für einige Versicherte ein hohes Maß an Lebensqualität darstellen. Auch wenn sich derartige Gerüchte hartnäckig halten, so muss ein Basistarif für einen jungen und gesunden Existenzgründer nicht teurer sein als die gesetzliche Variante. Ganz im Gegenteil, oft ist er sogar günstiger, zumal er sich durch eine gesunde und bewusste Lebensweise aktiv senken lässt. Wer in einer privaten Versicherung über einen längeren Zeitraum keine Leistung beansprucht, kann im wahrsten Wortsinne mit Erstattungen rechnen.
 

CHECKLISTE:

Was sollte bei der Auswahl einer privaten Krankenversicherung beachtet werden?

  • Welchen Tarif und welche Leistungen brauche ich (reicht der Basistarif?)
  • Welcher Versicherungsschutz besteht im Ausland?
  • Welche Wartezeiten gibt es beispielsweise für Zahnersatz?
  • Flexibel bleiben: Wie steht es um das Kündigungsrecht?
  • Geld zurück: Gibt es Beitragsrückerstattungstarife?
  • Wie hoch sind etwaige Selbstbeteiligungen je nach gewähltem Tarif?
  • Keine Kostenexplosion im Alter: Ist im Tarif eine Altersrückstellung enthalten?
  • Werden wichtige Vorsorgeuntersuchungen und alternative Heilmethoden bezahlt?
  • Welche Leistungen werden im Falle von Krankheit oder Berufsunfähigkeit erbracht?
  • Wie erfolgt die Erstattung für die vorzustreckenden Behandlungsgebühren?
  • Welche individuell unverzichtbaren Gesundheitsleistungen sind versichert, welche nicht?
     

Steuerliche Aspekte in Bezug auf die private Krankenversicherung

Generell können die Beiträge für die private Krankenversicherung nach dem Bürgerentlastungsgesetz ebenso wie die gesetzlichen von der Steuer abgesetzt werden, dies allerdings nur bis zur aktuellen Grenze (derzeit jährlich 2.800 Euro) für Selbständige. In der Regel kann der so genannte Basistarif von der Steuer abgesetzt werden, darüber hinausgehende Leistungen oftmals nicht. Auch etwaige Zusatzleistungen wie die Chefarztbehandlung sind nicht von der Steuer absetzbar. Hier ist die gesetzliche Versicherung leicht im Vorteil, denn in der Regel können die Beiträge vollständig bei der Steuererklärung geltend gemacht werden.
 

Zentrale Aspekte mit Blick auf die private Form der Krankenversicherung: Worauf besonders geachtet werden sollte

1) Kosten unter Kontrolle halten!

Vor Abschluss eines Vertrages lohnt sich ein schneller Onlinevergleich auf einschlägigen Portalen durchaus. Jeder Existenzgründer sollte sich überlegen, welcher Leistungsumfang tatsächlich nötig ist. Durch den Verzicht von Zusatzleistungen und eine gesunde Lebensweise können die fälligen Beiträge auf recht einfache Weise gedrückt werden. Die gesetzliche Krankenkasse überrascht da eher mit saftigen Zusatzbeiträgen.
 

2) Kann ich mit einer Rückerstattung rechnen?

Anders als im gesetzlichen System können Kosten erstattet werden, wenn über einen bestimmten Zeitraum keine Leistungen beansprucht wurden. Hierzu sollten sich Interessenten vor Vertragsabschluss die Historie zu gewährten Beitragserstattungen anschauen oder diese ggf. aktiv anfordern.
 

3) Krankentagegeld: eine unverzichtbare Einnahmequelle

Selbständige bzw. Existenzgründer, die krank werden, haben keinerlei Einkommen. Daher sollte großer Wert auf die Zahlung des Krankentagegeldes gelegt werden, mit dem im Ernstfall eine finanzielle Absicherung möglich ist. Der Betrag kann in aller Regel individuell festgelegt werden.
 

4) Wie sieht es mit der 'Familienversicherung' aus?

Hier sollte auf jeden Fall im Vorfeld Klarheit herrschen, denn anders als im gesetzlichen System ist in der privaten Versicherungsform keine kostenlose Mitversicherung für Ehepartner oder Kinder möglich. Für jedes Familienmitglied wird ein neuer Vertrag mit entsprechenden Kosten aufgesetzt. Unter Umständen können so je nach Ertragslage belastende Kosten entstehen.
 

5) Klug ist, wer früh an die Kosten im Alter denkt!

Aufgrund der immer älter werdenden Gesellschaft und der fortschreitenden medizinischen Möglichkeiten wird auch die Gesundheitsversorgung in Zukunft teurer. Auch private Krankenversicherungen erhöhen durchaus ihre Tarife. Daher sollte bei Vertragsabschluss großer Wert auf einen so genannten Beitragsentlastungstarif gelegt werden: In diesem Sinne werden quasi von Beginn an Rückstellungen für das Alter gebildet, um etwaige Kostensteigerungen abfedern zu können. Im Idealfall sollten die Beiträge so nur leicht steigen, aber im Alter keinesfalls explodieren. In Bezug auf diesen wichtigen Punkt sollten sich Existenzgründer unabhängig beraten lassen. Auch ein Blick in den Geschäftsbericht eines präferierten Versicherers kann aufschlussreich sein, denn viele junge Versicherte bedeuten quasi ein geringeres Risiko für Kostenexplosionen. Der Vergleich mehrerer Jahre kann diesbezüglich eine aussagekräftige Tendenz offenbaren.
 

Fazit und lebensnahe Praxistipps für die gesundheitsrelevante Entscheidung in der Existenzgründerphase

Die schnellere und bessere medizinische Versorgung im privaten Versicherungssystem in unumstritten, sodass die Wahl aus gesundheitlichen Gründen ganz klar auf die private Variante fallen sollte. Je nach Tarifumfang, Alter bei Versicherungseintritt und Vorerkrankungen ist eine private Versicherung oftmals nicht teurer als der gesetzliche Tarif, wobei Einsparpotenziale durch Rückerstattungen zusätzliche Anreize ermöglichen. Wer jung sowie gesund ist und keine Familie hat, kann sich in der privaten Versicherung zu exzellenten Konditionen eine erstklassige medizinische Versorgung sichern. Wer jedoch in der Phase der Familienplanung ist, sollte genau abwägen, da hierfür im privaten Versicherungssystem anders als im gesetzlichen Zusatzkosten entstehen. Letztlich kann somit keine generelle Empfehlung gegeben werden, da eine Entscheidung immer mit Blick auf die persönliche Lebenssituation zu treffen ist. Folgende Fragestellungen und der Hinweis, dass ein späterer Wechsel in die gesetzliche Versicherung nicht ohne weiteres möglich ist, können eine wertvolle Hilfestellung sein:

  • Liegen schwere Vorerkrankungen vor, die einen teuren Tarif bedingen?
  • Sollen Familienmitglieder mitversichert werden (kostenlos vs. kostenpflichtig)?
  • Wie hoch ist das Alter bei Vertragsbeginn?
  • Welche Art der Kostenbeteiligung ist gewünscht/finanziell möglich?
  • Wo kann ich für mich notwendige Gesundheitsleistungen am besten sichern?


Tipp: Durch einen Anbietervergleich viel Geld sparen!

Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung variiert das Preis-/Beitragsverhältnis in der Privaten Krankenversicherung teils enorm. Je nach Berufsfeld gibt es Anbieter, die für vergleichbare Leistungen teils hunderte Euro mehr verlangen, als es beim Günstigsten der Fall wäre. Nutzen Sie daher unser Angebot eines kostenlosen Tarifvergleiches und erfahren Sie, welcher Anbieter für Sie das "günstmöglichste" Angebot bereithält. Denken Sie als Selbstständiger auch unbedingt daran, ein Krankentagegeld in den Versicherungsschutz zu integrieren.

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