So sparen Dachdecker beim Einkauf

Dachziegeln rot und schwarz

Der Materialeinkauf in Ihrem Dachdecker-Betrieb kostet Zeit und natürlich auch Geld - manchmal zu viel von beidem. Beim Einkauf müssen Sie nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Qualität des Materials achten. Denn nicht nur die hochwertige Arbeit Ihrer Mitarbeiter und von Ihnen ist ausschlaggebend für Ihre Qualität als Handwerksbetrieb, sondern auch die Qualität der verwendeten Materialien. Wenn Sie beim Einkaufen sparen können, schaffen Sie für Ihr Unternehmen finanzielle Spielräume. Deshalb loht es sich, den Bereich Einkauf regelmäßig auf den Prüfstand zu stellen, da sich die Marktlage permanent ändert. Es kommen neue Lieferanten hinzu, bestehende Lieferanten ändern ihre Preisrange oder verschwinden ganz vom Markt.
 

Die Folgen einer mangelhaften Einkaufsplanung sind ebenfalls teuer

Mitten in einem Auftrag nochmals wegfahren zu müssen, weil wichtiges Material fehlt, ist nicht nur ärgerlich: Es kostet Zeit und zeugt von schlechter Vorbereitung. Abgesehen von dem unprofessionellen Eindruck, den Sie durch ein solches Verhalten nach außen zeigen, zahlen Sie ordentlich drauf. Mitunter kann das einige Hundert bis einige Tausend Euro kosten. Wie kommt es dazu? Ein Grund für die hohen Kosten liegt darin, dass Sie unter Umständen die Baustelle aufgrund des fehlenden Materials stilllegen müssen. Anschließende Gewerke können nicht termingerecht starten, was zu Kosten beim Bauherr führt. Dieser kann Sie unter Umständen haftbar machen. Je nach Objekt und Auftragsgestaltung wird das empfindlich teuer.

Falls Sie nicht stilllegen müssen, sondern jemanden in den Betrieb schicken können, um das fehlende Material rasch zu holen, zahlen Sie für die schlechte Planung lediglich zusätzlichen Stundenaufwand sowie die Betriebskosten für das Fahrzeug. Fehlt das Material im Lager und Sie müssen im nächsten Baumarkt oder Baustoffhandel nachkaufen, um schnell weitermachen zu können, ist das nicht die ideale Lösung. Die Materialkosten im nahe gelegenen Baustoffhandel sind in der Regel höher als im Großhandel und die Auswahl ist nicht besonders groß bzw. sie beschränkt sich auf lokal gut absetzbare Produkte. Das geht zulasten Ihres Geldbeutels. Falls Sie nicht das Material bekommen, was Sie wirklich brauchen, sondern sich mit einem Ersatz zufriedengeben, geht es letztendlich auch auf die Qualität.

Aus genannten Gründen ist es eine wirtschaftliche Notwendigkeit, dass Sie sich bereits im Vorfeld darüber Gedanken machen, wie Sie im täglichen Geschäft Geld und Zeit durch vorausschauenden Einkauf einsparen können.

Mit größeren Abnahmemengen und günstigen Konditionen sollten Sie auch als kleiner und mittelgroßer Handwerksbetrieb bestmögliche Lieferbedingungen aushandeln.
 

Professionelles Einkaufsmanagement

Ein professionelles Einkaufsmanagement einzuführen erscheint auf den ersten Blick ein großer Aufwand. Allerdings müssen Sie dabei das Rad nicht neu erfinden. Es gibt erprobte Prozesse, auf die Sie sich verlassen können. Googeln Sie einmal nach Begriffen wie "Bestellmanagement Software Dachdecker" oder "Warenwirtschaftssystem Handwerk", dann werden Sie eine Reihe interessanter Ergebnisse erhalten. Alternativ rufen Sie bei Ihrem zuständigen Verband an und erkundigen sich nach Empfehlungen. Manche Verbände oder auch die örtliche Handwerkskammer veranstaltet Seminare und Infotage rund um die Digitalisierung. Dabei ist Software selbstverständlich ein zentrales Thema.
 

Nach der Einführungsphase beginnt die Effizienz

Ist das neue System erst einmal eigeführt, sparen Sie damit Zeit und Kosten. Das wichtigste dabei ist die Information. Materialien, die Sie verwenden, versehen Sie mit einer Artikelnummer, mit den Maßangaben, dem Preis, den Lieferanten und mit den Lieferzeiten. In einem strukturierten System haben Sie dann auch immer den aktuellen Lagerbestand verfügbar, und zwar nicht nur in Ihrem Kopf, sondern auch für die Mitarbeiter abrufbar. Damit ist jederzeit zu erkennen, wann die nächste Bestellung fällig ist.
 

Verantwortlichkeiten präzise festlegen

Gleichzeitig legen Sie beim Einkaufsmanagement fest, wer für Lagerhaltung und Einkauf verantwortlich ist. Damit lässt sich vermeiden, dass zu viel Material in Ihrem Lager liegt. Sie stellen so sicher, dass Fehllieferungen ordnungsgemäß zurückgeschickt werden und dass benötigte Artikel ohne langes Suchen im Lager auffindbar sind. Fehlt der Überblick, können Metallartikel verrosten. Bei unsachgemäßer Lagerung können Materialien zerstört werden. Das verursacht unnötige Kosten, Sie verlieren bares Geld.
 

Tipp: Bestellungen auftragsbezogen verwalten

Wenn Sie beispielsweise Ihre Bestellungen auftragsbezogen durchführen, vermeiden Sie eine kosten- und platzintensive Vorratslagerhaltung. Damit dies reibungslos funktioniert, ist es notwendig, dass die Abläufe im Unternehmen klar festgelegt und aufeinander abgestimmt sind. Das setzt eine hohe Transparenz voraus, ansonsten droht Chaos.

Bei kleineren Bestellungen sind die Kosten für die Abwicklungsprozesse manchmal höher als das Material selbst. Um das Bestellmanagement sicher und weniger aufwendig zu machen, gibt es Lagerlogistik-Lösungen für Handwerksbetriebe. Die Basis sind Barcode-Scanner, spezielle Etiketten für die bevorrateten Artikel und eine spezielle Software. Diese Lagerlogistik-Lösungen sind kostenpflichtig, am Ende helfen Sie Kosten sparen.
 

Gut organisiert heißt gewinnbringend arbeiten

Was heißt das nun in der Praxis? In der Praxis würden Sie für eine Baustelle einen Platz im Lager reservieren und dort alle erforderlichen Materialien lagern. Dann finden die Mitarbeiter sofort alles, was sie brauchen. Wichtig ist, dass Sie die rechtzeitige Bestellung sicherstellen, was sich mithilfe der smarten Bestellsoftware für Dachdecker realisieren lässt. Entscheiden Sie sich gegen eine baustellenbezogene Lagerung, dann organisieren Sie das Lager nach Warengruppen. Das würde bedeuten, dass Ihre Mitarbeiter die benötigten Materialien jeweils manuell kommissionieren, um sie zum richtigen Zeitpunkt auf der Baustelle zur Verfügung zu haben. Das kostet sicherlich mehr Zeit und damit unterm Strich auch mehr Geld. Falls Sie an jedem Arbeitstag im Jahr nur 25 Euro Lohnkosten einsparen würden, weil Sie aufgrund einer cleveren Lagerhaltung das ständige Suchen reduzieren, dann machen Sie 5.500 Euro mehr Gewinn. Sie sehen: Ein gut organisierter Betrieb arbeitet profitabler.
 

Einkaufsmöglichkeiten

Die Beschaffungsplattform Mercateo ist eine Möglichkeit für Handwerksbetriebe online die Materialien zu bestellen. Auf der Plattform sind über 600 Lieferanten vereint, die insgesamt weit über acht Millionen Artikel in einem Megastore anbietet. Zu den Anbietern gehören große Namen wie beispielsweise Würth, Conrad oder Schäfer-Shop. Auch Nischenanbieter sind auf dieser Plattform präsent. Mit Zusatzfunktionen können Sie Ihren Warenkorb optimieren, und zwar nach Lieferzeit, Anzahl der Sendungen oder Versandkosten.

Bei Mercateo haben Sie außerdem die Möglichkeit, Freigabeprozesse festzulegen. Sie können bestimmen, welche Ihrer Mitarbeiter bei dem Portal eine Einkaufsberechtigung bekommen, bis zu welchem Limit sie einkaufen dürfen und ab welchem Betrag Ihre Genehmigung oder die eines anderen Vorgesetzten notwendig ist. Auf diese Weise können Sie Aufgaben delegieren und gleichzeitig die Kosten im Blick behalten.

Neben Mercateo gibt es für Dachdecker-Betriebe noch weitere Einkaufsmöglichkeiten. Besonders hervorzuheben sind dabei Einkaufsgenossenschaften. Dazu gehören die Dachdecker-Einkaufsgenossenschaft e.G., die Dachdecker-Einkaufsgenossenschaft Süd e.G., die Dachdecker-Einkaufsgenossenschaft Nord e.G. oder die Dachdecker-Einkaufsgenossenschaft Ost e.G. Darüber hinaus gibt es die ZEDACH, die Zentralgenossenschaft für das Dachdeckerhandwerk. Dort können Sie Ihren notwendigen Bedarf online bestellen oder einen der zahlreichen Standorte besuchen.
 

Spartipps für Ihren Dachdeckerbetrieb

Preise vergleichen

Das Material kaufen Sie in der Regel ein, bevor Sie es dem Kunden in Rechnung stellen, Sie gehen dabei in Vorleistung. Materialeinkauf, Erledigung des Auftrags, Erstellung der Rechnung und Bezahlung durch den Kunden liegen zeitlich oft sehr weit auseinander. Es ist nicht nur für Ihre Kundenbeziehung wichtig, günstig einzukaufen, sondern auch für Ihr Unternehmen. Vergleichen Sie deshalb die Preise. Das funktioniert bequem von Ihrem Büro aus auf speziellen Online-Vergleichsportalen. Sie können auf diese Weise Lieferanten finden, die nicht direkt vor Ihrer Haustür sind. Außerdem können Sie ganz einfach die Herstellerangaben einsehen und Informationen erhalten und sammeln. Bei Onlinehändlern oder -portalen finden Sie zudem Kundenbewertungen und Erfahrungsberichte, die Ihnen Hinweise auf die Qualität geben können. Wenn Sie selbst keine Zeit haben, können Sie dafür einen Einkaufsberater zurate ziehen. Er kann Ihnen helfen, die Preise zu vergleichen und gleichzeitig neue Impulse in Ihr Unternehmen bringen. Darüber hinaus kann er Ihnen helfen eine gute Lieferantenbeziehung aufzubauen.
 

Auf die Qualität achten

Achten Sie darauf, wo Sie einkaufen. Preisgünstig einzukaufen reicht allein nicht aus. Der Online-Händler muss Ihnen als Handwerks-Profi auch gute Service-Leistungen bieten und in der Lage sein, die Fragen von Fachleuten kompetent zu beantworten. Die Lieferung muss zuverlässig und pünktlich erfolgen, denn Sie können es sich nicht leisten, ohne Material auf der Baustelle zu stehen. Beim Materialeinkauf zu sparen bedeutet, gezielt die bestmögliche Qualität einzukaufen, die Ihren Anforderungen genügt.
 

Rahmenverträge aushandeln

Im täglichen Betrieb brauchen Sie für bestimmte Arbeiten immer wieder ganz bestimmte Produkte, Komponenten oder Werkzeuge. Diese ständig wiederkehrenden Materialien lassen sich im Vorfeld gut planen. Sie können mit dem Händler beispielsweise einen Jahresvertrag abschließen. So haben Sie immer genügend dieser Materialien vorrätig und der Zulieferer kann gleichzeitig für sich planen und die Lieferzeiten optimieren. So haben beide Seiten Planungssicherheit, die der Lieferant häufig mit einem günstigeren Preisangebot belohnt.
 

Auf wenige Lieferanten konzentrieren

Es kostet Zeit, wenn Sie sich mit jedem einzelnen Lieferanten, dessen Katalog und Lieferangebot auseinandersetzen müssen. Dachdeckerbetriebe, die für jede Bestellung bei allen infrage kommenden Lieferanten eine Preisanfrage stellen und recherchieren, verlieren dabei sehr viel wertvolle Zeit. Langfristig gesehen ist das ein ungünstigere Weg, auch wenn es zunächst scheint, dass Sie Geld sparen. Sie können mit vielen verschiedenen Lieferanten, von denen Sie immer nur sehr wenig Ware beziehen, keine Rahmenverträge aushandeln. Darauf werden sich die Händler nicht einlassen, weil es sich aufgrund der geringen Menge nicht für sie lohnt.

Tipp: Wenn Sie Ihren Bedarf mit einer geringen Anzahl an gezielt ausgewählten Lieferanten befriedigen, sparen Sie langfristig Kosten ein. Ihre Verwaltungskosten verringern sich, wenn Sie sich auf nur wenige Lieferanten konzentrieren. Außerdem beugen Sie damit Qualitätsschwankungen vor. Sie können Ihre eigene Qualität einfacher hochhalten.
 

Langfristig planen

Viel Material vorzuhalten kann die Liquidität Ihres Unternehmens beeinträchtigen. Es kann sich dennoch lohnen, in großen Mengen einzukaufen, weil Sie dadurch günstige Rabatte bekommen. Für die Lieferung fallen vergleichsweise geringe Kosten. Außerdem müssen Sie nicht für jeden kleinen Bedarf den Bestellprozess in Gang setzen, was zusätzlich Zeit und damit Geld einspart. Planen und organisieren Sie Ihre Arbeit und statten Sie Ihr Lager gut mit Rohstoffen, Werkzeugen und den Materialien aus, die Sie für den laufenden Betrieb brauchen. Damit sparen Sie beim Einkauf effektiv Geld und es kommt nicht so leicht zu Zwangspausen auf der Baustelle, weil ein Mitarbeiter schnell noch Material nachkaufen muss.

 

Weitere Informationen finden Sie unter den nachfolgenden Links:

https://www.handwerksblatt.de/themen-specials/20962-im-einkauf-liegt-der-gewinn.html

https://media.contorion.de/content/pdf/handwerk-internet-ebook.pdf

 

Mit den nachfolgenden Links kommen Sie direkt zu den Seiten verschiedener Einkaufsgenossenschaften für das Dachdecker-Handwerk, die weiter oben im Text erwähnt sind:

https://www.deg-sued.de/dde/de/

https://www.denw.de/zedach-gruppe/zedach

https://www.dachdecker1kauf.de/

Was passiert mit meiner Krankenversicherung, wenn ich selbstständig bin?

 

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