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Selbstständig machen als Kaminbauer

Beratung Kaminkauf

Es knistert, prasselt, riecht charakteristisch nach Holz und im abgedunkelten Raum bilden sich beruhigende Schatten von lodernden Flammen an Wänden und Decke ab: Diese romantische Vorstellung von einem eigenen Kamin ist für viele Immobilienbesitzer purer Wohnluxus im Alltag, den sich laut aktuellen Zahlen immer mehr Menschen können. Insofern sind wir schon der Nachfrage für eine vielversprechende Geschäftsidee auf der buchstäblich heißen Spur: selbstständig machen als Kaminbauer.

Kaminbauer werden: Worum es geht bei der Existenzgründung?

Wer eine Existenzgründung in diesem potenzialreichen Bereich plant, muss neben einer fundierten handwerklichen Ausbildung inkl. Meistertitel vor allem ein belastbares kaufmännisches Wissen mitbringen. Nur so wird sich ein neuer Betrieb auf dem Markt etablieren können. Es handelt es sich um einen anerkannten Ausbildungsberuf, der zur Führung der Bezeichnung Ofen- und Kaminbauer berechtigt. Selbstständige Kaminbauer erstellen individuelle Konzepte für ihre Kunden, wobei nicht nur Kamine (Feuerstellen) in den Fokus rücken. Auch Arbeiten an Nachspeicherheizungen, Holzöfen (mit Pellets), Warumluftzentralheizungen und Backöfen können zum Leistungsspektrum gehören. Gefragt sind vor allem individuelle Konzepte mit hohem Wohlfühlcharakter: Neben Sicherheitsaspekten und einem individuellen Design kommt es darauf an, einen Kamin in jeder Hinsicht wirkungsvoll im Raum zu platzieren. Am Anfang eines Auftrags gibt es oft nicht mehr als die Vorstellungen, die ein Kunde im Kopf hat. Es gilt, diese auf Papier zu bringen und professionell umzusetzen. Selbstständige Kaminbauer können in Rohbauten arbeiten oder auch in vorhandenen Immobilien Nachrüstungen/Wartungen vornehmen. In jedem Falle handelt es sich um eine körperlich schwere Arbeit.

Wie kann die Geschäftsidee ‚selbstständig machen als Kaminbauer‘ erfolgsorientiert umgesetzt werden? Der folgende Beitrag zeigt in praxisorientierter Form zentrale Handlungsfelder auf.
 

Existenzgründung als Kaminbauer: selbstständig machen mit ‚brennender‘ Leidenschaft

  • Einschätzung der Ausgangslage

  • Im Businessplan muss zahlenbasierte Leidenschaft brennen

  • Räumlichkeiten: Kaminstudio eröffnen?

  • Optionen der Spezialisierung prüfen

  • Netzwerk & Ressourcen für die Selbstständigkeit

  • Voraussetzungen, um sich selbstständig als Kaminbauer zu machen

  • Verdienst als selbstständiger Kaminbauer?

     

Selbstständiger Kaminbauer werden: Ausgangsbedingungen

Beim Kaminbauer (Ofenbauer) handelt es sich um einen Handwerksberuf mit langer Tradition. Früher nannte man solche handwerklichen Fachbetriebe auch Hafnereien. Doch während mit diversen Öfen früher hauptsächlich geheizt wurde, haben moderne Anlagen meistens nur noch Wohlfühlbedürfnisse mit wärmenden Nebeneffekten zu erfüllen. Hierbei dreht es sich um einen zentralen Geschäftsaspekt, den es zu bedenken gilt. Bei einem Kaminofen handelt es sich in der großen Mehrheit der Fälle um ein Luxusgut, das einer gewissen Konjunkturanfälligkeit unterliegt. Aktuell erfreuen sich Kaminöfen einer großen Nachfrage, sodass sich etwa 15 Millionen Exemplare in Deutschland finden lassen. Dies ist aber auch auf die seit Jahren stabilen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zurückzuführen. Bricht die Konjunktur ein, dann sparen die meisten Menschen zuerst an solchen Luxusgütern. Wer sich selbstständig als Kaminbauer machen möchte, sollte diesen Aspekt für die Bemessung der wirtschaftlichen Nachhaltigkeit auf der Rechnung haben. Es gilt, das Leistungsspektrum so breit aufzustellen, um in schlechten Jahren trotzdem auf eine gute Einnahmebasis bauen zu dürfen. Die Tatsache, dass zig Millionen Öfen und Heizanlagen installiert sind, zeigt, dass es mit Wartungsarbeiten auch jenseits des Kaminbaus viel zu tun geben dürfte. Generell unterliegt das Geschäft natürlich auch saisonalen Schwankungen, da in Herbst und Winter die Nachfrage deutlich anzieht. Daher sind in umsatzstarken Monaten ggf. Rücklagen zu bilden.
 

Apropos wirtschaftliche Nachhaltigkeit

Wer eine Existenzgründung als Kamin- und Ofenbauer anstrebt, wird kaum mehr eigene Öfen bauen. Das würde einerseits zu lange dauern und angesichts von individualisierbarer Massenproduktion auch kaum Konkurrenzfähigkeit erlauben. Insofern wird ein selbstständiger Kaminbauer heutzutage eher auf Fertiglösungen von renommierten Herstellern zurückgreifen, die in der Regel aufgrund eines modularen Aufbaus individuell konfiguriert werden können. Angesichts dessen muss schon in der Frühphase der Existenzgründung als Kaminbauer Klarheit darüber herrschen, mit welchen Herstellern und zu welchen Konditionen zusammengearbeitet wird. Entsprechende Gespräche und Verhandlungen sind frühzeitig zu führen, um die Geschäftsidee ‚selbstständig machen als Kaminbauer‘ auf eine solide Basis zu stellen.
 

Gesetzliche Rahmenbedingungen fest im Blick

Die Diskussion um Feinstaub in den letzten Monaten hat auch vor dem Betätigungsfeld von Kaminbauern nicht Halt gemacht. Untersuchungen zeigen, dass Holzöfen in den Wintermonaten bis zu 25 % des Feinstaubs verursachen können. Daher gelten ab Anfang 2018 neue, strengere Grenzwerte für Kamin- sowie Kachelöfen mit Blick auf Emissionen. Kaminbaubetriebe werden bei der Nachrüstung gut zu tun haben, in der Zukunft jedoch vielleicht potenzielle Kunden verlieren, wenn die Auflagen noch strenger werden und das Image von Kaminen durch öffentliche Diskussionen stark belastet wird. Deshalb sollte die zukünftige Entwicklung genau beobachtet werden, um strategisch klug agieren zu können. Strategische Flexibilität ist angesichts einer ungewissen zukünftigen Umweltpolitik gefragter denn je: Der Businessplan ist der richtige Ort für die überzeugende Darstellung strategischer Maßnahmen für zukünftige Geschäftsherausforderungen.
 

Businessplan ausarbeiten, damit der Ofen nicht bald aus ist…

Aus der anfänglichen Geschäftsidee muss ein belastbarer Plan werden: Nur so kann die Existenzgründung als Kaminbauer gelingen. Insofern führt kein Weg daran vorbei, einen Businessplan auszuarbeiten. Die Geschäftsidee muss im Businessplan klar erkennen lassen, welche Berechtigung das Geschäftsmodell für welche Zielgruppe am Markt hat. Entsprechende Unternehmensziele und Visionen sind aufzuzeigen. Eine umfassende und aussagekräftige Markt- sowie Wettbewerbsanalyse sollte zeigen, inwiefern der gewählte Standort/geschäftliche Aktionsradius vielversprechend ist. Von zentraler Bedeutung im Businessplan sind traditionell die Finanzen. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen und potenzielle Investoren, die in der Regel benötigt werden, schauen auf diesen zahlenbasierten Teil im Businessplan ganz genau. Nur wer in diesen Punkten überzeugt, wird dringend benötigtes Kapital für die Existenzgründung bzw. die anfängliche Geschäftsausstattung nutzen können.

Praxistipp: Woher Daten für den Businessplan nehmen?

Mögliche Daten bzw. relevante Geschäftszahlen erhalten Existenzgründer z.B. aus der Onlinedatenbank GENESIS, von der örtlichen Handwerkskammer, von relevanten Berufs-/Branchenverbänden oder aus Fachzeitschriften.


Räumlichkeiten & Option ‚Kaminstudio eröffnen‘ prüfen

Ist ein funktionaler Standort auserkoren, so stellt sich unmittelbar die Frage nach Räumlichkeiten. In jedem Falle müssen Lager- und Werkstatträume vorhanden sein, um Teile für Kunden zu bearbeiten und zwischenzulagern, bevor sie vor Ort fachmännisch installiert werden. Gleichzeitig wird deutlich, dass entsprechende Transportkapazitäten (idealerweise durch flexible Leasingfahrzeuge) bereitgestellt werden müssen. Um die Kundenakquise auf eine breite Basis zu stellen, ist über die Eröffnung eines Kaminstudios nachzudenken. Dort können selbstständige Kaminbauer ihr handwerkliches Können unter Beweis stellen und mit lodernden, designbewussten Kaminen Kunden fesseln. Die Live-Präsentation von Produkten hat natürlich eine weitaus stärkere Wirkung als eine bloße Präsentation im Katalog. Zudem können in Verkaufsräumen sofort individuelle Kunden- bzw. Beratungsgespräche geführt werden. Ein Ladenlokal kann somit ein wichtiges Instrument für die Vermarktung, Kundenakquise und somit letztlich Umsatzerhöhung sein.
 

Real & virtuell: Marketing reichweitenstark anlegen

Unterstützt werden kann dieser reale Geschäftsaufritt durch einen virtuellen in Form einer suchmaschinenoptimierten Homepage. Interessierte Kunden aus der Region landen bei der Suche optimalerweise auf der eigenen Homepage. Eine Homepage kann das Leistungsspektrum interaktiv präsentieren, indem etwa mit Sound unterlegte Videos von beliebten Kaminmodellen eingebunden werden. In Zeiten des boomenden Onlinehandels darf das Internet für die Kundengewinnung im Marketingmix auf keinen Fall fehlen, zumal sich mit keinem anderen Medium eine entsprechende Reichweite mit überzeugender Kosteneffizienz nutzen lässt.
 

Alleinstellungsmerkmale: Strategie der Spezialisierung

An Standorten mit recht angespannter Konkurrenzsituation kann es sinnvoll sein, sich mit innovativen Techniken/Dienstleistungen im Sinne der Spezialisierung von der Konkurrenz abzuheben. Ohnehin werden sich selbstständige Ofen- und Kaminbauer regelmäßig weiterbilden müssen, um alle neuen gesetzlichen Anforderungen technisch einwandfrei und auf dem neuesten Stand umsetzen zu können. Kaminbauer können sich etwa im Hinblick auf alternative und umweltfreundliche Formen des Heizens zukunftsorientiert aufstellen. Somit könnte der einstige funktionale Aspekte von Kaminen je nach Zielgruppe wieder in den Fokus rücken. Es steht nirgends festgeschrieben, dass sich Kaminbauer nur auf ‚Vorzeige-Installationen‘ mit repräsentativem Wohlfühlcharakter fokussieren müssen. Wer eine Nischenstrategie fährt, muss sicherstellen, dass es dafür eine tragfähige Nachfrage gibt.
 

Kaminbauer werden: Netzwerk & Ressourcen

Die Tinte auf dem Businessplan ist getrocknet und nach Erledigung der Formalitäten (s.u.) kann der Geschäftsbetrieb losgehen. Eigentlich. Denn nun stehen selbstständige Kaminbauer vor der größten Herausforderung der Existenzgründung, der Auftragsgewinnung. Der oben angesprochene Marketingmix muss hierzu die Grundlagen bereitstellen. Gerade in der Startphase empfiehlt es sich, auf Kooperationen zu setzen. Auf diese Weise lassen sich Aufträge ohne große Anstrengungen gewinnen und die eigene Reichweite bzw. Bekanntheit in der Branche lässt sich steigern. Kooperationen können z.B. mit Betrieben für die Inneneinrichtung eingegangen werden. Auch Immobilienbesitzer bzw. Verwaltungen können in den Fokus rücken. Zu prüfen ist auch, inwiefern Hersteller für Kaminöfen und Heizanlagen den Zugang zu potenziellen Kunden ermöglichen. Jeder Existenzgründer sollte ohnehin ein guter Netzwerker sein, um Ressourcen bestmöglich nutzen zu können. Ohne Fachkenntnisse und Erfahrungen in der Branche wird die Geschäftsidee ‚selbstständig machen als Kaminbauer‘ sich wohl kaum umsetzen lassen.
 

Voraussetzungen, um sich als Kaminbauer selbstständig zu machen

Eine fundierte Ausbildung als Kamin- und Ofenbauer sowie kaufmännische Erfahrungen dürfen als wichtige Voraussetzungen für Erfolg als Selbstständiger angesehen werden. Im Falle des Kaminbauers zeigt zudem ein Blick in die relevante Anlage A der Handwerksordnung, dass es sich um ein zulassungspflichtiges Handwerk handelt. Um sich selbstständig als Kamin- und Ofenbauer zu machen, ist daher ein Meistertitel vorzuweisen. Diese Einschränkung erscheint nachvollziehbar, da mit der Installation von Kaminen Sicherheitsaspekte einhergehen. Nur wer alle Sicherheitsmaßnahmen im Detail kennt und ganzheitlich umsetzt, kann die Gefahr eines möglichen Feuers auf ein absolutes Minimum reduzieren.
 

Selbstständigkeit ohne Meistertitel?

Wer sich als Kaminbauer ohne Meistertitel selbstständig machen möchte, muss einen Meister im zu gründenden Betrieb in leitender Position einstellen. Ohne eigenen Meistertitel in der Tasche hat der Weg in die Selbstständigkeit als Kaminbauer also in vielerlei Hinsicht einen hohen Preis. Im Einzelfall kann geprüft werden, um eine mehrjährige Berufstätigkeit als Geselle in leitender Position als Äquivalent anerkannt wird. Wer sich als Kaminbauer selbstständig machen möchte, sollte diesen Schritt idealerweise schon in jungen Jahren planen und den Meister durch ein entsprechendes Ausbildungsangebot ablegen.
 

Gewerbeanmeldung als Kaminbauer

Bevor der erste Kamin geplant und installiert wird, muss ein Gewerbe angemeldet werden. Zudem ist bei einem zulassungspflichtigen Handwerk wie diesem eine Eintragung in die Handwerksrolle vorzunehmen. Welche Aspekte rund um die Gewerbeanmeldung noch zu beachten sind, können Existenzgründer unter gewerbeanmeldung.de nachvollziehen. Im Sinne einer professionellen Berufsausübung und eines konsequenten Risikomanagements sollte eine leistungsstarke Betriebshaftpflichtversicherung abgeschlossen werden.
 

Verdienst als selbstständiger Kaminbauer?

Last but not least eine wohl für viele Existenzgründer zentrale Frage bzw. besser gesagt Motivation auf dem Weg in die berufliche Selbstständigkeit: Wie viel verdient man als selbstständiger Kaminbauer? Seriöserweise lässt sich die Frage nicht konkret beantworten, denn die Verdienstmöglichkeiten als Kaminbauer hängen in erster Linie von der zugrundeliegenden Kalkulation bzw. generell der Wirtschaftlichkeit der Geschäftsführung ab. Je höher umsetzbare Gewinnmargen und je niedriger vorhandene Fixkosten sind, desto größer wird der Verdienst ausfallen können. Für angestellte Kaminbauer wird ein durchschnittliches Gehalt von 3.000 Euro angegeben. Selbstständige Kaminbauer verdienen in der Regel deutlich mehr. Dies erscheint auch geboten, um neben den Lebenshaltungskosten für die notwendige Krankenversicherung und die Rentenvorsorge aufzukommen.
 

Kurzzusammenfassung für die Geschäftsidee ‚selbstständig machen als Kaminbauer‘

  1. Bei der Bewertung der Nachhaltigkeit dieser Geschäftsidee muss berücksichtigt werden, dass es sich um ein Luxusgut handelt, an dem vor allem in wirtschaftlichen Krisenzeiten gespart wird. Zudem handelt es sich um ein saisonales Geschäft mit Schwankungen

  2. Kamine und diverse Öfen erfreuen sich in den letzten Jahren einer wachsenden Beliebtheit

  3. Diskussionen rund um die Feinstaubbelastung und strengere gesetzliche Vorschriften in puncto Emissionen können einen empfindlichen Einfluss ausüben

  4. Durch die Eröffnung eines Kaminstudios und eine nachfrageorientierte Spezialisierung kann das Geschäft auf eine breite Basis gestellt werden

  5. Vor der Aufnahme der Geschäftstätigkeit muss ein Gewerbe angemeldet werden

  6. Es handelt sich um ein zulassungspflichtiges Handwerk: Für die selbstständige Berufsausübung als Kaminbauer ist ein Meistertitel vorzuweisen.

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