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Selbstständig machen mit Fenster- und Türenbau

Monteure bauen ein Fenster ein

Das Handwerk bietet viele aussichtsreiche Optionen, um sich mit einer entsprechenden Ausbildung und vorhandenem Geschick selbstständig zu machen. Abgesehen vom guten Image des Handwerks ist es vor allem die aussichtsreiche Lage in der Baubranche, die für den Schritt in die berufliche Selbstständigkeit spricht. Was den Innenausbau angeht, so rückt für eine anvisierte Existenzgründung der Fenster- und Türenbau in den Mittelpunkt. Zum Tätigkeitsbereich des Ausbildungsberufes Fenster- und Glasfassadenbauers gehört auch das Anfertigen und Einsetzen von Türen. Wer sich insofern selbstständig mit Fenster- und Türenbau machen möchte, kann Kunden beim Innenausbau und bei Renovierungen ein ganzheitliches Leistungsspektrum aus einer Hand bieten.

Selbstständig machen mit Fenster- und Türenbau: begriffliche Klarheit

Wer sich mit Fenster- und Türenbau selbstständig machen will, wird hierzulande meistens eine anerkannte Ausbildung zum Fenster- und Glasfassadenbauer absolviert haben. In diesem Kontext sei darauf hingewiesen, dass es seit 2006 auch den Beruf des Kunststofffensterbauers gibt. Hintergrund ist, dass für Fenster und Türen mittlerweile je nach Konzept und Budget unterschiedlichste Materialien verbaut werden können. Diese handwerkliche Anpassungsfähigkeit ist es, die diesen Beruf als sehr zukunftssicher erscheinen lässt.
 

Existenzgründung im Fenster- und Türenbau : selbstständig machen mit zielorientierter Durchsicht

  • Analyse der Ausgangslage: Chancen für die Existenzgründung?

  • Umfang & Planung der Selbstständigkeit als Fenster- und Türenbauer

  • Marketing und Kundengewinnung

  • Mehrwerte durch Service im Handwerk schaffen

  • Formale Voraussetzungen, um sich mit Fenster- und Türenbau selbstständig zu machen

     

Ausgangslage: Bewertung der Chancen als selbstständiger Fenster- und Türenbauer

Untersuchungen des Verbandes für Fenster und Fassade (VFF) zufolge gibt es in Deutschland in diesem Bereich (inkl. aller beteiligten Industriezweige) über 50.000 Betriebe mit etwa 300.000 Mitarbeitern. Der Umsatz wird auf deutlich mehr als 30 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Insofern handelt es sich um einen umsatzstarken Markt, der aber von einer enormen Konkurrenz geprägt ist. Zu bedenken ist, dass große Unternehmen wie Schüco mit Fertiglösungen in diesem Bereich eine große Konkurrenz für kleine Fenster- und Türenbau Betriebe sind, die teils für Kunden Lösungen nach Maß anfertigen. Daher wird einer umfassenden Standort- und Konkurrenzanalyse in der Startphase der Planung eine zentrale Bedeutung zukommen. Es muss deutlich werden, dass ein zu gründendes Fenster- und Türenbau Unternehmen am Standort langfristig gesehen wirtschaftlich eine Berechtigung hat. Daher müssen möglichst belastbare Zahlen vorliegen, die die Nachfrage realistisch widerspiegeln können.

Die generellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind gut, denn in den kommenden Jahren wird viel gebaut und saniert. Und gerade auch im Bereich der energetischen Gebäudesanierung können neue Fenster einen messbaren Beitrag für mehr Energieeffizienz leisten. Angesichts dessen gilt es, sich direkt zu Beginn auf Chancen am Markt zu fokussieren, die ein hohes Maß an Zukunftsorientierung aufweisen. Eine SWOT-Analyse ist der richtige Rahmen, um Chancen für eine Existenzgründung im Bereich Fenster- und Türenbau konsequent zu nutzen und um Gefahren strategisch zu umgehen.

 

Umfang der Existenzgründung bestimmen

Die enorme Konkurrenzsituation erfordert es, das neue Unternehmen strategisch klug und vor allem nachhaltig auf dem Markt zu platzieren. Dies kann nur geschehen, wenn Klarheit über den Umfang der Existenzgründung herrscht: Welche Leistungen sollen für welche Zielgruppe erbracht werden? Durch welche Kooperationen wird das Unternehmen an Aufträge gelangen? Welchen Umfang werden diese einnehmen? Nur wer diese Fragen beantworten kann, wird die Leistungsfähigkeit des Unternehmens an die anvisierten Ziele anpassen können! Das ist die Grundlage für eine nachhaltige profitable Unternehmensentwicklung. Es gilt entsprechend qualifizierte Mitarbeiter zu finden, was heutzutage angesichts des Fachkräftemangels vor allem im Handwerksbereich schwierig werden kann. Ist die benötigte Leistungsstärke mit Reserven für den angestrebten Wachstumskurs bekannt, so müssen dementsprechend X Mitarbeiter eingestellt werden. Für diesen Prozess ist genügend Zeit einzuplanen. Natürlich kann das Unternehmen mit Fenster- und Türenbau erst dann an den Start gehen, wenn eine schlagkräftige Truppe vorhanden ist. Die frühzeitige Auftragsakquise ist natürlich ebenfalls ein sehr wichtiger Faktor, sie muss aber optimal mit den Ressourcen abgestimmt werden. Gerade kleinen Unternehmen nützt es wenig, wenn sie Aufträge nicht fristgerecht oder in mangelnder Qualität ausführen. Das spricht sich schnell rum und kann für das Image des Betriebes verheerende Folgen haben.
 

Rechtswahl und Zusammenschluss prüfen

Durch die der Wahl einer passenden Rechtsform erhält das Unternehmen einen funktionalen Rahmen, vor allem mit Blick auf Haftungsfragen. Was die Erhöhung der Schlagkraft und der Ressourcen insgesamt angeht, so erscheint angesichts der angespannten Konkurrenzsituation auch der Zusammenschluss mit mehreren Gesellschaftern als sinnvoll. Im Gesellschaftsvertrag werden dann alle Befugnisse im Detail geregelt.
 

Nicht nur das handwerkliche Können entscheidet über das Leistungsspektrum

Aus den Überlegungen bis dato dürfte deutlich geworden sein, dass das Leistungsspektrum mit Blick auf die anvisierte Zielgruppe (Privathaushalte oder Bauunternehmen im gewerblichen Bereich) und die Chancen am gewählten Standort anzupassen ist. Natürlich ist letztlich auch das handwerkliche Können entscheidend, das im Betrieb genutzt werden kann. Insofern wird deutlich, dass eine Existenzgründung im Fenster- und Türenbau aus Qualitätsgründen nur dann erfolgreich sein kann, wenn entsprechendes Knowhow vorhanden ist. Neben der Fertigung und präzisen Montage von Fenstern und Türen vor Ort kommt es ebenso auf eine umfassende Fachberatung an: Nicht wenige Kunden wollen vor dem Auftrag überzeugt werden, vor allem wenn der Preis im Vergleich zur Konkurrenz höher ist.

Nischenstrategie prüfen für nachhaltige Positionierung

Um der angespannten Konkurrenzsituation strategisch etwas zu entgehen, kann eine Nischenstrategie durchaus vielversprechend sein: In dieser Hinsicht wäre es eine Möglichkeit, sich auf ein bestimmtes Material zu spezialisieren. Dieses muss für Fenster und Türen natürlich nicht identisch sein. Glastüren können etwa einen Beitrag zu hellen und freundlichen Räumen leisten. Glasbauarbeiten müssen sich nicht nur auf Fenster beschränken, sodass mit der benötigten Expertise durchaus auch Wintergärten o.ä. zum Leistungsspektrum gehören können. Eine Spezialisierung könnte auch darin bestehen, sich auf die Instandhaltung zu fokussieren und/oder Oberflächen zu behandeln. Mit moderner Wärmeverglasung kann sich ein Fenster- und Türenbau Unternehmen als innovativer Partner für die energetische Gebäudesanierung profilieren. Gesucht werden sollte also eine Marktlücke mit möglichst großer Nachfrage. Die Bedürfnisse der anvisierten Hauptzielgruppe müssen dabei immer konsequent berücksichtigt werden.
 

Ganzheitlich im Businessplan vorgehen, um an Kapital zu gelangen

Für vorbereitende Arbeiten werden Werkstatträume ebenso unverzichtbar sein wie Werkzeuge und eine Fahrzeugflotte. Hieraus wächst schnell ein hoher Block an Fixkosten, ganz zu schweigen von Lohnkosten. Es liegt in der Natur der Sache einer Existenzgründung, dass in der Startphase wenig bis keine Gewinne eingefahren werden. Schließlich müssen erst Kunden/Aufträge gewonnen werden. Insofern gilt es, im Businessplan den Finanzbedarf umfassend und möglichst realistisch zu planen. Auf diese Weise kann nicht nur die Unternehmensentwicklung in finanziell geordneten Bahnen Fahrt aufnehmen. Letztlich wollen potenzielle Geldgeber beim Blick in den Businessplan sehen, dass Gründer in diesem Bereich nicht nur ihr eigenes Handwerk, sondern auch das betriebswirtschaftliche Verstehen. Insofern muss der Businessplan die Chancen in aller Kürze unmissverständlich auf den Punkt bringen. Darüber hinaus gilt es, alle Fördermöglichkeiten zu prüfen und zu nutzen, um die finanziellen Handlungsspielräume so groß wie möglich werden zu lassen. Auf diesem Portal finden Existenzgründer diesbezüglich hilfreiche Informationen.
 

Selbstständig machen mit Fenster- und Türenbau: Marketing & Kundengewinnung

Auch kleine Betriebe für Fenster- und Türenbau können heutzutage nicht mehr auf das Internet für ein reichweitenstarkes und insbesondere regionales Marketing verzichten. Es gilt, von Beginn an Präsenz zu zeigen und für mögliche Kunden auffindbar zu sein. Zudem bietet die Vermarktung über eine professionelle Homepage die Chance, das handwerkliche Können des Betriebes medienwirksam unter Beweis zu stellen. Wer sich mit Fenster- und Türenbau selbstständig macht, wird gerade in der finanziell heiklen Startphase ein Interesse an einer konstant hohen Auslastung haben, schließlich wollen die Fixkosten bedient werden. Insofern ist schon im Zuge der Businessplanung zu klären, welche Möglichkeiten es für Kooperationen gibt. Sind diese identifiziert, so sollten Gespräche folgen, um die Chancen und Konditionen auszuloten. Generell haben kleinere Betriebe eine schwächere Verhandlungsposition, da sie von den Kosten her nicht mit großen Betrieben mithalten können.
 

Mehrwert durch Service: Handwerk trifft auf Dienstleistung

Höhere Kosten müssen sich durch Qualität und Mehrwerte rechtfertigen lassen. Kleine Unternehmen in diesem Bereich sollten es tunlichst unterlassen, direkt zu Beginn einen erbitterten Preiskampf zu führen. Besser ist es, sich durch einen überzeugenden Service inkl. Beratung von der Konkurrenz abzuheben. Gerade in der individuellen Flexibilität liegt der strategische Vorteil von kleinen Handwerksbetrieben im Vergleich zur Massenproduktion.
 

Aufträge durch Partner generieren

Mögliche Kooperationspartner wären Bauunternehmen (für den Innenausbau oder die Instandsetzung von Immobilien) sowie Wohnungsbaugesellschaften. In jedem Falle erweist sich ein großes Netzwerk für eine Existenzgründung als sehr hilfreich, da über Kontakte nicht selten neue Aufträge oder Kooperationen zusammenkommen. Zu prüfen ist auch, inwiefern eine Präsenz auf Handwerkerportalen oder Vermittlungsportalen strategisch gewichtet werden sollte. Solche Aktivitäten können in der Startphase einen wichtigen Beitrag leisten, um für eine verlässliche und letztlich auch planbare Grundauslastung zu sorgen.
 

Selbstständig mit Fensterbau: formale Voraussetzungen

Eine Berufsausbildung sollte die Basis für den Schritt in die Selbstständigkeit als Fenster- und Türenbauer sein. Wer sich selbstständig im Handwerk machen möchte, muss einen Blick in die Anlage zur Handwerksordnung werfen. Aus dieser geht hervor, ob für den Schritt in die Selbstständigkeit mit Fenster- und Türenbau ein Meistertitel vorgesehen ist. In Anlage B der Handwerksordnung ist unter handwerksähnlichen Gewerben (also solchen OHNE Meisterpflicht) unter Ziffer 24 vom Einbau von genormten Baufertigteilen die Rede (auch explizit von Fenster und Türen). Insofern ist grundsätzlich davon auszugehen, dass für die Existenzgründung im Bereich Fenster- und Türenbau kein Meistertitel erforderlich ist. Ein solcher kann aber aus zwei gewichtigen Gründen trotzdem angestrebt werden:

  1. Fachkräftemangel: Meisterbetriebe können Lehrlinge ausbilden und so eigene Arbeitskräfte heranführen

  2. Der Meistertitel wird mit Qualität in Verbindung gebracht, wodurch sich bei der Preisgestaltung durchaus höhere Gewinnmargen rechtfertigen lassen

Abgesehen von der Meisterpflicht ist auf Genehmigungen zu achten, die von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sein können. In jedem Falle muss vor der Aufnahme der Geschäftstätigkeit ein Gewerbe angemeldet werden. Im Zuge dessen muss auch das Leistungsspektrum umfassend geschildert werden. Hieraus können sich im Einzelfall Tatbestände ergeben, die eine Erlaubnispflicht rechtfertigen (vor allem mit Blick auf sicherheitsrelevante Arbeiten). Daher sind im Vorfeld die persönlichen Startvoraussetzungen genau zu klären, um kostenintensive Verzögerungen zu vermeiden.
 

An geschäftliche und private Versicherungen denken

Zur Minimierung finanzieller Risiken im laufenden Geschäftsbetrieb ist der Abschluss einer leistungsstarken Betriebshaftpflichtversicherung dringend zu empfehlen, denn bei der Arbeit können immer Schäden durch Unachtsamkeit entstehen. Wer sich selbstständig mit Fenster- und Türenbau macht, sollte nie die eigene Vorsorge aus dem Blick verlieren. Daher sollte insbesondere mit Blick auf die Rente konsequent vorgesorgt werden, und zwar so früh wie möglich. Mit dem Weg in die Selbstständigkeit eröffnet sich die Option der privaten Krankenversicherung. Vor finanziellen Ausfällen im Krankheitsfall schützt eine Krankentagegeldversicherung.
 

Kurzzusammenfassung für die Geschäftsidee ‚selbstständig machen mit Fenster- und Türenbau‘

  1. ‚Erbauliche‘ Zukunftsaussichten: eine boomende Baubranche und ein großer Sanierungsbedarf (vor allem mit Blick auf die energetische Gebäudesanierung) versprechen in den kommenden Jahren eine gute Auftragslage

  2. Insgesamt präsentiert sich der Zielmarkt als umsatzstark und konkurrenzlastig, sodass eine sorgfältige Planung für nachhaltigen Erfolg notwendig ist

  3. Eine Nischenstrategie (Spezialisierung) kann ein sinnvoller Weg sein, um eine Nachfrage- bzw. Angebotslücke konsequent zu bedienen

  4. Kooperationen sind ein praxiserprobter Weg, um gerade in der Startphase eine gute Auftragslage zu ermöglichen

  5. Dank der Reichweite und regionalen Präzision darf das Internet im Marketing Mix von Beginn an nicht fehlen (Stichwort Suchmaschinenoptimierung)

  6. Es handelt sich um ein handwerksähnliches Gewerbe, sodass für die Selbstständigkeit kein Meistertitel vorzuweisen ist.

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