Selbstständig machen als Logopäde

Logopädin mit Kind

Die Sprache bzw. Fähigkeit klar zu kommunizieren, spielt im Leben eine zentrale Rolle. Das dürfte unmittelbar klar sein bzw. werden, sobald sich nach einer Krankheit (z.B. Schlaganfall) Sprachstörungen zeigen. Und auch beim kindlichen Spracherwerb können sich recht früh Auffälligkeiten zeigen, die ein zeitnahes Einschreiten erforderlich machen. In diesen Fällen rückt das Berufsbild des Logopäden in den Fokus, das hier praxisorientiert mit Blick auf Optionen für eine Existenzgründung skizziert werden soll.

Wörtlich widmet sich die Logopädie der Sprecherziehung, wobei aber nicht nur Kinder in den möglichen Fokus einer professionellen Behandlung rücken. Da sich logopädische Therapien auf das Sprechen an sich, die Stimme, den Schluckvorgang und auch die Hörwahrnehmung fokussieren können, rücken Menschen aller Altersstufen in den Behandlungsfokus. Gerade bei Kleinkindern ist unter Umständen eine frühe logopädische Hilfe ratsam, da sich Rückstände im sprachlichen Bereich erfahrungsgemäß nur sehr schwer wieder aufholen lassen. Ein persönliches Gespräch in einer Praxis für Logopädie zeigt sehr schnell, welche Art von Problem besteht und welche individuellen Behandlungsansätze vielversprechend sind. In diesem Beitrag soll darauf eingegangen werden, wie sich die ausgebildete Logopäden selbstständig machen können und welche Kontextfaktoren für die strategische Ausrichtung relevant sind.
 

Einstieg: Wissenswertes über die Logopädie

Lehrkurse für so genannte Sprachheilkundler wurden erstmalig im Jahr 1887 in Potsdam angeboten. 1891 sollte die Eröffnung der ersten Ambulanz für ‚Sprachkranke‘ in Berlin erfolgen, wobei vor allem Kinder im Fokus standen. Zum akademischen Lehrfach wurde die Logopädie erst im Jahr 1918, und zwar durch neue Erkenntnisse aus den Bereichen Individualpsychologie und Psychoanalyse. 1924 kann es dann zur offiziellen Eingliederung in den Fachjargon der Medizin, eine internationale Gesellschaft für Logopädie wurde ins Leben gerufen. Ein zentraler Meilenstein für das Berufsbild des Logopäden sollte erst 1974 erreicht werden: Mit dem so genannten Rehabilitationsangleichungsgesetz waren gesetzliche Krankenkassen in der Pflicht, die Kosten für eine logopädische Therapie zu übernehmen. Durch diese Rahmenbedingungen entwickelte sich ein fest etabliertes Berufsbild bzw. bis heute die Möglichkeit, sich als Logopäde selbstständig zu machen. Neben einer klassischen Berufsausbildung gibt es mittlerweile auch zahlreiche Studiengänge, um das notwendige Fachwissen als Logopäde zu erlangen. Ohne eine fundierte Ausbildung wird es nicht möglich sein, eine Existenzgründung als Logopäde anzustreben.
 

Existenzgründung als Logopäde : selbstständig machen mit eigener Praxis?

  • Analyse der Ausgangslage

  • Strategische Optionen, um sich selbstständig als Logopäde zu machen

  • Patientengewinnung & Image: Die Macht des Internets

  • Praxis für Logopädie gründen: Voraussetzungen

  • Verdienst als Logopäde und Einflussfaktoren

 

Analyse der Ausgangslage

Aktuell gibt es in Deutschland ca. 8.700 Praxen für Logopädie, die mehrheitlich unter weiblicher Führung stehen. Dabei handelt es sich in ca. 50 % der Fälle um Einzelpraxen. Insgesamt arbeiten über 20.000 Menschen in diesem Bereich der ambulanten Versorgung, sodass es sich um einen nennenswerten Wirtschaftsfaktor handelt. Das begründet sich auch mit der Tatsache, dass der Erfolg von logopädischen Behandlungen einen volkswirtschaftlichen Nutzen hat. Denn wer Sprachstörungen überwindet, dem stehen höhere Bildungs- und auch Verdienstmöglichkeiten offen. In vielen Fällen kann eine erfolgreiche Therapie dazu beitragen, dass Menschen (wieder) leichter in den Arbeitsmarkt eintreten können. Abgesehen von der Möglichkeit, eine Therapie selbst zu zahlen, geben Ärzte im Bedarfsfall eine Verordnung heraus. Auf dieser wirtschaftlichen Basis wird der selbstständige Logopäde dann mit den gesetzlichen oder auch privaten Krankenkassen abrechnen können.
 

Entwicklung der Rahmenbedingungen?

Zur Wahrheit in den letzten Jahren gehört es bei einer ehrlichen Ausgangsanalyse auch, dass sich die Rahmenbedingungen in den letzten Jahren verschlechtert haben. Das Berufsbild hat deutlich an Attraktivität verloren, da gesetzliche Krankenkassen Leistungen gestrichen haben. Das wirkt sich negativ auf die Verdienstmöglichkeiten als Logopäde aus. Zudem zeichnet sich zunehmend ein Fachkräftemangel ab, sodass sich in einigen Jahren und regional jetzt schon keine flächendeckende Versorgung mehr sicherstellen lässt. Daraus kann sich im Einzelfall mit einer geschickten strategischen Positionierung für Existenzgründer aber durchaus auch eine Chance ergeben!

Auf der anderen Seite werden die professionellen Dienstleistungen von Logopäden in den letzten Jahren gerade von Eltern mit Kindern stärker in Anspruch genommen. Das liegt an der zunehmenden Sensibilisierung durch zahlreiche soziale Institutionen und ein engmaschiges Netz an Vorsorgeuntersuchungen. Da aber auch viele Erwachsene durch Sprach- und womöglich Schluckstörungen unter einem hohen Leidensdruck stehen, ergeben sich von der Nachfrageseite her positive Anreize für die Selbstständigkeit als Logopäde. Studien belegen, dass für eine zukunftsorientierte Ausrichtung als Logopäde Kinder die wichtigste Zielgruppe sein werden. Aktuelle Studien zeigen, dass vor allem Erstklässler in den Fokus der Logopädie rücken. Denn nach dem Übergang vom Kindergarten in die Schule zeigen sich oft relevante Defizite. Damit ergibt sich die Herausforderung, mit spielerischen Methoden und Spaß an der Arbeit Erfolge hörbar zu machen.

Von der vorhandenen Praxisstruktur her handelt es sich mehrheitlich um sehr kleine Betriebe. Die Mehrheit der Praxen wird alleine geführt, zwischen 2 und 6 Mitarbeiter weisen ca. 40 % aller Praxen für Logopädie auf. Die Anzahl sehr großer (Gemeinschafts)praxen hält sich in sehr überschaubaren Grenzen. Insofern muss die Existenzgründung als Logopäde nicht sehr kostenintensiv wie in anderen medizinischen Bereichen ausfallen. Sofern es zu Beginn keine Angestellten gibt, hält sich die Kostenstruktur in überschaubaren Grenzen.
 

Strategische Optionen für diese Geschäftsidee

Generell besteht die Option, als angestellter Logopäde in einer Praxis zu arbeiten. Wer aber mehr verdienen und selbstbestimmt agieren möchte, sollte sich für eine Existenzgründung bzw. Niederlassung als Logopäde entscheiden. Zunächst ist ein geeigneter Standort zu finden, der möglichst wenig direkte Konkurrenz aufweist. Auch das Umfeld sollte mit Blick auf die spätere Auslastung analysiert werden. Das Vorhandensein mehrerer Grundschulen im Umkreis von X Kilometern kann eine wichtige Rolle spielen. Zu findende Praxisräume selbst sollten sich in einer guten Lage befinden, die sehr zentral und idealerweise auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist. Parkmöglichkeiten sind gerade für dauergestresste Eltern ein greifbarer Mehrwert. Die Räumlichkeiten selber sollten hell und freundlich sein, wobei gerade für Kinder spielerische Elemente im Wartebereich sehr wichtig sind, um erstes notwendiges Vertrauen zu fassen. In formaler Hinsicht müssen die Räumlichkeiten gewissen Kriterien entsprechen, dazu mehr im Teil zu Voraussetzungen.
 

Alternativen zur Gründung einer Praxis für Logopädie

Wer sich selbstständig als Logopäde machen will, muss nicht zwangsläufig bei Null anfangen. Zu prüfen sind vor Ort Optionen der Übernahme einer gut (!) laufenden Praxis. Zwar hat eine solche oft einen hohen Preis, es kann aber sofort ein laufender Betrieb genutzt werden. Wer neu gründen will, kann auch den Zusammenschluss mit anderen Logopäden in einer Gemeinschaftspraxis suchen. Diese Variante hat den Vorteil, dass finanzielle Ressourcen gebündelt und Risiken auf mehreren Schultern verteilt werden können. Hinzu kommt, dass sich die fachlichen Qualifikationen oder womöglich auch Spezialisierungen idealerweise ergänzen. Wer diesen Weg geht, sollte im Gesellschaftsvertrag für eine notwendige Rechtsform (typischerweise Partnergesellschaft für Freiberufler) alle Rechte und Pflichten klären. Jeder muss wissen, wo er dran ist. Eine weitere Option kann es auch sein, nach der Ausbildung Erfahrungen als angestellter Logopäde zu sammeln und dann langfristig das Projekt zu planen und voranzutreiben, sich selbstständig zu machen.
 

Ohne Praxisräume selbstständig als Logopäde machen?

Grundsätzlich kann es auch eine kostensparende sowie risikominimierende Option sein, sich ohne eigene Praxis als Logopäde selbstständig zu machen. Das wird sich aber nur mit einer freien Mitarbeit in einer oder auch mehreren Praxen verwirklichen lassen. Das wäre zwar eine Form der Selbstständigkeit, die aber nicht völlig frei ist. Auszuarbeiten ist dann ein spezieller Vertrag, damit die Grundzüge einer selbstständigen Tätigkeit nicht gefährdet werden. Anders sieht es auch, wenn sich Logopäden nur auf Privatpatienten ausrichten wollen. In diesem Szenario wäre es möglich, alle Behandlungen im Rahmen von Hausbesuchen durchzuführen. Wer allerdings eine Kassenzulassung erwirken möchte, um gesetzlich Versicherte zu behandeln, muss zwingend eigene Praxisräume vorweisen können. Zu Beginn sollten alle Optionen und auch Möglichkeiten am Standort geprüft werden.
 

Der Businessplan gibt Antworten auf alle wichtigen Fragen

In dieser Hinsicht sollte im zu erstellenden Businessplan klar werden, für welche Form der Gründung bzw. Ausrichtung sich angehende selbstständige Logopäden entscheiden. Eine besondere Rolle werden die Finanzen spielen, die im entsprechenden Teil sorgfältig zu planen oder besser gesagt zu kalkulieren sind. Wer für den Ausbau von Praxisräumen Fremdkapital in Form von Krediten/Darlehen nutzen will, muss mit dem Businessplan in jeder Hinsicht überzeugen. Dieses Dokument muss eine zukunftsorientierte Ausrichtung erkennen lassen, die zudem zahlenbasierte Profitabilität erkennen lässt.
 

Kundengewinnung & Image: Rolle von Bewertungsportalen

Wer sich für die Gründung einer Praxis für Logopädie entscheidet, sollte bei der Konzepterstellung kein Detail dem Zufall überlassen. Zu klären ist, wie Wartezeiten so kurz und wenn so angenehm wie möglich gestaltet werden können. Für Kinder kann eine kleine Spielecke eine willkommene Abwechslung sein. Broschüren im Warteraum zu relevanten Themen können eine sinnvolle Beschäftigung von Patienten mit wichtigen logopädischen Aspekten sein. Eventuell wird auch das eigene Behandlungsspektrum in diesem Kontext vorgestellt. Egal, ob mit oder ohne eigene Praxisräume: Der Patientengewinnung wird eine erfolgskritische Schlüsselrolle zukommen. Überweisende Praxen in der Nähe sind eine wichtige Voraussetzung, um sich auf Dauer einen ausreichenden Patientenstamm aufbauen zu können. Am Standort sollte also eine gewisse medizinische Infrastruktur gegeben sein, innerhalb derer der Logopäde sein eigenes Leistungsspektrum reichweitenstark vermarkten kann. Dazu wird eine moderne, suchmaschinenoptimierte Homepage gehören, die für Interessenten oft die erste Anlaufstelle ist. Entsprechend informativ und einladend sollte der Webauftritt angesichts dessen gestaltet sein.

Zufriedene Patienten, die Empfehlungen aussprechen, werden gerade in der Startphase eine sehr wichtige Rolle spielen. Aber auch hier gewinnt die Digitalisierung durch zahlreiche Bewertungsportale eine immer größere Rolle und vor allem Reichweite! Eine gute Behandlungs- und Servicequalität muss daher sicherstellten, dass das Image der Praxis im Internet möglichst positiv ist. Auf jeden Fall müssen Praxisinhaber heute gezielt auf solche Portale achten. Denn mehren sich schlechte Bewertungen, so werden viele potenzielle Interessenten abgeschreckt. Die Patientengewinnung kann auch durch Annoncen in Zeitungen oder Flyer angekurbelt werden.
 

Voraussetzungen, um sich selbstständig als Logopäde zu machen

Für die Existenzgründung als Logopäde zählt nicht nur die nachzuweisende Fachkompetenz: Wer eine eigene Praxis gründet, wird ein gewisses betriebswirtschaftliches Wissen brauchen, um tragfähige Entscheidungen treffen zu können. Es geht darum, die Kosten im Rahmen zu halten, das Marketing reichweitenstark aufzustellen und für qualitätsorientierte Prozesse zu sorgen. Wer eine Praxis für Logopädie eröffnen möchte, muss eine Fachausbildung oder einen relevanten Studienabschluss im Bereich Logopädie zwingend vorweisen können. Es handelt sich dabei um die offizielle Erlaubnis, dieser Tätigkeit nachgehen zu dürfen.

Wer als selbstständiger Logopäde mit gesetzlichen Krankenkassen abrechnen will, muss eine Kassenzulassung erwirken. Ansonsten könnte sich das Behandlungsspektrum nur auf Privatpatienten bzw. Selbstzahler erstrecken. Zu den weiteren gesetzlichen Zulassungskriterien zählt eine Praxisausstattung, die definierten Anforderungen entspricht. Existenzgründer sollten sich rechtzeitig informieren, welche Anforderungen im jeweiligen Bundesland an die Praxisräume und -ausstattung gestellt werden.

Aussagekräftige Skizzen der Praxisräume sind der Anmeldung in jedem Fall beizufügen, in aller Regel auch der zugrundeliegende Mietvertrag. Räume müssen eine bestimmte Größe in Abhängigkeit von ihrer konkreten Funktion im Gesamtkonzept aufweisen. Warteräume müssen ebenso vorhanden sein wie eine Patiententoilette. Nicht unüblich im Rahmen der Niederlassung mit einer eigenen Praxis ist es, neben der fachlichen auch die persönliche Eignung nachzuweisen. Hierzu können ein Auszug aus dem Handelszentralregister und ein polizeiliches Führungszeugnis herangezogen werden. In diesem Kontext sind auch eine durch das Gesundheitsamt ausgestellte Unbedenklichkeitsbestätigung sowie ein Gesundheitszeugnis zu erwähnen. Vorgesehen ist in formaler Hinsicht auch eine Mitgliedschaft in der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege.
 

Gewerbe anmelden als Logopäde oder freiberufliche Tätigkeit?

Das maßgebliche Einkommenssteuergesetz (siehe Paragraf 18) sieht in der Tätigkeit als Logopäde einen Heilberuf. Somit ist eine Tätigkeit als Logopäde freiberuflicher Natur, eine Gewerbeanmeldung ist in aller Regel nicht erforderlich. Je nach Geschäftsmodell könnten sich aber Anhaltspunkte ergeben, die Hinweise auf eine gewerbliche Tätigkeit ergeben. Das ist z.B. der Fall, wenn bestimmte Produkte verkauft werden. In diesem Fall ist zu prüfen, inwiefern die eigene Qualifikation und Schöpfungshöhe hierfür als Basis noch herangezogen werden kann. Soll durch den Verkauf die Einnahmebasis erhöht werden, kommt für diesen Teil der Tätigkeit ggf. eine Gewerbeanmeldung in Betracht. Der Kern der Tätigkeit als Logopäde ist aber freiberuflicher Natur. Eine Pflicht zur gesetzlichen Rentenversicherung besteht für selbstständige Logopäden nicht, wobei freiwillige Zahlungen aber durchaus möglich sind.
 

Privatpraxis als Alternative?

Wer keine Zulassung erwirken will, kann sich mit der strategischen Alternative befassen, eine Privatpraxis für Logopädie zu eröffnen. Hierfür muss eine Standortanalyse aber belastbare Daten als Entscheidungsgrundlage bieten. In der Regel wird sich so keine ausreichende Auslastung erreichen lassen. Um sich breiter aufzustellen, sollte eine Kassenzulassung erwirkt werden. Damit besteht auch weiterhin die Chance, Privatpatienten zu behandeln und die Ertragssituation insgesamt aufzuwerten.
 

Weitere Rahmenbedingungen für niedergelassene Logopäden

Wer sich näher mit den relevanten Rahmenbedingungen für diese Geschäftsidee befassen will, sollte einen Blick in das fünfte Sozialgesetzbuch werfen. In unterschiedlichen Paragrafen werden Hinweise zu Rahmenverträgen, Abrechnungsverträgen, Heilmittelrichtlinien und Rahmenempfehlungen gegeben. Für unerfahrene Gründer bietet sich eine Fachberatung an.
 

Verdienst als Logopäde?

Glaubt man aktuellen Angaben von Portalen wie gehalt.de, so bewegt sich der Verdienst im Monat für selbstständige Logopäden zwischen knapp 2.000 bis 2.700 Euro. Es wird sofort ersichtlich, dass es sich gerade im Gesundheitsbereich nicht um ein überdurchschnittlich bezahltes Berufsbild handelt. Hier liegen selbstständige Logopäden laut Fachverband mit einem Durchschnittseinkommen von 2.581 Euro unter dem Durschnitt im Gesundheits- & Sozialwesen (3.756 Euro). Der durchschnittliche Bruttolohn pro Stunde wird aktuell mit etwa 15 Euro beziffert. Zu bedenken ist mit Blick auf den Faktor Zeit noch, dass Krankenkassen in der Regel nur 45 Minuten für die eigentliche Therapie zahlen. Die mitunter intensive Vor- und Nachbearbeitung wird nicht vergütet, sodass die Honorare durch die Krankenkassen relativiert werden sollten.
 

Anfallende Arbeiten jenseits der Honorarvergütung

Zu denken ist etwa an zeitliche Ressourcen für das Erstellungen von Arztberichten, für die notwendige Abrechnung und Beratungsgespräche. Nicht mit jeder Leistung, die in einer Praxis für Logopädie erbracht wird, lässt sich also direkt Geld verdienen. Durch die strikten Zulassungsvoraussetzungen sind die Möglichkeiten beschränkt, die Einnahmebasis als selbstständiger Logopäde breiter aufzustellen. Es handelt sich also nicht um eine Tätigkeit, mit der Existenzgründer reich werden können. Angesichts des drohenden Fachkräftemangels kann es aber in den nächsten Jahren wieder zu einer Aufwertung des Berufsbildes kommen. Dazu wären bessere Vergütungen durch die gesetzlichen Krankenkassen sicher ein erster Schritt, um die gegenwärtige Entwicklung zu stoppen.
 

Zusammenfassung für die Geschäftsidee ‚selbstständig machen als Logopäde‘

  1. In den letzten Jahren haben sich die Rahmenbedingungen und Verdienstchancen im Bereich der Logopädie verschlechtert, was u.a. auch den drohenden Fachkräftemangeln erklärt

  2. Neben einer klassischen Berufsausbildung kann ein Studium im Bereich der Logopädie eine fundierte Voraussetzung für eine Existenzgründung sein

  3. Abgesehen von der Neugründung einer Praxis für Logopädie kann eine vorhandene übernommen oder gemeinschaftlich gegründet werden. Wer ganz ohne Praxisräume auskommen will, kann freiberuflich für diverse Praxen arbeiten und Hausbesuche durchführen

  4. Wer mit gesetzlichen Krankenkassen abrechnen möchte und somit überwiesene Patienten behandeln möchte, muss eine Kassenzulassung erwirken. Neben der fachlichen Qualifikation werden besonders an die Räumlichkeiten strikte Auflagen gelegt

  5. Beim Logopäden handelt es sich um einen Heilberuf, sodass der Statuts Freiberufler genutzt werden kann (eine Gewerbeanmeldung ist in der Regel nicht erforderlich)

  6. Der Verdienst als selbstständiger Logopäde liegt für eine Einzelpraxis in einer durchschnittlichen Höhe von etwa 2.500 Euro monatlich und damit deutlich unter dem Durchschnitt im Gesundheits- und Sozialbereich.

Was passiert mit meiner Krankenversicherung, wenn ich selbstständig bin?

 

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