Geld verdienen als Versuchsperson

Geld verdienen im Dienst der Wissenschaft? Was auf den ersten Blick seriös und sehr vielversprechend klingt, soll in diesem Beitrag sehr differenziert mit Blick auf Chancen und Risiken analysiert werden. Hier finden Interessenten Antworten auf die wichtigsten Fragen, um als Versuchsperson Geld verdienen können. Dabei sollen natürlich auch Nebenwirkungen und Risiken im Fokus stehen, die dazu gehören können. Darüber sollte von Beginn an Klarheit herrschen!
 

Fokus: Worauf kommt es im eigenen Interesse insbesondere an?

Es muss in jedem Fall um seriöse bzw. wissenschaftliche Studien/Versuche gehen, damit aus der Versuchsperson kein Versuchskaninchen wird! Wer als Versuchsperson/Proband/Studienteilnehmer oder Medikamententester Geld verdienen möchte, sollte sich mit dem jeweiligen Angebot und den vertraglichen Bedingungen sehr genau befassen. Je höher der mögliche Verdienst ist, desto größer sind die potenziellen Risiken einzuschätzen.
 

Geld verdienen als Versuchsperson: Was bedeutet das?

Wie Geld verdienen als Person, an der ein Versuch durchgeführt wird? Welche Art von Versuch soll das sein? Wer nach Optionen googelt, als Versuchsperson Geld zu verdienen, wird in der großen Mehrheit der Fälle auf klinische Studien bzw. Medikamententests stoßen. Gerade die rasante Impfstoffentwicklung im Zuge der Coronavirus-Pandemie hat viele Menschen auf die Idee gebracht, Geld als Versuchsperson bzw. Proband zu verdienen. Bevor Medikamente oder Impfstoffe auf den Markt gebracht werden dürfen, müssen sie auf Sicherheit, Wirksamkeit und Verträglichkeit im wahrsten Wortsinne auf Herz und Nieren geprüft werden.
 

Ist ‚Geld verdienen als Versuchsperson‘ als Geschäftsidee zu sehen?

Nein, es handelt sich um keine Geschäftsidee für den Weg in die berufliche Selbstständigkeit im engeren Sinne. Das würde erfordern, ständig neue Versuche/Versuchsreihen über sich ergehen lassen zu müssen, um den Lebensunterhalt auf Dauer sicher zu stellen. Dieses gesundheitliche Risiko wird mit Sicherheit niemand auf sich nehmen wollen und es gibt ferner keine Garantie, ständig an neue Studien als Versuchsperson zu kommen. Insofern handelt es sich um einen klassischen Nebenverdienst, wie ihn etwa viele Studenten nutzen. Zu bedenken ist ferner, dass Versuchsteilnehmer gesund sein und bestimmte Kriterien bei Studien erfüllen müssen. Das schränkt die wirtschaftlichen Handlungsspielräume weiter ein.
 

Begrifflichkeit(en): Was ist unter einer Versuchsperson zu verstehen?

Bei Recherchen werden Interessenten möglicherweise nicht nur auf den Begriff Versuchsteilenehmer, sondern auch Proband, Studienteilnehmer und ggf. auf Medikamententester stoßen. Versuchspersonen oder Probanden nehmen meistens ein Medikament wie eine Impfung zu sich, um deren Wirkung und Verträglichkeit klinisch zu untersuchen. Insofern lassen sie sich auch als Medikamententester und Studienteilnehmer bezeichnen. Schließlich geht z. B. die Zulassung neuer Impfstoffe wie gegen das Coronavirus mit einer mehrphasigen klinischen Studie einher, an der mehrere tausend Probanden teilnehmen.

Der Begriff Studienteilnehmer kann sich auch auf Patienten beziehen, die erst unter einer bestimmten Krankheit leiden und daher an einer klinischen Studie teilnehmen. Hier in diesem Beitrag soll es um den vergüteten Einsatz als Versuchsperson gehen, für den in aller Regel eine einwandfreie Gesundheit vorausgesetzt wird. Probanden müssen nicht zwangsläufig unerprobte Medikamente einnehmen: Zu denken ist etwa an seriöse psychologische Studien, in denen das Verhalten in unterschiedlichsten Kontexten unter wissenschaftlichen Aspekten untersucht wird. Auch wenn die Medikamentenerprobung sicher den Schwerpunkt ausmacht, so ist dies nicht die einzige Option, um als Versuchsperson Geld verdienen zu können.
 

Voraussetzungen, um als Versuchsperson Geld verdienen zu können?

Grundsätzlich lassen sich die Voraussetzungen für Versuchspersonen nicht völlig pauschalisieren, da sie von Studie zu Studie abweichen können. Mal wird eine bestimmte Altersgruppe gesucht, mal ein bestimmtes Geschlecht. Bei psychologischen Versuchsreihen kann auch der Bildungshintergrund eine Rolle spielen. Wenn es um die klinische Erprobung von Medikamenten geht, werden in der Regel gesunde Nichtraucher untersucht. Nicht selten wird auch eine Grenze für den Body-Mass-Index (BMI) vorgegeben. Eine formale Voraussetzung, um als Versuchsperson Geld verdienen zu können, ist ein Vorgespräch inkl. Untersuchung. Dieses Vorgespräch darf bei einem seriösen Anbieter auf keinen Fall fehlen, da hier mögliche Risiken offen zur Sprache kommen müssen. Nach persönlicher Risikoabwägung kann jeder dann entscheiden, ob er final an der Versuchsreihe teilnehmen möchte. Bei längeren Versuchsreihen kann es sein, dass sich Auswirkungen auf den Lebensalltag ergeben. Das kann z. B. der Fall sein, wenn bestimmte Lebensweisen geändert oder regelmäßig protokolliert werden müssen.
 

Wie kann ich als Versuchsperson überhaupt Geld verdienen?

Wer nebenbei als Versuchsperson Geld verdienen möchte, kann sich bei naheliegenden Universitäten oder auch Pharmaunternehmen informieren. Eine Internetrecherche zu diesem Thema zeigt schnell eine große Vielfalt an Optionen. Darüber hinaus gibt es mittlerweile spezielle Portale (https://www.nuvisan.de/startseite), um sich als Versuchsperson/Studienteilnehmer zu registrieren. Auf diesen Portalen werden mögliche Studien sofort mit allen wichtigen Informationen und Zugangsvoraussetzungen (z. B. Alter, Gewicht etc.) vorgestellt. Im Falle von Medikamententests wird beschrieben, um welche Art von Medikament es sich handelt und in welcher Phase die klinische Studie ist. In klinischen Phase 1 Studien ist das Gesundheitsrisiko potenziell am höchsten, da neuartige Medikamente zum ersten Mal am Menschen erprobt werden. Eine engmaschige Kontrolle muss bei einem seriösen Anbieter aber dafür sorgen, dass bei nicht auszuschließenden Gesundheitsproblemen schnell Hilfe nutzbar ist. Durch die Registrierung und das Anlegen eines Profils auf solchen Portalen ist es möglich, sich nur passende Versuchsreihen einblenden zu lassen. Zudem können Unternehmen anhand dieser Daten auf Wunsch auch von sich aus auf die Versuchspersonen/Studienteilnehmer zugehen.
 

Warum kann man als Versuchsperson Geld verdienen?

Grundsätzlich handelt es sich bei seriösen Anbietern um eine ehrenwerte Tätigkeit im Zeichen von Wissenschaft und Fortschritt. Durch das Testen neuer Medikamente wie eine Impfung gegen das Coronavirus können Milliarden von Menschen auf der ganzen Welt profitieren. Abgesehen von der Tatsache, als Versuchsperson Geld verdienen zu können, reizt nicht wenige Menschen der Pioniergeist. Und falls sich eine Impfung wie jene gegen das Coronavirus als wirksam und sicher erweist, kommen Versuchspersonen als erste in den Genuss der zu erforschenden Schutzwirkung! Je nach Art der Versuchsreihe/klinischen Studie müssen nicht nur die monetären Aspekte im Vordergrund stehen. Auch das zeigt, dass es sich hierbei eher um einen Nebenjob und nicht um eine Geschäftsidee für die berufliche Selbstständigkeit handelt.

In formaler Hinsicht ist es durch strikte Vorgaben möglich, in Deutschland als Versuchsperson Geld zu verdienen. Bevor Medikamente/Impfungen für die breite Masse zugelassen werden, sind mehrphasige Studien mit zig tausenden Teilnehmern nötig. In Deutschland überwacht das Paul-Ehrlich-Institut diese Prozesse. Wer die Seriosität von Angeboten im medizinischen Bereich prüfen möchte, kann sich beim genannten Institut Informationen einholen.
 

Wie viel verdient man als Versuchsperson?

Der Verdienst als Versuchsperson hängt vom zeitlichen Aufwand und vom Risiko ab. Je schneller der Einsatz erledigt ist, desto geringer wird die Vergütung ausfallen, die in der Regel auch mit einer Aufwandsentschädigung versehen ist. Je höher das potenzielle Risiko gerade als Medikamententester ist, desto höher ist der Verdienst. Wer für die Einnahme eines neuartigen Medikaments als Versuchsperson mehr als 3.000 Euro bekommt wird dafür auf der anderen Seite eine gewisses gesundheitliches Risiko tragen müssen. Bei wissenschaftlichen Langzeitstudien kann die Vergütung sich über einen gewissen Zeitraum erstrecken. Vergütungen gibt es dann üblicherweise etappenweise, z. B. wenn sich Versuchspersonen in regelmäßig in das Forschungsinstitut begeben oder aber ihre Dokumentation regelmäßig einreichen. Verdienst und Risiko sollten in einem vernünftigen Verhältnis stehen, das jeder für sich selber einschätzen muss. Eine offene Kommunikation und eine engmaschige Überwachung müssen im Falle von Medikamententests jegliches gesundheitliche Risiko auf eine absolutes Minimum reduzieren können.
 

Zeitaufwand als Proband: Der perfekte Nebenjob?

Auch hier sind pauschale Angaben fast unmöglich. Wer sich eine neuartige Impfung spritzen lässt, hat nur mit einem geringen zeitlichen Aufwand zu rechnen. Nach der Injektion kann etwa eine neuerliche Vorstellung nach wenigen Tagen notwendig sein. Aufwendiger sind experimentelle Studien, die sich über einen oder mehrere Tage erstrecken. Hierfür erhalten Versuchspersonen in aller Regel auch eine höhere Aufwandsentschädigung. Für manche Studien kann ein stationärer Aufenthalt in einer Klinik für wenige Tage erforderlich sein. Alles anders lässt sich in der Regel flexibel neben dem Hauptberuf oder Studium arrangieren.
 

Wie sicher ist es, als Versuchsperson Geld zu verdienen?

Hier rückt wieder die vielfach angesprochene Seriosität in den Fokus. Es ist nicht so, dass Medikamente einfach so an Versuchspersonen in Deutschland getestet werden können. Die Sicherheit einer jeden Versuchsperson muss zu jeder Phase der klinischen Erprobung absolute Priorität haben. Bevor Pharmaunternehmen Versuchspersonen suchen können, muss der Test vom Paul-Ehrlich-Institut oder vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte genehmigt werden. Bei Phase 1 Studien erhalten Versuchspersonen Medikamente/Impfungen zum ersten Mal. Sie wurden aber vorher im Labor und ggf. an Tieren erprobt. Mittlerweile werden Computermodelle verwendet, um Aussagen über die Unbedenklichkeit treffen zu können. In Phase 3 sind Versuchspersonen bei der Untersuchung von Impfstoffen bereits sicherer, da schon Erkenntnisse von vielen anderen Probanden vorliegen. Insofern ist die Sicherheit auch durch die professionelle medizinische Begleitung als hoch einzustufen in Deutschland. Was einem die Sicherheit letztlich wert ist, muss jede Versuchsperson für sich selber gewichten. Zur angesprochenen Seriosität muss auch gehören, dass Versuchspersonen jederzeit aus der Untersuchung aussteigen können müssen.

Was die Sicherheit als Versuchsperson angeht, so sei auf Placebo-Gruppen verwiesen. Bei Impfstoffen erhalten nicht alle Versuchspersonen tatsächlich das Vakzin. Wer nur ein Placebo bekommt, ist von den Gesundheitsrisiken her auf der sicheren Seite. Das ist letztlich aber dem Zufall geschuldet und im Moment der Injektion wissen Versuchsteilnehmer nicht, ob sie das Medikament oder nur ein Placebo bekommen.
 

Muss den Verdienst als Versuchsperson versteuern? Rechtliche Aspekte

2021 liegt der Grundfreibetrag für die Einkommenssteuer bei 9744 Euro. Wer unterhalb dieser Grenze bleibt und kein weiteres Einkommen z. B. als Student erzielt, muss auf den Verdienst als Versuchsperson keine Steuern zahlen. Alles, was über den Grundfreibetrag geht, ist entsprechend der persönlichen Einkommensverhältnisse zu versteuern. Unter Umständen können nebenberufliche Einkünfte bis zu 2.400 Euro im Jahr steuerfrei sein. Die Tätigkeit muss aber einer pädagogischen oder gemeinnützigen Hintergrund aufweisen. Zu prüfen ist, inwiefern letzteres als Versuchsperson zu beanspruchen ist.
 

Wie muss ich den Verdienst als Versuchsperson versteuern?

Rein formal bzw. steuerrechtlich sind Honorare von Versuchspersonen bei wissenschaftlichen Untersuchungen sonstige Einkünfte nach § 22 Nr. 3 Einkommenssteuergesetz. Solche Einkünfte sind bei der Einkommenssteuererklärung in der Spalte SO einzutragen.
 

Fazit: Ist es für mich eine Option, als Proband/Versuchsperson Geld zu verdienen?

Die folgende Checkliste kann helfen, eine Entscheidung zu treffen, wenn eine Mehrheit der Fragen mit Ja oder Nein beantwortet wird:

- Bin ich bereit, das Gesundheitsrisiko einzugehen? Ja/Nein

- Ist für mich der potenzielle Verdienst wichtiger als mögliche Risiken! Ja/Nein

- Ich suche nach einer flexiblen Tätigkeit mit möglichst geringem Zeitaufwand? Ja/Nein

- Für mich spielt der wissenschaftliche Fortschrittsgedanke eine wichtige Rolle: Diese möchte ich aktiv unterstützen! Ja/Nein

- Für mich wäre es abgesehen vom Geld ein echter Hinzugewinn, als erster von den positiven Wirkungen beispielsweise einer Impfung zu profitieren? Ja/Nein

Ob es sich um einen lukrativen Nebenverdienst handelt, kann nur jeder Interessent für sich bewerten. Trotz aller wissenschaftlichen Vorsichtsmaßnahmen lassen sich gewisse gesundheitliche Risiken bei der Medikamentenerprobung nicht komplett ausschließen. Wer dieses Risiko eingehen will und gesund ist, kann als Versuchsperson mit einem relativ geringen zeitlichen Aufwand gutes Geld verdienen. Dabei handelt es sich aber eher um einen Nebenverdienst. Falls denkbare gesundheitliche Spätfolgen ein Ausschlusskriterium sind, sollten Interessenten Abstand von der Idee nehmen, als Versuchsperson Geld verdienen zu wollen. Für nicht wenige spielt der Pioniergeist im Sinne des medizinischen Fortschritts eine weitere Schlüsselrolle. Abgesehen von der Vergütung tragen Versuchsteilnehmer aktiv zum wirtschaftlichen Fortschritt bei. Um im Falle wirksamer und sicherer Impfstoffe kommen Versuchspersonen als erste in den Genuss einer Schutzwirkung. Die Erfahrung der Corona-Pandemie hat gezeigt, dass hierin der wahre Wert dieser Hinzuverdienstmöglichkeit liegen kann.
 

Geld verdienen als Versuchsperson: Das Wichtigste auf einen Blick in der Zusammenfassung

  • Wer als Versuchsperson/Proband/Studienteilnehmer Geld verdienen möchte, muss sich bei Pharmaunternehmen oder Universitäten bewerben.

  • Um als potenzieller Studienteilnehmer Präsenz zu zeigen, ist die Registrierung auf speziellen Portalen zu prüfen.

  • Die Verdienstmöglichkeiten als Versuchsperson hängen von der Länge und Komplexität der Studie ab. Von einer niedrigen dreistelligen bis zu einer mittleren vierstelligen Summe ist alles möglich.

  • Die Einkünfte als Versuchsperson sind grundsätzlich zu versteuern, wobei Freibeträge zu beachten sind.

  • Um Geld als Versuchsteilnehmer verdienen zu können ohne die eigene Gesundheit ernsthaft zu gefährden, ist bei der Auswahl des Anbieters auf Seriosität zu achten.

Quellenangabe: 
Autor: 
Mark Leissen

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