Selbstständig machen als Baustoffprüfer

Baustoffprüfer bei der Untersuchung eines Stahlträgers

Wer eine Geschäftsidee im Bereich der aufstrebenden Baubranche sucht, kann sich hier mit einem spannenden Berufsbild mit Blick auf eine angestrebte Existenzgründung neue Perspektiven aufbauen: selbstständig machen als Baustoffprüfer. Dieser Beruf ist gefragt, um die Beschaffenheiten von Böden und Materialien genau zu analysieren.
 

Perspektiven für die Selbstständigkeit als Baustoffprüfer

Baustoffprüfer sorgen dafür, dass der Boden wirklich trägt oder dass Konstruktionen von Häusern und Brücken materialtechnisch sicher sind. Zur analytischen Tätigkeit gehört es z.B., Bodenproben auf einer Baustelle zu entnehmen und diese im Labor zielorientiert mit Blick auf die Erfassung bestimmter Eigenschaften zu untersuchen. Zudem können Altlasten auf Grundstücken untersucht werden. Kenntnisse der Baustoffprüfung und geltende Vorschriften sind dabei strikt einzuhalten. Mit einer staatlich anerkannten Ausbildung als Baustoffprüfer sollte die tragfähige Grundlage für eine Existenzgründung angestrebt werden. Mit der Schwerpunktsetzung wird schon das spätere Leistungsspektrum bzw. die Positionierung am Markt vorgegeben. Baustoffprüfer können sich in den Fachrichtungen Mörtel und Beton, bituminöse Massen und Boden während der Ausbildung vertiefen. Wer sich als Baustoffprüfer selbstständig machen will, kann im Vorfeld über mögliche Zusatzqualifikationen nachdenken, um sich leistungsstark am Markt zu positionieren. Zudem kann eine Zusatzqualifikation dazu beitragen, sich mit einer zukunftsorientierten Nischenstrategie von der Konkurrenz abzuheben. Diese und weitere Themen sollen im folgenden Beitrag praxisorientiert skizziert werden.
 

Existenzgründung als Baustoffprüfer: selbstständig machen in der Baubranche

  • Analyse der Ausgangslage

  • Perspektiven für den Businessplan

  • Kunden gewinnen als Baustoffprüfer?

  • Voraussetzungen, um sich als Baustoffprüfer selbstständig zu machen

  • Verdienst als selbstständiger Baustoffprüfer?

     

Analyse der Ausgangslage

Generell gilt es im Vorfeld einer Existenzgründung, Perspektiven zu entwickeln und Alternativen zu prüfen. Am Ende des Planungsprozesses, der mit dem Businessplan einen zielorientierten Rahmen erhält, sollte eine tragfähige Geschäftsidee stehen. Wer sich in diesem technisch hochspezialisierten Bereich selbstständig machen will, braucht eine Berufsausbildung sowie fundierte Berufserfahrungen. Ohne ein ausgeprägtes Branchenwissen und Netzwerk dürfte die Existenzgründung als Baustoffprüfer schwer werden.

Wer aus einem Angestelltenverhältnis heraus die Selbstständigkeit forcieren will, sollte mit einer Weiterbildung oder Spezialisierung langfristig an der Marktreife arbeiten. Generell sollte bei der Bewertung der Ausgangslage berücksichtigt werden, dass Baustoffprüfer als begehrte Fachkräfte gerade in Zeiten einer boomenden Baukonjunktur gute Chancen auf eine attraktive Anstellung haben. Zu den typischen Arbeitgebern gehören Bauunternehmen oder auch Forschungsunternehmen. Wer sich trotz dieser guten Berufschancen am Arbeitsmarkt für die Selbstständigkeit als Baustoffprüfer entscheidet, sollte gut vorbereitet sein. Eine Fortbildung als Industriemeister mit der Fachrichtung Betonindustrie oder als Techniker mit der Fachrichtung Bautechnik (bzw. Umweltschutztechnik) kann nicht nur fachlich, sondern auch bei der Vermarktung der eigenen Geschäftsidee und Leistungsstärke von Vorteil sein. Auch moderne Masterstudiengänge im Bereich der Analytik können eine Basis sein, um sich erfolgreich im Bereich Baustoffprüfung selbstständig zu machen.

Die Selbstständigkeit als Baustoffprüfer sollte angesichts der guten Lage am Arbeitsmarkt also nicht aus dem Bauch heraus, sondern aufgrund einer fundierten Planung getroffen werden. Doch an welche Themen ist in diesem Zusammenhang zu denken? Dazu im Folgenden mehr.
 

Zwischenfazit: Bereit für die Selbstständigkeit?

Vorteile der Selbstständigkeit:

+Ausübung des Traumjobs mit größtmöglicher Entscheidungsfreiheit

+ Abwechslung durch immer neue Kunden, Aufträge und Projekte

+ flexible Möglichkeiten der Gestaltung einer individuellen Work-Life-Balance

 

Nachteile der Existenzgründung:

- die Verantwortung für Entscheidungen muss allein getragen werden

- das unternehmerische bzw. finanzielle Risiko ist allein zu tragen

- gerade die Startphase ist finanziell oft schwierig, der Verdienst zunächst gering
 


Selbstständig machen als Baustoffprüfer: Businessplan

Der Traum von der Existenzgründung muss im Businessplan potenzialorientierte und vor allem belastbare Züge annehmen. Denn nur so werden sich Geldgeber gewinnen lassen, um den Kapitalbedarf je nach Umfang des Geschäftsmodells zu decken. Und hiermit fängt alles an!
 

Welche konkreten Züge soll die Existenzgründung als Baustoffprüfer annehmen?

Denkbar ist es, als Freelancer die Projektarbeit zu fokussieren und immer wieder neue Aufträge an Land zu ziehen. Zu beachten ist aber, dass für die Tätigkeit als Baustoffprüfer ein Labor mit entsprechender Technik notwendig ist. Nur so lässt sich die Beschaffenheit von Materialien analysieren. Angesichts dessen wird die Existenzgründung eigentlich immer zu einer Gründung eines Unternehmens für Baustoffprüfung führen.
 

Worauf kommt es zu Beginn an?

Die Ressourcen und Kosten sind in der Startphase in Grenzen zu halten, mit einer wachsenden Auftragslage können die Ressourcen dann nach und nach hochgefahren werden. Gerade der Faktor Personal wiegt kostentechnisch in der Startphase der Unternehmensgründung schwer. In der Praxis ist es daher so, dass Gründer in der Startphase sehr viele Aufgaben selbst übernehmen (müssen). Ist eine kritische Schwelle erreicht, so muss Personal eingestellt werden. Wachstum darf nicht verhindert werden! Insofern gilt es, frühzeitig zu agieren und neue Chancen zu nutzen. Da die Einrichtung eines Laborbetriebes hohe Kosten verursacht, ist von Beginn an eine möglichst gute Auftragslage anzuvisieren. Dies stellt sicher, dass die hohen laufenden Kosten gedeckt werden können. Die finanziell kritische Startphase darf als überwunden gelten, wenn nicht mehr von Kostendeckung, sondern von Gewinnerzielung die Rede ist.
 

Inhalte und Fragen im Businessplan

Grundsätzlich muss im Businessplan eine Standort- und Konkurrenzanalyse erfolgen. Welche Zielgruppe soll mit welchem Leistungsspektrum angesprochen werden? Lässt sich die potenzielle Auftragslage beziffern? Sind bereits viele Bauunternehmen vorhanden, so muss geklärt werden, ob diese bereits eigene Baustoffprüfer haben oder mit welchen Unternehmen sie zusammenarbeiten. Mit welchen Bauunternehmen oder anderen Auftraggebern lässt sich im definierten Aktionsradius zusammenarbeiten? Mit welchen Alleinstellungsmerkmalen kann das Unternehmen am Markt platziert werden? Auf diese Fragen muss der Businessplan schlüssige Antworten im Rahmen eines ganzheitlichen Gesamtkonzeptes geben können. Eine Standortanalyse könnte z.B. ergeben, dass die meisten Bauunternehmen bereits über interne Fachleute verfügen. In diesem Fall muss geprüft werden, inwiefern die angebotenen Leistungen zur Baustoffprüfung für eine andere Zielgruppe relevant sind. In jedem Fall muss die Standort- und Konkurrenzanalyse ergeben, dass der Betrieb für Baustoffprüfung auf eine vorhandene Nachfrage aufbauen kann. Fehlt diese, so wird es schwer bis unmöglich, die Geschäftsidee ‚selbstständig machen als Baustoffprüfer‘ erfolgreich umzusetzen.
 

Existenzgründung als Baustoffprüfer: Rechtsform wählen

Die Kosten für die Existenzgründung wurden bereits angesprochen. In diesem Kontext rückt auch die Rechtsform als ordnender Rahmen in den Fokus. Wer ein Unternehmen für Baustoffprüfung gründen möchte, sollte die Rechtsform mit Bedacht wählen. Sie entscheidet darüber, mit welcher Summe an Kapital Gründer im Falle des Scheitern haften müssen. Darüber hinaus ist die Rechtsform auch für die Anfangsfinanzierung maßgeblich. Wer eine Gesellschaft mit begrenzter Haftung gründet, muss ein Startkapital von mindestens 25.000 Euro einbringen. Mit dieser Summe muss voll gehaftet werden. Zu Beginn der Existenzgründung kann auch die strategische Option geprüft werden, sich mit anderen Gesellschaftern zusammenzuschließen. Idealerweise handelt es sich auch um Baustoffprüfer, wobei eine andere Vertiefung Kunden ein breiteres Leistungsspektrum eröffnen kann. Mehrere Gesellschafter können sich Kosten und Risiken teilen. Für ein harmonisches und transparentes Miteinander sollte ein tragfähiger Gesellschaftsvertrag ausgearbeitet werden, sodass jeder über die Befugnisse des anderen Bescheid weiß.
 

Vermarktung und Kunden gewinnen als Baustoffprüfer

Nach der erfolgreichen Unternehmensgründung gilt es, die Werbetrommel kräftig zu rühren. Neben Broschüren und Annoncen in lokalen Zeitungen muss das Internet bei der reichweitenstarken Vermarktung eine Schlüsselrolle spielen. Das Unternehmen muss bei der Suche nach professionellen Dienstleistungen rund um die Baustoffprüfung im Internet präsent sein und möglichst in vorderer Position erscheinen. So kann die ungeliebte Kundenakquise zu großen Teilen mehr oder weniger automatisiert werden. Ganz in dieser Hinsicht sollte das Unternehmen auch in relevanten Verzeichnissen oder auf Portalen für die Auftragsgewinnung registriert werden.

Im Zuge einer Analyse ist zu erörtern, welche Marketingoptionen eine hohe Reichweite versprechen und daher für die Auftragsgewinnung genutzt werden sollten. Sofern die Angebote kostenpflichtig sind, sollte der potenzielle Nutzen immer gegengerechnet werden. Eine suchmaschinenoptimierte Homepage sorgt für die Erhöhung der Bekanntheit. Unternehmen haben damit Möglichkeit, ihr Leistungsspektrum inklusive aus Kundensicht wünschenswerten Serviceleistungen auf den Punkt zu bringen. Für Bekanntheit in der Branche und ein insgesamt schärferes Profil können auch Fachbeiträge in relevanten Magazinen sorgen. Darin kann das Unternehmen der Zielgruppe neue Lösungen und Ansätze im Bereich der Baustoffprüfung näherbringen.
 

Geschäft ankurbeln: Kurzfristiger Erfolg mit Werbeanzeigen

Erfahrungsgemäß dauert es eine gewisse Zeit, bis Maßnahmen zur Suchmaschinenoptimierung greifen (zu denken ist hierbei etwa an optimierte Texte bzw. generell relevante Inhalte). Wer sofort mehr Kunden erreichen will, kann dies mit Werbeanzeigen bei Google erreichen. Mit einem festgelegten Werbebudget lässt sich die Präsenz des Unternehmens von Beginn an erhöhen, da solche Werbeanzeigen je nach Gebot und Keyword ganz oben erscheinen. Investitionen in diesen Bereich werden sich auszahlen, zumal kleinere Unternehmen die Chance haben, eine regionale Werbestrategie zu fahren. Und da in der Regel nur für einen tatsächlichen Klick auf eine Werbeanzeige gezahlt werden muss, ist in wirtschaftlicher Hinsicht ein hohes Maß an Kosteneffizienz gegeben. Durch die Auswertung von Werbekampagnen lässt sich zudem Transparenz in Bezug auf die Wirksamkeit herstellen.
 

Voraussetzungen, um sich selbstständig als Baustoffprüfer zu machen

Die Schilderungen bis dato haben verdeutlicht, dass eine Berufsausbildung als Baustoffprüfer die fachliche Basis für eine Existenzgründung sein muss. Welche Nachweise und Pflichten im Einzelnen zu erfüllen sind, hängt vom Leistungsspektrum ab. Nur wenn dieses konkret benannt werden kann, lassen sich die individuellen Voraussetzungen erörtern. Sobald das Geschäftsmodell also endgültige Züge angenommen hat, sollten Gründer sich um alle notwendigen Formalitäten kümmern. Hintergrund ist, dass Verzögerungen sehr teuer werden können.

In der Handwerksordnung wird der Beruf Baustoffprüfer nicht genannt, sodass von dieser Seite nicht mit einem Meisterzwang zu rechnen ist. Dies kann sich je nach Leistungsspektrum aber schnell ändern, wenn z.B. auch Maurer und Betonarbeiten nach der Analyse des Bodens oder von Baumaterialien angeboten werden. Diese Tätigkeiten sind laut Anlage A der Handwerksordnung zulassungspflichtig, ein Meistertitel wäre nötig. Wer solche Arbeiten im Leistungsspektrum als Baustoffprüfer anbieten will, kann einen Meister in diesem Bereich einstellen. In diesem Sinne gibt es Alternativen, um formale Hürden zu ‚umgehen‘.
 

Gewerbe anmelden als Baustoffprüfer

Eine wichtige Formalie, die vor der Aufnahme des Geschäftsbetriebs zu erledigen ist, ist die Gewerbeanmeldung. Als Besonderheit im Bereich der Baustoffprüfung ist auf Akkreditierungen hinzuweisen. Um die Analysen im Labor nach einheitlichen und anerkannten Standards durchzuführen, muss sich der Betrieb von anerkannten Stellen akkreditieren lassen. Ansonsten wird es nicht möglich sein, Baustoffprüfungen durchzuführen bzw. Kunden werden nur solche Unternehmen akzeptieren, die eine Akkreditierung als Qualitätsmerkmal vorweisen können.
 

Verdienst als selbstständiger Baustoffprüfer

Für angestellte Baustoffprüfer wird auf Portalen ein durchschnittliches Jahresgehalt von etwa 40.000 Euro angegeben. Mit zunehmender Berufserfahrung und gefragten Qualifikationen kann das Gehalt deutlich höher ausfallen. Selbstständige Baustoffprüfer haben nach Überwindung der finanziell eher mauen Startphase die Chance, einen höheren Verdienst einzufahren. Das müssen sie schließlich auch, denn Selbstständige müssen zu 100 % allein für alle Kosten rund um die Sozial- und Krankenversicherung sowie Rentenvorsorge aufkommen.

Wie hoch der Verdienst als Baustoffprüfer letztlich ausfällt, liegt in den eigenen Händen. Die Basis muss mit einer guten Auftragslage und einer schlanken Kostenstruktur gelegt werden. Kosten bzw. Angebote müssen mit möglichst hohen Margen kalkuliert werden.
 

Abgesehen vom Verdienst als Unternehmer denken…

Letztlich stellt sich auch die Frage, wie viel Gehalt sich Unternehmer tatsächlich auszahlen wollen oder können? In Zeiten notwendiger Investitionen verzichten viele Selbstständige auf ein üppiges Gehalt, um die Entwicklung des Unternehmens dauerhaft zu stabilisieren. Auch wenn sich der eigene Verdienst theoretisch immer weiter nach oben schrauben lässt, so sollte immer an geschäftliche Reserven für schlechte Zeiten bzw. an Rücklagen für Investitionen gedacht werden.
 

Kurzzusammenfassung der Geschäftsidee ‚selbstständig machen als Baustoffprüfer‘

  1. Als begehrte Fachkraft haben Baustoffprüfer gute Chancen auf eine attraktive Anstellung: Der Schritt in die berufliche Selbstständigkeit sollte daher aus innerer Überzeugung und nach eingehender Planung gegangen werden

  2. Für die Einrichtung des notwendigen Labors bzw. des gesamten Betriebs fallen hohe Kosten an. Der Businessplan muss daher das Potenzial der Geschäftsidee erkennbar werden lassen, um Geldgeber (Banken/Investoren) zu überzeugen

  3. Mit der Wahl der Rechtsform werden Fragen der Haftung und der Finanzierungsmöglichkeiten des Unternehmens entschieden

  4. Veröffentlichungen in Fachmagazinen können das Profil des Unternehmens schärfen und es auch überregional bekannt machen

  5. Mit dem Internet (suchmaschinenoptimierte Homepage und Werbekampagnen) kann die Kunden- und Auftragsgewinnung in der Startphase effizient gestaltet werden

  6. Vor der Aufnahme der Geschäftstätigkeit ist ein Gewerbe anzumelden. Für Baustoffprüfungen müssen spezialisierte Unternehmen akkreditiert sein

  7. Das konkrete Leistungsspektrum entscheidet darüber, ob und wenn ja welche Nachweise/Qualifikationen zu erbringen sind.

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