Selbstständig machen mit einer Cocktailbar

Gespräch in Cocktailbar

Für viele Existenzgründer ist es ein Traum, aus einem Hobby einen Beruf zu machen und sich selbst zu verwirklichen. Ganz in diesem Sinn wird hier eine Geschäftsidee vorgestellt, die bisweilen lässig aus der Hand geschüttelt wird: selbstständig machen mit einer Cocktailbar. Was sich auf den ersten Blick als Selbstläufer mit hohem Unterhaltungswert auch für den Gründer selbst anhört, ist in Wahrheit mit viel Arbeit verbunden. Nur mit einer ganzheitlichen strategischen Planung der Existenzgründung kann die Basis für nachhaltigen Erfolg gelegt werden. Ohne ein durchdachtes Konzept wird es nicht möglich sein, sich erfolgreich mit einer Cocktailbar selbstständig zu machen. In diesem Beitrag werden die wichtigsten Inhaltes eines solchen Gründungskonzeptes kompakt sowie praxisorientiert vorgestellt.
 

Existenzgründung mit Cocktailbar: selbstständig machen im Gastronomiegewerbe

  • Analyse der Ausgangslage

  • Cocktailbar eröffnen: Standort & Räumlichkeiten

  • Businessplan: stimmiges Konzept und solide Finanzen

  • Cocktailbar gründen: Kunden gewinnen?

  • Voraussetzungen, um sich selbstständig mit Cocktailbar zu machen

  • Verdienst mit einer eigenen Cocktailbar?

     

Analyse der Ausgangslage

Was heißt es, sich mit einer Cocktailbar selbstständig zu machen? Grundsätzlich sollte Klarheit darüber herrschen, dass sich die Existenzgründung im Gastronomiegewerbe bewegt. Daher werden im Zuge der Planung bzw. im Vorfeld der Eröffnung zahlreiche Behördengänge anstehen, mehr dazu weiter unten unter den Voraussetzungen. Die Anzahl der Bars bzw. Diskotheken und Vergnügungslokale ist in den letzten Jahren kontinuierlich auf deutlich über 4.000 gestiegen, wobei Bars mit 2.400 den größten Anteil ausmachen. Zu prüfen ist also, inwiefern sich diese Entwicklung auf die unmittelbare Konkurrenzsituation auswirkt. Die Umsätze in der Gastronomie wachsen seit Jahren leicht, aber stetig, was sicher den stabilen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geschuldet ist. Zu beachten ist, dass solche Geschäftsmodelle stärker konjunkturabhängig sind. Geht die Wirtschaft samt Kaufkraft auf Talfahrt, werden viele Menschen erfahrungsgemäß bei solchen Freizeitaktivitäten den Rotstift ansetzen. Insider aus der Gastronomiebranche sind der Ansicht, dass die ‚goldenen Zeiten‘ seit einigen Jahren vorbei sind. Dies liegt vor allem daran, dass sich das Studentenleben mit Blick auf eine wichtige Zielgruppe geändert hat: Durch die straff organisierten Bachelor- und Masterstudiengänge bleibt nicht mehr die Zeit, um jedes Wochenende feiern zu gehen. Viele Studenten können keinem Nebenjob nachgehen und hohe Mieten in Großstädten belasten das Budget stark. Hier wird schon deutlich, wie wichtig eine professionelle Standortanalyse für die Geschäftsidee ‚selbstständig machen mit Cocktailbar‘ ist.
 

Wofür soll die Cocktailbar stehen?

Wer eine Cocktailbar eröffnen möchte, wird einen einladenden Treffpunkt für Menschen ins Leben rufen müssen. Für geschäftlichen Erfolg braucht es ein stimmiges Konzept, das Gäste anlockt, und zwar am besten immer wieder. Die Inneneinrichtung muss das Konzept sicht- bzw. erlebbar machen und Mitarbeiter müssen zum freundlichen Gesicht der Cocktailbar werden. Hier zeigt sich schon, dass die Eröffnung einer Cocktailbar viel Fingerspitzengefühl erfordert. Es gilt, von Beginn an konsequent aus der Perspektive der anvisierten Zielgruppe zu denken und letztlich auch zu entscheiden. Nur so kann sichergestellt werden, dass der Geschmack des Publikums getroffen wird. Und dies gilt freilich nicht nur für ausgefallene Cocktailkreationen, die mit einem gewissen Erlebnischarakter zubereitet werden. Auch wenn sich diese Existenzgründung im Partyleben ansiedelt, so haben die Inhaber einer Cocktailbar nicht selten sehr lange Arbeitstage jenseits der konventionellen 8 Stunden vor sich.
 

Standortanalyse und Auffinden geeigneter Räumlichkeiten

Der Standort ist ein wesentlicher wirtschaftlicher Faktor für Erfolg. Um einen Standort bzw. passende Räumlichkeiten auszuwählen, muss die Zielgruppe klar umrissen werden können. Denn wer sich auf Studenten ausrichten will, sollte sich in einer Universitätsstadt und nicht auf dem Land niederlassen. Mit Blick auf die Wahl eines Standorts spielt auch die Konkurrenzanalyse eine Schlüsselrolle. Zwar kann eine Cocktailbar sich durch ein individuelles Konzept geschmacklich und atmosphärisch von der Konkurrenz absetzen. Letztlich wird es bei zu viel direkter Konkurrenz aber schwer sein, an vielen Tagen in der Woche eine hohe Auslastung sicherzustellen. Von entscheidender Bedeutung für die Vorteilhaftigkeit eines Standortes ist die Erreichbarkeit bzw. Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel. Denn wer Alkohol trinkt, sollte sich nicht mehr hinter das Steuer setzen.
 

Eine Cocktailbar muss gut erreichbar sein

Eine zentrale Lage in der Innenstadt oder in der Nähe eines Bahnhofs erscheint angesichts dessen als ideal. Bei der Analyse der Konkurrenz sollte neben dem Preisgefüge vor allem das Angebot kritisch beäugt werden: Welche Dienstleistungen werden noch nicht angeboten? Mit welchen Mitteln kann sich die eigene Cocktailbar von der Konkurrenz abheben? Events mit Live-Musik wären z.B. eine sehr gute Möglichkeit, um immer wieder von sich hören zu machen und um immer wieder neue Gäste anzulocken. Nach Möglichkeit sollte ein Standort gefunden werden, der eine Außengastronomie zulässt. So kann in den warmen Monaten die Einnahmebasis breiter aufgestellt werden. In diesem Fall sind natürlich die örtlichen Regelungen mit Blick auf eventuelle Lärmbelästigungen strikt zu beachten, damit es später im Geschäftsbetrieb keinen Ärger mit den Nachbarn gibt.
 

Name für die Cocktailbar? Konzept mit Leben füllen!

Wer sich selbstständig mit einer Cocktailbar machen möchte, sollte vorher viele Konzepte (ggf. auch in aller Welt) gesehen haben, um ein Gespür für Trends und Optionen zu erlangen. Die Schaffung eines einzigartigen Geschäftskonzeptes mit hohem Wiedererkennungswert beginnt mit dem Auffinden eines kreativen Namens, der im Gedächtnis bleibt und mit positiven Assoziationen oder sogar Emotionen verbunden ist. Zu bedenken ist, dass dieser Name auch gut sichtbar mit einer Leuchtreklame in Szene gesetzt wird. Da es keine zweite Chance für den ersten Eindruck gibt, sollte der Name kein eiliges Zufallsprodukt sein. Es kann hilfreich sein, Freunde und Bekannte mehrere Optionen mitzuteilen und deren Meinung zu berücksichtigen.
 

Das Design füllt den Namen mit Leben…

Steht der Name samt Konzept, so muss ein passendes Design für die Innenausstattung her. Das Design macht den Anspruch und das Flair der Cocktailbar mit allen Sinnen erlebbar. Auch wenn es sich hierbei um einen großen Kostenfaktor handelt, so sollte in keinem Fall daran gespart werden. Denn eine wenig einladende Cocktailbar wird niemanden verleiten können, dort regelmäßig als Gast einzukehren und es sich gut gehen zu lassen. Der Name kann eventuell auch schon anklingen lassen, was es außer Cocktails noch zu genießen gibt. Zu denken ist etwa an Snacks, Live-Musik, Events oder andere Trendoptionen wie Spielautomaten oder Shisha-Pfeifen. Das Konzept bzw. gastronomische Leistungsspektrum muss sowohl zum Standort als auch zur Zielgruppe passen. Nicht nur der Name der Bar sollte Lust auf mehr machen, sondern auch die Bezeichnungen für individuelle Cocktailkreationen. Abgesehen von Klassikern wie Sex on the beach gilt es, kreative Bezeichnungen auf der Karte aufzunehmen, die Neugierde und Fantasie wecken. Um für Klarheit zu sorgen, können die Zutaten in einer Klammer hinter der Bezeichnung angegeben werden.
 

Insidertipp: Höhe der Miete für eine Cocktailbar?

Insider, die sich bereits selbstständig mit einer Cocktailbar gemacht haben, empfehlen, dass die Miete nicht höher als 10 % des Umsatzes ausfallen sollte. Anders herum ausgedrückt lässt sich aus der Miete als wichtigem Fixkostenfaktor ein Umsatzminimum ableiten. Müssen im Monat 4.000 Euro Miete aufgebracht werden, so sollten die Umsätze nicht unter 40.000 Euro liegen. Daraus lässt sich der Tagesumsatz ableiten, womit sich ein durchschnittlicher Umsatz pro Gast bei einer angenommenen Gesamtzahl pro Tag berechnen lässt.


Businessplan: Die Finanzen fest im Griff halten!

In den vorangegangenen Abschnitten wurden bereits wichtige Themen und Inhalte des Businessplans als Basis für Geschäftserfolg beschrieben. Traditionell nehmen die Finanzen im Businessplan eine sehr zentrale respektive erfolgskritische Stellung ein. Ohne geordnete Finanzen werden schnell finanzielle Engpässe offenbar, die die Existenzgründung akut gefährden können. Auf der anderen Seite werden Banken und Investoren nur Fremdkapital hinzusteuern, wenn der Businessplan als Ganzes Potenzial und Rentabilität erkennen lässt. Überzeugend kann ein Businessplan nur mit stimmigen Finanzen sein. Dieser Teil sollte daher sehr sorgfältig für die ersten drei Geschäftsjahre erarbeitet werden. Je nach Räumlichkeiten und Konzept können für Umbaumaßnahmen und die Inneneinrichtung hohe Summen entstehen, die nur die wenigsten Gründer komplett mit Eigenkapital werden decken können.
 

Überblick: Kosten vor und nach der Eröffnung einer Cocktailbar

  • Kosten für die Gründung (Berater, Gebühren etc.)

  • Renovierungskosten

  • komplette Erstausstattung inkl. Getränken

  • Kosten für Personal

  • Kosten für Werbung

  • laufende Kosten für Miete und den Wareneinkauf

  • laufende Kosten für Energie (Strom, Heizung)

  • GEMA Gebühren für Musik

  • Betriebshaftpflichtversicherung etc.

  • Beiträge für die Berufsgenossenschaft

  • Steuern (regelmäßige Abführung der Umsatzsteuer)

  • Kosten für die Tilgung von Krediten/Darlehen (Zinsen)

 

Tipp für die Sicherstellung solider Finanzen bei der Existenzgründung

Um die Finanzierung von Anfang an mit Blick auf nutzbare Handlungsspielräume auf eine breite Basis zu stellen, sollten alle Fördermöglichkeiten geprüft werden. Hier auf selbststaendig.de können Existenzgründer sich diesbezüglich einen kompakten Überblick verschaffen.


Marketing: Kunden gewinnen mit einer Cocktailbar

Je nach Standort kann Konkurrenz das Geschäft nicht nur sprichwörtlich beleben. In belebten Kneipenvierteln wie dem deutschlandweit bekannten Bermudadreieck in der Universitätsstadt Bochum kann eine hohe Dichte an Bars/Kneipen dafür sorgen, dass Gäste von einer Lokalität zur nächsten ziehen. Auf jeden Fall sind solche Standorte für die Kundengewinnung ein Vorteil, da sie von sich aus eine große Anziehungskraft ausüben.

Letztlich muss die Cocktailbar gezielt mit lokalem Marketing (Stichwort Local SEO) bekannt gemacht werden. Wer nach einer Cocktailbar in XX sucht, sollte möglichst die eigens gegründete Bar an erster Stelle finden. Hintergrund ist, dass mobile Anfragen eine immer wichtigere geschäftliche Rolle spielen. Bevor abends irgendwo planlos hingegangen wird, zücken die meisten lieber erst ihr Smartphone, um sich einen Überblick zu verschaffen. Um hierbei mit Sichtbarkeit zu glänzen, ist eine nach allen Künsten der Suchmaschinenoptimierung gestaltete Homepage erforderlich. Darüber hinaus sollten gezielte Werbemaßnahmen die regionale Reichweite sowie Bekanntheit erhöhen.

Vor Ort bzw. von außen können Tafeln mit Hinweisen für besondere Preise in der Happy Hour dafür sorgen, dass die Cocktailbar gut gefüllt ist. Es versteht sich von selbst, dass Rabatte gut kalkuliert sein müssen und immer noch eine attraktive Gewinnmarge übrigbleibt. Das Gleiche gilt für den Versuch, die Reichweite bzw. Auslastung durch die Präsenz auf bekannten Gutscheinportalen zu erhöhen. Mit Gutscheinen erhalten Gäste z.B. einen Cocktail gratis. Sinn dieser Aktionen ist es, neue Gäste zu gewinnen und sie im Idealfall zu Stammgästen zu machen. Dies kann aber nur gelingen, wenn das gesamte Konzept der Cocktailbar stimmig ist.

Cocktailbarinhaber betonen, dass bei allen möglichen Marketingmaßnahmen (auch zeitgemäße Optionen auf Social-Media-Kanälen) die Mund-zu-Mund-Propaganda durch persönliche Empfehlungen nach wie vor eine große Rolle spielt. Umso wichtiger ist es, Gäste mit einem gelungenen Konzept und einer einladenden Atmosphäre von Beginn an zu fesseln.
 

Voraussetzungen, um eine Cocktailbar eröffnen zu dürfen

Auch wenn für die Eröffnung einer Cocktailbar keine spezifische Qualifikation nachzuweisen ist, so sind Fachkenntnisse und Gastronomieerfahrungen sicherlich wichtige Voraussetzungen. Das Mixen von Cocktails ist ein Handwerk, das gelernt sein will und für Kunden an der Bar sicher auch einen reizvollen Erlebnischarakter bietet.
 

Gewerbe anmelden vor Eröffnung einer Cocktailbar

Bevor eine Cocktailbar eröffnet werden kann, muss ein Gewerbe angemeldet werden. Es liegt in der Natur einer Cocktailbar, dass alkoholische Getränke verkauft werden. Daher wird im Zuge der notwendigen Gewerbeanmeldung eine Gaststättenkonzession inklusive Ausschanklizenz zu erwirken sein. Hierfür muss der Existenzgründer seine persönliche und fachliche Eignung durch die Vorlage dieser Nachweise unter Beweis stellen:

  • polizeiliches Führungszeugnis

  • Gewerbezentralregisterauszug

  • Unbedenklichkeitsbescheinigung vom Finanzamt

  • Mietvertrag, Grundriss und Lageplan

  • Gaststättenunterrichtungsnachweis

  • aktuelles Gesundheitszeugnis (auch für alle Mitarbeiter)

Beim Finanzamt ist eine steuerliche Erfassung der Tätigkeit zu veranlassen. Die Mitgliedschaft in der Berufsgenossenschaft ist die Voraussetzung für die eigene Unfallversicherung und die der Mitarbeiter. Sofern die Räumlichkeiten umgebaut werden müssen oder sollen, sind entsprechende Anträge beim Bauordnungsamt zu stellen. Zu denken ist an eine Nutzungsänderung, wenn die Räumlichkeiten vorher nicht als Cocktailbar vorgesehen waren. Zu den weiteren wichtigen Voraussetzungen gehören Sicherheitsbestimmungen (Kennzeichnung von Fluchtwegen/Brandschutz) sowie Vorgaben für sanitäre Einrichtungen. Wer frische Lebensmittel verarbeitet, muss Kenntnisse der Hygieneverordnungen nachweisen können. Die Räumlichkeiten müssen bestimmten Beschaffenheiten entsprechen und eine strikte Einhaltung der Kühlkette erlauben.
 

Weitere gesetzliche Bestimmungen für eine Cocktailbar

Im operativen Geschäftsbetrieb wird es vor allem auf die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes ankommen. Alkoholische Getränke dürfen nicht an Minderjährige verkauft werden, sodass im Zweifelsfall Ausweispflicht besteht. Missachtungen können zu hohen Strafen führen und darüber hinaus das Image der Cocktailbar stark belasten. Im jeweiligen Bundesland sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen mit Blick auf Öffnungszeiten zu beachten. Sofern Musik gespielt wird, sind die zu entrichtenden GEMA Gebühren zu beachten.
 

Verdienst mit einer eigenen Cocktailbar?

Pauschale Angaben sind nicht weiterführend, da es je nach Standort, Auslastung und Kaufkraft zu deutlichen Unterschieden kommen kann. Zur Orientierung sei darauf hingewiesen, dass viele kleine Kneipen pro Jahr 150.000 Euro Umsatz erwirtschaften. Legen wir eine gewöhnliche Gewinnmarge von 15 bis 20 % an, so ergäbe sich als Richtwert ein Jahresgewinn von bis zu 30.000 Euro. Geht man von einem Schließungstag in der Woche aus, so ergibt sich bei ein Tagesumsatz von etwa 500 Euro. Wer mit 10 Euro Umsatz pro Gast rechnet, muss insgesamt 50 Gäste in die Bar locken. An einem guten Standort dürfte dies kein Problem sein und über eine geschickte Preiskalkulation lassen sich die Einnahmen gezielt steigern. Wie hoch der Verdienst mit einer Cocktailbar ist, hängt im Wesentlichen von der Kostenstruktur ab. Je weniger Kosten von den erzielten Umsätzen abgehen, desto höher wird der Gewinn ausfallen. Insofern wird deutlich, warum die Höhe der Miete sowie der Personal- und Energiekosten einen unmittelbaren Effekt auf den Verdienst mit einer Cocktailbar haben.
 

Über die Bedeutung von Lieferantenverträgen

Um möglichst hohe Gewinne mit einer Cocktailbar zu erzielen, brauchen Existenzgründer Verhandlungsgeschick und eine konsequente kaufmännische Herangehensweise. In diesem Zusammenhang rücken Lieferantenverträge sehr schnell in den strategischen Fokus. Getränkelieferanten oder auch Brauereien bieten oft vorteilhafte Konditionen im Falle einer langfristigen Bindung. Es gilt, solche Verträge trotz augenscheinlich guter Bedingungen sehr genau zu lesen und langfristige Auswirkungen zu prüfen. Oft wird ein gewisser Mindestumsatz festgeschrieben, was den Druck auf das Geschäft erhöht. Zudem geht auf diese Weise teils notwendige Flexibilität verloren. Stellt sich nach einigen Wochen heraus, dass eine bestimmte Biersorte oder ein bestimmter Cocktail nicht gut ankommt, so sind die Handlungsspielräume stark eingeschränkt. Daher ist es besser, die eigenen Interessen möglichst durchzusetzen, um flexibel und handlungsfähig zu bleiben.
 

Zusammenfassung für die Geschäftsidee ‚selbstständig machen mit Cocktailbar‘

  1. In den letzten Jahren ist die Zahl der (Cocktail)bars kontinuierlich gestiegen, was auch den stabilen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geschuldet ist. Generell hat sich das Konsumverhalten der wichtigen Zielgruppe ‚Studenten‘ in Folge der Einführung der neuen Bachelor- und Masterstudiengänge geändert

  2. Der Standort spielt für die wirtschaftliche Basis einer Cocktailbar eine Schlüsselrolle. Vor allem eine zentrale Erreichbarkeit und eine gute Verkehrsanbindung erweisen sich als wichtige Auswahlkriterien

  3. Der Name wird im wahrsten Wortsinn zu einem werbe- und imagewirksamen Aushängeschild: Hier sind ein Gespür für die Zielgruppe und Kreativität gefragt!

  4. Auf den ersten Blick vorteilhafte Lieferantenverträge sind auf langfristige Auswirkungen zu prüfen, um das Leistungsspektrum ggf. flexibel an den Geschmack der Gäste anpassen zu können

  5. Wer eine Cocktailbar eröffnen will, muss ein Gewerbe anmelden und zahlreiche Voraussetzungen persönlicher und fachlicher Art erfüllen. Da es sich um ein Gaststättengewerbe handelt, muss insbesondere eine Konzession (Ausschanklizenz) erwirkt werden

  6. Der Verdienst einer Cocktailbar hängt von zahlreichen betriebswirtschaftlichen Variablen ab. Wer seine Kostenstruktur, den durchschnittlichen Umsatz pro Kunden und die Gesamtzahl an Gästen pro Tag kennt, kann eine individuelle Umsatz- bzw. Gewinnprognose erstellen.

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