Selbstständig machen mit einer Backschule

Backe, backe Kuchen, die Existenzgründung hat gerufen! Getreu diesem Motto soll in diesem Ratgeber eine Geschäftsidee beleuchtet werden, die in den letzten Jahren unverkennbar im Trend liegt: selbstständig machen mit einer Backschule. Vor allem durch deutsche, aber auch international erfolgreiche Fernsehformate rund um das ‚große Backen‘ ist diese Geschäftsidee bei immer mehr Gründern im Hinterkopf, für die Backen eine Leidenschaft ist: Hier soll das geschäftliche Potenzial in den Fokus rücken, indem die wichtigsten Zutaten für die Gründung einer Backschule vorgestellt werden.
 

Das Wichtigste in Kürze zur Existenzgründung mit einer Backschule:

  • Voraussetzung zur Gründung einer Backschule sollten fundierte Kenntnisse in diesem Bereich sein, idealerweise eine Ausbildung als Bäcker und Konditor samt einschlägigen Berufserfahrungen.

  • Für die strategische Positionierung einer Backschule gibt es diverse Optionen: Von Präsenzkursen vor Ort bis hin zu Online-Kursen ist alles vorstellbar.

  • Backen erfüllt im Gegensatz zum Kochen viele Menschen mit Glück: Von der Nachfrage her ist mit einer soliden Basis für diese Geschäftsidee zu rechnen (wobei die Potenziale für den anvisierten Standort zu konkretisieren sind).

  • Durch den Verkauf frischer Backwaren oder von Büchern mit Tipps und Rezepten lässt sich die Einnahmebasis für diese Geschäftsidee breiter aufstellen.


Was ist eine Backschule?

In einer Backschule vermitteln Profis in Kursen oder auch auf digitalem Wege Interessenten handwerkliche Grundlagen, um Backerzeugnisse diverser Art im Ofen zaubern zu können. Hierbei ist nicht nur an Kuchen, Torten und Cookies zu denken, sondern auch an frische Broterzeugnisse. Da Geschmäcker bekanntlich verschieden sind, kann das Leistungs- bzw. Kursspektrum einer Backschule unterschiedlichste Bereiche abdecken: Von klassisch, ausgefallen-kreativ, salzig-herzhaft bis süß kann alles vertreten sein. In einer modernen Backschule muss nicht streng nach Rezept verfahren werden. Untersuchungen zeigen, dass Kreativität zunehmend gefragt ist. Insofern sollte auch die genussorientierte Experimentierfreude auf der Agenda einer Backschule stehen. Wie genau das Konzept für die Gründung einer eigenen Backschule aussehen soll, muss im auszuarbeitenden Businessplan konkretisiert werden. Dazu finden angehende Gründer weiter unten nähere Hinweise.
 

Voraussetzungen, um sich mit Backschule selbstständig zu machen

Wer kann eine Backschule eröffnen? Durch die Gewerbefreiheit steht es in Deutschland grundsätzlich jedem frei, eine Backschule zu eröffnen. Mit besonderen Voraussetzungen hinsichtlich der Qualifikation ist bei der notwendigen Gewerbeanmeldung nicht zu rechnen. Sofern in Kursen frische Produkte verarbeitet und eigene Erzeugnisse auch verkauft werden sollen, sind bei der Gewerbeanmeldung notwendige Kenntnisse der Hygieneverordnung nachzuweisen. Hierfür bietet die Industrie- und Handelskammer spezielle Kurse an.

Fachkenntnisse sollten vorhanden sein, schließlich handelt es sich im ein Handwerk, das Backschülern vermittelt werden soll. Idealerweise konnte sich Gründer bereits einen Namen machen und beispielsweise Backwettbewerbe gewinnen. Solche Referenzen können beim Marketing ein entscheidender Vorteil sein, um Kunden für sich zu gewinnen. Falls eine Backschule mit entsprechenden Räumlichkeiten ins Leben gerufen werden soll, ist ein Businessplan nicht zuletzt für die Planung der Finanzen detailliert auszuarbeiten. Für die Einrichtung mit modernen Elektrogeräten können schnell hohe Kosten entstehen. Alternativ ist zu prüfen, ob aus Kostengründen entsprechende Räumlichkeiten für eine Backschule flexibel gemietet werden können.
 

Status: Kommt bei einer Backschule die Anerkennung als Freiberufler in Betracht?

In jedem Fall sind keine pauschalen Aussagen zulässig: Im Einzelfall hat eine genaue Prüfung der individuellen Rahmenbedingungen mit dem zuständigen Gewerbeamt und Finanzamt zu erfolgen. Eine Anerkennung als Freiberufler wäre denkbar, wenn z. B. bei Online-Kursen das unterrichtende Element mit einer gewissen Schöpfungshöhe im Fokus steht. Für die Anerkennung als Freiberufler ist es essentiell, alle Leistungen selbst zu erbringen. Das könnte bei interaktiven Lern- und Lehrformen schwer zu rechtfertigen sein. Falls Produkte zum Kauf (auch als Download) angeboten werden, handelt es sich ganz klar um eine gewerbliche Tätigkeit mit einer Backschule.
 

Ausgangsanalyse: Warum selbstständig machen mit Backschule?

Backsendungen im Fernsehen zeigen ganz klar, dass diese Geschäftsidee auf einen Trend abzielt. Zu beachten ist allerdings, dass klassische Bäckereien bzw. Konditoreien seit Jahren auf dem Rückzug sind. Das liegt vor allem daran, dass fast alle Supermärkte und Discounter mittlerweile frische Backwaren anbieten. Der Rückgang bei klassischen Bäckereien ist aber nicht als Gefahr für die hier vorgestellte Geschäftsidee zu sehen, im Gegenteil: Durch das mancherorts fehlende Angebot sind potenzielle Kunden gezwungen, selber den Ofen anzuwerfen, um vor allem für Feierlichkeiten diverse Kuchen zuzubereiten. Angesichts dieser globalen Ausgangsbedingungen ist die Geschäftsidee ‚selbstständig machen mit Backschule‘ als Neuinterpretation des klassischen Konditorwesens zu sehen. Durch die Affinität zum TV sollte das Internet bei der Vermarktung eine Schlüsselrolle spielen: Es gilt, Präsenz zu zeigen und Kunden das Angebot im wahrsten Wortsinn schmackhaft zu machen. Daher sollten das eigene Angebot auf möglichst vielen Kanälen präsent sein.
 

Alles neu macht die eigene Backschule?!

Aktuellen Statistiken zufolge geben etwa 44 % der Deutschen an, überhaupt nicht zu backen. Nur gut 14 % sagen, dass sie regelmäßig oder sogar intensiv backen. Knapp 23 % geben an, gelegentlich zu backen. Was sich auf den ersten Blick als nicht wirklich vielversprechend präsentiert, kann je nach Standort große geschäftliche Potenziale für eine eigene Backschule eröffnen: Die Mehrheit müsste den genannten Zahlen folgend lernwillig sein. Gründer müssten in Erfahrung bringen, warum manche Menschen nicht (gerne) backen und sich darauf mit ihrem Leistungsspektrum gezielt einstellen. Zudem ist durch die Corona-Krise mit Blick auf die genannten Zahlen mit einem nachhaltigen Wandel zu rechnen: Durch mehr Zeit in der heimischen Küche und das zeitweilige Fehlen von Zutaten haben viele Menschen in der Küche experimentiert. Viele haben es wieder für sich entdeckt, frisches Brot selbst zu backen. Angesichts dessen kann die Krise eine große Chance für die Geschäftsidee sein, sich mit einer Backschule selbstständig zu machen. Dabei geht es im Kern nicht nur um das Handwerk des Backens: Viele Menschen sehen darin ein entspanntes Hobby, um dem stressigen Lebensalltag zu entfliehen. Das sollte beim Marketing eine wichtige Rolle spielen.
 

Bloß nicht ‚altbacken‘! So backen potenzielle Kunden

In den letzten Jahren ist das Backen zunehmend zu einem kreativen Prozess geworden, wie es aus der unten angegebenen Studie hervorgeht. Viele Kunden wollen neue Rezepte ausprobieren und so in unbekannte Geschmackswelten vordingen. Die jüngere Zielgruppe hält sich gerne an Rezepte, sodass Schritt-für-Schritt-Anleitungen für Tablet oder Smartphone nicht fehlen dürfen. Es gibt aber auch Backfans, die gerne experimentieren und schauen, was sie aus vorhandenen Zutaten zaubern können. Insofern sollte das Angebot der Backschule beide Geschmäcker ansprechen. 20 % der befragten Deutschen geben an, gerne in Gesellschaft zu backen, was klar für den geselligen Charakter einer Backschule spricht. Hier steht neben dem eigentlichen Backen der Austausch im Vordergrund.
 

Was sind die beliebtesten Backanlässe?

65 % der Deutschen backen rund um Feiertage wie Ostern und Weihnachten. Gut 60 % schmeißen den Backofen an, wenn Besuch erwartet wird oder ein Geburtstag ansteht. Ein origineller Kuchen kann ein geschmackvolles Mitbringsel als Geschenkersatz sein. Auf diese typischen Anlässe sollte das Leistungsspektrum der Backschule gezielt eingehen. Insofern wäre es eine gute Idee, auf saisonale Trends einzugehen und frühzeitig die Weihnachts- oder Osterbäckerei zu eröffnen. Auch die Zutaten für süße oder herzhafte Backkreationen können saisonal oder regional geprägt sein, womit sich beim Marketing zugkräftige Alleinstellungsmerkmale erreichen lassen.
 

Businessplan für Backschule: Diese Zutaten müssen hinein

Die Entscheidung, sich mit einer Backschule selbstständig zu machen, steht. Nur ist zu klären, ob es sich um eine haupt- oder nebenberufliche Selbstständigkeit handeln soll. Wer aus einem Hobby einen Beruf machen will, kann sich nebenberuflich langfristig ein zweites Standbein aufbauen. Diese Frage ist von elementarer Wichtigkeit mit Blick auf die Planung von finanziellen Ressourcen. Der Businessplan muss Aufschluss darüber bringen, ob die Backschule eher realer oder digitaler Natur sein soll: Sollen Räumlichkeiten für Präsenzkurse geschaffen werden oder das Angebot online zugänglich gemacht werden? Oder sollen Backkurse in Privathaushalten mit entsprechend großer Küche angeboten werden? In dieser Hinsicht bestünde die Möglichkeit, sich als Privatbäcker zu vermarkten. Natürlich ist auch eine Kombination aus Präsenz und digitalen Angeboten für Rezepte und Tipps denkbar.
 

Zielgruppe für die Backschule?

Um das Leistungsspektrum gezielt auf die Nachfrage abstimmen zu können, sollte Klarheit über die Zielgruppe erlangt werden. Sollen sich die Backkurse in erster Linie an Privatpersonen richten? Wenn ja, an welche Altersstufen? Es ist auch denkbar, gezielt Geschäftskunden bzw. Unternehmen anzusprechen, da Backen sich auch als Teamevent vermarkten ließe. Auch die strategische Positionierung im Bereich der Eventgastronomie wäre denkbar. Bei Feiern könnte Live-Backen mit Verköstigung zu einem genussvollen Highlight werden.
 

Kursangebot: Welche Spezialisierung ist gefragt?

Abgesehen von Rezepten und Techniken rücken hier die Zutaten in den Fokus. Soll es besondere Angebote für Veganer oder in Bio-Qualität geben? Vielleicht ist die Nachfrage für glutenfreies Backen belastbar? Spezialisierungen kann es auch in der Hinsicht geben, dass nicht nur Kuchen und mehrstöckige Torten, sondern auch Cookie-Kreationen im Fokus stehen. Warum nur süß backen? Vielleicht ließe sich eine größere Zielgruppe mobilisieren, wenn z. B. herzhafte Backkünste im Repertoire der Backschule verfügbar sind?
 

Unterrichtsformen der Zukunft nach Corona?

Hygiene und frische Zutaten müssen in einer Backschule von Haus aus eine Schlüsselrolle spielen. Durch die Erfahrung der Corona-Krise wird das erarbeitete Hygienekonzepte in Zukunft eine wohl noch wichtigere Rolle spielen. Um diese Geschäftsidee insgesamt krisenfester zu machen, sollte der Businessplan von Beginn an eine Digitalisierungsstrategie beinhalten. Leistungen und Kurse sollten auch (wenn nicht schwerpunktmäßig) online angeboten werden, auch um sich von den begrenzenden Möglichkeiten des Standortes zu entkoppeln. Fest steht auf jeden Fall, dass ein Blick in den Backofen auch mit einer Webcam möglich ist…
 

Marketing: Wie Kunden gewinnen für die eigene Backschule?

Das Motto muss lauten, potenziellen Kunden die Backschule buchstäblich schmackhaft zu machen. Das kann nur durch Präsenz bzw. digitale Reichweite erreicht werden! Die eigenen Backkünste müssen auf möglichst vielen Kanälen wie einer Homepage und Social-Media-Profilen erlebbar sein. Auch ein Blog könnte Einblicke in die Backschule geben und direkte Buchungsmöglichkeiten für Kurse bereitstellen. Was funktionale Keywords angeht, ist eine Optimierung auf ‚Backkurse in XXX‘ zu prüfen. Die Kundengewinnung kann für die eigene Backschule aber auch ‚indirekt‘ mit Rezepten gelingen: Wer ein Gespür für Trends hat und regelmäßig neue Ideen und Rezepte online stellt, wird auf diesem Weg viel Traffic auf die eigenen Seiten ziehen können. Gelingt es, eine emotionale Stimmung zu wecken und Backen als Leidenschaft zu inszenieren, können viele der Rezeptsuchenden zu zahlenden Kunden werden.
 

Verdienst mit eigener Backschule?

Die Frage, wie viel Gewinn eine eigene Backschule abwirft, müssen Gründer im Finanzteil des Business selbst zahlenbasiert beantworten können. Eine hohe Auslastung und eine schlanke Kostenstruktur sind wesentliche Voraussetzungen, um einen attraktiven Verdienst mit einer Backschule zu erzielen. Je breiter die Einnahmebasis ist, desto größer und unabhängiger von saisonalen Trends wird der Verdienst mit einer eigenen Backschule ausfallen. Mit einem sehr stark frequentierten YouTube-Kanal lassen sich nicht nur Kunden erzielen, sondern auch mitunter hohe Einnahmen erzielen. Auch durch den Verkauf von Rezeptbüchern und professionellem Backequipment lässt sich die Einnahmebasis der Backschule breit aufstellen.

Vielleicht doch nicht das Richtige? Wo wir gerade beim Thema sind…

Die Geschäftsidee ‚selbstständig machen mit Backschule‘ konnte noch nicht vollends den Gründergeist wecken? In Anlehnung an das Thema empfiehlt es sich, die Kuchenmethode (https://www.selbststaendig.de/geschaeftsidee-kuchenmethode) zu testen. Ansonsten stehen hier hunderte weitere Geschäftsideen zur Prüfung bereit!
 

Zusammenfassung/FAQ für die Geschäftsidee ‚selbstständig machen mit einer Backschule‘:

Warum selbstständig machen mit einer Backschule?

Weil Backen im Trend ist und durch die Rezeptsuche beim Online-Marketing reichweitenstarke Möglichkeiten für die Kundengewinnung nutzbar sind. Zudem ist durch die Corona-Pandemie von einem nachhaltigen Wandel auszugehen: Viele Menschen besinnen sich wieder darauf, selber und häufiger den heimischen Backofen zu nutzen.
 

Wie viel verdient man mit einer Backschule?

Das muss im Finanzteil des auszuarbeitenden Businessplans deutlich werden. Durch den Verkauf von Rezeptbüchern und Backequipment lässt sich jenseits der Backkurse Geld verdienen.
 

Businessplan für Backschule: Welche ‚Zutaten‘ müssen hinein?

Diese Frage können Gründer im obigen Kapitel zum Businessplan für eine Backschule beantworten. Abgesehen vom Kursangebot für die Zielgruppe sind Spezialisierungsoptionen mit Blick auf Zubereitungsformen und Zutaten zu prüfen.

Quellenangabe: 
Autor: 
Mark Leissen

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