Selbstständig machen als Gartenhelfer

Zu Beginn erscheint eine Abgrenzung zum Gärtner notwendig, da sich hieraus auch unmittelbare Implikationen für das Marketing als selbstständiger Gartenhelfer ergeben. Im Gegensatz zu einem Gärtner braucht ein Gartenhelfer keine fundierte Berufsausbildung, was sein Leistungsspektrum in einigen Bereichen einschränkt. Trotzdem ist es möglich, für die anvisierte Zielgruppe ein attraktives Serviceangebot zugänglich zu machen. Hinzu kommt, dass sich die meisten Haushalte keinen Privatgärtner leisten können oder wollen. Ein freundlicher Gartenhelfer erscheint so als realistischere Option. Hieran wird deutlich, dass alleine die Bezeichnung bei Kunden einen andere Erwartungshaltung herruft.
 

Was macht ein Gartenhelfer?

Zu den typischen Arbeiten, die ein Gartenhelfer für seine Kunden durchführt, gehören in der Regel die folgenden:

  • Rasen mähen und pflegen

  • Unkraut jäten

  • Beete umgraben und bepflanzen

  • Pflanzen gießen und pflegen

  • Laubarbeiten

  • Schnitt von Bäumen und Sträuchern

  • Reinigungsarbeiten im Außenbereich (Terrassenfliesen etc.)

  • Gartenpflege bei eigener Abwesenheit (Urlaub, Krankheit)

Mit dem Ziel einer ausgeprägten Serviceorientierung können mit Kunden natürlich weitere, individuelle Leistungen vereinbart werden.
 

Der Zielmarkt: Potenzial für langfristige Perspektiven

Laut Statistik nutzen mehr als 70 % der Deutschen den Garten täglich. Gartenarbeit leisten dagegen aber nur 22 % täglich. 15 % der Gartenbesitzer geben an, nur ein Mal pro Monat oder noch seltener Arbeit im Außenbereich zu leisten. Die Mehrheit mit 51 % arbeitet ein Mal pro Woche im Garten. Diese Zahlen belegen, dass es durchaus noch viele Aufträge für selbstständige Gartenhelfer geben kann, wobei natürlich die Situation konkret vor Ort zu analysieren ist.

Wie sieht es mit der Investitionsbereitschaft für den Garten in Deutschland aus? Gut 45 % geben für den Garten bis zu 250 Euro im Jahr aus. Über 16 % bis zu 500 Euro und knapp 4 % mehr als 1.000 Euro. An diesen Zahlen geht hervor, dass die geschäftlichen Möglichkeiten als selbstständiger Gartenhelfer wohl begrenzt sind. Reich wird man damit wohl nicht. Angesichts dessen sollte der Umfang der Existenzgründung ehrlich auf den Prüfstand. Es dürfte kein Problem sein, sich einen lukrativen Nebenverdienst als Gartenhelfer aufzubauen. Eine hauptberufliche Selbstständigkeit würde aber zweifelsohne eine hohe Ausgabebereitschaft der Kunden am Standort sowie ständig neue Aufträge voraussetzen.
 

Konkurrenzanalyse: Der Kampf um Beet & Rasen ist eröffnet!

Klar muss sein, dass die Konkurrenzsituation sich natürlich unmittelbar auf das eigene Geschäft auswirken wird. Daher sollte zu Beginn genau geschaut werden, wie viele andere Gartenhelfer ihre Dienste anbieten. Auch das Angebot von Gärtnern und Garten- und Landschaftsbaubetrieben sollte unter die Lupe genommen werden. Letztlich muss es gelingen, sich mit seinem eigenen Angebot deutlich abzugrenzen. Bei einem Gartenhelfer wird diese Differenzierung vor allem auch über den Preis erfolgen. Doch Vorsicht: Niedrige Kampfpreise sind das falsche Mittel, um gut als Gartenhelfer verdienen zu können.
 

Standortanalyse: Wir groß ist der ‚Gartenmarkt‘?

Abgesehen von der Konkurrenz muss auch der Standort für diese Geschäftsidee sehr genau betrachtet werden: Wie viele Gärten gibt es überhaupt? Wie viele Gartenbesitzer nutzen bereits die Leistungen von Helfern? Wie sieht es mit der Kaufkraft aus? Diese Fragen können helfen, die potenzielle Nachfrage aussagekräftig einschätzen zu können. Und natürlich müssen die gewonnenen Erkenntnisse auch genutzt werden, um sich von Gärtnern als attraktive und flexible Option abzugrenzen.
 

Businessplan als Gartenhelfer: Ist er nötig?

Wer sich selbstständig als Gartenhelfer/mit Gartenpflege machen möchte und dabei nur einen Nebenverdienst anstrebt, braucht nicht zwangsläufig einen Businessplan. Das ändert sich aber, falls langfristig die Perspektive der hauptberuflichen Selbstständigkeit ins Auge gefasst wird. Soll die Geschäftsidee erst am Markt im Nebenerwerb getestet werden, so muss dies unter geplanten und somit aussagekräftigen Bedingungen geschehen. Der Businessplan hilft durch seine Struktur und die Ganzheitlichkeit der Inhalte dabei, die selbstständige Tätigkeit zielfokussiert auszurichten. Und in diesem Tätigkeitsbereich spielt die Abgrenzung zu Gärtnern eine nicht unbedeutende Rolle. Daher ist es dringend zu empfehlen, einen Businessplan als Gartenhelfer auszuarbeiten.
 

Welche Vorteile bietet diese Geschäftsidee?

Die finanziellen Risiken und investitionsbezogenen Erfordernisse halten sich in Grenzen. Denn abgesehen von Arbeitsbekleidung und einigen Geräten kann es sofort ohne nennenswerte Unkosten losgehen. Oft werden Auftraggeber auch die notwendigen Geräte wie Rasenmäher stellen. Im Gegensatz zu einem Gärtner muss man als Kunde bei einem Gartenhelfer nicht zwangsläufig davon ausgehen, dass dieser sofort seinen eigenen Rasenmäher mitbringt. Viele Kunden von Gartenhelfern besitzen die notwendigen Geräte ja, haben aber selber nicht die Zeit, diese zu nutzen.
 

Warum selbstständig machen als Gartenhelfer?

Für diese Tätigkeit ist die Selbstständigkeit gewissermaßen strukturell vorgegeben, denn die meisten Auftraggeber wollen oder können keinen Gartenhelfer geschweige denn einen Gärtner anstellen. Sie wünschen sich einen zuverlässigen Service, den sie flexibel nutzen können. Natürlich sollten alle Rahmenbedingungen erfüllt sein, damit es sich nicht um Schwarzarbeit handelt. Das wirft ein sehr schlechtes Licht auf den Gartenhelfer und er würde sich zudem strafbar machen. Von einer langfristigen Planbarkeit könnte in diesem Szenario keine Rede mehr sein. Dazu weiter unten noch mehr im Absatz zu Voraussetzungen.
 

Wie Kunden gewinnen?

Oder anders gefragt: Wer sucht Gartenhelfer? Wer beauftragt einen Gartenhelfer und eben keinen Gärtner? Die Antwort auf diese Frage erlaubt es, ein sehr klares Profil für die anvisierte Zielgruppe zu erstellen. Mit diesem Wissen lässt sich das Leistungsspektrum als Gartenhelfer dann optimal und maximal serviceorientiert auf deren Bedürfnisse abstimmen. Wer die Chancen von Beginn an als Gartenhelfer maximieren möchte, sollte diese Fragen im Businessplan sehr genau erörtern und die richtigen strategischen Ableitungen treffen. In aller Regel beauftragen Privatpersonen einen Gartenhelfer, wenn sie nicht genügend Zeit für die Arbeiten haben oder aber gesundheitlich angeschlagen sind. Firmen greifen eher selten auf Gartenhelfer zurück, zumal für größere Areale oft deutlich mehr Ressourcen notwendig sind. Hier kommen meistens Gärtnerei- oder Landschaftsbaubetriebe zum Zuge.
 

Maximale Reichweite für die automatisierte Kundengewinnung nutzen

Traditionelle Mittel wie Anzeigen in regionalen Zeitungen können weiterhin ein sehr kosteneffizientes Mittel sein, um Kunden als Gartenhelfer gewinnen zu können. Generell gilt es angesichts der Omnipräsenz des Internets im Lebensalltag vieler Menschen, beim Marketing auf Sichtbarkeit und digitale Reichweite zu setzen. Vor Aufnahme der Geschäftstätigkeit sollte eine suchmaschinenoptimierte Webseite online gehen, um auf das eigene Angebot hinzuweisen. Dabei sollte vor allem eine regionale Strategie (Stichwort Local SEO) umgesetzt werden, um gezielt Kunden in der Umgebung für sich zu gewinnen. Neben den Leistungen rund um die Gartenpflege sollte ein individueller Service eine Schlüsselrolle spielen, um Kunden für sich gewinnen zu können. Bei dieser Tätigkeit spielt auch Mund-zu-Mund-Propaganda eine wichtige Rolle. Wer gute und zuverlässige Arbeit als Gartenhelfer leistet, wird durch persönliche Weiterempfehlungen einen wachsenden Kundenstamm nutzen können. Um Kunden langfristig halten und so mit konstanten Einnahmen rechnen zu können, sind entsprechende Angebote im Servicespektrum sinnvoll. Zu denken ist etwa an Angebote für das Rasenmähen über einen längeren Zeitraum, quasi als eine Art ‚Abo‘.
 

Suchanfragen von potenziellen Kunden nutzen!

Eine häufige Frage, die in diesem Kontext gegoogelt wird, ist: Was kostet ein Gartenhelfer? Hier zeigt sich, wie bereits oben angedeutet, dass eine Differenzierung über den Preis in Frage kommt. Allerdings müssen die Preise pro Stunde so kalkuliert werden, dass am Endes des Monats ein zufriedenstellender Verdienst übrig bleibt. Gartenhelfer sollten sich also auch in der kaufmännischen Materie der Preis- und Angebotskalkulation auskennen, wenn sie ihre Tätigkeit mit der gebotenen Professionalität leben wollen.

Tipp für Gründer: So lassen sich Kunden mit Steuervorteilen ködern!

Eine weitere Option, die für die Kundengewinnung beim Marketing eine Rolle spielen sollte, sind steuerliche Vorteile. Wer einen Gartenhelfer beauftragt bzw. seine Rechnungen bezahlt, kann diese als haushaltsnahe Dienstleistung bei der Steuererklärung geltend machen.


Existenzgründung als Gartenhelfer: Voraussetzungen

Wer sich als Gartenhelfer (hauptberuflich/nebenberuflich) selbstständig machen möchte, muss vor Aufnahme der Tätigkeit ein Gewerbe anmelden. Das ist der Fall, was dauerhaft Einkünfte erzielt werden und so eine klare Gewinnerzielungsabsicht erkennbar ist. Wer bei Freunden unregelmäßig den Rasen mäht, wird kein Gewerbe anmelden müssen. Es sollte sich um ein seriöses und somit letztlich auch legales Geschäftsmodell handeln, wenn Gründer damit ihren Lebensunterhalt bestreiten möchten. Mit der Gewerbeanmeldung und der steuerlichen Erfassung der Tätigkeit beim Finanzamt legen selbstständige Gartenhelfer die Basis für ein rechtskonformes Geschäftsmodell. Durch die Inanspruchnahme der Kleinunternehmerregelung kann in den ersten Geschäftsjahren ganz legal auf den Ausweis der Umsatzsteuer in Rechnungen verzichtet werden. Das kann im Privatkundenbereich mitunter preislich ein entscheidender Faktor sein. Zu beachten ist allerdings, dass die Umsätze in Jahr 1 nicht über 17.500 Euro liegen dürfen. Hierbei handelt es sich dann um das so genannte Kleingewerbe, das vor allem für eine Existenzgründung im Nebenerwerb in Frage kommt. Rein formal müssen Gartenhelfer keine besondere Qualifikation nachweisen. Es versteht sich aber mit Blick auf das vielfältige Aufgabenspektrum von selbst, dass sie einen ausgeprägten grünen Daumen mitbringen sollten. Eine gewisse körperliche Belastbarkeit ist ein natürlicher Bestandteil dieser Tätigkeit an der frischen Luft.
 

Was dürfen Gartenhelfer nicht?

Wer Baumfällarbeiten anbieten möchte, braucht einen Kettensägeschein. Ist diese Qualifikation nicht vorhanden, dürfen Gartenhelfer keine Bäume fällen. Da es sich angesichts von zunehmenden Sturmschäden um ein lukratives Geschäft handelt, sollte über einen entsprechenden Kurs nachgedacht werden.
 

Welche Versicherungen braucht ein selbstständiger Gartenhelfer?

Ein guter Versicherungsschutz sollte die Basis für eine hauptberufliche Selbstständigkeit sein, da vor allem die Arbeitskraft entscheidend ist. Eine Berufshaftpflichtversicherung ist Pflicht, da sich Schäden durch Unachtsamkeit nie ausschließen lassen. In diesen Fällen greift die Haftpflichtversicherung des Gartenbesitzers nämlich nicht. Zu prüfen ist, welcher Schutz vor Unfällen nutzbar ist und ob dieser noch zu erweitern ist.
 

Wie viel verdient man als Gartenhelfer?

Meistens führen Gartenhelfer ‚einfache‘ Tätigkeiten aus, was sie rein formal ja auch von Gärtnern abgrenzt. Für angestellte Gartenhelfer wird ein Durchschnittslohn von etwa 10 Euro angegeben. Selbstständige Gartenhelfer, die auf eigene Rechnung arbeiten, sollten bzw. müssen einen höheren Stundenlohn anstreben, schließlich haben sie im Falle der hauptberuflichen Selbstständigkeit alle Nebenkosten zu 100 % selber zu tragen. Die Frage ist, ob Kunden Gartenhelfer nach Zeitaufwand oder für eine bestimmte Tätigkeit bezahlen. In jeder Hinsicht ist der Faktor Zeit für den Verdienst als Gartenhelfer alles entscheidend. Daher muss die Angebotskalkulation sitzen. Wer für das Mähen einer 100 Quadratmeter großen Fläche einen bestimmten Preis angibt, muss wissen, wie lange er dafür braucht. Alles andere wäre wirtschaftlich nicht sinnvoll! Zur Ehrlichkeit gehört an dieser Stelle, dass niemand mit dieser Tätigkeit reich werden kann.
 

Finanzielle Auswirkungen saisonaler Schwankungen beachten!

Es versteht sich von selbst, dass ein Gartenhelfer in den warmen Monaten deutlich mehr zu tun hat als im Winter. Solche saisonalen Schwankungen in den Einnahmen sprechen eher dafür, dass es sich um einen Nebenverdienst handelt. Andernfalls wären Gartenhelfer gezwungen, ihr Leistungsspektrum flexibel an die Jahreszeit anzupassen.
 

Weitere Geschäftsfelder prüfen, um den Verdienst aufzubessern

Um den Verdienst als Gartenhelfer auf eine finanziell breitere Basis zu stellen, sind weitere Geschäftsfelder zu prüfen. Diese könnten es dann perspektivisch erlauben, den Traum von der hauptberuflichen Selbstständigkeit in die Tat umzusetzen. Zu denken ist etwa an den Verkauf oder auch Verleih von Gartengeräten, sofern Fachkenntnisse und eine zuverlässige Bezugsquelle nutzbar sind.
 

Zusammenfassung / FAQ für die Geschäftsidee ‚selbstständig machen als Gartenhelfer‘

  1. Was sind die Vorteile, sich als Gartenhelfer selbstständig zu machen?

Im Gegensatz zum Gärtner ist keine besondere Qualifikation erforderlich, wodurch diese Geschäftsidee ideal für Quereinsteiger ist. Der Geschäftsbetrieb kann schnell Fahrt aufnehmen, kostenintensive Investitionen sind in der Regel nicht erforderlich. Die obige Ausgangsanalyse hat verdeutlich, dass der Zielmarkt ‚Garten‘ hierzulande sehr potenzialreich ist.

  1. Wie können Gartenhelfer Kunden gewinnen?

Indem sie ihr serviceorientiertes Leistungsspektrum in erster Linie mit einer suchmaschinenoptimierten Homepage reichweitenstark vermarkten.

  1. Was ist wichtig bei der Planung der Selbstständigkeit als Gartenhelfer?

Bei der Ausgangsanalyse müssen Standort- und Konkurrenz genau unter die Lupe genommen werden, um die eigenen wirtschaftlichen Chancen aussagekräftig einschätzen zu können.

  1. Wie lässt sich der Verdienst als Gartenhelfer ausweiten?

Indem weitere geschäftliche Aktivitäten integriert werden, die die Einnahmebasis insgesamt erhöhen. Zu denken ist etwa an den Verkauf oder auch Verleih von Gartengeräten.

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