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Kleingewerbe anmelden: 5 Schritte, die Sie beachten sollten

Gewerbeanmeldung Formular mit Geldmünzen

Ein Kleingewerbe bezeichnet nicht etwa ein kleines Geschäftsmodell, impliziert aber völlig zu Recht, dass die Anmeldung vergleichsweise einfach ist. So einfach der eigentliche Akt der Anmeldung ist, so steinig kann der Weg bis dahin sein. Welche Entscheidungen auch im Vorfeld zu treffen sind, verrät dieser Beitrag.
 

Kleingewerbe vs. Handelsgewerbe

Wer als Einzelunternehmen startet, verzeichnet sicherlich nicht direkt einen sechsstelligen Jahresumsatz und fällt damit in die Rubrik „Kleingewerbe“. Wird aus dem Einzelunternehmen ein engagiertes Gründer-Duo ist die Gesellschaft bürgerlichen Rechts, kurz: GbR, die richtige Unternehmensform. Ein Kleinunternehmen bleibt der Betrieb dennoch, da er kein Handelsgewerbe ist und entsprechend auch keinen Eintrag im Handelsregister hat.

Wächst ein Einzelunternehmen, kann dieses zur GmbH umfirmieren bzw. eine neue Firma mit der Rechtsform der GmbH gegründet werden. Aus der soeben erwähnten GbR würde dann eine OHG. Der entscheidende Schritt ist die Eintragung ins Handelsregister. Sobald der Firmenname hier gelistet ist, handelt es sich nicht mehr um ein Kleingewerbe, sondern um ein Handelsgewerbe.

Fazit: Kleinunternehmen gibt es in der Rechtsform als Einzelunternehmen und als GbR.
 

Die Vor- und Nachteile eines Kleingewerbes im Überblick

Wer im Begriff ist, sich selbstständig zu machen, kann abwägen, ob ein Kleingewerbe der richtige Ausgangspunkt für das Unternehmensziel ist. Wer sich als Freiberufler selbstständig macht, der genießt einen Sonderstatus. In diesem Fall ist weder eine Anmeldung beim Gewerbeamt noch ein Eintrag im Handelsregister Pflicht. Ob ein Kleingewerbe angemeldet werden darf, ist nicht abhängig von der Branche oder der Beschäftigung. Fakt ist jedoch, dass derjenige, der das Kleingewerbe anmeldet, auch als Geschäftsführer agiert und den Betrieb nach außen vertritt. Mit Blick auf die Steuerlast muss der Kleingewerbetreibende Einkommenssteuer, Gewerbesteuer und Umsatzsteuer bezahlen.

Auf dem Weg zu einer Entscheidung können hilft diese Liste von Vor- und Nachteilen:

Vorteile eines KleingewerbesNachteile eines Kleingewerbes
  • Als Kleingewerbetreibender reicht der Nachweis einer einfachen Buchführung in Form einer Einnahmen-Überschussrechnung.
  • Ein Kleingewerbe zu gründen, ist formlos und kostengünstig.
  • Um ein Kleingewerbe zu gründen, braucht es kein Startkapital.
  • Bei der Firmierung hat ein Kleingewerbetreibender deutlich weniger Gestaltungsfreiräume. Kleingewerbetreibende werden mit Vor- und Nachnamen bezeichnet. Ein erlaubter Zusatz darf nicht firmenähnlich wirken.
  • Der Kleingewerbetreibende haftet wie ein Einzelunternehmer mit seinem Privatvermögen.

  

Die Entscheidung steht. So funktioniert die Anmeldung.

Wer gründet, muss melden. So lautet die einfache Faustformel für Kleingewerbetreibende.

  1. Die erste wichtige Adresse ist das Gewerbeamt, bei dem sich der Kleingewerbetreibende anmelden sowie später gegebenenfalls um- oder abmelden muss.
    Achtung: Sind mit der Branche, in der der Kleingewerbetreibende agiert, spezielle Auflagen verbunden wie etwa im Gastgewerbe, muss der Selbstständige diesen Pflichten nachkommen.
     
  2. Die zweite wichtige Adresse ist das Finanzamt. Die Mitarbeiter dort melden sich meist automatisch, um einen Fragenbogen zur steuerlichen Erfassung zuzusenden und eine Steuernummer auszuhändigen.
    Praxistipp: Nur wer eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer beantragt, kann Dienstleistungen und Waren innerhalb der EU-Grenzen umsatzsteuerfrei kaufen bzw. verkaufen.
     
  3. Die dritte wichtige Adresse auf dem Weg zum Kleinunternehmen ist das Arbeitsamt. Hier erhält der Kleingewerbetreibende eine Betriebsnummer, die nur dann notwendig ist, wenn es Angestellte im Betrieb gibt.
    Achtung: Unter den Begriff „Angestellte“ fallen in diesem Zusammenhang auch Auszubildende und geringfügig Beschäftigte. Die Betriebsnummer ist wichtig, um alle Mitarbeiter bei der Krankenkasse zu melden und die Sozialversicherungspflicht rechtskonform zu regeln.
     
  4. Die vierte wichtige Adresse im Anmeldemarathon ist die IHK (Industrie- und Handelskammer) oder die HWK (Handwerkskammer). Der IHK beitreten müssen all diejenigen, die nicht als Freiberufler, Handwerker oder Landwirt agieren. Häufig meldet sich die IHK direkt beim Kleingewerbetreibenden, wenn die Anmeldung beim Gewerbeamt erfolgt ist. Handwerker hingegen wenden sich an die HWK und müssen dort klären, ob das gemeldete Kleingewerbe in die sogenannte „Handwerksrolle“ eingetragen wird.
     
  5. Die fünfte wichtige Adresse ist die der zuständigen Berufsgenossenschaft. Binnen einer Woche nach der Gründung des Kleingewerbes muss hier die Eintragung erfolgen.

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