Selbstständig machen mit einer Fotobox-Vermietung

Fotobox in Berlin

Selfies sind seit wenigen Jahren ein beliebter Dauerbrenner: Auf diesen Selbstporträts können besondere Momente festgehalten und mit Freunden geteilt werden. Warum also nicht aus diesem Trend eine nachhaltige Geschäftsidee entwickeln und sich selbstständig machen mit der Vermietung von Fotoboxen?

In den letzten Jahren ist dieser ursprünglich aus den USA stammende Trend auch in Deutschland auf Feiern im privaten und geschäftlichen Bereich immer öfter ein Bestandteil, der für gute Stimmung sorgt. Genau hierin liegt die Chance, eine Fotobox mit einem besonderen Eventcharakter zu vermarkten. Die Frage ‚Wie funktioniert eine Fotobox?‘ sollten Gründer mit Blick auf die eigenen Modelle bis ins Detail beantworten können. Und auch für die Anwender sollte alles selbsterklärend sein, damit der spontane Schnappschuss in Partylaune auch wirklich zu einem Unterhaltungsfaktor werden kann.
 

Worum geht es bei der gewerblichen Vermietung von Fotoboxen?

Auch wenn diese Geschäftsidee im Bereich der Fotografie angesiedelt ist und entsprechende Fachkenntnisse mit Blick auf die Technik erfordert, so spielt der Eventbereich für die strategische Ausrichtung eine wichtige Rolle. Falls eine Existenzgründung bzw. eine hauptberufliche Selbstständigkeit angestrebt wird, so wird es sich um eine gewerbliche Tätigkeit handeln. Diese ist per Definition dauerhaft auf Gewinnerzielung ausgerichtet. Hier können sich Existenzgründer mit diesen Themen ein konkretes ‚Bild‘ machen:

  • Ausgangsanalyse für die Existenzgründung mit Fotoboxen?

  • Selbstständig machen mit Fotobox-Verleih: Themen für den Businessplan

  • Wie viel verdient man mit der Vermietung von Fotoboxen?

  • Vertragliche & rechtliche Rahmenbedingungen: Wie Risiken absichern?


Voraussetzungen, um sich mit der Vermietung von Fotoboxen selbstständig zu machen?

Wer sich mit der Vermietung von Fotoboxen selbstständig machen möchte, muss ein Gewerbe anmelden, bevor der Geschäftsbetrieb offiziell aufgenommen werden darf. Der Erhalt des Gewerbescheines ist die Basis, um einen solchen Geschäftsbetrieb führen zu dürfen. In aller Regel sollte die Gewerbeanmeldung für den Fotobox-Verleih nicht mit allzu hohen Hürden verbunden sein. Im Einzelfall kommt es auf das konkrete Leistungsspektrum an, das auf dem Formular zur Gewerbeanmeldung zu schildern ist. Hieraus könnten sich Hinweise auf zu erbringende Nachweise ergeben (Stichwort Erlaubnispflicht).

Wichtig (auch für das eigenen Image) wird das Thema Datenschutz sein, das auf jeden Fall professionell zu managen ist. Was passiert mit den Bildern? Werden sie nur gedruckt oder in irgendeiner Form gespeichert? An diesen Fragen wird deutlich, dass das Persönlichkeitsrecht bzw. Urheberrechte für die Fotos schnell zu einem Problem werden können, vor allem, wenn sie gegen den Willen der Fotografierten im Internet verbreitet werden.


Ausgangsanalyse: Warum selbstständig machen mit Vermietung von Fotoboxen?

Lange galten Selfies als Inbegriff der modernen Fotografie, um sich selber in das beste Licht zu rücken. Daran hat sich auch nichts geändert, aber mit so genannten Posies hat eine neue Form der Fotografie noch größere Beliebtheit erlangt. Dabei handelt es sich um Fotos, die andere von einem selber machen. Das ist bei einer Fotobox der Fall, wenn auch in automatischer Form. Das Image von Selfies (https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/fotos-bei-instagram-posies-kommen-besser-an-als-selfies) hat in den letzten Jahren etwas an Glanz verloren, da solche Bilder oft als unnatürlich und somit wenig authentisch angesehen werden. Untersuchungen zeigen, dass Posies positiver wahrgenommen werden. Das spricht für die Geschäftsidee ‚selbstständig machen mit dem Verleih von Fotoboxen‘. Je nach Größe können sich darin mehrere Personen in Pose werfen und lustige Schnappschüsse verwirklichen. Mit humorvollen Requisiten lässt sich der Spaßfaktor erhöhen.
 

Stimmungsvoller Unterhaltungsfaktor mit sofortigen Resultaten

Auch wenn die Digitalisierung mittlerweile viele Möglichkeiten bereithält, ist der sofortige Druck der Fotos ein Highlight, das den Erlebnischarakter untermalt. Nach wenigen Augenblicken können alle Beteiligten ihre Kopie dieses Moments in den Händen halten. Es spricht nichts dagegen, anhand der Fotonummer zu einem späteren Zeitpunkt noch die digitale Version anzufordern. Sofern dieser Prozess automatisiert abläuft, entstehen für den Betreiber keine weiteren Kosten. Für den Nutzer dieser Event-Dienstleistung jedoch kann es sich um einen wichtigen Mehrwert handeln.
 

Bei besonderen Anlässen steigt die Ausgabebereitschaft…

…und genau darin liegt die wirtschaftliche Chance, sich mit der Vermietung von Fotoboxen selbstständig zu machen. Egal, ob es sich um eine private (Hoch)zeitsfeier oder um ein Firmenevent handelt: Wenn das Angebot und die Referenzen stimmen, so werden auch höhere Kosten akzeptiert. Dafür jedoch muss sich das Angebot in der Kundenwahrnehmung als besonders attraktiv abheben können. Hier wird deutlich, dass bei der Vermarktung der Erlebnischarakter in den Fokus zu rücken ist.
 

Businessplan für Fotobox-Vermietung: Diese Themen sind anzugehen!

Persönliche Voraussetzungen für die Existenzgründung geklärt?

Dass Fachkenntnisse in puncto Technik und Fotografie vorhanden sein müssen, versteht sich von selbst. Schließlich können nur eine reibungslose Funktionalität und eine ansprechende Qualität der Fotos für einen hohen Erlebnischarakter sorgen. Auf der persönlichen Seite sollten sich Gründer ehrlich hinterfragen, ob sie alle Herausforderungen annehmen wollen und eine entsprechende Unternehmerpersönlichkeit mitbringen? Zudem sollte in finanzieller Hinsicht möglichst viel Eigenkapital vorhanden sein. Damit erhöhen Gründer ihre Bonität, was bei der Finanzierung von Investitionen oft eine entscheidende Rolle spielt. Auf der anderen Seite dienen solche Reserven auch als finanzieller Puffer. Es können durchaus einige Monate vergehen, bis das Geschäftsmodell wirklich profitabel ist.
 

Konkurrenzanalyse, Zielgruppe & strategische Ausrichtung

Zu Beginn der Existenzgründung muss die wirtschaftliche Basis am Standort (inkl. Aktionsradius) erörtert werden. Hierzu ist eine aussagekräftige Standort- und Konkurrenzanalyse notwendig. Nur so lässt sich die potenzielle Nachfrage für die Vermietung von Fotoboxen einschätzen. Falls bereits Konkurrenz vorhanden ist, so muss das eigene Profil geschärft werden. Eine Differenzierung kann über das Angebot, die Zielgruppe oder Preise erfolgen.

Zu klären ist, ob die Vermietung der Fotoboxen auf Privat- oder Geschäftskunden ausgerichtet werden soll (B2B oder B2C). Sind genügend Ressourcen bzw. Fotoboxen vorhanden, könnten auch beide Zielgruppen anvisiert werden. Im Privatkundenbereich sind Hochzeiten der Klassiker für diese Geschäftsidee. Aber auch runde Geburtstage nutzen gerne diesen bildhaften Erlebnisgewinn. Sofern Firmenkunden in den geschäftlichen Fokus rücken, ist die Unternehmensstruktur vor Ort zu analysieren. Wie viele Firmen gibt es? Finden sich Angaben darüber, wie oft diese Feste feiern oder Events organisieren? Bereits in der Planungsphase kann es sinnvoll sein, das Gespräch mit Unternehmen in der Umgebung zu suchen.
 

Marketing: Wie Kunden gewinnen und Fotoboxen oft vermieten?

Was buchen Kunden? In erster Linie die Fotobox selber. Weitaus wichtiger erscheint jedoch der damit verbundene oder auch verbindende Erlebnischarakter. Es geht um Spaß, gemeinsame Zeit und die Verewigung eines besonderen Momentes. Insofern zeigt sich ganz deutlich, dass beim Marketing lebendige Emotionen in den Fokus zu rücken sind.

Idealerweise löst das Marketing einen starken Handlungsimpuls aus, nach dem Motto: Das brauche ich für meine Feier/Hochzeit etc. auch, wo kann ich es buchen? Neben einer eigenen, suchmaschinenoptimierten Homepage bieten sich Social Media an, um die Vermarktung reichweitenstark mit Leben zu füllen. Ein Imagefilm und die besten Schnappschüsse können zeigen, welche Möglichkeiten sich mit der Fotobox nutzen lassen. Online-Buchungsoptionen sollte es immer geben, auch eine telefonische Beratung zu den Einzelheiten der Umsetzung ist für viele Kunden sicher wünschenswert.
 

Mehrwerte mit Erlebnischarakter schaffen: So kann es gelingen!

Um die Vermietung als individuelles Erlebnis zu vermarkten, können Accessoires zur Verfügung gestellt werden. Damit können sich die Gäste dann nach Lust und Laune für ein Foto in Schale werfen. Dabei kann –je nach Feierlichkeit oder Anlass– gezielt ein passendes Motto thematisch Berücksichtigung finden.
 

Suchanfragen für das Marketing beachten: Danach googeln Kunden

Sinnvoll ist es für das Marketing, von Suchanfragen für die Vermietung einer Fotobox auszugehen. Eine solche lautet sehr häufig ‚Was kostet Fotobox mieten (für Hochzeit etc.)‘? Das zeigt, dass die Preise bei der Vermarktung offensiv angesprochen werden sollten. Wie oben erwähnt, ist angesichts des Eventcharakters nicht von einer übermäßigen Preissensitivität potenzieller Kunden auszugehen. Kampfpreise sind für Gründer das falsche Mittel, um das Geschäft wirtschaftlich betrachtet auf eine solide/profitable Basis zu stellen. Und letztlich transportiert der Preis auch für Kunden gewisse Qualitätsmerkmale.
 

Kosten und Investitionen für die Vermietung von Fotoboxen

Im Businessplan muss der Geschäftsumfang ressourcen- und somit auch kostenbezogen sehr klar werden. Wie viele Fotoboxen sind für den Anfang geplant? Welche Auslastung erscheint angesichts dessen realistisch? Auch für Transportmittel und Personal für den Service rund um diese Dienstleistung sind Kosten einzuplanen. Je nach Anzahl der Fotoboxen ist mit einer hohen Investitionssumme zu rechnen. Und an dieser Stelle kommt der Businessplan ins Spiel: Kann er in allen Punkten überzeugen, wird er beim Einsammeln von Fremdkapital/Krediten der entscheidende Faktor sein.
 

Strategische Alternative: DIY-Fotobox selber bauen!

Wer handwerklich begabt ist und die Kosten zu Beginn zwecks Risikominimierung gering halten möchte, kann Fotoboxen für die Vermietung auch selber bauen. Umsetzen ließen sich auch transportable Anhänger, die sich platzsparend im Außenbereich der Eventlocation aufstellen lassen. Abgesehen von der Kostensenkung könnte bei der Vermarktung dieser Variante auch ein hoher Individualisierungsgrad in den Fokus rücken. Eine solche Fotobox gibt es nur hier zu mieten – dieses Alleinstellungsmerkmal wird eine hohe Anziehungskraft enthalten können.
 

Wie viel verdient man mit Vermietung von Fotoboxen?

Auch hier rücken wieder häufige Suchanfragen in den Fokus: „Fotobox wie teuer“? Die Preise rücken für beide Seiten in den Fokus und sie sind maßgeblich für die Verdienstmöglichkeiten mit der Vermietung von Fotoboxen. Im Finanzteil des Businessplans werden die Kalkulationen zeigen müssen, wie viel Gewinn die Vermietung von Fotoboxen abwerfen kann. Preise müssen jedenfalls mit ausreichenden Gewinnmargen berechnet werden. Steht ein kalkulatorischer Gewinn pro Vermietung fest und ist eine Anzahl an Einsätzen pro Monat bekannt, so lassen sich Umsätze prognostizieren.
 

Wovon hängt der Verdienst bei der Vermietung von Fotoboxen ab?

In erster Linie ist die Auslastung maßgeblich. Fotoboxen, die nur ungenutzt im Lager stehen, kosten Geld. Sie tragen aber nicht zum Gewinn bei. Insofern müssen zu Beginn der Existenzgründung sämtliche Anstrengungen darauf abzielen, die Bekanntheit zu erhöhen und so viele Aufträge wie möglich zu ergattern. Stimmen Qualität und Erlebnischarakter, wird es über Weiterempfehlungen zu Folgeaufträgen kommen.
 

Welche Versicherungen sind für diese Geschäftsidee sinnvoll?

Das Inventar bzw. die Fotoboxen sollten mit einer leistungsstarken Versicherung geschützt werden, schließlich lassen sich Schäden oder auch Unfälle beim Transport nicht ausschließen. Vertraglich sollten alle Regeln und Pflichten für jeden Auftrag genau dokumentiert werden. Was passiert, wenn die Feier ausfällt? Was passiert mit der vereinbarten Vergütung? Vor allem die Erfahrungen aus der Corona-Krise zeigen, dass im Eventbereich in Zukunft auf solche Szenarien wohl stärker einzugehen ist. Fraglich ist es auch, ob sich mögliche pandemiebedingte Umsatzausfälle nach Corona noch absichern lassen. Für durch behördliche Vorgaben entstandene Umsatzausfälle sind die Regelungen des Infektionsschutzgesetzes zu beachten. In jedem Falle gehören alle verfügbaren Versicherungslösungen auf den Prüfstand, um die geschäftlichen Risiken so weit es geht zu minimieren.
 

Zusammenfassung / FAQ

  1. Warum selbstständig machen mit der Vermietung von Fotoboxen?

Weil es sich um einen Trend handelt, der im privaten und geschäftlichen Bereich vielsprechende Potenziale in Aussicht stellt. Durch einen individuellen Erlebnischarakter kann eine Profilierung gegenüber der Konkurrenz gelingen.

  1. Fotoboxen vermieten: Was gehört in den Businessplan?

Eine Standort- und Konkurrenzanalyse ist als Basis zu sehen, um die wirtschaftlichen Chancen zu erörtern. Diese müssen im Finanzteil dann anhand realistischer Szenarien durchgerechnet werden. Ansonsten kommt dem Marketing eine wichtige Bedeutung zu: Wer ist die Zielgruppe und mit welchen Mehrwerten/Alleinstellungsmerkmalen soll diese überzeugt werden?

  1. Was ist zu tun, bevor der Geschäftsbetrieb aufgenommen werden kann?

Bevor die ersten Aufträge für die Fotobox-Vermietung durchgeführt werden, ist die nach § 14 GewO zwingend vorgesehene Gewerbeanmeldung zu erledigen.

  1. Wo finden Existenzgründer Hilfestellungen zu Fragen der Finanzierung?

Hier können sich angehende Selbstständige einen umfassenden Überblick über alle Aspekte/Optionen verschaffen.

 

Quellen:

Studien zum Image von Selfies, online abrufbar unter https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/fotos-bei-instagram-posies-kommen-besser-an-als-selfies, zuletzt verwendet am 14.8.2020.

DIY Fotobox selber bauen, online abrufbar unter https://www.weltklassejungs.de/blog/kunden/party-planen/diy-fotobox-selber-bauen, zuletzt verwendet am 14.8.2020.

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