Selbstständig machen als Schädlingsbekämpfer / Kammerjäger

Kammerjäger mit Kundin im Gespräch

Wer auf diesem Portal nach einer lukrativen Geschäftsidee für die Existenzgründung sucht, kann aus mehr als 100 Beiträgen wählen und so ein mögliches Betätigungsfeld für die berufliche Selbstständigkeit finden. Oft ist es so, dass angehende Existenzgründer aus einem Hobby einen Beruf machen und den Weg in die Selbstständigkeit auch zur persönlichen Selbstverwirklichung nutzen. Neben dieser persönlich bedeutsamen Perspektive sollten aber mit Blick auf langfristigen Erfolg vor allem die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen (Nachfrage) stimmen.

In dieser Hinsicht ist die Geschäftsidee ‚selbstständig machen als Schädlingsbekämpfer‘ lukrativ, wenngleich es sicherlich schönere Vorstellungen in Bezug auf Arbeit gibt. In diesem Beitrag soll praxisorientiert erläutert werden, wie man aus fiesen Schädlingen, die niemand in den eigenen vier Wänden haben möchte, eine lukrative Geschäftsidee entwickeln kann.
 

Nomen est omen: Kammerjäger oder Schädlingsbekämpfer?

Der Begriff Kammerjäger ist übrigens in der Branche selbst eher verpönt, da er auf längst vergangene Zeiten anspielt. Im Mittelalter war es so, dass sich viele Personen eine Kammer teilen mussten, die dann entsprechend oft von Schädlingen befallen war. Gebräuchlich ist dieser Begriff auch heute noch. Mit Blick auf das sicherlich einzuplanende Internetmarketing sollte also überlegt werden, welcher Begriff (oder ggf. beide) für die Eigendarstellung verwendet wird.
 

Existenzgründung als Schädlingsbekämpfer: Themen für den Weg in die berufliche Selbstständigkeit

  • Analyse der persönlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen
  • Expertenstatus, Leistungsspektrum und Standort
  • Planung der Arbeitsorganisation
  • Marketing und Sicherstellung von Aufträgen
  • selbstständig machen als Schädlingsbekämpfer: formale Voraussetzungen
     

Bereit für den Kampf? Persönliche Anforderungen ehrlich hinterfragen

Was bedeutet es, sich selbstständig als Schädlingsbekämpfer zu machen? Diese Frage sollte ehrlich zu Beginn beantwortet werden, und zwar bevor die Planung der Geschäftsidee konkrete Züge annimmt. Wer als selbstständiger Kammerjäger arbeitet, braucht in jeder Hinsicht ein dickes Fell. Denn neben dem nicht abzustreitenden Ekelfaktor kann die Arbeit auch emotional sehr belastend sein, wenn etwa Messi-Wohnungen oder solche von Verstorbenen von diversen Schädlingen befreit werden müssen. Da die staatlich anerkannte Ausbildung zum Schädlingsbekämpfer eine Voraussetzung ist, wissen angehende Selbstständige, worauf sie sich einlassen. Wer sich allerdings selbstständig als Schädlingsbekämpfer macht, muss alle Arbeiten in Eigenregie übernehmen. Das kann im Gegensatz zu einer Festanstellung obendrein als tägliche Belastung empfunden werden. Wer ja zu dieser komplexen beruflichen Herausforderung sagt, kann die Planung der Selbstständigkeit als Schädlingsbekämpfer auf einer belastbaren Basis vorantreiben.
 

Langfristige Perspektive als selbstständiger Schädlingsbekämpfer?

Auch wenn es nicht schön klingen mag, so hat der Klimawandel für die Arbeit von Schädlingsbekämpfern langfristig gesehen positive Effekte, denn es wird immer mehr Arten von Schädlingen geben. Das, was eigentlich in südlicheren Gefilden kreucht und fleucht, wird auch hierzulande immer öfter in Wohnräumen anzutreffen sein. Insofern steht die Selbstständigkeit als Schädlingsbekämpfer von der potenziellen Auftragslage her gesehen auf einer nachhaltigen Basis. Auch scheuen potenzielle Kunden nicht davor, bei einem Schädlingsbefall schnell einen Experten zu kontaktieren und mitunter viel Geld in die Hand zu nehmen. Es gilt in dieser Hinsicht, von Beginn an für potenzielle Kunden auffindbar zu sein.
 

Selbstständiger Schädlingsbekämpfer: Experte auf einem unschönen Gebiet

Natürlich bedarf es eines fundierten Fachwissens, um sich erfolgreich selbstständig als Schädlingsbekämpfer machen zu können. Insofern ist auch zu überlegen, ob es je nach Standort, Aktionsradius und Konkurrenzanalyse Sinn macht, sich auf eine bestimmte Art von Schädlingen zu fokussieren. Eine solche Expertenstellung hat den klaren Vorteil, dass sich Kunden eher für diese Lösung entscheiden. Ein breit aufgestelltes Leistungsspektrum hingegen hat den Vorteil, für möglichst viele Kunden attraktiv zu sein. Die möglichen strategischen Ausrichtungen sind also sorgfältig abzuwiegen. Letztlich muss natürlich auch der eigene Kenntnisstand maßgeblich für das professionelle Leistungsangebot sein. Denn Kunden, deren Wohnräume mit Schädlingen befallen sind, erwarten professionelle Lösungen und keine Experimente. Kammerjäger unterscheiden übrigens generell zwischen Materialschädlingen, Vorratsschädlingen und Lästlingen. Letztere sind besonders gefährlich und sehr ernst zu nehmen, da sie mitunter ansteckende Krankheiten übertragen können.
 

Leistungsspektrum der anderen Art als selbstständiger Schädlingsbekämpfer

Selbstständige Schädlingsbekämpfer müssen nicht unbedingt nur in akuten Fällen auf der ‚Jagd‘ sein. Möglich wäre etwa auch eine professionelle Beratung für Restaurantbetreiber oder andere Zielgruppen im Hinblick auf präventive Maßnahmen: Wie müssen Lebensmittel gelagert werden bzw. Räume gestaltet sein, damit Schädlinge erst gar keine Chance haben? Eine solche beratende Expertenfunktion wäre sicherlich eine angenehme Bereicherung zu der teils ekelerregenden Arbeit. Mit einem solchen, breit gefächerten Leistungsspektrum werden Schädlingsbekämpfer auch vor dem eigentlichen Einsatz als Experten interessant. Und der Schädlingsbekämpfer selber kann im Idealfall die Motivation durch mehr Abwechslung im Arbeitsalltag hoch halten.
 

Das Image des Schädlingsbekämpfers als Problem?

Zur Ehrlichkeit bei der Analyse der Umfeldbedingungen gehört es auch, dass das Image von Schädlingsbekämpfern sicherlich nicht das Beste ist. Kunden beauftragen die Dienste zwar im Notfall, sie wünschen sich aber Diskretion. Insofern sind großflächige Werbemaßnahmen am Fahrzeug oder auf der Arbeitsbekleidung in dieser Hinsicht eher unangemessen. Persönliche Empfehlungen, die in der Startphase der Existenzgründung sehr wichtig sind, werden in diesem Bereich eher selten ausgesprochen: Wer will schon vor Freunden und Bekannten zugeben, dass man ein Problem mit fiesen Eindringlingen hat? In jedem Falle sollte die Perspektive der Kunden konsequent eingenommen werden. Insofern ist ein hohes Maß an Diskretion bei der Arbeit sicherlich geboten. Fachleute betonen in diesem Zusammenhang übrigens oft vergeblich, dass Schädlinge nicht immer etwas mit Verschmutzungen zu tun haben. In den USA genießen (selbstständige) Schädlingsbekämpfer übrigens ein weitaus positiveres Image. Hier wird im Lebensmittelbereich sogar offen mit dem Einsatz von Schädlingsbekämpfern geworben. Das wäre hierzulande eher unvorstellbar…
 

Organisation des operativen Geschäftsbetriebes

Sich selbstständig machen als Schädlingsbekämpfer erfordert es, von Beginn an den Geschäftsbetrieb sorgfältig in kaufmännischer Weise zu planen und entsprechend auch jeden Tag zu führen. Sämtliche Planung ist im Businessplan vorzunehmen. Nur ein durchdachter und in wenigen Augenblicken zu erfassender Businessplan wird in der Lage sein, mögliche Geldgeber zu überzeugen. Ein Blick auf die Praxis zeigt, dass Schädlingsbekämpfer als Selbstständige sehr oft alleine agieren oder allenfalls sehr kleine Unternehmen gründen. Insofern dürfte sich der Kapitalbedarf in buchstäblich berechenbaren Grenzen halten. Die größten Kostenfaktoren verkörpern die Profiausrüstung, etwaige Geschäftsräume und Fahrzeuge. Was den Kampf gegen Schädlinge betrifft, so muss Klarheit darüber herrschen, welche Mittel wofür eingesetzt werden bzw. woher diese zu welchen Konditionen bezogen werden?
 

Faktor Zeit: Verdienstmöglichkeiten als selbstständiger Kammerjäger

Um möglichst hohe Einnahmen zu erzielen, muss die Vorgehensweise vor Ort straff organisiert werden. Letztlich entscheidet der Faktor Zeit, wie viel ein selbstständiger Schädlingsbekämpfer (Kammerjäger) verdienen kann. Abzüglich aller Kosten für Anfahrt, Materialien und Kleidung entscheidet die Arbeitsgeschwindigkeit maßgeblich über den Stundenlohn. Es versteht sich aber von selbst, dass es für erfolgreiche selbstständige Kammerjäger keine Alternative zu einer äußerst gründlichen Arbeitsweise gibt. Darüber hinaus ist zu prüfen, welche Mittel gegen Schädlinge in welchem Rahmen zugelassen sind. Die anzustrebende Wirkung darf dabei nicht aus dem Blick geraten. Eine professionelle Arbeitsweise schützt die Gesundheit der Kunden und auch die eigene konsequent. Insofern sind alle Vorschriften zum Arbeitsschutz strikt zu beachten (spezielle Schutzkleidung inkl. Atemmaske etc.). Hier wird deutlich, warum fundierte Fachkenntnisse und Erfahrungswerte gefragt sind, um sich erfolgreich als Schädlingsbekämpfer selbstständig machen zu können.
 

Kooperationen prüfen für eine gute Auftragslage

Wer sich als Schädlingsbekämpfer selbstständig machen möchte, kann die strategische Option prüfen, einen vorhandenen Geschäftsbetrieb zu übernehmen. Dies hätte den großen strategischen Vorteil, dass ein notwendiger Kundenstamm nicht erst mühsam aufgebaut werden müsste. Um eine gute Auftragslage zu sichern, können Kooperationen mit entsprechend relevanten Dienstleistern in diesem Bereich eingegangen werden. Zu denken ist etwa an Unternehmen für Wohnungsentrümpelungen, die sehr oft mit Schädlingsbekämpfern kooperieren.
 

Marketing: Schnell von Kunden gefunden werden

Früher wurde bei einem akuten Schädlingsbefall schnell zu den Gelben Seiten gegriffen. Heute ist allenfalls noch die digitale Variante des nützlichen Branchenbuches gefragt. Insofern gilt es, mit relevanten Suchbegriffen für Google und Co. bestmöglich auffindbar und somit präsent für Kunden zu sein. Wer beispielsweise nach ‚Schädlingsbekämpfer in STADT XY‘ googelt, sollte im Idealfall auf eine ansprechende Homepage treffen, die möglichst weit oben platziert ist. Maßnahmen in diesem Bereich der Suchmaschinenoptimierung werden sich nachweislich auszahlen. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass die lästige Kundenakquise auf diesem Wege mehr oder weniger automatisiert werden kann. Zudem kann der selbstständige Schädlingsbekämpfer auf einer Homepage einen persönlichen Einblick in seine Arbeit gewähren und so das nicht gerade beste Image ein wenig aufpolieren.
 

Praxistipp für die Existenzgründung als Schädlingsbekämpfer:

Wer sich im Vorfeld oder bei der Planung der beruflichen Selbstständigkeit als Schädlingsbekämpfer sachkundig beraten lassen möchte, kann unter http://www.schaedlingskunde.de/Diverse_htm/Existensgruendung-Schaedlingsbekaempfung.htm nützliche Hinweise finden.
 

Selbstständig machen als Schädlingsbekämpfer: Formalitäten und Voraussetzungen

Wer sich als Schädlingsbekämpfer selbstständig machen möchte, wird in der Regel über eine fundierte Berufsausbildung verfügen müssen. Vor der Aufnahme der Geschäftstätigkeit ist in jedem Falle ein Gewerbe anzumelden. Aus dem auf dem Formular zur Gewerbeanmeldung zu beschreibenden Leistungsspektrum geht hervor, welche Nachweise im Einzelnen zu erbringen sind. In jedem Falle wird eine Erlaubnis zu erwirken sein, im Zuge derer Existenzgründer ihre persönliche und fachliche Eignung nachweisen müssen. Da sehr oft mit lebenden Tieren gearbeitet wird, sind auch fundierte Kenntnisse mit Blick auf das Tierschutzgesetz (vor allem Paragraf 11) nachzuweisen.
 

Nachweis der persönlichen & fachlichen Eignung

Wer als selbstständiger Schädlingsbekämpfer arbeiten möchte, braucht eine Genehmigung, die durch das zuständige Veterinäramt ausgestellt wird. Kosten hierfür variieren je nach Umfang der Erlaubnis in einem Rahmen zwischen 25 und 500 Euro. Zu beachten ist, dass abgesehenen von unterschiedlichen Kosten auch die Regelungen je nach Bundesland abweichen können. Die persönliche Zuverlässigkeit können selbstständige Schädlingsbekämpfer durch einen Auszug aus dem Gewerbezentralregister und ein aktuelles polizeiliches Führungszeugnis nachweisen. Die Sachkunde wird durch entsprechende Nachweise (z.B. Berufsausbildung) oder auch durch ein Fachgespräch im Veterinäramt nachgewiesen. Sofern Räumlichkeiten genutzt werden, sind entsprechende Grundrissskizzen mit einzureichen. Die Abnahme erfolgt durch das Veterinäramt.
 

Gesundheit und Arbeitskraft absichern

Es versteht sich von selbst, dass die Gesundheit die Basis für die Ertragskraft aller Selbstständigen ist. In diesem konkreten Fall aber müssen ein professioneller Arbeitsschutz und ein vollumfänglicher Impfschutz zu einem größtmöglichen Maß an Sicherheit beitragen. Das Krankentagegeld ist mit Blick auf die gesetzliche und auch die private Krankenversicherung ein dringend zu empfehlender Baustein, um im Krankheitsfalle die wegfallenden Einnahmen zu großen Teilen kompensieren zu können.
 

Zusammenfassung zur Existenzgründung als Schädlingsbekämpfer

  1. Die langfristigen Berufsperspektiven als selbstständiger Schädlingsbekämpfer sind sehr gut, da durch den Klimawandel immer neue Formen von fiesen Untermietern in Wohnräumen zu bekämpfen sein werden
  2. Das negative Image verlangt im Hinblick auf die Außendarstellung nach Diskretion. Insofern sind der Werbung gewisse Grenzen gesetzt. Umso wichtiger wird es sein, im Internet für potenzielle Kunden (im Notfall auch schnell rund um die Uhr) auffindbar zu sein
  3. Eine straffe Arbeitsorganisation mit Blick auf den Faktor Zeit ist entscheidend für die Verdienstmöglichkeiten als selbstständiger Schädlingsbekämpfer
  4. Für die selbstständige Tätigkeit als Schädlingsbekämpfer ist ein Gewerbe anzumelden. Im Zuge der Gewerbeanmeldung ist eine beim Veterinäramt erwirkte Erlaubnis vorzulegen.

Was passiert mit meiner Krankenversicherung, wenn ich selbstständig bin?

Als Selbstständiger sind Sie nicht mehr ohne weiteres in Ihrer gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert. Sie müssen sich dort nun auf Antrag befreien lassen. Die künftige Beitragshöhe richtet sich hier nach Ihrem Einkommen. Die Kosten für Selbstständige betragen in 2018 zwischen ... [ weiter... ]

Weitere Artikel zu diesem Thema