Selbstständig machen als Yogalehrer

Yogalehrer lustig

Welcher Existenzgründer würde nicht gerne entspannt in die Selbstständigkeit starten? Hier in diesem Beitrag kann eine Geschäftsidee geprüft werden, die Entspannung im Kern auszeichnet: selbstständig machen als Yogalehrer bzw. Gründung einer Yogaschule. Yoga erfreut sich angesichts des zunehmenden Gesundheitsbewusstseins einer wachsenden Beliebtheit. Die unterschiedlichen Richtungen verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz, mit dem Seele, Körper und Geist in Einklang gebracht werden sollen. Entspannung, Stressabbau und Erhöhung des Wohlbefindens sind greifbare Gründe, warum Menschen sich für Yoga begeistern. Besonders Atem- und Meditationsübungen können zu einem Gefühl der Tiefenentspannung beitragen. Im ursprünglichen Sinn zielt Yoga auf Wege der Selbstvervollkommnung ab. Dass es unterschiedliche Schwerpunkte und Richtungen gibt, muss Yogakennern nicht erklärt werden. Insofern wird deutlich: Wer sich als Yogalehrer selbstständig machen möchte, muss auf fundierte theoretische und praktische Erfahrungen zurückgreifen können. Kunden wollen mit fachlicher Hand von den spürbaren Gesundheitsmehrwerten profitieren. Dieser Beitrag beleuchtet die wichtigsten Themen und Handlungsfelder, um sich selbstständig als Yogalehrer machen zu können.
 

Existenzgründung als Yogalehrer: selbstständig machen mit Gesundheitsbewusstsein

  • Analyse der Ausgangslage: Yoga-Boom nutzen?

  • Optionen zur Umsetzung der Geschäftsidee

  • Yogastudio gründen: Kunden gewinnen?

  • Voraussetzungen, um sich selbstständig als Yogalehrer zu machen

  • Verdienst als selbstständiger Yogalehrer

     

Analyse der Ausgangslage

Wie viele Deutsche betreiben Yoga? Welche Stellenwert weist die Gesundheitsbewegung im Lebensalltag der Menschen auf? Wer diese Fragen beantworten kann, wird die Nachfrage und somit Tragfähigkeit dieser Geschäftsidee einschätzen können. Es versteht sich aber von selbst, dass die konkreten Chancen immer am auserwählten Standort sondiert werden müssen. Im Businessplan müssen belastbare Daten zeigen, mit welcher Nachfrage zu rechnen ist. Nur so werden sich realistische Schätzungen zu Umsätzen bzw. zur Wirtschaftlichkeit dieser Geschäftsidee vornehmen lassen.
 

Zahlen für den Businessplan

Im Jahr 2018 haben laut Statistik 2,64 Millionen Menschen häufig Yoga ausgeübt. 6,6 Millionen Menschen gehen diesem Trendsport ab und zu nach, sodass jetzt schon in etwa jeder 10. Deutsche in Berührung mit dieser traditionellen Lehre gekommen ist. Im Umkehrschluss heißt das, dass über 60 Millionen Deutsche noch kein Yoga ausgeübt haben. Dies deutet auf immense Wachstumsmöglichkeiten in den nächsten Jahren hin. Insgesamt scheint das Interesse an Yoga hoch zu sein: So geben mehr als 15 % der Deutschen an, bereits Erfahrungen damit gesammelt zu haben. Von den Menschen, die noch kein Yoga getestet haben, kann sich jeder Fünfte vorstellen, zeitnah erste Erfahrungen zu sammeln. Yoga genießt also ein positives Image ein großer Teil der Bevölkerung könnte sich mit einem guten Angebot (!) zu dieser Trendsportart bewegen lassen. Die erlebbaren Mehrwerte sollten beim Marketing in den Fokus gestellt werden: Über 80 % derer, die Yoga ausüben, bemerken positive Auswirkungen wie mehr Entspannung oder ein größeres körperliches Wohlbefinden. Was den typischen Yoga-Kunden angeht, so sind Frauen in der deutlichen Mehrheit. Falls Männer Yoga betreiben, so tun sie dies hauptsächlich in Kursen im Fitnessstudio.

Wichtig für die Ausarbeitung der Geschäftsidee zu wissen ist, wie es nach einem Yoga-Kurs weitergeht. Mehr als jeder zweite führt Übungen nach einem Kurs zu Hause aus, wozu Videos, Apps oder auch Bücher und Zeitschriften genutzt werden. Kurse machen mit über 80 % im Gegensatz zu Einzelunterricht mit etwas über 10 % den größten Anteil aus. Es spricht also nichts dagegen, sich einen kleinen, aber sehr zahlungskräftigen Kundenstamm aufzubauen. In jedem Fall gilt es, Kunden, die einen Kurs absolviert haben, längerfristig zu binden. Durch die Erarbeitung von Trainingsmaterialien kann sich aus einem Kunden im Idealfall eine dauerhafte Einnahmequelle ergeben. Wo treiben Interessenten Yoga? Rund ein Drittel nutzt das Angebot in Fitnessstudios, die Mehrheit zieht spezialisierte Yogastudios vor. Was eine Differenzierung im Kursspektrum nach Yogastilen angeht, so steht Hatha mit knapp 50 % am höchsten im Kurs.
 

Generelle Rahmenbedingungen für diese Existenzgründung

Branchenkenner betonen, dass es in den letzten Jahren einen regelrechten Yoga-Boom gibt. Wer sich als Yogi bzw. Yogini selbstständig machen will, kann insofern grundsätzlich mit einer vielversprechenden Nachfrage rechnen. Allerdings hat der Boom auch dazu geführt, dass die Konkurrenz immer größer geworden ist und die Anzahl an Yogastudios gewachsen ist. Dies allerdings nicht sehr gleichmäßig, sodass einer Standortanalyse eine erfolgskritische Bedeutung zukommt. Auswertungen liefern zudem Hinweise, um einem typischen Kunden ein greifbares Profil zu verleihen: Typische Yogafans sind Großstädter mit höherer Schulbildung. (siehe: https://www.fitogram.pro/blog/yoga-markt-in-deutschland-2016/)

Düsseldorf präsentiert sich demnach als Yoga-Hauptstadt in Deutschland mit einem sehr dichten Angebot. Im Vergleich zu Großstädten finden sich Yoga-Anbieter auf dem Land seltener. Im Einzelfall müsste geprüft werden, ob sich an einem solchen Standort eine belastbare Nachfrage nutzen lässt. Auch wenn diese Grafik sehr aussagekräftig erscheint, lohnt sich immer ein Blick in die Details. Dann nämlich wird deutlich, dass es in Berlin die meisten Yogaschulen (mehr als 300) gibt. Die Dichte pro Einwohner ist nur etwas geringer als in Düsseldorf.
 

Grundsätzliche Möglichkeiten zur Umsetzung der Geschäftsidee

Der Businessplan ist der richtige Ort, um den Umfang der Geschäftsidee samt finanziellen Ressourcen klar zu benennen. Wer sich als Yoga-Lehrer selbstständig machen will, kann dies generell als Freelancer tun und Kurse in vorhandenen Studios geben oder aber sich selbst einen Kundenstamm aufbauen. Auf Räumlichkeiten sind selbstständige Yogatrainer nicht zwangsläufig angewiesen, da gerade in den warmen Sommermonaten viele Menschen Yoga in der Natur genießen wollen. Zu prüfen ist auch, ob es Angebote für die Übernahme einer Yogaschule gibt. Für dieses Szenario ist ein sehr kritischer Blick in die Geschäftsbücher dringend zu empfehlen. Und letztlich gibt es in diesem Bereich noch zahlreiche Franchiseoptionen, um sich als Yogalehrer selbstständig zu machen. Eine kurze Internetrecherche zu diesem Thema reicht, um sich einen Überblick zu verschaffen. Die Vor- und Nachteile eines Franchisemodells muss jeder Gründer für sich gewichten. In jedem Fall ist der Grad der Selbstständigkeit bzw. Selbstbestimmung in einem solchen System weitaus geringer. Generell bietet es sich mit Blick auf diese Geschäftsidee an, aus einer persönlichen Leidenschaft einen Beruf zu machen. Es spricht nichts dagegen, zunächst nebenberuflich als Yogalehrer zu arbeiten und Erfahrungen zu sammeln. Sobald ein Kundenstamm und eine gewisse Bekanntheit nutzbar sind, kann der nun deutlich risikoärmere Schritt in die hauptberufliche Selbstständigkeit gewagt werden.
 

Was empfehlen andere, die sich selbstständig gemacht haben?

Selbstständige Yoginis, die eine eigene Schule eröffnet haben, betonen, dass fundierte Erfahrungen der Grundstein für eine Tätigkeit in diesem Bereich sein müssen. Zudem muss Klarheit darüber herrschen, welcher Yoga-Stil oder welche Stile am besten zur eigenen Persönlichkeit passen. Denn im Umgang mit Menschen ist Authentizität gefragt, schließlich sollen Yoga-Übungen ein möglichst entspanntes Gefühl erzeugen. Wer selber verkrampft bzw. mit sich nicht im Reinen ist, wird die Rolle des Lehrers nicht überzeugend ausfüllen können. Yoga spiegelt in gewissem Maße eigene Lebenserfahrung und innere Gelassenheit wider: Wer in dieser Hinsicht anderen nichts mitzuteilen hat, wird kaum als Quelle der Inspiration wahrgenommen werden können. Ein empathisches und kommunikatives Auftreten in Kombination mit Fachwissen ist wichtig, um Yogaschüler von der ersten Minute an in den Bann zu ziehen. Diese positiven Eindrücke können sich auszahlen, wenn zufriedene Kunden/Schüler Empfehlungen im Freundes- und Bekanntenkreis aussprechen.
 

Kunden gewinnen als selbstständiger Yogalehrer

Oben wurde bereits angedeutet, dass persönliche Empfehlungen bzw. die Mund-zu-Mund-Propaganda auch in Zeiten der Digitalisierung weiterhin eine wichtige Rolle spielt. Die Erfahrungen von Freunden und Bekannten wiegen mehr als Bewertungen von unbekannten Internetusern. Für die Kundengewinnung erscheint es daher sehr wichtig, dass Schülern ein besonderes Erlebnis mit spürbaren Mehrwerten geboten wird. Unabhängig von der konkreten strategischen Ausrichtung sollte eine suchmaschinenoptimierte Homepage nicht fehlen, um auf das eigene Angebot reichweitenstark aufmerksam zu machen. Das Kursspektrum kann auf diesem Wege ebenfalls geschildert werden und der Gründer selbst hat genug Raum, um seine Erfahrungen und Ansprüche auf den Punkt zu bringen. Ansonsten kommen Flyer, Annoncen in regionalen Zeitungen und Presseartikel sowie Beiträge auf anderen, themenrelevanten Internetseiten für die Kundengewinnung in Betracht. Natürlich sollte ein reichweitenstark aufgestellter Yogalehrer auch auf Social-Media-Kanälen Präsenz zeigen und mit Videos und Tipps für Mehrwerte sorgen. So können neue Kunden gewonnen und vorhandene mit interessanten Mehrwerten gebunden werden.
 

Voraussetzungen, um sich selbstständig als Yogalehrer zu machen

Für eine Existenzgründung als Yogini/Yogi ist eine fundierte Fachausbildung als grundlegende Voraussetzung anzusehen. Schließlich wollen die meisten Kunden in irgendeiner Form einen Nachweis über die eigenen Fähigkeiten sehen. Es gibt mittlerweile zahlreiche zertifizierte Ausbilder, bei denen sich Interessenten flexibel für diese Geschäftsidee weiterbilden können. Im Vorfeld sollte Klarheit über die Inhalte der Ausbildung und die dadurch später nutzbare Ausrichtung am Markt herrschen. Bei der Wahl einer Ausbildungsmöglichkeit ist Wert auf eine vorhandene Zertifizierung zu legen, da so professionelle Standards sichergestellt werden können.

In formaler Hinsicht muss ein Gewerbe angemeldet werden, bevor die Tätigkeit als selbstständiger Yogalehrer aufgenommen wird. Dies gilt auch für den Fall, dass es sich zunächst nur um nebenberufliche Einkünfte handelt. Aktuelle Gerichtsurteile weisen darauf hin, dass sich eine Einstufung als Freiberufler nur sehr schwer rechtfertigen lässt, obwohl es sich augenscheinlich um eine lehrende Tätigkeit handelt. Von einer Heilbehandlung ist im Sinne des Steuerrechts nicht auszugehen. Wer im ersten Geschäftsjahr nicht mit Umsätzen über 17.500 Euro rechnet und im zweiten unter 50.000 Euro bleiben wird, kann die Kleinunternehmerregelung nutzen und auf den Ausweis der Umsatzsteuer verzichten. In jedem Fall muss die Tätigkeit steuerlich erfasst werden. Einnahmen/Gewinne müssen in der Steuererklärung berücksichtigt werden.
 

Verdienst als selbstständiger Yogalehrer?

Es ist schwierig, offizielle Zahlen für die Frage ‚Wie viel verdient ein selbstständiger Yogalehrer‘ zu finden. Glaubt man Aussagen von Insidern, so kann mit einem monatlichen Bruttogehalt von 4.000 Euro gerechnet werden. Eine Yogaschule kann durchaus höhere Gewinne abwerfen. Eines steht fest: Wer als selbstständiger Yogalehrer gut verdienen will, ist auf eine gute Buchung bzw. hohe Auslastung angewiesen. Auf der anderen Seite braucht es in betriebswirtschaftlicher Hinsicht eine günstige Kostenstruktur, damit von den Einnahmen möglichst viel übrigbleibt. In Fitnessstudios bekommen Yogalehrer pro Unterrichtsstunde im Schnitt zwischen 25 und 30 Euro. Mit diesen Werten ist auch für Einzelunterricht zu rechnen, sodass mit einer fiktiven Stundenzahl für einen Monat eine individuelle Umsatzprognose erstellt werden kann (was für den Finanzteil im Businessplan ohnehin nötig erscheint). Generell empfiehlt es sich mit Blick auf Verdienstmöglichkeiten als Yogalehrer, die Einnahmebasis so breit wie möglich anzulegen und nicht nur auf Kurse zu setzen. Durch die Erstellung und den Verkauf von Lehrmaterialien (Videos, E-Books etc.) können mehr Einnahmen erzielt werden, das gilt auch in langfristiger Hinsicht. Durch eine wünschenswerte Kundenbindung kann es immer wieder zu Umsätzen kommen, auch wenn ein Kunde längst keine Kurse mehr besucht.
 

Zusammenfassung für die Geschäftsidee ‚selbstständig machen als Yogalehrer‘

  1. Branchenverbänden zufolge lässt sich in den letzten Jahren ein Yoga-Boom verzeichnen. Auch wenn viele Millionen Deutsche noch kein Yoga praktizieren, so kann sich das ein großer Teil der Bevölkerung durchaus vorstellen

  2. Vielversprechende Rahmenbedingungen können Yogalehrer entspannt in die Zukunft blicken lassen, wobei dem Standort eine sehr erfolgskritische Rolle zukommen wird

  3. Für die Existenzgründung als Yogalehrer gibt es zahlreiche Optionen, die oben geschildert wurden. Die beste Lösung kann ein Gründer nur für sich aus der eigenen Lebenssituation herausfinden

  4. Spürbare, gesundheitsbewusste Mehrwerte sollten der Anspruch eines professionellen Leistungsspektrums sein

  5. Zufriedene Schüler sind die beste Werbung, die selbstständige Yogalehrer nutzen können. Durch persönliche Weiterempfehlungen lässt sich der Kundenkreis gezielt vergrößern

  6. Eine zertifizierte Ausbildung und Erfahrungswerte sind wichtige Voraussetzungen, um sich erfolgreich als Yogalehrer selbstständig machen zu können

  7. Die Rechtsprechung legt nahe, dass vor der Aufnahme der Tätigkeit als Yogalehrer ein Gewerbe anzumelden ist (auch wenn es sich im weiteren Sinne um eine lehrende Tätigkeit handelt).

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