Geld für die Startup-Gründung: neue Quellen für Liquidität

Wer ein Startup gründen möchte, hat nicht immer ausreichend liquide Mittel. Wer clever vorgeht und sich mit möglichen Liquiditätsquellen befasst, muss den Traum des Startups aber nicht aufgeben. Bootstrapping, klassische Finanzierungsmöglichkeiten, staatliche Förderprogramme und Co. – es gibt unzählige Möglichkeiten zur Kapitalbeschaffung. Welche am besten geeignet sein und wie sie genutzt werden, beraten die folgenden Tipps.
 

1. Kredite für die Kapitalbeschaffung

Bootstrapping – hier sind die Gründer*innen nicht auf Fremdkapital angewiesen, sondern realisieren ihren Startups-Traum aus eigenen Mitteln. Der Nachteil: Das Unternehmen kann sich aufgrund der meist engen Kapitaldecke nur mäßig schnell entwickeln. Sind Wettbewerber schneller, könnte der Startup-Traum schneller zu Ende sein, als gedacht. Mit Fremdkapital könnte das Startup schneller wachsen. Kredite sind noch immer eine beliebte Möglichkeit, um ohne Abgabe von Unternehmensanteilen an liquide Mittel zu kommen.

Wer die Selbstständigkeit plant, muss auch seinen Kapitalbedarf mitplanen. Werden beispielsweise technische Geräte oder Büroausstattung benötigt; sind Ausgaben für Büromiete, Werbung oder Marketing notwendig? Mithilfe von Krediten lässt sich die Liquiditätslücke häufig schließen. Neben dem klassischen Bankkredit sind Mikrokredite oder Crowdlending interessante Alternativen, um kurzfristig an frisches Kapital zu kommen. Der klassische Bankkredit ist längst nicht mehr das Nonplusultra, denn gerade für Startups wird es schwer, die Kreditvoraussetzungen einiger Banken zu erfüllen.
 

Private Investoren für Kredite, insbesondere für Haushaltskredite

Neben den klassischen Kreditangeboten durch Banken gibt es auch alternative Finanzierungsmöglichkeiten. Wer sich als Gründer für Haushaltskredite mit flexiblen Laufzeiten interessiert, kann sich auch nach privaten Investoren umsehen. Dafür stehen verschiedene Plattformen zur Verfügung, bei denen beide Seiten profitieren: bis Toren und Darlehensnehmer.

Younited Credits setzt allgemein auf eine professionelle Investorengemeinde, die mindestens 1.000 € auf der Plattform für ausgewählte Projekte investieren können. Damit werden attraktive Privatkredite mit festen Zinssätzen sowie konstanten Raten realisiert.
 

2. Startup-Anteile für Kapitalbeschaffung abgeben

Die Finanzierung der Geschäftsidee kann auch durch die Abgabe von Anteilen erfolgen. Hierfür stehen verschiedene neue Möglichkeiten zur Liquiditätsbeschaffung zur Verfügung:

  • Business Angel

  • Crowdinvesting

  • Venture Capital

  • Innovation Accelerator

Zu einer Crowdfunding-Variante gehört das Crowdinvesting. Hierbei investieren Geldgeber ins Startup und erhalten dafür eine finanzielle Vergütung, beispielsweise eine Beteiligung am Unternehmen durch künftige Gewinne. Ein Mitspracherecht bleibt den Investoren jedoch meistens verwehrt. Wer sich Kapital durch Crowdinvesting sichern möchte, muss seinen Traum vom Unternehmen vorstellen und das möglichst etabliert. Auf diversen Plattformen müssen konkrete Zahlen, der Finanzplan und andere wichtige unternehmerische Daten veröffentlicht werden, um die Investoren von der eigenen Unternehmensidee zu begeistern.
 

Business Angels

Damit Gründer und ihre Ideen Wirklichkeit werden können, braucht es häufig Paten der ganz besonderen Art. Die sogenannten Business Angels unterstützen ebenfalls mit Kapital, agieren aber als private Investoren. Häufig sind es ehemalige bzw. aktive Unternehmer*innen, die Gefallen daran finden, neue Unternehmensideen zu fördern. Die Investition ist variabel, beläuft sich häufig auf 25.000 € bis 100.000 €. Neben der monetären Unterstützung bieten die Business Angels oft ihre Expertise und das Netzwerk, was einen zusätzlichen unternehmerischen Benefit einbringen kann.
 

Venture Capital

Bei dieser Art der Kapitalbereitstellung für Startups beteiligen sich Unternehmungen in Form von Risiko-/Wagniskapital. Vor allem für größere Investitionen von über 100.000 € sind solche Finanzierungsmöglichkeiten gefragt. Für die Investition erhalten die Unternehmen meist Startup-Anteile, haben häufig sogar Mitsprache- und Kontrollrecht.
 

Accelerator

Diese Art der Kapitalbeschaffung wird meist erst in der Wachstumsphase genutzt und nicht bei Unternehmensgründung. Unternehmen unterstützen mit Accelerator-Programmen vielversprechende Startups, die bereits positive Zahlen vorweisen können und denen das Kapital für ein weiteres Wachstum fehlt. Eine ähnliche Möglichkeit der Kapitalbeschaffung bietet die sogenannte „Inkubator“-Finanzierungsoption. Startups profitieren bei diesen Angeboten vor allem von dem Wissen der Mentoren bzw. Coaches. Bereitgestellt werden solche Programme von Universitäten oder Institutionen der öffentlichen Hand. So können Startups beispielsweise die Infrastruktur (Arbeitsplätze oder IT-Ausstattung) nutzen, um eine ihren unternehmerischen Ideen zu feilen.
 

3. Förderprogramme für Startups nutzen

Unterstützung bei Gründung und Selbstständigkeit gibt es auch durch zahlreiche Förderprogramme. Die Gründer können beispielsweise an Wettbewerben teilnehmen und die Preisgelder für ihre unternehmerische Weiterentwicklung nutzen. Möglich sind auch Stipendien oder staatliche Förderprogramme. Es gibt bundesweit und auf Landesebene beispielsweise zahlreiche Stipendien, welche individuelle Förderhöhen und Voraussetzungen haben.

Am bekanntesten ist das Förderprogramm „EXIST“, das mit bis zu 3.000 € monatlich/Person unterstützt. Bereitgestellt wird es für zwölf Monate und kann auf der Website direkt beantragt werden. Das Bundesland Berlin bietet seinen Startups beispielsweise Förderung von bis zu 2.000 €/Monat/Person. Diese Forderung läuft sechs Monate, ist aber verlängerungsfähig. In Hamburg dürfen sich Startups mit dem Programm „Innofounder“ über eine Forderung von bis zu 2.500 €/Monat für 18 Monate freuen. Auch Hessen, Mecklenburg, Niedersachsen, Sachsen und andere Bundesländer haben individuelle Förderprogramme. Die Höhe der Bezuschussung variiert deutlich. In Sachsen gibt es beispielsweise lediglich 1.000 €/Monat für zwölf Monate und in Hessen sind es bis zu 2.000 €/Monat für sechs Monate mit Chance auf Verlängerung.
 

Check: Das sollte jedes Startups für seine Fördermöglichkeiten parat haben

Egal, welche Fördermöglichkeiten genutzt wird, ein Business- und Finanzplan sollte jedes Startups haben. Ohne Businessplan gibt es beispielsweise keine Finanzierung bei Banken und Crowdfunding wird mit einem Businessplan deutlich leichter. Der Plan dient nicht nur dazu, anderen seine unternehmerischen Ziele vorzustellen, sondern bringt auch Struktur und Schärfe in die eigenen Gedanken. Auch bei späteren Entscheidungen kann der Businessplan behilflich sein, denn ein Blick hinein hilft, die angestrebten Ziele nicht aus den Augen zu verlieren.
 

Finanzplan unerlässlich

Der Finanzplan ist bei der Gründung ebenso wichtig wie der Businessplan. Schließlich geht es darum, das benötigte Kapital genau zu beziffern. Der Plan gibt aber nicht nur Auskunft darüber, wie viel Geld benötigt wird, sondern spiegelt auch die Kosten und kalkulierte Einnahmen wider. Es geht darum, möglichst genau zu beziffern, wann sich die Investitionen des Startups tatsächlich lohnen und die Gewinnschwelle besprochen wird. Solche Zahlen sind vor allem für Investoren besonders interessant, denn sie möchten ihr Kapital natürlich möglichst sicher und so rasch wie möglich zurückerhalten. Der Finanzplan kann auch helfen, im Startups-Alltag mögliche finanzielle Schwierigkeiten rechtzeitig zu erkennen. Er dient als Richtschnur und zeigt, ob der Plan bisweilen aufgeht oder nach Steuerung bei Liquiditätsmitteln oder der Kosteneffizienz notwendig sind.

Autor: 
Mark Leissen

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